Patria [Wald der Lichter]

Tauche ein in die Welt von Aurorae!

Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Der Schreiber » Freitag 8. Februar 2013, 22:54

Wichtige Information: Patria wurde von den Namenlosen verwüstet und es ist nicht mehr viel davon übrig.

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1. Amazonenorden
2. Hexenorden
3. Priesterinnenorden
4. Haus der Joor
5. Marktplatz
6. Taverne
7. Rüstungsschmiede
8. Waffenschmiede
9. Akademie
10. Bibliothek mit Kryptophe
11. Marathona´s Haus
12. Morgaine le Fay´s Haus
13. Relia´s Haus (Reliktjägerin)
14. Fiofora´s Hütte
15. Stadttor mit Wache
16. Badehaus

Patria

Patria, die Stadt der Amazonen. Nach der Regentschaft von Quendor des V. übernahmen die Frauen die Führung der Stadt. Männer, die hier leben sind Sklaven oder dem Tot Geweihte.
In Patria gibt es drei Orden, den Amazonenorden, Hexenorden und Priesterinnenorden. Die Oberhäupter der Orden bilden den Rat, welcher über die Einhaltung der Gesetze wacht. Sie entscheiden über Urteile und über die Zukunft Patrias. Die oberste Position kann nur vererbt werden. Gibt es keinen rechtmässigen Erben, kann es auch sein das Ordensmitglieder, die in Frage kommen, von den jeweiligen Ratsmitglieder adoptiert werden.
Patria ist eine florierende Stadt, in der Händlerinnen aus allen Teilen Aurorae´s ihre Waren feilbieten. Dies zumeist auf dem Marktplatz oder aber direkt bei den Händlerinnen in Patria. Patria hat eine eigene Waffen- und Rüstungsschmiede. Die Rüstungen werden aus Leder hergestellt, da Metalle eher selten sind und für die Herstellung von Waffen benutzt werden.
Das normale Volk in Patria besteht aus Händlerinnen, Bäuerinnen oder auch Bettlerinnen. Vor den Toren Patrias werden Felder bebaut. Das Land wird hierbei zumeist vererbt.
Das gängige Zahlungsmittel sind Goldstücke, eine echte Währung gibt es nicht. Auch Tauschgeschäfte sind sehr beliebt.
Jede Bewohnerin Patrias hält sich einen Sklaven, wenn sie etwas auf sich gibt. So werden die Felder von ihnen bestellt oder aber als billige Arbeitskräfte mißbraucht. Viele Sklaven werden in die Goldminen geschickt, die von Patria kontrolliert werden. Dort fristen sie ihr Dasein, bis sie alt und schwächlich sind. Viele sterben an Krankheiten oder körperlicher Schwäche.

AMAZONENORDEN:

EG:

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1. OG:

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2. OG:

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3. OG:

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Keller des Amazonenordens
1. Ebene:


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2. Ebene

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3. Ebene

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PRIESTERINNENORDEN:

EG:

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1. OG:

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2. OG:

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3. OG:

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4. OG:

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HEXENORDEN:

Keller:

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EG:

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1. OG:

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2. OG:

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3. OG:

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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ruby » Donnerstag 28. März 2013, 16:03

Kommend von Megaras Keller, Kellerräume von Megaras Haus-Ebene 1

Die Welt ging nicht unter, als Ahavan die Tür öffnete, aber es war ein sehr komisches Gefühl. Die Zeit schien einen Moment still zu stehen und auch Ahavan hielt wohl die Luft an, denn es war rein gar nichts zu hören. Das war wohl das Schlimmste daran, diese Totenstille. Früher hörte man Kinder, Frauen, Männer. Hier war immer Leben. Ruby lief ein kalter Schauer über den Rücken und ihr war klar, dies war erst der Anfang. Warum hatte sie sich nur darauf eingelassen? Mit einer Mischung aus Angst und Abenteuerlust ging sie durch die Tür, sehr darauf bedacht kein Geräusch zu machen.
Auf der Treppe war es dann mit der Ruhe vorbei und Rubys Herz begann wild zu pochen. Wenn etwas hier draußen war, dann musste es sie hören, dessen war sie sich sicher. Ruby tat wie Ahavan ihr es zeigte und wartete bis sie ein Zeichen von ihm bekam und dann folge sie ebenfalls hinaus auf die Straße. Sie waren immer noch nicht entdeckt worden, nichts regte sich. Aber Ruby war erschüttert. Sie hatte sich viel vorgstellt, aber das was sie sah, übertraf alles. Patria war völlig zerstört worden. Sie hatte die Stadt geliebt und nun das! Es war sogar schierig den alten Weg zu sehen. Überall lagen Trümmer, Häuserreste wie Türrahmen, Steine und auch Teile von Möbeln. Ruby, sonst ein so positiver Mensch, musste schwer schlucken, damit ihr nicht die Tränen kamen. Das erste Mal seit dem Ausbruch des Krieges wurde ihr klar, was passiert war. Dieser Zûl hatte alles was sie je geliebt hatte zerstört und noch mehr, er würde wohl alles daran setzen, dass es genauso blieb.

Fassungslos folgte Ruby Ahavan, leise, von einem Trümmerhaufen bis zum nächsten. Ihre Augen suchten die Umgebung ab und nun war auch etwas zu hören. Es klang wie ein Schlürfen, so als würde jemand einen sehr schweren Stein hinter sich herziehen. Das Geräusch verursachte bei Ruby Gänsehaut. Das Geräusch kam genau aus der Richtung, in die sich bewegten. Jetzt war auch der Priesterorden zu sehen, beziehungsweise das was von ihm übrig war. Ruby bezweifelte, dass sie überhaupt den Eingang finden würden. Sie zog Ahavan am Ärmel.
"Verdammt wie willst du da rein kommen? Die Tür ist doch bestimmt verschüttet und was bei der Göttin ist das für ein Geräusch?", flüsterte sie ihm leise zu. Ruby hatte hinter einer kaputten Mauer Schutz gesucht. Hinter ihr war der ehemalige Wohnraum. Auf einigen Steinen sah sie Blutspuren. Man konnte von hier sogar die Reste des Hexenordens sehen. Das Gebäude war noch mehr verwüstet als das der Priesterinnen.
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Sonntag 31. März 2013, 11:10

Ahavan verstand in gewisser Weise Rubys Reaktion. Er war das erste Mal, als er den Überresten von Patria einen Besuch abgestattet hatte auch schockiert gewesen. Jetzt verbarg er das Gefühl besser. Er war eine recht pragmatische Natur. Zudem durfte er einfach nicht zu emotional werden. Er kannte die Folgen, wenn es es doch tat. Ihm kam Ruby deshalb irgendwie naja ... panisch vor. Das war ein Minuspunkt. Er konnte niemanden gebrauchen, der leicht in Panik zu versetzen war. Aber er hielt ihr zu Gute, dass sie sich unter Kontrolle hatte und nicht gleich wieder abdampfte. Sie wollte offensichtlich seinen Test bestehen. Gut so. Mit ihrem Willen war also alles in bester Ordnung. Sie zog ihm am Ärmel, als ein Geräusch zu vernehmen war und duckte sich hinter einen Mauerüberrest. Auch das fand er absolut in Ordnung, hielt es sogar für eine ausgezeichnete Reaktion, die ihm sagte, dass er sich um sie im Grunde keine allzu großen Sorgen machen musste. Ihre Frage beantwortete er jedoch zunächst nicht, sondern legte lediglich einen Finger auf den Mund, um ihr zu signalisieren, dass sie den Mund halten sollte. Nichts war gefährlicher, als durch Gerede auf sich aufmerksam zu machen.

Er hastete in ein anderes Versteck. Es lag ihrem schräg gegenüber. Zum einen entschied er sich dafür, damit sie nicht zwingend beide entdeckt würden, sollte eine Patrouille von dunklen Wesen durch Patria ziehen. Zum anderen hoffte er, er würde so etwas entdecken. Er hatte sich bei seinem Versteck für die Mauerüberreste einer Hausecke entschieden, so dass er von zwei Seiten gedeckt war, Ahavan atmete flach und lauschte angestrengt. Um genug zu hören musste er sein Herz dazu zwingen, nicht so laut zu schlagen. Es war wie in den Momenten, wenn er einen Mordauftrag erledigte und auf sein Opfer wartete. Aufregung, gepaart mit Sorge und einem undefinierbaren Gefühlssalat, der ihm die Innereien verknotete. Auch daran war er in gewisser Weise gewöhnt. Dennoch war es anders. Es dauerte einen kurzen Moment, bis er sich auf das seltsam schleifende Geräusch konzentrieren konnte. Blieb es an Ort und Stelle? Kam es näher? Kam es auf sie zu? Mist. Es kam auf sie zu.

