Die Erzmine [Verbotenen Tal]

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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Omando » Mittwoch 18. September 2013, 10:55

Und schon wieder wurde Omando missverstanden. Er wollte doch nur Foxane abtasten, um sicher zu sein, dass sie noch alle Teile am richtigen Platz hatte. Genauso hatte das nämlich früher sein Ziehvater, der alte Druide, mit ihm als kleinen Jungen gemacht. Die Amazone aber stieß ihn brutal zur Seite. Das hatte er wirklich nicht verdient. Er schielte zu Kavita und Pero, die ebenfalls wohlauf waren. Die Amazone ging lachend zum Höhleneingang und wies ihm noch eine Aufgabe zu. Boah, das Schmirgeln.

Nun, da alles in Ordnung schien und nix passiert war, grinste er erleichtert. Er überlegte gerade, mit was er die Holzoberflächen abschmirgeln könnte, als plötzlich sowie unmittelbar ein dichter Nebel ihn umfing. Komisch? Das konnte er sich gar nicht erklären. Eben schien doch noch die Sonne? Nach dem ersten Schritt hielt er inne, denn er konnte nicht einmal mehr seine Fußspitzen sehen. So einen brutalen und plötzlichen Wetterumschwung hatte er noch nie erlebt. Und Omando kannte viele dieser Wetter-Kapriolen. Aber das hier?
Verdutzt blieb er stehen und wollte gerade rufen, da schnürte ihm etwas die Kehle zu. Das Atmen fiel ihm schwer. War etwa die Amazone zurück und würgte ihn? Gerade als er wieder nach Luft schnappen konnte und meinte etwas Licht zu sehen, kam die nächste Nebelwand und die Luft wurde bei jedem Atemzug dünner. Omando fuchtelte und ruderte hecktisch mit den Armen um sich. Er wollte wissen, ob da jemand bei ihm war. Nichts. Er sackte erschöpft auf die Knie, keuchte schwer und versuchte zu schreien. In seinem Kopf hörte er: Ton, mach doch was. Beim Barte des Druiden, was ist hier los?
Die Laute, die wirklich herauskamen, klangen eher wie das verzweifelte Schreien und Quieken eines verwundeten Tieres.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und der Ohnmacht nahe, bekam Omando wieder etwas Luft. Aber nur einen Atemzug oder gar einen halben. Der Nebel wurde noch dichter und unheimlicher. Blind und atemlos, im wahrsten Sinne des Wortes, krümmte sich der Waldläufer von links nach rechts. Er konnte weder denken noch schreien. Er wurde panisch und konnte gar nichts mehr. Dem Wahnsinn nahe, ergab sich der Körper dem Schicksal und sackte zur Seite.

In gekrümmter Stellung lag der Waldläufer am Boden. Ein schiefes Lächeln zeichnete sich auf seinem Gesicht ab.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Freismer » Samstag 21. September 2013, 21:22

Freismer brauchte einige Zeit bis er den Zwerg gefunden hatte. Seine Befürchtung, dass er wieder ein Fass Bier gefunden hatte, bestätigte sich nicht. Er war tatsächlich sehr vertieft in der Begutachtung einiger Metalle, die in einem alten Stollen lagen. Er schien regelrecht gestört von Freismers Anwesenheit, da er dadurch mit seiner Untersuchung innehalten musste. Mürrisch wies er auf einen Haufen, in dem Freismer dann auch den Draht fand, den er benötigte. Freismer murmelte noch ein Danke, was der Zwerg aber schon gar nicht mehr beachtete.

Als sich Freismer dem Minenausgang näherte, hörte er lautes Poltern und auch den Aufschrei von einer Frau. Er beschleunigte seine Schritte und griff nach seinem Speer, den er dort an die Wand gelehnt zurück gelassen hatte. Plötzlich kam etwas auf ihn zu, dass er im ersten Moment nicht genau erkennen konnte, weil das Licht von draußen ihn blendete. Aus einem Reflex heraus sprang er hoch und unter ihm rollte etwas vorbei, prallte mit lautem Krach gegen die Wand und bleib liegen. Jetzt erkannte er, dass es ein Baum war, der dort lag. Erstaunt zog er die Augenbrauen zusammen und lief nun schnell nach draußen, um nachzusehen ob alles in Ordnung sei. Dort wäre er fast mit der Amazone zusammen gestoßen, die etwas trug. Freismer war etwas verwirrt und nickte ihr nur kurz zu.

Draußen schien alles in Ordnung zu sein, es waren keine Feinde in Sicht, nur Omando lag in der Nähe des Höhleneingangs und röchelte. Er grinste schief und schien einer Ohmacht nahe. Freismer ließ den Speer fallen und rannte zu ihm, während er schon den Namen von Ayla rief. Er drehte den Waldläufer auf den Rücken und untersuchte ihn erstmal oberflächlich. Er wieß aber keine Wunden auf. Er schnappte nach Luft und nun war auch Ayla schon zur Stelle und übernahm alles weitere.
Nachdenklich richtete sich Freismer auf und sah sich um. "Was ist hier vorgefallen?", fragte er in die Runde.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Foxane » Dienstag 24. September 2013, 17:40

Es war gar nicht so leicht, das Feldbett durch den Eingang zu hieven. Doch Foxane schaffte es und wurde von der Dunkelheit der Höhle empfangen. Humbug! Ja genau dieses Wort spukte in ihrem Kopf. Noch bevor sie es aussprechen konnte, wäre sie fast mit Freismer zusammengestoßen. Sie wollte ihm etwas sagen, aber durch das Ausweichen kam sie ins Trudeln und musste sich und das Feldbett ausbalancieren. Das Holzstück war gegen die Wand geknallt und Freismer hatte die Höhle schon verlassen. Nun, er wird schon sehen, dass nichts - oder wie dieser Omando sagen würde - 'nix passiert‘ war. Schon wieder hallte es 'Humbug' und Foxane zischte: "Wenn du mir was sagen willst, dann leg los!"

