Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Tauche ein in die Welt von Aurorae!

Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Omando » Donnerstag 18. April 2013, 20:58

Solange die Kräuter-Tabak-Spezialmischung wirkte, kam Om inklusive dem quasselnden Ton gut voran. Tapfer hältst du das durch und brav. Doch du schaukelst uns ganz schön durch die Gegend. Mach mal langsam. Sei wachsam, tönte der Bariton Ton. Er hatte recht, denn der Waldläufer vernahm Stimmen. Da er ein übergutes Gehör besaß, ein Geschenk der Natur, blieb er stehen und spitzte die Ohren. Klar, die waren bei der Erzmine. Om kannte die Umgebung der Mine recht gut. Dort wuchsen seltene Kräuter, vor allem auch Tabakpflanzen und Tiere traf er dort immer an. Zum Jagen war es immer ein Vergnügen. Dort hatte er schon so manches großes Getier erlegt. In der Mine war er höchstens zweimal in seinem Leben gewesen. Er hielt es aber nie lange aus. Eingesperrt zu sein, von engen Mauern umgeben und die Dunkelheit machten ihn damals wuschelig im Kopf. Nö, da gehen wir nicht mehr hinein.

Vorsichtig lugte er hinter dem Baum vor der Biegung hervor. Da! Siehst du das, Ton? Menschen! Sie gab es wirklich noch und das gleich so viele auf einen Haufen. Sein Fuß schmerzte wieder höllisch. Er musste schnell handeln, bevor er gar nicht mehr gehen oder klettern konnte. Er schlich so leise wie möglich und das beherrschte er gut, einen großzügigen Bogen um den Bereich der Mine. Den perfekten Baum fand er schnell und erklomm ihn mit zusammengebissenen Zähnen. Schmerzen ertragen, schleichen und klettern wie eine Feder. Das kann kein zweiter wie Om. In der ausladenden Krone des Baumes, er hatte die perfekte Höhe und den passenden Abstand, suchte er eine stabile Astgabelung. Den Wasserschlauch band er fest am Ast und alles, was runterfallen könnte. Hoho, vor allem musst du uns selbst gut sichern, kicherte Ton. Der nun wieder. Schnauze. Will jetzt endlich die Menschen betrachten und hören, was sie so sagen. Du gieriger Spanner! Halt den Mund. In diesen Zeiten muss man mit allem rechnen. Was ist, wenn die da unten verwandelte Monster sind? Ha, da sagst du nichts. Du Dummbeutel. Ruhe jetzt!

Was haben wir denn da? Ton, so viele schöne Maids! Eine Schönheit stand neben einem Zwerg. Die nächste, eine sehr hellhaarige und bezaubernde Blüte, stand neben dem Mineneingang. Boahhh und dann ein Rasseweib von einer Amazone gleich daneben. Gut und stark sah sie aus. Om erkannte mit seinen Adleraugen, dass diese Schönheit ein wenig zu alt für ihn war. Obwohl, wie sprach sein Ziehvater? "Halt dich an die erfahrenen Frauen, die können dir was beibringen." Aber was sollte man IHM beibringen? Er konnte doch alles und fast ganz allein. Angeber! Ruhe.

Dann fiel ihm die Kinnlade runter und er sabberte leicht. Was, wer war da neben der Amazone? Beim Barte des Druiden, eine Wucht von einer Maid. Genau von so einer träumte er öfters. Om konnte seine Augen nicht von der kleinen jungen gar zarten Frau lassen. Flüsternd wollte er gerade Ton anstupsen, doch sein Ellbogen stieß ins Leere. Fall bloß nicht runter. Guck woanders hin. Das machte er. Was haben wir noch: Ein fein gekleideter Mann. Hm, er könnte ein reicher Händler sein? Und was sahen seine begeisterten Augen denn da? Ein GORSAK-Tier! Nein, das nenn ich noch mehr als Glück. Weißt du, ich kenn ein prima Rezept für Gorsak-Allerlei. Ich sag dir Ton, das Fleisch zergeht dir auf der Zunge. Schon wieder musste er viel Speichel schlucken. Mann, was war das aufregend!
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Ayla » Freitag 19. April 2013, 10:28