Vorsichtig lugte er um die Ecke, nur um gleich wieder den Kopf einzuziehen. Das würde Ruby sicher nicht gefallen. Hoffentlich blieb sie ruhig in ihrem Versteck. Er jedenfalls erstarrte zu einer Salzsäule, auch wenn das entnervende schleifende Geräusch immer näher kam. Es gab Situationen, da durfte man nicht die Nerven verlieren, wenn man am Leben bleiben wollte. Er hoffte nur, dass die zwei Kobolde nicht plötzlich zurück blicken würden, denn dann würden sie Ahavan entdecken, sobald sie ihn passiert hatten. Die beiden Kreaturen zogen irgendetwas hinter sich her. Still verharrte er, lauschte, wartete. Dann roch er etwas süßes, fauliges. Bei allem was heilig war! Jetzt nur nicht würgen. Die Kobolde waren nun auf seine Höhe. Er unterdrückte den Instinkt die Augen wie ein kleines Kind zu schließen und darauf zu hoffen, dass wenn er nichts sah, er auch nicht gesehen wurde. Die Zeit schien still zu stehen. Kurz überlegte er, ob er aus seinem Versteck heraus angreifen sollte. Jedoch wusste er, dass diese Viecher niemals nur zu zweit sein würden auch wenn die beiden hier zu zweit unterwegs waren. Kampflärm würde vermutlich andere, gefährlichere Kreaturen auf den Plan rufen. Besser sie blieben gänzlich unentdeckt.

Endlich waren sie an ihm vorbei. Allerdings blieb ihm für einen Augenblick das Herz stehen. Das was die Kobolde hinter sich her schleiften, war selbst für seine Abgebrühtheit ein bisschen zu viel. Hmm ... war Patria also doch noch nicht frei von Leichen, wie er angenommen hatte. Diese jedenfalls war einmal eine dunkelhaarige Frau gewesen. Ihre Kleidung war zum Großteil noch intakt. Ihre Haut war seltsam verätzt. Er hätte nicht sagen können, wie lange sie schon tot war. Aber er nahm aufgrund des Verwesungsgeruchs an, den er nun als solchen erkannte, dass sie schon eine Weile hier irgendwo gelegen hatte. Das war das schlimmste an diesem Krieg. Es war niemand mehr da, um die Toten zu begraben und so verschwanden sie. Namenlose taten sich gütlich an ihnen, das wusste er, aber was zum Himmel wollte Kobolde mit ihnen? Das jedoch würde ein Geheimnis bleiben. Er war nicht so dumm, ihnen zu folgen, um es herauszufinden.

Nach einer endlosen Ewigkeit waren sie endlich außer Sichtweite. Ahavan lauschte, sprang auf, als er nicht weiter vernahm als den Wind und hechtete zu Rubys Versteck hinüber. Er packte sie am Arm und zog sie auf die Füße. In seinen Augen spiegelte sich das Entsetzen wieder, wenn man sehr genau hinsah. Aber äußerlich war er gefasst und ruhig. Kein Händezittern, kein Ausschütten seiner Gefühle. Er strich sich lediglich mit der freien Hand ein paar vorwitzige Haarsträhnen aus der Stirn. "Los, wir müssen in Bewegung bleiben", war alles, was er sagte. Was hätte er auch auf ihre Fragen antworten sollen? Wenn er sich jetzt auf eine Diskussion einließ, säßen sie vermutlich noch heute Nacht hier. Oder aber sie wurden entdeckt. Nein! Hinterher konnte sie ihn mit Fragen löchern, ihn anschreien und seinetwegen auch die Fäuste sprechen lassen. Aber nicht jetzt.
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ruby » Donnerstag 4. April 2013, 09:20

Das Geräusch kam näher und näher. Mit jedem abnehmenden Fuß an Entfernung, schlug Rubys Herz schneller. Sie konnte kaum noch normal atmen und als sie schließlich genau auf ihrer Höhe waren, wollte sie nicht mehr atmen. Es begann mit einem Schlag bestialisch zu stinken. So ein Geruch war Ruby völlig fremd und sie verspürte einen starken Würgereiz. Sie schluckte und schluckte. Sie durfte jetzt nicht würgen! Oh bei allem Gold, wenn das alles nur schon vorbei wäre. Irgendwie schaffte Ruby es und das Geräusch zog vorbei, aber der Geruch wollte nicht weichen. Vorsichtig schaute Ruby nach, was es gewesen war und sah zwei Kobolde, die eine Leiche hinter sich her zogen. Und wieder dieser Würgereiz. Die Leiche zeigte schon Verwesungsspuren und Ruby konnte die schwarzen Haare sehen. Doch sie konnte nicht länger darüber nachdenken, denn schon war Ahavan bei ihr und zog sie auf die Beine. In Bewegung bleiben… ja, er hatte wohl recht, aber Ruby war immer noch sehr übel und ihre Beine zitterten. Das merkte sie erst jetzt. Sie stammelte irgendeine Antwort und dann verließen sie das Versteck und weiter Richtung Orden. Bis auf das schleifende Geräusch, das sich entfernte, hörte man nichts. Sie kamen ohne weitere Probleme, aber mit höchster Vorsicht um das Gebäude herum.

Wie schon vermutet war der Eingang zum Orden völlig verschüttet, sie mussten sich einen anderen Weg suchen. Sie gingen weiter, immer Schutz an der Mauer suchend und musste noch einmal abtauchen, als zwei Kobolde in einiger Entfernung die Straße kreuzten. Dann fanden sie eine herabgestürzte Mauer, die ihnen als Treppe dienen könnte, um in ein Fenster einzusteigen. Doch auch Ruby wurde klar, das sie ihre Deckung aufgaben, wenn sie auf diese Mauer kletterten. Ihre Blicke kreuzten sich und Ruby nickte Ahavan zu, sie würde aufpassen. Während Ahavan nun auf den Mauervorsprung kletterte, sah sich Ruby um und ihr Herz pochte ihr wieder bis zum Hals. Wenn nun etwas passierte, dann wäre es ihre Schuld! Vielleicht hatte sie sich doch zu viel aufgehalst mit dieser blöden Idee? War sie dem gewachsen? Ruby verließ der Mut, aber wieder gab es nicht genug Zeit zum Nachdenken. Ahavan war ins Fenster geklettert und nun war es an ihr. Dank ihrer körperlichen Verfassung waren solche Aktionen gar kein Problem und sie war schneller im Fenster, als Ahavan.

Sie blieb mit dem Rücken zur Wand stehen und sah sich um. Bei der Göttin! Wie sollten sie hier die Räume finden, die ihr die Mutter der Freundin so gut beschrieben hatte? Fluch oder Segen? In dem Fall wohl eher Segen, denn wahrscheinlich hätte sie diese eh nicht gefunden.
"Denkst du, was ich denke? Wie sollen wir da den Raum mit den Kräutern u. Tränken finden? Wir sind schon mal im ersten Obergeschoß, wenigstens etwas. Ist das hier noch das Kirchenschiff? Wenn ja müssten wir nach links!?" , es war eigentlich mehr eine Frage. Ruby hatte keine Ahnung!
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Montag 8. April 2013, 10:52

Es mochte verrückt sein, und er hätte es vor Zeugen auch sicher niemals zugegeben, aber er mochte diesen Nervenkitzel irgendwie. Deswegen hatte er sich auch eine Zeit lang als Auftragsmörder verdingt, bevor er das Geschäft mit den Hehlerwaren und dem Verkauf spezieller Tränke aufgezogen hatte. Diese Aufregung, die Herausforderung immer wachsam zu bleiben, dass war für ihn gleichbedeutend damit zu leben. Er fragte nicht groß, nach dem warum. Er scherte sich nicht darum, ob sein Leben als Testobjekt in den Kellern des Hexenordens nun daran schuld war oder ob er schon immer verdorben gewesen war, wie seine Mutter behauptete. Für den Augenblick lebte er im Hier und Jetzt, ganz darauf konzentriert, Patrouillen zu bemerken, bevor sie sie bemerkten. Auszuweichen, wann immer es nötig oder möglich war. Schließlich kamen die Rubinfrau und er an einen Punkt, wo sie ihre Deckung aufgeben mussten. Ahavan wusste um das Risiko, aber genoss es fast. Nicht das er leichtsinnig gewesen wäre. Er hatte sein bestmögliches getan, damit sie nicht entdeckt wurden, als sie sich durch ein Fenster in die Ruine des Priesterinnenordens schlichen. Die Umgebung abgesucht, gelauscht und einen günstigen Zeitpunkt abgewartet. Der Moment jedoch, der zählte, entzog sich seiner Kontrolle. Und auch, wenn er in der Regel gerne alles unter Kontrolle hatte, war dies immer ein besonderer Nervenkitzel.