Kopfschüttelnd ging sie weiter, bis sie die auserwählte Schlafnische entdeckte. Es war schon ziemlich gespenstisch so alleine hier. So sprach sie laut in der Hoffnung, dass da jemand war, zuhörte oder auch nicht: "Seht euch meine Kammer an. Sie wird perfekt." Jouren und der Zwerg müssten eigentlich hier irgendwo sein? Wahrscheinlich tiefer in der Mine. "Es wird Zeit, dass die Fackeln fertig werden," rief sie energisch. Ist doch wahr. Jouren geistert hier irgendwo herum. Ja und Kavita flirtet draußen herum.
Das Feldbett passte gut in die Ecke. Mit getrocknetem Gras darauf als Polsterung würde es saugemütlich sein. Foxane setzte sich darauf und blickte umher. Zum Ausgang war es nicht weit und etwas Licht drang sogar bis zu ihr. Wenn sie seitlich lag, konnte sie alles überblicken. Perfekt!

Die Amazone hatte sich lang gelegt. Jedes Mal in letzter Zeit, wenn sie sich hinlegte, wurden ihre Augenlider bleischwer und der Schlaf rief sehnsüchtig. Das war nicht normal!, dachte sie, während sie gegen das Einschlafen kämpfte. Es konnte nur eine logische Erklärung geben:
Die Sicherheit, wieder unter Ihresgleichen zu sein sowie die Vorfreude auf eine Zukunft!
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Kavita » Montag 30. September 2013, 22:31

Kavi hatte immer noch nicht ganz verstanden, was eigentlich passiert war, als Foxane schon herum polterte. Aha, anscheinend hatte Omando wieder irgendwas angestellt. Meine Güte, er meinte es ja nicht böse, aber er war wirklich schusselig. Und während die Amazone im einen Moment noch sauer zu sein schien, lachte sie im nächsten los. Genau wie bei Jouren kam Kavi nicht ganz mit, aber wenn sie da an ihre Schwester dachte, war es bei den Amazonen anscheinend normal.
Zum Glück war Pero ebenfalls nichts passiert. Er reagierte sehr beherrscht auf den Zwischenfall. Kavi strahlte. Ach, er war einfach toll, so gar nicht aggressiv. Ein ganz anderer Schlag Mann als sie es gewohnt war.
Gerade besah sie sich nachdenklich die Baumscheibe und überlegte, was sie damit jetzt tun sollte – denn zum Spaß hatte Omando sie ganz bestimmt nicht hergebracht – als Pero wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Er hatte sein Buch verloren!
„Was, das Buch?“, wiederholte sie und begann sofort, den Boden abzusuchen. Komisch, gerade hatte er es noch in der Hand gehabt. Der ärmste klang ganz aufgeregt. Aber sie konnte das gut verstehen, ihm lag offensichtlich etwas an den schönen Dingen. Nein, er war garantiert kein Krieger sondern ein wahrer Intellektueller. Doch kaum hatte sie sich nach vorne gebeugt, bekam sie eine Gänsehaut ohnegleichen.
„Was…?“, entfuhr es ihr und verwirrt zuckte sie zusammen, doch im gleichen Moment verkündete Pero, dass er das Buch wieder gefunden hatte.
Sie schüttelte den Kopf und richtete sich wieder auf.

„Schön, das freut mich wirklich.“, antwortete sie ihm und fühlte wirklich so. Abgesehen davon, dass sie es sehr schade gefunden hätte, wenn Pero etwas verloren hätte, was ihm wichtig war, hoffte sie, das Buch auch noch in die Finger zu kriegen. Zu gerne würde sie wieder etwas lesen. Das komische Gefühl, das sie gehabt hatte, war ebenso schnell verschwunden wie es gekommen war, trotzdem sah sie sich aufmerksam um. Es war kein Feind in der Nähe, soweit sie erkennen konnte. Zumindest sah nichts seltsamer aus als einige Momente zuvor. Alles war ruhig und friedlich. Um genau zu sein war alles zu ruhig, aber daran gewöhnte sie sich langsam.
Pero plauderte weiter und Kavi nickte zustimmend. Jetzt würde sie endlich von White Hall hören, sie war schon so gespannt! Sie bedeutete Pero, sich wieder auf den Baumstamm zu setzen, als im nächsten Moment schon wieder ein dumpfes Geräusch ertönte. Alarmiert riss Kavi den Kopf herum, aber diesmal waren es keine Baumstämme – stattdessen war Omando vor der Höhle zusammen gebrochen.
Ein paar Sekunden blieb sie verdattert stehen, dann stürzte sie auf ihn zu. Doch ein Feind? Bevor sie allerdings bei dem Waldläufer ankam, waren Freismer und Ayla schon zur Stelle und kümmerten sich um ihn.
„Keine Ahnung. Er ist einfach umgekippt. Ich weiß nicht, was mit ihm passiert ist. Pero und ich haben uns unterhalten.“, antwortete sie auf Freismers Frage, als sie sich schließlich ebenfalls neben den Höhleneingang stellte.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Pero » Mittwoch 9. Oktober 2013, 18:44