Es war zu viel, zu viele Eindrücke und Geschehnisse zu gleich. Eine Gruppe drang gleich in die Höhle vor und erkundete diese. Seltsame Geräusche drangen daraus hervor und Ayla lauschte immer hinein. Sie bangte um Freismer und auch um die anderen. Was war da los? Im Moment schienen sie alles da drinnen im Griff zu haben, aber die Geweihte war sichtlich unruhig. Immer wieder blickte sie zu dem großen klaffenden Loch, welches weiter hinten in gänzliche Schwärze überging. Zudem plapperte dieser junge Kerl. Vermutlich war es sogar interessant, aber Ayla konnte sich nicht recht konzentrieren. Was ihr jedoch nicht entgangen war, sein anfängliches charmantes Lächeln. Der Heilerin war es eiskalt über den Rücken gelaufen. Hatte er sie nicht richtig angesehen? Sie war hässlich! Zumindest hatte sie doch nun wirklich alles dafür getan. Ihre Gedanken sprangen wie beim Ballspiel zu den Geräuschen der Höhle und den damit verbundenen Überlegungen, ob alles in Ordnung war und ihrem Erscheinungsbild. Nie wieder wollte sie Männer verführen und sie eiskalt berechnend ausnutzen. Um ja nicht in ihr altes Verhaltensmuster zu verfallen, hatte sie sich in diese Lumpen gehüllt, ihre Haare achfahl gefärbt und kaum noch gepflegt. In den Monaten der Wildnis hatten sie sich verfilzt. Ein Kamm hatte hier keine Chance mehr. Manchmal musste sie ganze Strähnen herausschneiden, weil es zu schmerzhaft an der Kopfhaut ziepte. Was sollte sie denn noch tun, um unbeachtet in der Männerwelt zu bleiben?
Es wurde ruhiger in der Höhle, gleichzeitig verschwand Jouren und rannte zu der Amazone. Jetzt stand sie allein. Sie rang sich dem Neuling ein Nicken ab. Vermutlich war er ja auch nur einfach neu und versuchte hier Anschluss zu finden und nett zu sein. Vermutlich reagierte sie über. Dann sah sie voller Ungeduld zu der Amazone.
"Sollten wir nicht nachsehen, wo sie sind und ob alles in Ordnung ist?"
Sie ertrug diese Ungewissheit nicht mehr. Nicht mehr lang und sie würde auch allein gehen.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Kavita » Freitag 19. April 2013, 11:25

Bevor sie in die Höhle gingen, drehte Korgal ihr noch seine Fackel an. Kavi war ein bisschen geknickt. In dem Moment fühlte sie sich ihrem Element so verbunden, dass sie die Flamme lieber selbst getragen hätte, aber natürlich hatte der Krieger recht. Sie wollte nicht töricht sein und es war viel besser, ihre Kräfte zu schonen. Daher bedankte sie sich und zündete die Fackel an. Foxane gab ihnen noch ein paar hilfreiche Erklärungen zur Mine und dann traten sie ein. Während Freismer links lief, ging Korgal rechts und Kavi blieb dicht hinter dem großen Krieger. Sein breiter Rücken kam ihr wie ein lebendes Schutzschild vor und so fühlte sie sich trotz aller Ungewissheit relativ sicher. Doch als sie zur Sackgasse kamen, zeigte sich plötzlich, was in der Höhle verborgen gewesen war: Grottenschrate und Kobolde! Im ersten Moment erschrak Kavi so sehr, dass sie zwei Schritte zurücksprang und die Fackel fallen ließ. Freismer begann sofort sehr souverän mit der Verteidigung und Kavi riss sich zusammen. Sie nutzt den Schreck zum Angriff und was eigentlich ein Feuerstrahl hätte werden soll, wurde um einiges größer und sie ließ tatsächlich einen Feuerball los. Glücklicherweise hatte sie gut gezielt. Im gleichen Moment mischte Korgal sich ein und er machte ihr ein bisschen Angst. Offensichtlich war er wirklich ein Krieger durch und durch. Sie drängte die unguten Gefühle zurück und konzentrierte sich nur darauf, den beiden Männern aus der Entfernung beizustehen. Auf Freismer sprang einer der verletzten Kobolde zu und so zielte Kavi auf ihn. Sie erwischte ihn mit voller Wucht und dann war das ganze auch schon vorbei. Etwas peinlich berührt hob sie die Fackel wieder auf, aber vermutlich hatte es für die anderen so ausgesehen, als hätte sie sich absichtlich hingelegt um die Hände frei zu haben.