Ahavan blendete alles aus, jedes sentimentale Gefühl, jedes Mitleid, dass ob dieser schrecklichen Zerstörungswut in einem noch so gefühlskalten Mensch hätte aufkeimen müssen. Für den Augenblick war da nur das Ziel möglichst reiche Beute zu machen und darüber hinaus, dass Rubinchen zu prüfen, ob ihre Nerven stahlähnlich genug waren, um ihn bei seinem anderen Unterfangen zu begleiten. Was er schon über sie sagen konnte, war immerhin, dass sie körperlich recht fit war und ihre Bewegung geschmeidig genug. Zwar nicht so geschmeidig wie die von Malenka. Aber mit dieser Diebin hatte ohnehin keiner aus der Gilde wirklich mithalten können. Was sie mit ihrem Körper angestellt hatte! Sie hatte sich durch die kleinste Lücke quetschen können, einer Schlange gleich. Sie war also kein wirklich fairer Vergleich für das Rubinchen. Der Name gefiel ihm. Rubinchen. Er beschloss, sie von nun an immer so zu nennen. Zumindest fürs erste in Gedanken.

Er beobachtete sie, wie sie da an der Wand lehnte und sich in seinen Augen leicht verzweifelt umblickte. Ja, mit dieser Reaktion hatte er durchaus gerechnet. Der Orden war so verwüstet und teilweise waren die Räumlichkeiten so "umgestaltet" worden, dass ganze Wände fehlten oder Schutthaufen dort waren, wo einmal Gänge gewesen waren. Mal ganz abgesehen von den effektvollen roten Spritzern hier und da, von denen er sich sehr genau vorstellen konnte, wie sie da an die Wände gekommen waren. Er hatte zwar die Karte studiert, aber musste sich bis zu einem gewissen Maß auf das Rubinchen verlassen. Nicht, dass er ihr völlig traute. Ihre Unsicherheit war ihr anzumerken. Für den Moment nahm er jedoch an, dass hatte damit zu tun wie es im Orden aussah. "Ich schätze, dass weißt du besser als ich. Aber wenn ich die Karte richtig im Kopf habe, dann ist das wohl noch Kirchenschiff. Also nach links. Am besten, du gehst nun voran. Du kennst dich ja besser aus." Er machte eine einladende Geste und wandte sich dann, nachdem sie sich in Bewegung gesetzt hatte nach links. Hoffentlich würden sie nicht jeden Raum durchsuchen müssen. Dafür hatten sie unmöglich die Zeit. Je schneller sie aus Patria wieder verschwanden, desto besser für ihre Leben, nahm er an.
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ruby » Donnerstag 11. April 2013, 17:05

Hätte sie vorher gewusst... Nein! Solche Gedanken brachten sie nun auch nicht weiter. Er hatte sie vorgeschickt, also war sie einen Schritt von der Wand weg gegangen, dann noch einen. So schwer war es doch gar nicht. Ruby spürte wie sich kalter Schweiß auf ihrem Rücken bildete. Ihre Augen blickten sich gehetzt um und sie versuchte kein Geräusch zu machen, aber das war schwer. Der ganze Boden lag voller Schriftstücke, Steine, Gegenstände des alltäglichen Lebens und es roch auch sehr seltsam, wie ihr jetzt erst bewusst wurde. Sie wollte nicht so genau wissen warum und hoffe sie würde es auch nicht erfahren. Es war zwar nicht der Verwesungsgeruch von zuvor, aber er war genauso unangenehm. Modrig, wie die Luft in einem Raum, der seit Jahren keine frische Luft mehr bekommen hatte. Tod. Ja, es roch nach Tod.

Ein Stück weiter vorne kam links eine Wand mit einem Durchgang, doch bevor sie diese erreichten, musste sie einen Haufen voller Steine überwinden. Zu ihrer linken war ein tiefes Loch und sie konnte in das Erdgeschoss blicken. Dort unten sah es nicht viel besser aus. Sie suchte nach einem möglichst ungefährlichen Übergang. Wenn sich nur ein Stein löste, könnte das eine Lawine auslösen. Ihr blöder Rock störte sie nun, da sie Angst hatte er könnte sich wo verheddern. Sie nahm die Seiten nach oben und klemmte den Saum in ihren Gürtel. Man sah nun ihre Beine, aber das war egal. Sie teste erst mit den Händen, ob die Steine fest lagen und trat erst dann mit den Füßen darauf, so ging es Stück für Stück nach vorne.
Wenn sie wirklich fliehen mussten, würde das sehr lustig werden! Sie würden die ganze Stadt aufschrecken. Was für eine blöde Idee herzukommen! Und als würden all ihre Befürchtungen Gestalt annehmen, war plötzlich von unten etwas zu hören. Es klang wie ein Schnäutzen, dann leises Gegagger. Ruby hielt inne und drehte sich vorsichtig nach hinten um, auch Ahavan hielt inne und dann war es wieder ruhig. Nach einer Weile ging Ruby weiter und tatsächlich erreichte sie kurz darauf die Wand. Erst als Ahavan hinter ihr war ging sie zur anderen Wand hinüber und blickte vorsichtig um die Ecke. Zur Rechten war eine Treppe und es war nichts als Dunkelheit zu sehen. Sie lehnte sich an die Wand und war ratlos. Sollte sie vorbei kriechen? Darauf vertrauen, dass nichts in der Dunkelheit lauerte? Ihre Augen suchten Ahavan, vielleicht wusste er was zu tun war. Er war doch der Erfahrene, nahm sie jedenfalls an! Was wusste sie eigentlich von ihm? Was war seine Berufung? Sie hatte dies und das gehört, aber eigentlich wusste sie nichts!
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Samstag 13. April 2013, 08:08

Nächster Test bestanden. Trotz ihres Aussehens, ihres unpassenden Rockes und ihrer koketten Art in der Taverne, war Rubinchen kein Hühnchen. Sie übernahm tatsächlich die Führung und machte ihre Sache noch nicht mal so schlecht für jemanden, der augenscheinlich noch nicht sehr oft irgendwo eingestiegen war. Sie bewies gute Nerven. Er deckte ihr den Rücken und suchte die wenigen Ecken ab, die sie übersah. Es war der Moment, in dem er beschloss, wenn Gefahr drohte, sie nicht einfach ihrem Schicksal zu überlassen, sie nicht verrecken zu lassen, um seine eigene Haut zu retten. Nun ja, fürs erste. Wenn die Situation ausweglos für sie wäre und er noch ne Chance hätte, könnte ihm wohl keiner verdenken, wenn er das Weite suchen würde. Da sie allerdings dicht an dicht gingen, waren das eh nur Hirngespinste. Wenn ihre Situation ausweglos wäre, wäre es seine wohl auch. Dennoch, wenn jemand hier wäre, der seine Gedanken lesen könnte oder das des Öfteren tat, würde erkennen, dass es ein gewisses Zugeständnis an ihre Fähigkeiten war, dass er sie nicht direkt im Stich lassen würde. Sie hatte eben Potenzial.

Sie raffte ihren Rock und man sah eine Menge von ihren schlanken und durchaus wohlgeformten Beinen. Aber Ahavan war nicht Damon. Er ließ sich davon nicht über Gebühr ablenken, auch wenn er durchaus in der Lage war, einen kurzen Blick darauf zu werfen und ihre Schönheit zu bewundern. Schließlich war er ja auch nur ein Mann. Und sie kamen nun etwas schneller vorwärts und sie hinterließ weniger Spuren. Nicht das Namenlose und Kobolde wirklich gut darin waren Spuren zu lesen. Menschliche Gerüche jedoch schienen die Namenlosen wahr zu nehmen, wie Bluthunde. Und von daher war es besser, man markierte nicht wie eine Katze ständig die Gegenstände an denen man vorbei lief.

Kobolde. Jetzt wo er sie einmal erwähnt hatte, hörte er auch gleich ihr Gegacker. Es drang von irgendwo unter ihnen herauf. Nicht gut. Aber auch noch nicht bedrohlich. Das Problem war im Augenblick, dass Ahavan keine Ahnung hatte, wie viele da unten rumlungerten und ob einer von ihnen nicht plötzlich Lust auf einen Ausflug auf ihre Etage hätte. Berufsrisiko. Aber auch er ahnte, dass es bald zu heiß für sie beide werden konnte. Er liebte zwar den Nervenkitzel, war aber auch kein Idiot. Die Geräusche verunsicherten das Rubinchen zu recht, wie Ahavan fand. Auch er fühlte sich nun alles andere als wohl, vor allem als sie den Treppenabsatz zur nächsten Etage erreichten. Um sie her nichts als Dunkelheit. Und wie er wusste, da er die Dunkelheit ebenfalls oft als Versteck genutzt hatte, war das potentiell sehr gefährlich. Je nachdem eben, ob und welche Kreatur dort lauerte. Er bückte sich und hob einen kleinen Brocken auf, der wohl einmal Teil einer Wand gewesen war. Er zielte und warf ihn in die Dunkelheit, möglichst weit von ihrer Position entfernt. Ein Augenblick verstrich, dann ein zweiter, ein dritter. Nichts regte sich. Er sah ein, dass er nun wohl besser die Führung übernahm. Er hatte sie genug gequält und war ja kein Unmensch. Auch wenn andere das jetzt nicht unbedingt bestätigen würden. Eilig, aber dennoch leise und in geduckter Haltung bewegte er sich zum Treppenabsatz und schlich vorsichtig höher. Etwa auf der Hälfte der Treppe hielt er an und lauschte. Nichts. Er machte einen Bogen, um ein herausgebrochenes Stück und gab dem Rubinchen das Zeichen vorsichtig zu sein. Die Dunkelheit hatte sie soeben beide verschluckt als unter ihnen das Gegacker erklang. Diesmal auf ihrer Etage und ganz in ihrer Nähe. Mist. Stehen bleiben und darauf hoffen, dass sie nicht die Treppe herauf kamen? Zu riskant. Zu viele Gegebenheiten die sich seiner Kontrolle entzogen. Deshalb schlich er nun leise vorwärts, darauf hoffend, dass sie bei ihrem Aufstieg keinen Lärm machen würden und keine Steinchen herunter schubsen würden mit ihren Füßen. Noch drei Stufen. Dann hätten sie zumindest wieder eine Decke bzw. einen Boden zwischen sich und den Biestern.
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ruby » Dienstag 16. April 2013, 17:51