Peros Freude wurde etwas von dem Umstand gedämpft, dass Kavita nun ihrem Helfersyndrom nachging. Eigentlich hatte er sich das anders vorgestellt, am besten wäre gewesen sie hätte es erst gar nicht bemerkt, aber der Waldläufer machte selbst jetzt noch Geräusche, die einfach niemandem entgingen. Genervt rollte Pero mit den Augen. Vielleicht würde es das Beste sein, wenn er den Kerl ganz aus dem Weg räumte. Vielleicht sollte er alle bis auf die Zauberin töten? Einen Dämon beschwören, der ja nun augenscheinlich überhaupt nichts mit ihm zu tun hatte... Ach wäre es nur so einfach! So einen Dämon zu kontrollieren erforderte einiges an Geschick und Pero konnte nun wirklich nicht behaupten, dass er ein Meister darin war, wie andere Brandoris.
Somit blieb ihm für den Moment nur eins, mitansehen wie sich alle um den Waldläufer kümmerten. Er murmelte zwischendrin ein: "Ja, ja, unterhalten!", um Kavita in ihrer Erzählung zu bestätigen. Ja, wir haben wirklich keine Ahnung... Mit leicht triumphierendem Blick musterte er den am Boden Liegenden. Die Heilerin war auch zur Stelle und auch wenn sie einfachen Gemüts war, so erwies sie sich in ihrer Gabe als geschickt. Ein leichter Seufzer entfuhr Pero. Vielleicht sollte er es aufgeben der schönen Zauberin von White Hall zu berichten. Vielleicht war es ein Zeichen? Diese ganze Gruppe... ach zum Kathâr! Der Zwerg... Pero kam der rettende Gedanke und er schlenderte an den anderen vorbei in die Höhle. Er würde sich ganz sicherlich nicht neben den Waldläufer stellen und Mitleid heucheln.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Jouren » Mittwoch 9. Oktober 2013, 18:57

Es war zum Heulen! Jouren fand einfach nichts, mit dem sie sich hätte ein Bett bauen können. Sie war einfach zu dumm für diese Dinge, die sie nie interessiert hatten. Nur auf Anweisung hatte sie früher überhaupt eine Hand gehoben. Lärm am Höhleneingang erregte kurz ihre Aufmerksamkeit, aber eigentlich war es ihr egal was dort vor sich ging. Von ihr aus konnten die Kobolde wieder kommen und alle umbringen, dann hätte ihr Leid wenigstens ein Ende! Irgendwo im Inneren dieser verfluchten Mine höre man den Zwerg. Stimmen von draußen. Ein Röcheln. Wieder Stimmen. Naja, sie hatte doch eh nichts Besseres zu tun, als nachzusehen was los war. Ein bisschen Aufregung konnte nicht schaden und wenn es tatsächlich Feinde waren, konnte das eine passende Gelegenheit sein sich in den Freitod zu stürzen!

Im Licht des Tages konnte sie Freimer entdecken, die Zauberin. Ein Mann kam gerade die Höhle herein. Der Kleidung nach zu urteilen musste es Pero sein. Jouren ging schweigend an ihm vorüber, bis sie selbst im Tageslicht stand. Der Waldläufer lag mit einem sehr dümmlichen Grinsen auf dem Gesicht am Boden. Jouren verwunderte das nicht, sah man es doch dauernd auf seinem Gesicht. Ayla war mit ihm beschäftigt, also musste er sich weh getan haben? Aber man sah keine Wunde.
Also auch hier nichts Aufregendes. Jouren legte ihre Utensilien auf die Hölzer und entdeckte die Drähte. Das hieß nun wohl, dass sie Fackeln bauen konnte. Genervt blickte sie in die Runde. Es juckte ihr wieder in den Fingern und am liebsten hätte sie einen Blödsinn gemacht. Provokativ bleib sie mitten im Höhleneingang stehen, blickte auf Om und sagte laut: "Na! Was hat denn unser kleiner Süßer?"
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Omando » Freitag 11. Oktober 2013, 03:38

Zuerst hörte Omando von ganz weit her Stimmen, dann sah er wie durch einen Schleier und nach einer Weile wieder ganz klar. Bis er realisierte wo er war und was passiert war, dauerte noch eine Weile. Er blickte in das Gesicht von Ayla. Er spürte ihre warme Hand auf seiner Stirn.
Er holte mehrmals tief Luft. Noch etwas benommen setzte er sich auf. Die schöne Kavita und Freismer standen bei ihm. Und dann blickte er zu Jouren, die im Höhleneingang stand und ihn etwas fragte. Was? Hast du das gehört? Sie nennt mich ‚Süßer‘. Boah, die Maid mag mich doch.

Nach dem zweiten Räusper antwortete Omando mit rauer Stimme: "Die... dieser Nebel, der immer dichter wurde, hat mir glatt die Luft zum Atmen genommen. Ich dachte, dass ich ersticke. Erging es euch nicht so? Ich hatte das Gefühl, dass mich etwas würgte."