Sie sicherten den Rest der Mine – es kam noch ein Feuerball zum Einsatz – und stellten fest, dass sie sonst glücklicherweise unbewohnt war. Damit war ihre Erkundung abgeschlossen und sie machten sich wieder auf den Weg zu den anderen.

„Ja, ich weiß auch nicht, ob ich so tief nochmal hineinmöchte. Vielleicht können wir die Sackgasse als Unterschlupf nehmen, wenn jemand reinkommt, sehen wir ihn dann gleich.“ Vorher könnten sie vielleicht die toten Körper der Angreifer wegschaffen. Die würden das unglaublich gemütliche Gesamtbild eher beeinträchtigen.

Kavi wusste nicht genau, wie sie sich fühlte. Wenn sie ehrlich war, fühlte sie sich in der Mine eher unwohl im Gegensatz zu der kleinen Höhle, in der sie vergangene Nacht geschlafen hatten und es graute ihr ein bisschen davor, sich hier häuslich einzurichten. Außerdem hätte der kleine Kampf gerade sie eher erschrecken müssen, aber gleichzeitig fühlte sie sich so gut wie lange nicht mehr. Sie hatte die Verbindung zu ihrem Element eindeutig wieder gefestigt und ihr Gesicht glühte richtig vor Aufregung und der Wärme des Feuers. Auch fühlte sie sich irgendwie wichtig, weil Freismer ihr so viel zugetraut hatte und sie war neugierig auf den Fremden, der vor der Höhle saß, gleichzeitig kam sie sich jedoch dumm vor. Natürlich wusste sie, dass die ganze Situation sehr ernst war und dass kämpfen keinen Spaß machte, aber im Moment war sie so von Wärme erfüllt, dass sie wirklich nicht betroffen sein konnte.

Vor ihnen tauchte wieder Licht auf und die gedämpften Stimmen der anderen drangen zu ihnen. Automatisch gingen die drei ein bisschen schneller und bald darauf traten sie wieder ans Tageslicht. Kavita musste ein paar mal blinzeln, ehe sie wieder gut sehen konnte. Neben dem Höhleneingang stand Foxane und Kavi lächelte ihr zu. Anscheinend hatten sie schon auf sie gewartet. Dann sah sie sich suchend um und – ja, er war noch da! Der Fremde saß immer noch auf seinem Stein. Am liebsten wäre sie direkt hingelaufen und hätte ihn angequatscht, um ihre Neugier zu stillen, aber dann blieb sie bei Korgal und Freismer stehen und wartete, dass diese berichteten, was in der Höhle vorgefallen war.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Korgal » Samstag 20. April 2013, 16:22

Korgal zog schmatzend die Wurfaxt aus den Leichnam des Kobolds und begleitete die anderen durch die Mine, weiterhin kampfbereit. Doch es gab keine weiteren Zwischenfälle mehr, was der Hüne begrüßte. So konnte sein Adrenalinspiegel endlich ein wenig abflauen und er etwas entspannen. Der Tag hatte schon genug Aufregung hervorgebracht und es galt immer noch herauszufinden wer dieser geschniegelte Kasper mit dem Buch war. Das sie die anderen mit ihm zurück gelassen hatten, bereitet ihm ein wenig Sorge. Er war zwar unbewaffnet, zumindest offensichtlich, aber wer wusste was aus den Taschen dieses Harlekin hervorgezogen werden konnte. Denn sollte wirklich komplett unbewaffnet durch die Lande ziehen, war er entweder dumm oder geisteskrank.