Ein einziger Schritt wurde zu einem ewigen Marsch. Ruby kam es so vor, als würde all das kein Ende nehmen. Sie mussten schon vor einer Ewigkeit die sicheren Gänge verlassen haben. Ganz bestimmt wurde es bald dunkel. Instinktiv drehte sich Ruby zu einem "Fenster" um. Es war natürlich kein Fenster mehr, sondern nur noch ein Loch nach draußen. Es war einfach unvollstellbar was hier draußen gewütet hatte, während sie sicher unter der Erde gesessen hatten. Natürlich was es manchmal so laut gewesen, dass man sogar dort unten was gehört hatte, aber das hier... einfach unglaublich. Ach wie gerne hätte sie einfach tief und laut geseufzt, aber sogar das ging nicht. Und dabei war es so einfach. Sie bräuchte sich nur umdrehen und gehen. Einfach so.

Und wieder Geräusche von unten. Mit einem Schlag musste Ruby auf die Toilette. Natürlich war sie vor dem Abmarsch schon gewesen, aber das musste doch schon Stunden her sein. Der Drang sich zu entleeren wurde so stark, dass sie Bauchschmerzen bekam. So schnell wie das Gefühl kam, ging es auch wieder. Irgendwer von ihnen hatte einen Stein gegen die Treppe getreten. Ganz bestimmt war es Ahavan gewesen! Ruby was sich jedenfalls keiner Schuld bewusst! Sie erstarrten zu Salzsäulen. Das Geräusch war nicht laut gewesen, aber vielleicht hatte es gereicht?
"Pass doch auf!", rutschte es leise aus Ruby heraus. Ihre Nerven lagen einfach blank und sie musste dem ganzen endlich Luft machen. Sie waren fast oben. Fast. Alles blieb ruhig. Nichts regte sich. "Los schnell weiter, hoch, nach rechts, Zeug holen und raus hier."
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Donnerstag 25. April 2013, 16:55

Hm, anscheinend zeigte sie nun doch Nerven. Das konnte er ihr schlecht verübeln. Denn die Situation war gefährlich und wurde selbst für seinen Geschmack ein bisschen zu heiß. Lebensmüde war er nicht. Nicht heute jedenfalls. Im Grunde hatte sie seinen Test ohnehin schon bestanden. Die Beute war ihm nicht so wichtig. Auch wenn sie natürlich eine gute Sekundärmotivation war. Nicht das er nicht auch ohne sie nach Patria gegangen wäre. Aber in diesem Augenblick war es ihm wichtiger, ihre Nerven zu testen als Beute zu machen. So kommentierte er auch ihren emotionalen Ausbruch nicht weiter. Auch wenn er seine Augenbrauen vieldeutig hochzog. Er ließ auch unerwähnt, dass sie es gewesen war, die den Stein losgetreten hatte. Er stand in der Regel über dem Gezicke von Frauen und wusste zu dem, dass die Situation viel zu gefährlich war, als dass er einen lauten Streit riskieren wollte. Und Frauen waren ja für ihre irrationalen Handlungen bekannt. Gerade in Stresssituationen. Er folgte einfach ihren gefauchten Anweisungen. Mit doppelter Vorsicht. Doch in diesem Stockwerk blieben sie unbehelligt.

Sie kämpften sich durch noch mehr Schuttberge und kamen schließlich in einem Raum an, der wohl einmal eine Kräuterkammer gewesen war. Ahavan hakte seinen Beutel auf und durchsuchte rasch aber gründlich den Raum. Öffnete umgestürzte Schränke, griff sich mehr oder weniger wahllos Kräuterbündel und Salbentigel, die sich gefüllt anfühlten. Er stopfte alles in seinen Beutel. Er würde sie in der Gilde genauer untersuchen, um zu wissen inwieweit sie zu gebrauchen waren. Ahavan hatte dabei ein halbes Auge auf das Rubinchen, um sicher zu gehen, dass sie nicht gänzlich in Panik verfiel. Er würde sie nur ungern bewusstlos schlagen müssen. Denn mit der Beute und dem Rubinchen, die er dann würde tragen müssen, wäre er viel zu langsam.

Er warf ihr einen kurzen, recht intensiven Blick zu und nickte dann beinahe grimmig, bevor er sich wieder auf den Gang trat. Sie mussten ein Fenster finden. Oder eine andere Treppe. Denn den Kobolden ein Stockwerk unter ihnen wollte er nicht begegnen. Kampflärm würde andere, weitaus gefährlichere Kreaturen Zûls auf den Plan rufen. Schließlich erreichten sie eine Öffnung in der Wand. Kein Fenster, sondern durch die Zerstörungswut des Krieges herbei geführt. Vorsichtig blickte er hinunter. Mit ein wenig Geschick würden sie einen Teil der Wand herunter klettern können. Den Rest würden sie springen müssen. Es könnte gehen. Im näheren Umkreis konnte er auch keine Diener Zûls entdecken. Aber ob das Rubinchen klettern konnte? Er packte sie am Arm und zog sie dicht zu sich her. Womöglich etwas zu dicht, wären sie in einer anderen, weniger gefährlichen Situation. Er brachte seine Lippen ganz dicht vor ihr Ohr und schlang dabei einen arm um ihre Hüfte, damit sie nicht zurückwich, falls sie seine Aktion in den falschen Hals bekam. “Wie gut kannst du klettern?“ wisperte er leise in ihr Ohr.
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ruby » Montag 29. April 2013, 07:22

Kaum ausgesprochen, taten Ruby die Worte schon wieder leid. Sie sollte sich mehr im Griff haben! Ahavan konnte ja eigentlich auch nichts dafür, außer das es seine Idee gewesen war hierher zu kommen. Aber eigentlich war sie selbst schuld, weil sie nicht einfach mal die Füße stillhalten konnte. Ganz bestimmt ging es vielen anderen Menschen in Aurorae viel schlimmer als ihr. Sie musste doch nur unterhalb der Erde wohnen. Bisher hatte sie noch keinen Hunger gelitten! Ganz bestimmt würde jeder mit ihr tauschen wollen. Und was tat sie? Sie war heiß drauf endlich wieder die Luft zu schnuppern, die nach Toten stank. Das war krank.

Endlich waren sie da! Ein Raum in dem mal mit Sicherheit unzählige Regale gestanden haben mussten. Ruby erkannte ihn an dem getrockneten Grünzeug, dass auf dem Boden verstreut war. Sofort begann Ahavan scheinbar wahllos alles in seinen Beutel zu stopfen, das irgendwie nach Kraut aussah. Gut, das konnte Ruby auch! Sie tat es ihm also gleich, öffnete alles, was sich ohne Geräusch öffnen ließ und stopfte in den Beutel so viel es ging. Immerhin sollte es sich doch lohnen. All ihre Beute konnte sie dann der Mutter der Freundin vorlegen und dann entscheiden was sie vielleicht verkaufen konnte. Das wäre immerhin ein netter Nebenverdienst. Sie fand sogar keine Gläschen, in denen eine bräunliche Flüssigkeit war. Ruby hatte keinen Schimmer was es sein könnte, aber es sah wichtig aus.
Ruby juckte die Nase wie verrückt. Dieses getrocknete Grünzeug machte sie verrückt. Sie rubbelt mit ihrem Ärmel wie wild über die Nase, aber es brachte wenig Linderung. So war sie froh, als Ahavan endlich fertig war und ein Zeichen zum Abmarsch gab. Sie hatten es geschafft. Ahavan schaute sehr grimmig drein, aber Ruby konnte nicht anders und grinste breit. Niemals hatte sie wirklich damit gerechnet, dass sie es bis hierher schaffen würde. Und alles war wunderbar gelaufen. Ahavan hatte keinen Verdacht geschöpft, sie waren noch am Leben, nun galt es sich auf den Rückweg zu machen… alles perfekt. Gut, Ahavan hatte kein Interesse an langen Gesprächen, aber vielleicht lag es nur an der Umgebung.