Nein, so etwas wie diesen Nebel hatte er noch nie erlebt. Und plötzlich quälten ihn Schuldgefühle. War dies eine Bestrafung für seine Torheiten? Sein Ziehvater hatte ihn immer eingeimpft, wenn er wieder einmal Dummheiten angerichtet hatte, dass der Waldgeist alles sieht und ihn bestrafen würde. Als Kind hatte er sich davon einschüchtern lassen. Aber als Jüngling war sein Glaube an die Göttin der Reinheit unerschütterlich. Vielleicht gab es diesen Waldgeist ja doch? Nein….oder? Omando war gespannt auf die Antworten der anderen.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Freismer » Dienstag 15. Oktober 2013, 18:34

Ayla machte ihre Sache wie immer gut und Omando kam zum Glück schon wieder zu sich. Die Erklärungen machten Freismer aber auch nicht schlauer. Kavita hatte gar nichts gesehen und Omando redete etwas von einem Nebel, wobei Freismer sich nicht sicher war, ob er auch schon wirklich bei Sinnen war. Er blickte sich um und konnte weder Nebel, noch einen Feind entdecken. Jouren war nun auch dazu gestoßen und wie immer gab sie einen bissigen Kommentar ab. Er entschied sich, es auf sich beruhen zu lassen. Tun konnte er sowieso nichts.

"Nein Omando, so wie es aussieht haben wir alle diesen Nebel nicht gesehen und sind davon auch nicht gewürgt worden. Ich habe leider keine Ahnung was das gewesen sein könnte. Geht es dir soweit wieder gut?", besorgt sah er zu dem Waldläufer hinunter und versuchte in seinen Augen etwas zu lesen. Omando machte einen besorgten Gesichtsausdruck. An Jouren gewandt, fiel sein Tonfall etwas tiefer aus. "Wolltest du nicht die Fackeln bauen, Jouren?" Neugierige Gafferinnen, die nur unnötige Kommentare abgaben, konnte er gerade gar nicht gebrauchen.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Kavita » Sonntag 20. Oktober 2013, 11:03

Kurz darauf kam auch Jouren hinzu, aber statt Mitleid mit dem armen Omando zu haben brachte sie nur einen Spruch. Kavita rollte mit den Augen. Also Empathie schien bei dem Mädchen irgendwie nicht ausgeprägt zu sein. Sie sagte allerdings nichts dazu, das übernahm schon Freismer in seiner gewohnt führenden, aber angenehmen unaufdringlichen Art. Stattdessen sah Kavi nachdenklich zu Omando. Was für ein Nebel, wovon sprach er?
„Nein, ich hab keinen Nebel gesehen.“, sagte sie, aber ihr fiel das komische Gefühl wieder ein, das sie gehabt hatte. Sie runzelte die Stirn.
„Pero, hast du eigentlich auch…“, wandte sie sich an den gutaussehenden Mann, nur um dann wieder zu stoppen. Er war gar nicht mehr da.
„Huch, wo ist er?“, fragte sie in die Runde, aber schüttelte dann den Kopf. Dann trat sie näher an Freismer heran, weil sie nicht wollte, dass die anderen das folgende hören könnten. Sie wusste ja selbst nicht, ob sie es sich jetzt eingebildet hatte oder nicht und sie wollte niemanden beunruhigen, ehe sie nicht Freismers Meinung gehört hatte.
„Freismer, hör mal, kurz bevor Omando zu röcheln anfing hab ich mich irgendwie…“, sie zögerte kurz und suchte nach dem richtigen Wort. „Naja, nicht wohl gefühlt. Ich musste richtig schaudern, aber ich hab es in dem Moment nicht ernst genommen. Aber was, wenn ein Feind in der Nähe ist? Nebel, der jemanden würgt, den aber sonst niemand sehen kann – das klingt doch irgendwie sehr sonderbar und sehr magisch. Und Omando ist wohl kaum ohne Grund umgefallen.“… auch wenn er ein bisschen spinnt, fügte sie in Gedanken dazu, äußerte es aber natürlich nicht laut.
Sie sah den Krieger fragend an. Gleichzeitig kam sie sich aber irgendwie wieder dumm vor, denn offensichtlich war ja kein Feind in der Nähe und davon, dass die Schattenkrieger sich unsichtbar machen konnte, hatte sie bisher zumindest noch nichts gehört. Und warum griffen sie dann ausgerechnet Omando an? Normalerweise schalteten sie zuerst jemanden aus, der ihnen gefährlich werden konnte und das konnte Omando wohl kaum. Um genau zu sein war sie die einzige von denen, die vor der Höhle standen, gewesen, die etwas hätte ausrichten können gegen Zûls Kreaturen. Also wenn hätte es sie treffen müssen und nicht den Waldläufer. Hm, vielleicht hatte Omando es sich doch eingebildet oder er wurde krank.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Foxane » Dienstag 22. Oktober 2013, 16:52

Ein Geräusch ließ die Amazone hochfahren. Hatte sie geschlafen? Ja. Den Speer einsatzbereit, sprang sie auf und erkannte sogleich den Fremden, diesen Pero, wie er tiefer in die Höhle ging.
"Das nächste Mal mach dich bemerkbar, wenn du hier herumschleichst", rief sie ihm nach. Ist doch wahr!

Foxane hörte Stimmengewirr und ging hinaus zu den anderen. Schnell wurde sie von Ayla aufgeklärt, was mit dem Waldläufer passiert war. Sie trat gerade rechtzeitig zu Kavita und Freismer als die Zauberin ihre Zustände und Empfindungen schilderte.
"Das klingt zwar sehr seltsam und doch wiederum nicht. Das sollten wir ernst nehmen. Halte deine Antennen wach, Kavita. Denn wie ich selbst erfahren und miterleben durfte, habt ihr Zauberinnen ein äußerst empfindsames Warnsystem. Entweder war und ist ein feindliches Wesen in der Nähe. Oder leidet Omando an Wahnvorstellungen und will mit Showsteller-Talenten glänzen? "

Das Zweite vermutete Foxane eher weniger. Hatte sie doch das Vergnügen fast den ganzen Tag mit diesem Burschen zuzubringen. Sie schätzte ihn zwar als unreifen Tollpatsch ein, aber nicht als Schauspieler. Sie wartete noch auf Freismers Kommentar und stellte schon mal vorsorglich ihre Entscheidung klar. Hier war etwas im Argen. Das fühlte auch sie.