„Ich hasse das.“ sagte Korgal leise, mehr zu sich selbst als zu den beiden die ihn begleitet hatten gereichtet, als sie wieder zu den anderen zurückkehrten „Ich sehe immer aus wie ein Raubtier nach einen Kampf.“ Und tatsächlich hatte sein Erscheinungsbild mehr den je etwas raubtierartiges. Er war blutverschmiert, zwar war kein einziger Tropfen davon sein eigenes aber er musste wieder einmal eine Kleidung reinigen und vor allen seine Waffen. An der Stahlaxt in seiner Hand als auch an der Wurfaxt war das Blut mittlerweile festgetrocknet und es bedurfte ein feuchtes Tuch für die Säuberung. Selbst bis zu seinen Gesicht war der Lebenssaft der Kleinwüchsigen gespitzt. Das ganze war ein Nebeneffekt seine Art zu kämpfen wenn er in den Nahkampf ging, immer auf Tuchfühlung mit dem Gegner.

Als er bemerkte das die die nicht dabei gewesen waren sie erkannt hatten sprach der Bärenkrieger laut „ Nur ein paar Kobolde und Grottenviecher, nichts was jemand der gelernt hat ein Schwert zu halten in Panik verfallen lassen sollte.“ Das auch diese Wesen eine gewisse Gefährlichkeit boten, vor allen für ungeübte Kämpfer, wusste er aber es galt die anderen, speziell die die nicht kämpfenden zu beruhigen. „Aber wir sollten die Kadaver los werden bevor gefährlicheres dadurch angezogen wird.“

Der Hüne setzte sich demonstrativ auf den Stein den zuvor Pero für sich beansprucht hatte, als er sein Buch las und fing an seine Waffen zu reinigen. „Und wie heißt nun dieser Bücherwurm?“ Das der Bärenkrieger ihm misstraute war offensichtlich. Irgendetwas stank an ihm, auch wenn es nicht der Geruchssinn war der dies Korgal verriet.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Pero » Samstag 20. April 2013, 22:21

Das war ja nicht anders zu erwarten! Die Göre ließ ihn einfach stehen und dann noch dieses schroffe "Nein ich bin keine Zauberin." Sie zeigte noch nicht mal Interesse an dieser edlen Kunst! Einfach unglaublich. Nun gut, er könnte wenigstens sagen, er hätte es probiert. Von der Heilerin erntete er auch nur ein müdes Nicken. Hatte sie überhaupt zugehört? Es war ein Kreuz!
Langweilig wurde es aber nicht, denn die drei anderen kamen aus der Mine zurück. Es dauerte nicht lange und der große Klotz setzte sich auf den Stein, auf dem noch sein Beutel lag. Mit einem schnellen Bewegung schnappte er sich den Beutel und brachte erstmal Raum zwischen sich und diesem... verschmierten Ungeheuer. Wie er brutale Gewalt verabscheute!
"Bücherwurm? Warum sagt ihr das nur so abfallend? Ist es etwas Schlechtes sich weiter zu bilden, zu lernen und diese Welt besser verstehen zu können? Und warum fragt ihr mich nicht selbst nach meinem Namen, wie man das tut, wenn man dem anderen ein bisschen Respekt erweist!" So ein ungehobelter Klotz! So etwas hatte er ja noch nie erlebt. Er würde diesem Kerl ganz bestimmt nicht den Gefallen tun und auch noch seinen Namen nennen.
Peros Augen ließen den Krieger zurück und wandten sich dem Höhleneingang zu. Ha welch Lichtblick, die Zauberin! Er lächelte sie nur ganz kurz an und überlegte ob er nun nett oder frech sein sollte. Was würde bei dieser Gruppe besser ankommen? Wer von ihnen hatte das Sagen?

"Nun da alle hier sind, erlaubt mir zu fragen, ob ich die Nacht bei euch bleiben dürfte!? Gut, besser die nette Version. Diese Menschen waren emotional bestimmt instabil und er sollte sie nicht überfordern.
Wer Narben lacht, der Wunden nie gefühlt.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Foxane » Sonntag 21. April 2013, 17:37

Als die drei endlich heraus kamen, musste Foxane schmunzeln. Der große Krieger war am ganzen Körper mit Blut besudelt. Sie zwinkerte zu Jouren: "Habe ich es nicht gesagt? Er hatte seinen Spaß. Wir erledigen den dreckigen Rest. Wer kommt mit?" Damit meinte sie die Leichen aus der Mine fortzuschaffen.