Er ging vor und sie folgte ihm. Das war ihr angenehm. An einem Loch in der Wand blieb er stehen und sah hinaus. Er wollte doch nicht…? Warum gingen sie nicht einfach wieder den anderen Weg zurück? Ruby verstand das nicht. Gerne hätte sie etwas gesagt, aber schon spürte sie seine Hand am Arm und dann sein Atem an ihrem Ohr. Fast hätte sie seine Worte überhört, so überrascht war sie und so aufgewühlt. Es passierte nicht oft, dass jemand sie überraschen konnte. Die Situation hatte für Ruby etwas Erotisches… die Gefahr, seine Nähe, die Umgebung. Sie musste schlucken und atmete tief durch und sie hätte ihm in diesem Moment alles versprochen.
"Natürlich kann ich klettern!", hauchte sie ebenso leise und klang dabei heiser. Sie wusste nicht, ob sie zuerst oder er, ab sie musste Raum zwischen ihn und sich bringen! Also löste sie sich aus seiner Umklammerung und ging ebenfalls an das Loch heran. Sie sah hinunter und ihr wurde ganz schlecht. Klettern! Was sein Glück hatte sie ihre robusten Stiefel an. Wie auf der Flucht ging sie einfach auf den Vorsprung und kletterte hinaus. Sie suchte mit den Füßen Halt und hangelte sich dann mit den Armen nach. Da ihre Finger für solche Übungen nicht geschaffen waren, merkte sie schon nach sehr kurzer Zeit, wie die Kraft nachließ. Sie würde das niemals schaffen! Ein kleines Stück weiter unten gab es in der Mauer einen Vorsprung. Nur bis dahin … bis dahin musste sie kommen, dann konnte sie sich ausruhen. Ruby fing an leise zu sich selbst zu reden, sich zu motivieren und nicht nach unten zu sehen. Stück für Stück… Ihre Hand rutschte ab und es war nicht mehr genügend Kraft vorhanden, dass sie nachgreifen konnte. Von der Schwerkraft gepackt, löste sich auch die andere Hand und ihre Füße fanden keinen Halt mehr. Sie fiel. Ihr Leben rauschte an ihrem geistigen Auge vorbei und dann gab es einen harten Schlag. Ihr Körper schien in tausend Teile zu zerfallen und sie wollte nie wieder aufstehen. Ihr Blick war nach oben gerichtet und da sah sie Ahavan am Loch. Sie lächelte ihn dünn an und flüsterte leise: "Klar kann ich klettern…".
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Freitag 10. Mai 2013, 08:58

Überrascht und auch ein wenig amüsiert sah er dabei zu, wie sie zu dem Loch in der Wand hastete und sich an den Abstieg machte. Er verschränkte nachdenklich die Arme vor der Brust. Irgendwie war ihr Verhalten komisch. Innerlich zuckte er jedoch nur die Schultern darüber. Wenn sie klettern konnte, bitte. Er sah sich währenddessen um und lauschte auf die Umgebung. Im Moment war die Luft noch rein. Wie er nur zu gut wusste, konnte sich so was aber ziemlich schnell ändern. Er wurde schon aus seinen Gedanken gerissen, als es plötzlich ein seltsames Geräusch gab. Es kam von der Wand unter ihm. Oh, oh! Er lugte durch das Loch und sah gerade wie Ruby den Halt verlor und abstürzte. So viel zum Thema klettern. Sein Herzschlag setzte für einen Augenblick aus, als sie unsanft auf dem Boden landete. Eilig suchte er die Umgebung ab. Sie hatte Lärm gemacht. Lärm bedeutete Gefahr. Ganz zu schweigen davon, ob sie noch in der Lage war, sich zu bewegen. Die Höhe war nicht Ohne gewesen. Schon war er dabei sich ebenfalls durch die Maueröffnung zu schwingen, als sich ihre Augen öffneten. Na immerhin war sie nicht ohnmächtig oder tot. Wobei er bei letzterem kein Problem mehr gehabt hätte, sie sicher in die Gilde zurück zu bringen. Ahavan hatte einen ziemlich blöden Spruch auf den Lippen, beherrschte sich aber, da es wohl nur noch mehr Lärm machte, wenn er das jetzt zu ihr runter rief. So erntete sie nur eines seiner spöttischen Lächeln, inklusive hochgezogener Augenbrauen.

Eilig kletterte er nun selbst hinunter, weniger grazil, dafür kraftvoll und effektiv. Er war nicht der beste Kletterer, aber es reichte aus, um sich an der Wand zu halten. Das letzte Stück sprang er hinab und landete, im Gegensatz zum Rubinchen auf seinen Füßen. Er beugte sich über sie, tastete vorsichtig ihren Körper ab. “Bist du verletzt?“ Er konnte ein paar Abschürfungen sehen, und auf einem ihrer Arme machte sich bereits eine Prellung bemerkbar. Doch damit würde sie trotzdem weiterlaufen können. Die Frage war nun jedoch, ob sie etwas gebrochen oder verstaucht hatte. Plötzlich hörte er etwas ganz in der Nähe. Ein Knacken, dann eine Art Grunzen. Nicht gut. Gar nicht gut. Ohne weiter darüber nachzudenken, zog er sie auf die Füße und warf sie sich mit Schwung über die Schulter. An dieser Stelle waren sie viel zu ungeschützt und exponiert. Er rannte mit ihr auf dem Rücken in die nächste Gasse in der Nähe des Ordens und hechtete durch eine Tür, in ein ziemlich herunter gekommenes Haus. Fenster fehlten und der Stein war verbrannt. Es roch noch immer nach kaltem Feuer. Doch die Wände und die Decke zum ersten Stockwerk waren weitestgehend intakt, so dass sie Schutz fanden. Das dem Haus die restlichen Stockwerke fehlten, spielte ihm Augenblick für ihn keine Rolle. Er presste Ruby in eine Ecke hinter sich als das Grollen näher kam und fingerte nach seiner Waffe, die in einer Halterung an seinem Handgelenk verborgen war. Hoffentlich hatte, das was da draußen lauerte sie nicht entdeckt, nicht gerochen. Wieder erklang ein Ächzen und Grollen und es stank nach verwestem Fleisch. Ein Schnaufen am Fenster, einem Schnüffeln gleich. Dann Schlurfen, Schritte die sich entfernten.

Danach brauchte Ahavan eine Weile, um sich zu beruhigen und Ruby aus der Ecke frei zu lassen. “Das war knapp,“ murmelte er und musterte ihren Körper abermals. “.Wie sieht es aus? Kannst du laufen? Ansonsten würde ich vorschlagen, dass wir uns einen Weg in die Kanalisation suchen und dort abwarten. Mit etwas Glück kommen wir auch durch sie zurück zur Gilde.“ Er würde lieber darauf verzichten diesen Weg zu gehen. Zum einen, weil es dort unten stank, zum anderen weil er dann vielleicht auf Hilfe angewiesen war, auf die er lieber verzichtet hätte. Allerdings ging der Gesundheitszustand des Rubinchens vor. Und wenn sie sich ernstlich verletzt hatten, konnten sie unmöglich durch Megaras Keller zurück in die Gilde. Der Weg war zu weit. Ein Eingang in die Kanalisation aber, gab es in beinahe jedem Haus. Es lag also alles an ihr.
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Tanith » Samstag 11. Mai 2013, 14:23

Da war eine gewisse Ironie in der Tatsache, dass Tanith sich nun in den Ruinen Patrias befand.

Ihr Vater hatte seinerzeit sein Leben riskiert als er versucht hatte, Patria und dem Joch seiner Kerkermeisterinnen zu entrinnen. Tanith riskierte nun das ihre während sie durch die Ruinen der Stadt wanderte, auf der Suche nach Überlebenden oder Dingen, die ihr das Überleben erleichtern würden. Sie war die letzten Wochen durch den Wald der Lichter geirrt. Zumindest glaubte sie das, denn ihre Erinnerung war lückenhaft und verschwommen. Manchmal waren da einzelne Bilder oder Gerüche, aber Tanith konnte sie nicht einordnen. Sie wusste, dass sie eine traumatische Erfahrung gemacht hatte – es musste so sein, denn aus irgendwelchen Gründen hatte sie das fatale Zusammentreffen mit einem Entweihten überlebt. Wenn sie lebte, sich aber nicht an den Ausgang dieser letzten Begegnung mit den Dienern Zûls erinnern konnte, konnte dies nur eines bedeuten: ein Trauma. Die Erinnerung würde irgendwann vermutlich von alleine wiederkommen. Tanith legte im Moment allerdings keinen allzu großen Wert darauf.

Was sie noch wusste und woran sie sich noch erinnern konnte war der Entschluss, den ihre Gruppe in dem Behelfslager am Nigrantis gefasst hatte: die Wiederherstellung des geschändeten Heiligtums der Göttin. Dafür hatten sie sogar billigend in Kauf genommen, als Deserteure irgendwann einem Kriegsgericht gegenüber stehen zu müssen. Aber dazu war es nicht gekommen. Sie waren nicht einmal in die Nähe des Heiligtums gekommen. Alles, was sie gefunden hatten waren die kalten, blinden Augen eines Geblendeten.