"Also ich werde auf jeden Fall die nähere Umgebung ablaufen und mich für die erste Nachtwache melden."
Das war nur fair, denn sie hatte bereits einige Stunden verschlafen. Das zeigte der Sonnenstand.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Jouren » Sonntag 3. November 2013, 10:47

Der blöde Waldläufer, halb tot wie es aussah, sah ihr direkt in die Augen und krächzte wie ein Rabe. Jouren verzog kurz das Gesicht. Wie konnte er es nur wagen sie so anzusehen! Doch schon im nächsten Moment verzog sich ihr Gesicht zu einem Grinsen. Ein Nebel, der ihn gewürgt hatte. So ein Idiot! Sie biss sich auf die Zunge, dass sie nicht laut los lachte. Der junge Kerl hatte wohl ein starkes Aufmerksamkeitsdefizit, dass er zu solchen Mitteln greifen musste, aber eins musste man ihm lassen, er konnte gut schauspielern. Kurz darauf fuhr Freismer sie an und das Grinsen gefror ihr im Gesicht. Das war doch nicht glauben... der Waldläufer simulierte und sie bekam natürlich wieder einen auf den Deckel.

Ruppig nahm sie den Draht von Freismer entgegen und schnappte sich auch die Hölzer, die am Boden lagen. Sie setzte sich jedoch nicht an den Höhleneingang, sondern suchte sich einen Platz etwas abseits. Dann holte sie auch den Rest und setzte sich sich schließlich auf den Boden, um mit ihrer Arbeit zu beginnen. Sie kümmerte sich nicht mehr um die anderen, die ihr sowieso feindselig gegenüber traten. Sogar Ayla hatte den ganzen Tag Wichtigeres zu tun, als sich um sie zu kümmern. Aber das war nichts Neues für sie, nur eine Fortsetzung ihres Lebens im Drachenclan.

Jouren sortierte die Materialien vor sich und begann mit dem Bau der Fackeln. Sie vertiefte sich so sehr in die Arbeit, dass sie alles andere komplett ausblendete und es verschaffte ihr eine innere Ruhe, die sie schon seit Tagen nicht mehr gespürt hatte.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Omando » Sonntag 3. November 2013, 11:23

Da Ayla immer noch besorgt auf ihn blickte und die anderen um ihn herumstanden sowie vom Nebel angeblich nichts bekommen hatten, zweifelte Omando anfangs an sich selbst. Dann stand er breitbeinig und noch etwas wackelig da, stemmte die Hände in die Hüften und sagte trotzig: "Das habe ich mir nicht eingebildet. Es war so wie gesagt."

Jetzt wollte er alleine sein. Er ging zum nächsten Baum, setzte sich und fing an mit noch zittrigen Händen, sein Pfeifchen zu stopfen. Genau das brauchte er jetzt. In seinem Kopf rauschte es noch schwer und sein Körper fühlte sich schlapp an. Diesmal nahm er eine etwas größere Portion der Kräuter und weniger Tabak. Die Wirkung wird ihm helfen wie schon so oft. Sein Ziehvater hatte zwar immer geschimpft, wenn Om es mit den Kräutern übertrieb. Aber das schwebende Gefühl, das danach eintrat, war der Hammer. Das konnten nur junge Bursche so wie er genießen und verstehen.

Nach einigen Zügen grinste er und lehnte seinen Kopf an den Baumstamm. In einiger Entfernung sah er Jouren, die tief in ihre Arbeit versunken schien. Om freute sich auf die Fackeln. Das dauernde Schlafen auf hohen Bäumen und die Gefahr dabei wieder abzustürzen, gehörten ab heute der Vergangenheit an. Er, der Om, wird heute Nacht in einer Höhle mit lieben Gesellen nächtigen. Vergiss die garstigen Gesellinnen nicht, raunte der Ton hinterhältig. Om grinste noch breiter und schloss die Augen.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Freismer » Sonntag 3. November 2013, 14:39

Freismer hörte sich Kavitas und Foxanes Ausführungen an und runzelte die Stirn. Er war ratlos. Die Möglichkeit, dass Omando sich das eingebildet hatte war gleich Null, vor allem weil Kavita etwas gespürt hatte, was ganz klar auf Magie hindeutete. Im Krieg hatte er viel gesehen und erlebt, aber würgende Nebel? Nein, davon hatte er noch nie gehört. Die vergangenen Monate hatten ihn jedoch eines gelehrt: Alles war möglich! Hätte man ihm vor 2 Jahren gesagt, dass die Menschen fast ausgerottet werden und all seine Lieben sterben, wäre er in schallendes Gelächter ausgebrochen.
Foxanes Vorschlag sich in der Nähe umzusehen, quittierte er mit einem Nicken. "In Ordnung, nehme du die linke Seite, ich werde mich rechts umsehen und du Kavita bleibst hier und passt auf. Sollte etwas Verdächtiges passieren oder es sogar zu einem Angriff kommen, nimm dies hier.. " Freismer reichte Kavita ein kleines Horn, dass er noch vom Krieg her bei sich trug. Ein jeder Führer einer Gruppe hatte so ein Horn besessen. Erfolgte ein Angriff, blies man es und alle anderen rundherum waren gewarnt. Nun wandte er sich an Ayla und sah sie sorgenvoll an. "Achte auf dich und sei auch du auf der Hut." Er warf Kavita noch einen Blick zu, der ihr ganz klar sagte, auch auf Ayla aufzupassen, dann packte er seinen Speer und marschierte nach rechts.