Hatten andere aus ihrer Gruppe überlebt? Tanith wusste es nicht sicher. Als sie das erste Mal zu sich gekommen war, hatte sie in einer Höhle gelegen. Ihre Haut war klamm vom Schweiß, ihre Glieder zitterten und ihr Hals war so entsetzlich trocken gewesen. Sie fror, obwohl ihr ganzer Körper nassgeschwitzt war. Sie hatte versucht, sich aufzurichten und dabei einen dunklen Schemen gesehen, der auf sie zugekommen war. Aber Tanith fiel wieder in unruhigen Schlaf noch bevor die Person näher kommen konnte oder sie selbst erkannte, dass sie an einem Fieber litt. Als die Zauberin das zweite Mal erwachte, war das Fieber gebrochen und sie war alleine. Wer auch immer sie gepflegt hatte, hatte ihr spärliche Nahrung und einen Großteil ihrer Habe dagelassen, ihr Gold aber an sich genommen.

Das war schon vor Monaten gewesen, aber nach Taniths Zeitgefühl hätte es auch erst vor einer Woche gewesen sein können. Die Tage und Nächte glichen sich fast wie ein Ei dem anderen und in ihrem Kopf schmolzen sie zusammen zu einem zähen Brei aus belanglosen Erinnerungen um den sie sich nicht weiter scherte. Es hatte eine Weile gedauert, bis sie wieder zu Kräften gekommen war – zumindest bis sie wieder stark genug war, ihren Unterschlupf zu verlassen und sich mehr als nur ein paar Schritte davon fortzubewegen. Die Suche nach weiteren Überlebenden, anderen Menschen, führte sie in die Ruinen der nächstgelegenen großen Menschensiedlung: Patria.

Was sie fand war ein Namenloser oder vielmehr: der Namenlose fand Tanith.

Sie war unachtsam gewesen. Wirklich unachtsam und im Gedanken rügte sie sich selbst für ihre Dummheit. Aber was passiert war, war passiert. Der Ledermantel, den sie in den Ruinen gefunden hatte, war aus einem schrecklich auffälligen purpurroten Material gearbeitet, aber er war fast in einem Stück. Die Schäden, die er von der Vernichtung des Ladens, in dem man ihn zum Kauf angeboten haben musste, davongetragen hatte, würde sie leicht ausbessern können. Ein echter Glücksfund, denn Taniths eigener Umhang war schon lange nicht mehr wasserdicht. Also hatte sie einen kurzen Moment lang nicht aufgepasst und weiter in den Ruinen des Hauses nach nützlichen Dingen gesucht. Vielleicht eine neue Tunika die ihre eigene, zerrissene und blutige Leinentunika ersetzen konnte? Sie hatte wirklich nicht vor, viel Zeit in eine Ruine zu verbringen, die keine Außenwände mehr hatte, aber eine ordentliche neue Tunika oder eine Hose, das wäre gar nicht so verkehrt.

Tanith war nicht ganz klar, wie sie den abartigen Verwesungsgestank des Namenlosen nicht sofort wahrgenommen hatte. Immerhin hatte sie in dem Krieg mit Zûls Dienern ein Auge, nicht aber ihren Geruchssinn eingebüßt. Es gab wirklich keine Entschuldigung dafür, dass sie die Kreatur erst in dem Moment bemerkte, in dem diese wütend auf sie zu gewalzt kam.

“Allen Segen der Göttin mit dir. Kommst du, um mich zu begrüßen?“ fragte Tanith ruhig und sie fühlte die Magie in ihren Händen auflodern. Der Windstoß fühlte sich rau an und es mangelte ihm an jeglicher Finesse, die die Zauberin über die Jahre hinweg gelernt hatte, aber er erfüllte seinen Zweck. Der Zauber schleuderte den Namenlose einige Fuß weit weg und verschaffte Tanith damit genug Zeit die Ruine zu verlassen. Sie musste die Kreatur schnell ausschalten – Kampfgeräusche würden zwangsläufig die Kobolde anziehen, die durch die Ruinen streiften, sowie weitere Namenlose. Und wenn auch nur ein Entweihter in der Nähe war…

“Ich weiß deine Gastfreundschaft durchaus zu schätzen. Ich habe dir sogar ein kleines Geschenk mitgebracht.“

Taniths Stimme erklang kratzig und rau. Und noch während der Namenlose, von blinder Zerstörungswut getrieben, wieder auf die Beine kam und sich ihr wild und unzähmbar entgegenwarf, schoss der magische Blitz donnernd vom Himmel herab. Ein feines, dünnes Lächeln machte sich auf dem Gesicht der Zauberin breit.

“Na, gefällt es dir?“
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ruby » Sonntag 12. Mai 2013, 19:23

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis Ahavan bei ihr war. Ihr halbes Leben zog während dieser Zeitspanne an ihr vorbei. War es nun vorbei mit ihr? Sie traute sich immer noch nicht sich zu bewegen. Sie wollte die schmerzliche Wahrheit so weit wie nur möglich hinauszögern. Nicht auszudenken was das für ihre Karriere als Tänzerin bedeute. Sie spürte wie ihr Körper brannte. Die ganze Haut schien sich nach innen zu wölben.
Ruby war so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie nichts hörte und umso verdutzter war sie, als Ahavan sie plötzlich hochzog und über die Schulter warf. Schmerzen durchzuckten ihren Körper und sie biss sich auf die Zunge, dass sie Blut schmeckte, um ja nicht zu schreien. Sie landete in einer Ecke und hatte es Ahavan zu verdanken, dass sie es irgendwie schaffte auf den Beinen zu bleiben. Langsam wurde ihr auch klar, dass ihre Beine in Ordnung waren. Sie taten zwar weh, aber es war nichts gebrochen. Während Ahavan mit seiner Waffe beschäftigt war, begann Ruby langsam ihre Arme zu bewegen und ihren Körper abzutasten. Alles war dort wo es hingehörte und ihre Arme hatten außer einigen Prellungen nichts abbekommen. Da hatte sie wohl mehr als nur Glück gehabt! Vor lauter Erleichterung grinste sie und das tat sie noch als Ahavan sich schon wieder zu ihr umdrehte.

Nur zu gerne hätte sie sich von Ahavan weiter tragen lassen, aber nein, das war unmöglich. Ihr Grinsen driftete eine Sekunde in ein fieses Grinsen über, aber sie hatte sich schnell wieder gefangen. Bewegte alle Glieder noch einmal, auch um Ahavan zu beruhigen.
"Sieht alles heil aus! Tut zwar hier und da weh, aber ich schaffe es mit Sicherheit über den normalen Weg. Die Kanalisation hätte mir heute noch gefehlt." Der letzte Satz war mehr gemurmelt als laut gesagt und sie steckte sich wieder den Rock in den Gürtel und machte sich bereit. Sie konnte es gar nicht erwarten hier weg zu kommen! Sie zeigte Ahavan das sie fertig war und die beiden machten sich wieder auf den Weg. Ruby humpelte zwar, weil sie sich den Knöchel angehauen hatte, aber es ging. Sie musste halt nur ein bisschen langsamer machen.

Ahavan ging vor und suchte die Gegend ab, aber es war alles ruhig, also huschten sie um die Häuserecke und wieder um die nächste. Ein Unwetter schien aufzuziehen, denn ein Blitz erhellte kurz die Luft. Ruby legte noch einen Zahn zu und biss sich auf die Zähne. Ihre Zunge pochte schmerzhaft von dem Biss. Von nun ab konnten sie fast den gleichen Weg zurück gehen, den sie auch gekommen waren. Leise Geräusche drangen an ihr Ohr und es kam von hinten, was sie noch mehr antrieb. Nebenher kontrollierte sie ihren Beutel. Wie durch ein Wunder waren die kleinen Flaschen heil geblieben und auch den Kräutern war nichts passiert. Nur noch eine Straße trennte sie von dem Eingang zur Gilde.
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Tanith » Donnerstag 16. Mai 2013, 11:28

Der Namenlose wusste aus irgendwelchen Gründen das Lichtschauspiel des einschlagenden magischen Blitzes nicht zu schätzen - aber wer im Zentrum des Infernos steht kann es nicht gleichzeitig von außen bewundern.

"Sprachlos, was?" kommentierte Tanith die etwas schwerfällig wirkende Reaktion der Kreatur. Der Namenlose war etwas lädiert, vom Blitz angekokelt (er roch etwas übergar) und manchmal zuckend von sich entladenden Resten magischer Spannung, aber nicht kampfunfähig, geschweige denn besiegt. So viel Zeit und Energie wollte und konnte Tanith jetzt aber auch nicht in das wohlverdiente Ableben von Zûls Geschöpf investieren. Es reichte diesen so weit zu kriegen, dass er ihr nicht länger folgen konnte - und vielleicht ein Hindernis für die Kobolde darstellte. Tanith vertraute darauf, dass die Göttin ihr schon den rechten Weg weisen würde.