Er lief nicht nur seine Seite ab, sondern suchte auch sehr aufmerksam den Boden ab. Schon im Clan war er mit den Waldläufern oft auf der Jagd gewesen und auch im Krieg hatte es sich bewährt Vorsicht walten zu lassen. Wenn jemand hier gewesen war, dann würde er auch Spuren hinterlassen haben! Doch er konnte nichts entdecken. Es gab einige Fußspüren, aber es waren Frauenfüße und Freismer nahm an, dass es von den Frauen am Morgen stammte, als sie zur Wasserstelle gegangen waren. Die Wasserstelle! Ein guter Ort, auch für einen Feind. Als er schließlich Gorsakabdrücke sah, war er sich ganz sicher, dass dies keine fremden Spuren waren. Er ging jedoch weiter bis zur Wasserstelle und fand auch dort nichts, wie erwartet. Danach zog er noch einen kleinen Bogen und kehrte schließlich ins Lager zurück.
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern: "Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!" Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Foxane » Montag 4. November 2013, 17:51

Auch Foxane kehrte zurück. Sie hatte ebenfalls nichts entdecken können. Aber sie nutzte das Umherstreifen und wurde fündig. Die jungen Triebe eines Strauches erinnerten sie, nein, da war sie sich sicher, an den köstlichsten Salat in der Taverne. Sie zerrieb ein Blatt und steckte es in den Mund. Jawohl, mit etwas Kräutern oder in Wasser gekocht, wird das ein gutes Mahl. Alle zarten Triebe landeten als dickes Bündel über ihre Schulter.

Als sie auf dem Baum zuging, wo Omando lehnte, fing dieser an zu jammern. "Was ist jetzt schon wieder los?" Sie erkannte das Problem und musste lachen. Der Waldläufer hing mit seinem Hinterkopf oder vielmehr mit den Haaren fest am Baumstamm. Foxane untersuchte es sofort. "Tja, mein lieber, da hast du dir die dümmste Stelle zum Ruhen ausgesucht." Der Baum hatte an dieser Stelle sehr tiefe Furchen in der Rinde, die zudem noch mit klebrigem Harz gefüllt waren. Foxane zog entschlossen ihr Messer. "Tut mir leid, aber da hilft nur ein Kahlschlag." Sie säbelte jede Haarsträhne ab, die sich nicht herausziehen ließ. Am Ende hatte sie dem Jungen einen Kurzhaarschnitt verpasst. Doch er jammerte nicht und sagte, dass er schon immer kurze Haare haben wollte. Na, dann passt es doch.
Sie legte die jungen Triebe neben der Geweihten und Kavita ab und rief auch den Waldläufer. Sie fragte, ob das essbar sei und wer von ihnen das zubereiten könnte. Dann ging sie zu Freismer.

"Freismer, ich mach mir Sorgen um unsere Verpflegung. Schau dir Jouren an. Sie ist mehr als nur unterernährt. Das Mädchen weist eindeutige Mangelerscheinungen auf und Ayla gefällt mir auch nicht. Wir brauchen tierisches Eiweiß zum Überleben. Was hälst du davon, wenn zwei von uns zum Torrentis oder zum Torra-See aufbrechen? Ich schätze, dass es ca. zwei Tagesmärsche dauern wird. Die Fischbrut war schon immer zäh."
Sie tippte eher auf den Torra-See, denn er war sehr tief. Eine Schutzzone für allerlei Wasserbewohner.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Kavita » Sonntag 10. November 2013, 12:31

Foxane, die mittlerweile hinzugetreten war, und Freismer fanden ihre Vermutungen überhaupt nicht lächerlich, zum Glück. Sie nahmen sie sogar sehr ernst und kurz darauf stand Kavi schon alleine vor der Höhle, um alles im Auge zu behalten. Meine Güte, jetzt stand sie hier und sollte auf alle aufpassen! Früher hatte man ihr nie dergleichen zugetraut und wenn sie ehrlich war, war sie auch ein bisschen überfordert und hatte auch Angst, irgendetwas falsch zu machen. Aber da würde sie schon noch hinheinwachsen.
Stolz betrachtete sie das Horn, das Freismer ihr gegeben hatte. Sie wusste, dass die Gruppenführer immer solche Hörner getragen hatten, um im Falle eines Angriffs schnell Hilfe rufen zu können.
Während Foxanes und Freismers Abwesenheit beobachtete sie angespannt die Umgebung, aber es geschah nichts weiter. Omando hatte sich mittlerweile mit Kraut abgeschossen und Jouren war offenbar beleidigt, bastelte aber eifrig an den Fackeln.
Kurz darauf kehrten die beiden zurück und hatten offenbar nichts verdächtiges festgestellt. Zu seltsam, Kavi war sich ganz sicher, dass hier irgendetwas nichts stimmte, aber dann konnten sie im Moment wohl nicht mehr tun als abzuwarten.
Kurzerhand verpasste Foxane Omando noch einen Kurzhaarschnitt. Kavi kommentierte das ganze lieber nicht, schob ihre eigenen Haare aber aus Reflex unter ihren Umhang. Also sie würde kein einziges davon hergeben, niemals, und jetzt noch mehr aufpassen, dass sie sich nirgendwo verhangen würde. Dass diese Amazonen auch immer so radikal sein mussten, das hätte man bestimmt auch anders lösen können. Aber Omando schien nicht unglücklich zu sein.
Auf den Foxanes Vorschlag hin runzelte sie die Stirn.
„Ich weiß nicht, Foxane. Ich würde ziemlich viel für einen frischen Fisch geben, aber wir sind schon wieder so wenige. Korgal und Kendra sind auch unterwegs und ich hab Angst, dass wir uns nicht wieder finden. Am sichersten sind wir doch, wenn wir zusammen sind, oder? Und wen würdest du mitnehmen wollen zum See?“, überlegte sie laut, auch wenn sie eigentlich gar nicht gefragt worden war. Wobei, sicher waren sie eigentlich nirgendwo.
Dann kam ihr noch eine Idee.
„Achso, aber wenn wir reiten würden, würde es schneller gehen, oder?“
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Jouren » Dienstag 12. November 2013, 13:56

Ihre erste Fackel war ein jämmerliches Ding! Schief und krumm. Die Zweite wurde schon besser und bei der Dritten endlich war Jouren mit der Arbeit zufrieden. Sie hatte sich alles ein bisschen einfacher vorgestellt. Die Materialien waren nicht gerade willig sich ihren Fingern zu beugen und der Draht war auch sehr hart. Ihre Finger schmerzten und an verschiedenen Stellen, hatte sie sich die Haut verletzt. Aber sie wollte nicht aufgeben, nein sie würde weiterhin ihre Arbeit hier erledigen, sie wollte zeigen, dass sie auch zu etwas imstande war! Sie konnte zwar keinen Dolch sicher führen, aber sie war eine Frau, die sich um das Heim kümmerte... jedenfalls solange bis sie die Dolchkunst beherrschte. Sie hatte sich fest vorgenommen am heutigen Tag noch mal zu üben was Foxane ihr beigebracht hatte. Irgendwo versteckt, wo Foxane sie nicht sehen konnte!

Sie bemerkte gar nicht wie Foxane und Freismer auf Erkundung gingen und Kavite allein zurück blieb. Sie sah auch Omando nicht, der sich den Kopf wegrauchte. Nicht einmal der beissende Geruch des Krautes stieg ließ sie aufblicken. Den leicht nebligen Kopf führte sie auf die anstrengende Arbeit zurück. Doch dann, ganz plöztlich musste sie zu kichern anfangen. Die Fackel in ihrer Hand sah zum totlachen aus! Das leise Gegluckse wurde lauter und lauter, bis sie schließlich so laut und heftig lachte, dass sie sich den Bauch festhalten musste. Sie konnte nicht mehr aufhören, ein jeder Gedanke in ihrem Kopf bekam einen komischen Zug und verschlimmerte ihre Lage nur noch. Die Fackel glitt aus ihrer rechten Hand, mit der sie sich nun ebenfalls den Bauch hielt.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Omando » Mittwoch 13. November 2013, 16:07

Als Omando ausreichend am Stamm geruht hatte, wollte er aufstehen. Doch es ging nicht. Irgendetwas hielt ihn am Kopf fest. Leichte Panik stieg in ihm hoch aber er sah keinen Nebel. Er wollte schon nach den anderen rufen, da stand Foxane schon neben ihm und grinste. Die Amazone zog ihr Messer, säbelte an seinen Haaren herum und beruhigte ihn. "Ach nur Harz, was soll’s." Schnell zog er eine Spiegelscherbe aus seinem Beutel und begutachtete seine neue Frisur. Es sah ja ganz passabel aus, aber irgendwie ließ es ihn noch jünger wirken.

Dann sah er zu Jouren rüber, die anfing zu lachen. Die lacht doch nicht über mich?, dachte Om entsetzt. Sieht mein Haar so komisch aus? Eingeschnappt rief er zu ihr und ging näher heran: "Deine Haare sind kein Deut länger als meine und meine sind wenigstens voller." Aber Jouren hörte nicht auf zu lachen und steigerte sich bis zum Lachkrampf. Da Omando merkte, dass sie ihn gar nicht anschaute, kombinierte er, dass es etwas mit den Fackeln zu tun haben könnte. Er ging noch näher heran und blickte auf zwei nicht ganz gelungene aber auf eine fast perfekte Fackel.
"He, die eine hast du aber gut hingekriegt. Und weißt du, wenn du so lachst, dann siehst du ziemlich schön aus."

Entzückt blieb er stehen, sah ihr beim Lachen zu, das ihn glatt ansteckte. Nun musste auch er lachen und bekam sich kaum noch ein.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Freismer » Montag 25. November 2013, 00:42

Kaum wieder zurück gekommen, nahm Foxane ihn gleich in Beschlag und unterbreitete ihm einen Vorschlag. Noch während sie sprach, schüttelte er schon den Kopf. Doch bevor er etwas sagen konnte, antworte ihr Kavita schon und sprach genau das aus, was er auch dachte. "Kavita hat völlig recht! Nichts lieber als das Foxane. Ich wäre der Letzte, der nicht wollte, dass Jouren oder Ayla frisches Fleisch im Teller hätten, aber wir sind schon so wenige, wir können es uns nicht leisten noch kleiner zu werden. Gerade jetzt nach diesem seltsamen Angriff auf Omando. Wir wissen nicht was es war und vielleicht sind Ohadus in der Nähe und treiben ihre Spiele mit uns. Es ist mir einfach zu riskant! Auch mit dem Gorsak...", warf er schnell ein, bevor Kavita diesen Gedanken noch weiter verfolgte, "Selbst mit dem Gorsak wären wir zu lange unterwegs. Es tut mir wirklich sehr leid." Und das tat es wirklich! Ein jeder von ihnen könnte etwas Festes zum essen brauchen, sie alle zeigten Mangelerscheinungen.