Die Kälte des Eises an ihren Fingerspitzen würde der Zauberin als Schwert und Schild dienen - allerdings nur im übertragendem Sinne. Die Eiskugel formte sich rapide, wenn auch ungleichmäßig und nicht in der Größe, die Tanith gewohnt war. Es war schwieriger den nötigen Druck aufzubauen und dabei fiel ihr auf, dass auch ihr magischer Blitz nicht so mächtig gewesen war wie vor dem Krieg. Ein Teil von ihr fragte sich, ob das wirklich nur mit ihrer allgemeinen Erschöpfung zusammenhing, wie sie bisher vermutet hatte aber sie schob die Gedanken bei Seite. Jetzt war dazu keine Zeit.

Mit einer ausladenden, schwungvollen Bewegung schleuderte Tanith die Eisbombe in die Richtung des Namenlosen wo sie in eine Vielzahl scharfer Eissplitter zerbarst. Die kristallklaren Splitter bohrten sich in das Fleisch der Kreatur und die Wucht, mit der die Eisbombe explodiert war, reichte aus um den Namenlosen noch etwas weiter nach hinten zu schieben. Weiter weg von Tanith - knapp 100 Fuß Distanz mussten für einen schnellen Sprint reichen

"Du sahst aus, als könntest du eine Abkühlung gut gebrauchen. Nun, ich muss dann auch weiter. Ich hoffe wir sehen uns nicht wieder. Gehab dich schlecht!"

Ein salopper Gruß über ihre Schulter und Tanith flog förmlich davon. Gut, sie kannte den Weg nicht und wenn man den Weg nicht kannte war es prinzipiell nicht besonders weise blind durch unbekannte Straßen zu rennen aber gerade hatte sie keine andere Wahl und sie zweifelte auch daran jemanden zu finden, der ihr eine ordentliche Wegbschreibung oder eine Karte geben konnte. Die Kobolde zu fragen wäre sowieso nutzlos gewesen.

Den leuchtend roten Ledermantel wie ein Banner hinter sich herziehend (keine besonders gute Idee, aber sie weigerte sich etwas zurückzulassen das sie tatsächlich brauchte) rannte sie weiter, vorbei an Ruinen, Schutt, sie überholte einen Mann und eine Frau und sah beide mit weit aufgerissenen Augen an, wobei nur eines von beiden - nämlich das Grüne - das Paar tatsächlich auch sah. Menschen?! In Patria? Für einen kurzen Moment starrte sie die beiden mit beinahe vorwurfsvoller Fassungslosigkeit an: sie waren wesentlich besser getarnt als Tanith. Dann besann sie sich wieder auf die herannahende Gefahr.

Die zwei waren eindeutig im Weg.

"Ich will nicht unhöflich sein, aber ihr solltet schleunigst zusehen dass ihr weg kommt. Hier wird es gleich ungemütlich," sagte sie mit atemloser, rauchiger Stimme und wies mit der linken - die noch immer den auffälligen Umhang hielt - in die Richtung aus der sie gekommen war und aus der ein gewisser Lärmpegel zu kommen schien.
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Dienstag 27. August 2013, 10:26

Ein erleichtertes Lächeln umspielte Ahavans Mund, als Rubinchen sagte, sie sei in Ordnung. Und tatsächlich war es auch da, weil er sich ein bisschen um sie gesorgt hatte. Ärgerliche Angewohnheit. Noch größer aber war seine Sorge gewesen, dass er durch ihre Verletzung eingeschränkt wäre und möglicherweise deshalb zu langsam aus Patria raus kommen würde. Oder schlimmer noch. Den Umweg durch den Wald der Lichter zu gehen. Er wusste, jede Augenblick an der Oberfläche bedeutete eine größere Gefahr entdeckt zu werden. Er mochte den Nervenkitzel, der das mit sich brachte. Aber für heute hatte er davon mehr als genug. Und daran war die rothaarige Priesterin nicht ganz unschuldig mit ihrer Ungeschicklichkeit.

Gemeinsam huschten sie durch die Straßen. Zunächst schien alles ruhig zu sein. In der Ferne war ein Blitz am Himmel zu sehen. Allerdings nur einmal. Komisch. Seltsamkeiten gab es in Patria dieser Tage allerdings zu Hauf. Deshalb bewertete er es nicht über. Zumal er noch weit genug weg schien. Als er um die nächste Häuserecke bog, vernahm er ein anderes Geräusch. Schon etwas näher. Es klang als würde etwas zerbersten. Das Geräusch kam ihm seltsam vertraut vor und berührte ihn unangenehm. Instinktiv versetzte ihn sein Körper in Alarmbereitschaft. Der Drang zu Fliehen wurde übermächtig. Dieses Geräusch war … war … Er durfte sich nicht ablenken lassen. Er warf dem Rubinchen einen prüfenden Blick zu. Ob sie mit dem Knöchel auch richtig rennen könnte? Er bezweifelte es doch stark. Für den Bruchteil eines Augenblickes schloss er die Augen und atmete tief durch. Nur nicht jetzt zum Ende hin in Panik verfallen! Vor allem würde das seinen Ruf als eiskaltes Arschloch ruinieren. Und dieser war in gewisser Weise seine Lebensversicherung. War doch egal, was das Geräusch war. Solange wie sie die Gilde vorher erreichten! Er huschte auf die Straße und zur nächsten Häuserecke. Noch eine Straße trennte sie vom Eingang der Gilde Und die Luft war rein. Er konnte den Eingang von Megaras Haus schon sehen. Doch von dieser Position aus, waren er und Rubinchen für einen längeren Moment ungeschützt, denn sie mussten einmal quer über die Straße. Er nickte ihr grimmig zu und eilte dann voran. Er ließ sie das Tempo vorgeben und behielt dabei die Umgebung im Auge. Sie waren noch 20 Schritte entfernt. Dann 15 ...14 …

Bei den Afterballen eines Gorsaks! Da kam etwas in einem Riesentempo auf sie zu. Und sie konnten keinen Schutz suchen. Etwas Rotes wehte hinter der Kreatur her, wie eine Fahne. Ahavan reagierte automatisch. Er schob Ruby mit einer bestimmten Handbewegung hinter sich, eine automatische Geste, über deren Ritterlichkeit er mal lieber nicht nachdachte. Die Mondklaue hatte er ja zum Glück bereits in der Hand. Aber er war im Nachtteil. Sie war eher eine Waffe des Schattens, wenn man nicht damit rechnete, dass er zuschlug. In einem direkten Zweikampf … nun man würde sehen. Er kniff die Augen zusammen. Blonde Haare, weibliche Formen … eine Frau? Er war sich nicht mal sicher, als sie vorbei rannte, mit weit aufgerissenen Augen zum Halten kam und ihn und Ruby anstarrte. Sie könnte auch etwas anderes sein. Er hatte Gerüchte gehört, dass die schlimmsten Diener dieses irren, alten Mannes so aussahen wie Menschen, nur keine Iris und keine Pupille mehr hatten. Ohadus nannte man sie. Und bei dieser Frau traf das zumindest für ein Auge zu. Wobei die Narbe vermuten ließ, dass es erblindet war, wie bei Einauge. Dennoch, er bewegte sich in eine für den Angriff günstigere Position. Da machte sie den Mund auf. Rauchig kam die Stimme da her und dunkel. Viel zu dunkel für ihre Erscheinung. Täuschung oder ein echter Mensch? Hmm … man sagte ja auch, dass die Ohadus nicht bluteten …

Mit einer blitzschnellen Bewegungen packte er Tanith und schnitt ihr in den Finger. Rote Blutstropfen krochen aus dem kleinen Schnitt hervor. Er atmete auf. “Ich musste sicher gehen.“ Er ließ die Blondine los und hob in einer Geste, die Harmlosigkeit symbolisieren sollte, die Arme. Dann lauschte er. Der Lärm kam stetig näher. Was hatte diese Frau nur angestellt? War sie wie eine Furie in ihrem roten Mantel durch die Stadt marschiert und hatte versucht den Namenlosen ihre Dienste als Konkubine anzubieten? Da musste eine ganze Horde von denen draußen unterwegs sein. Oder Kobolde. Oder schlimmeres. Er drehte sich zu ihr um, kramte in einer seiner Gürteltaschen und reichte ihr ein ziemlich sauberes Tuch. “Für den Schnitt, Hübsche,“ sagte er brüsk. Hübsch war sie sicher auch. Das Auge jedoch verlieh ihrem Gesicht etwas Unheimliches. Und diese Stimme. Singen würde sie damit sicher nicht. Die Narben erzählten ihm jedoch in Kürze eine Menge über sie. Sie war eine Überlebenskünstlerin. Wie das mit dem sich immer noch nähernden Tumult zusammenpasste, wusste er jedoch nicht. Und er wusste auch nicht, wie Ruby und er jetzt ungesehen in die Gilde kommen sollten. Er wusste schließlich nichts über die Blonde. Sie konnte alles sein, eine Spionin im Dienste Zûls zum Beispiel. Ihnen blieb nicht mehr viel Zeit. Er könnte sie umbringen, aber dabei verlor er wertvolle Sekunden. Der Kampflärm würde zudem mit Sicherheit auf sie aufmerksam machen. Er konnte sie auch nicht einfach mit in Megaras Keller nehmen. Sie könnte den Standort verraten und dann wären eine Menge mehr Menschen tot, als nur sie drei. Ihm blieb nur noch eins. Er warf Ruby ein weiteres Tuch zu. Dunkler in der Farbe und nicht ganz so sauber, wie das, was Tanith für ihren Finger bekommen hatte.