Seine Gedanken wurden unterbrochen, als er Jouren lachen hörte und ihr Lachen wurde immer lautet. Er drehte sich um und sah sie bei ihren Fackeln sitzen. Es gab keinen offensichtlichen Grund, warum sie so lachte, aber Freismer gefiel es. Es war ein hellen klares Lachen und es erfreute sein Herz endlich jemanden lachen zu hören. Mit einem Grinsen auf dem Gesicht drehte er sich wieder zu den beiden Frauen um.

"Lasst uns einfach das Beste aus der Situation machen und morgen früh gehen wir auf die Pirsch. Vielleicht ist die Göttin mit uns und wir finden etwas!" Natürlich war das mehr als nur naiv, aber wenn die Hoffnung starb, was blieb ihnen dann noch?
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern: "Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!" Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Foxane » Freitag 29. November 2013, 17:03

Natürlich sprach Freismer das aus, was Tatsache war. Sie waren eben zu wenig. "Ja, du sprichst Wahres, Freismer. Wir alle haben bis jetzt überlebt und werden es auch weiterhin." Dann zwinkerte sie zu Kavita: "Klar hätte ich dich ausgewählt. Du bekommst schon noch die Gelegenheit irgendwann auf dem Gorsak zu reiten."

Foxane wurde zuerst von Jourens Gelächter abgelenkt. Etwas Später stimmte auch noch Omando mit ein. Es wunderte sie zwar, aber es freute sie auch.

Ach ja, ihre Nahrungsbeschaffungsidee kam wohl aus dem Überschuss des plötzlichen Stillstands. War sie doch die letzten Monate die ganze Zeit auf Achse gewesen und stets ruhelos umhergezogen. Sich von heute auf morgen an ein festes Zuhause gewöhnen, fiel ihr noch schwer. Die Aussicht auf eine Jagd klang verlockend, aber sie schätzte den Erfolg eher als gering ein. Immerhin hatten sie etwas geplant und darum ging es ja schließlich.

Sie drehte sich zu beiden Lachenden um und grinste. Dieser Junge ging immer näher auf Jouren zu und sagte auch etwas zu ihr. Da Foxane glaubte Jouren einigermaßen einschätzen zu können, klingelten plötzlich alle Alarmglocken in ihrem Kopf. Das könnte so ausgehen, wie noch vor Kurzem mit Korgal? Dieser wurde von der Kleinen von einer auf die andere Sekunde ohne ersichtlichen Grund attackiert. So ging Foxane ein paar Schritte auf die Jugend zu und rief laut: "Omando, du Faulpelz, komm gefälligst her und kümmere dich um die Baumstämme. Sofort!" Foxane ließ die beiden nicht aus den Augen.

Aber sie sah auch alle Anwesenden, wie sie heute alle gemeinsam am Tisch, wenn er fertig war oder einfach in einer lockeren Runde beisammen sitzen würden.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.....
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Jouren » Samstag 30. November 2013, 14:36

Zu Beginn hörte Jouren Oms Worte gar nicht. Ihr eigenes Lachen war so laut, dass es alles übertönte! Als der Mann jedoch neben ihr stand, war er weder zu übersehen, noch zu überhören. Jouren nahm jedoch an sich verhört zu haben... Ihr Lachkrampf wurde auch unterbrochen, aber sie musste immer noch weiter glucksen. Sie wusste nicht ob es wegen ihrem schmerzenden Zwerchfell war oder eine Art Schnappatmung! Sie blickte zu Om auf und sah in seine Augen. Das Verlangen ihm eine Fackel über den Kopf zu ziehen war SEHR groß, aber dann hörte sie Foxanes Stimme, mit der sie es sich an diesem Tag sowieso schon verdroben hatte. Noch mehr Groll wollte sie nicht auf sich ziehen. Und das musste sie wohl auch nicht, weil Foxane Om von ihr wegholte.
Jouren spürte ein flaues Gefühl in der Bauchgegend, das jetzt, wo sie es bemerkte, immer schmerzhafter wurde, bis ihr Bauch ein Grollen von sich gab, dass man noch Tagesmärsche von hier hören musste! Sie hatte Hunger!

Jouren quälte sich auf die Beine, stolperte fast noch gegen Om und torkelte Richtung Eingang der Mine, während sie dabei etwas sagte wie: "Essen, ich brauch Essen. Wo ist das Trockenfleisch?" Sie ging an den anderen vorbei und merkte gar nicht wie Freismer ihr folgte und sie sogar unterhackte, damit sie nicht stolperte. Auf wundersame Weise landete Trockenfleisch in ihrer Hand und Jouren begann gierig wie ein Tier das Fleisch zu essen. Der Rucksack mit dem Trockenfleisch stand vor ihr und sie langte noch einmal zu und noch einmal. Ein wohliges warmes Gefühl breitete sich in ihrem Bauch aus und mit einem lauten Rölpser, der einem Zwerg würdig gewesen wäre, beendete sie ihr Mahl. Mit einem seligen Lächeln lehnte sie sich zurück gegen die Wand und starrte auf die gegenüberliegenden Felsen. Es mussten magische Felsen sein, denn aus dem Gestein lösten sich kleine Körper...
"Grabul?"
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