“Wenn du ruhig bleibst, kann ich dich an einen sicheren Ort bringen. Allerdings wird die Ruby dafür dir Augen verbinden.“ Sein Kommentar war eine Feststellung. “Oder aber du rennst weiter und lässt dich von den Namenlosen fangen und fressen. Deine Entscheidung. Nur brauch ich sie jetzt.“ Denn der Lärm war höchstens noch zwei Wegbiegungen entfernt. Und er hatte nicht vor mit dieser Frau hier draußen zu sterben. Wenn sie nicht schnell genug reagierte, konnte er sie schließlich immer noch bewusstlos schlagen. War doch immer wieder sinnvoll einen Plan B zu haben.
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ruby » Mittwoch 4. September 2013, 15:50

Was nun alles geschah, registrierte Ruby mit einer Mischung aus Ärgernis und Unverständnis. Wie aus heiterem Himmel stand plötzlich eine Frau vor ihnen. Sie wirkte gehetzt, was bei den herannahenden Geräuschen verständlich war. So ein dummes Ding! Sie hatte scheinbar ganz Patria mobilisiert. Ruby kam wieder der Blitz in die Sinne und sie musterte die Frau genauer. Sie trug Stoff und eine Waffe fand man an ihr nicht, was Rubys Verdacht untermauerte. Leider fragte Ahavan sie nicht, denn Ruby hätte die Frau mit einem Holz niedergestreckt und sich selbst in Sicherheit gebracht. Wer war sie schon? Niemand kannte sie. Klug war sie auch nicht, hässlich obendrein. Wozu sollte man sie gebrauchen? Eine Zauberin... Wäre Ruby noch die kleine Rotzgöre von früher, hätte sie der Zauberin vor die Füße gespuckt. Heute war sie sich dafür allerdings zu fein, somit rümpfte sie nur die Nase, fing das Tuch auf, das Ahavan ihr zuwarf und drehte es für Sekunden in den Händen. Die Zeit glitt ihnen aus den Händen und das Geräusch wurde lauter.

Letztendlich siegte ihr gesunder Menschenverstand und sie gab sich einen Ruck. Ohne weiter auf eine Antwort von der Frau zu warten, die sich in ihren Augen zu viel Zeit zum Antworten ließ, band sie ihr ziemlich grob das Tuch um den Kopf und die Augen. Sie zog so heftig, dass es für die Zauberin unmöglich war mit ihrem einen Auge noch etwas zu sehen, so eng musste das Tuch sitzen. "Wir haben keine Zeit für solche Höflicheiten. Entweder du setzt dich in Bewegung oder ich dreh dir den Hals um.", warf sie der Zauberin entgegen und wechselte die Position falls diese auf dumme Ideen kam. Hinter ihr stehend, gab sie der Frau einen sehr unsanften Schubser und dirigierte sie dann in die richtige Richtung. "Ich hoffe für dich das ist kein Fehler!", fauchte sie Ahavan an und ihre Augen funkelten. So schnell es mit der nicht sehenden Zauberin ging, überwanden sie noch die letzten paar Schritte und schließlich verschluckte sie das Haus, während draußen das Geräusch seinen Höhepunkt erreichte.

Ruby hatte keinerlei Interesse daran nachzuschauen was sich hinten ihnen tat. Sie stürzte mit der Frau an Ahavan vorbei zur Kellertreppe. "Stufen!", war das Einzige, was die Frau von ihr zu hören bekam, bevor Ruby sie zur Treppe drehte. Aus Angst die Frau könnte stürzen, legte Ruby ihren Arm um ihre Taille und zog sie mit sich. Nun warf sie doch einen Blick nach hinten, wo Ahavan blieb.
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Re: Patria [Wald der Lichter]

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Samstag 16. November 2013, 09:03

Ahavan schmunzelte unterdrückt, auch wenn es ein selten schlechter Zeitpunkt war, für so etwas wertvolle Sekunden zu verlieren. Das Rubinchen jedoch war gerade in seinem Ansehen gestiegen, hatte eine Art Prüfung bestanden, von der er selbst nichts gewusst hatte. Sie hatte gerade gezeigt aus welchem Holz sie gemacht war. Und die Härte in ihr gefiel ihm. Sie bedeutete, dass sie fähig war zu überleben, dass sie trotz ihres Aussehens, dass für ihn geradezu 'Jungfer in Nöten' schrie, irgendwo Stahl in sich hatte. Gut. Mit so jemandem konnte er arbeiten. Jederzeit wieder. Er folgte ihr in das Haus. Etwas langsamer als sie und die Einäugige. Denn er verwischte jede Spur ihres Hierseins. Auch wenn die Zeit knapp war, so war diese Maßnahme doch überlebenswichtig für den Rest der Gilde. Es nicht zu tun, wäre glatter Selbstmord. Entweder würden einen die einfallenden Horden Namenloser liquidieren oder aber die unterirdischen Bewohner würden das bereits vorher erledigen.

Leise schlich er in Megaras Keller hinab, beseitigte auch hier, Fußspuren, glättete den Staub, streute sogar noch ein bisschen Dreck aus einem Beutel in den Keller, so dass es aussah, als sei hier seit Ewigkeiten niemand mehr durch gekommen. Dann erst begab er sich zur Geheimtür. Ruby war schon dabei hindurchzugehen. Sie schleifte die Blonde für seinen Geschmack recht harsch hinter sich her. Das ließ ihn Schmunzeln. Ziemlich launisches, kleines Ding. Aber das war bei der Haarfarbe ja zu erwarten gewesen. Was die fremde Frau betraf, so war sich Ahavan selbst nicht sicher, ob er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Allerdings war sie unten innerhalb der Gilde viel leichter zu … entsorgen. Hier hoben hätte man ihre Leiche verstecken müssen und dabei wertvolle Zeit vergeudet. Einfach weil sie viel zu nah am Geheimgang umgekommen wäre. Aber unten in der Gilde, wenn man sie da tötete, hatte man sie auf viele fantasievolle Möglichkeiten, sich ihres Körpers zu entledigen, ohne dass auch nur der Verdacht aufkam, unter der Stadt könnten sich noch Menschen aufhalten.

Er nahm sich vor, sie erst mal selbst zu befragen, bevor er sie Damon aushändigte. Sein Verhältnis zum Prinzen war so schon kompliziert genug. Wenn er jetzt auch noch eine Fremde anschleppte, die sich als Gefahr herausstellte … Nein. Besser er fand das heraus, bevor Damon von ihr erfuhr. Die Frage war nur, würde das Rubinchen dicht halten? Er verschloss die Geheimtür hinter sich sorgfältig und wandte sich dann Ruby zu. Wie sollte er das anfangen, ihr Schweigen zu erkaufen? Hmmm … mal sehen, ob das überhaupt nötig war. “Hast dich da draußen ziemlich wacker geschlagen. Bin beeindruckt.“ Er nickte ihr knapp zu, ignorierte die Einäugige dabei aber keineswegs Er war auch bedacht, nichts zu verraten, was diese nicht wissen sollte. Auch wenn ihm die Frage nach dem Gesundheitszustand von Ruby abermals auf der Zunge brannte, so ließ er es deshalb auch bleiben, danach zu fragen. Nachher witterte die Fremde noch eine Chance zur Flucht.
“Komm, bringen wie sie erst mal in unser schönstes Gästezimmer und unterhalten uns dann.“

Er hoffte das Rubinchen wusste, was damit gemeint war. Denn er ließ sie abermals voran gehen. Aus irgendeinem Grund wollte er die Blonde nicht in seinem Rücken haben. Sie verursachte bei ihm eine Gänsehaut. Uns so hatte er sie einfach besser im Auge. Er hoffte also, dass das Rubinchen lange genug hier unten war, um zu wissen, dass es eine spezielle Räumlichkeit für ungebetene Gäste innerhalb der Quartiere der Streuner gab. Ein karger Raum, der massiv gebaut war und von Außen mit einem schweren Schloss versehen war. Ein Raum, der ziemlich abhörsicher war, und zudem keine Fluchtmöglichkeit bot außer die massive Tür, die doppelt und dreifach abgesichert war. Die Streuner waren schließlich nicht blöd. Sie hingen an ihrem Leben.

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weiter Quartiere der Streuner
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