Sie hörte, wie zwischen Korgal und dem Fremden ein nicht netter Plausch begann. Typisches Mannwesen-Getue. So musste sie einfach das tun, was sie gleich tun würde, bevor sie mit der Fackel in der Mine verschwinden würde.
Höflich zeigte sie mit ausgestrecktem Arm und der Handinnenfläche nach oben auf den Fremden: "Korgal, das ist Pero aus White Hall. Von mir aus könnt ihr mit uns nächtigen." Was sie jetzt am wenigsten ertragen könnte, wäre ein handfester Zoff.

Und so ging sie voran in die Mine, bog mal links, wieder rechts ab usw. bis zum Ende. Sie räumte quasi von hinten auf und zog den ersten Grottennschrat heran. Dann schleifte sie ihn zum nächsten und so ging es noch mit drei Kobolden weiter. Emotionslos schnappte sie je nach einem Körperteil, das am längsten war. Ein Bein, ein Arm und sammelte einige abgetrennte Leichenteile auf. Dann verschnürte und verband sie die Körper sowie die Teile mit einem Seil. Sie ging zurück und schleifte die Totenkaravane hinter sich her.

Draußen angekommen, teilte sie mit, dass um die Ecke des Mineneingangs einige kleinere und niedrige Höhlen wären. Diese seien nicht sehr tief und wurden von Tieren als Nacht- oder Winterlager genutzt. "Hat jemand eine andere Idee?" fragte sie und zog langsam mit der Leichenschlange weiter. Diese Aktion hatte durchaus etwas Positives an sich. Falls die Tiere irgendwann wieder Einzug halten sollten, hätten diese wenigstens etwas zum Beißen.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Jouren » Sonntag 21. April 2013, 20:06

Als es in der Höhle so ruhig geworden war, hatte Jouren ganz schöne Angst um Freismer. Nicht auszudenken, wenn ihm etwas passieren würde. Sie war doch so froh ihn gefunden zu haben! Sie konnte Ayla nur allzu gut verstehen, die auch ihre Bedenken äußerte. Die Zeit zog sich unendlich in die Länge, bis endlich Schritte zu hören waren. Einer nach dem anderen kam heraus und Jouren strahlte über das ganze Gesicht. Am liebsten wäre sie Freismer um den Hals gefallen, aber ihre Abneigung gegenüber Männern bremste sie aus, so dass sie nur dastand und selig grinste.
Kaum da wurde auch schon zwischen dem komischen Typen und Korgal gestritten. Jouren war das egal, sollten die beiden blöden Kerle doch machen was sie wollten! Sie hielt sich da lieber an Foxane, die sie ja geradezu aufforderte beim "Aufräumen" zu helfen. Jouren hatte natürlich keine Ahnung was auf sie zukommen würde. Sie hatte mal von Kobolden oder Grottenschraten gehört, aber mehr auch nicht. Ohne nachzudenken tabste sie hinter Foxane her und musste erstmal schlucken. Die waren ja tot! Sie hatte noch nie was Totes berührt. Und alles was voller Blut. Sie blickte zu Foxane, die gleich ans Werk ging ohne mit der Wimper zu zucken. Sie schaute wie Foxane sie anfasste und machte es ihr nach. Ab um zu musste sie schlucken, wenn der Brechreiz zu groß wurde, aber sie hatte das im Griff. So schleppte auch sie einen nach dem anderen auf Foxanes Haufen und ging hinterher, als Foxane sie nach draußen brachte. Irgendwie war es ein schönes Gefühl helfen zu können und somit stand sie mit einem gewissen Stolz neben Foxane und wartete weitere Befehle ab.
"Fangen die nicht an zu stinken?", fragte sie Foxane ganz leise. Sie hatte ja keine Ahnung....
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Freismer » Montag 22. April 2013, 20:57

Freismer musste grinsen, Korgal konnte den "Bücherwurm" scheinbar nicht ausstehen und zeigte das ungeniert. Aber dafür hatte er nur ein Achselzucken übrig. Er konnte Korgal verstehen. Wer so viel durchgemacht hatte, wie sie das letzte Jahr, nahm aus Anstand kein Blatt mehr vor den Mund. Die Zeit, die einem blieb, war einfach zu wertvoll um sie mit gespielten Höflichkeiten zu verschwenden. Auf der anderen Seite - er kannte Korgal kaum - vielleicht war es einfach sein Charakter.
Da niemand auf seine Frage antwortete, entschied er es selbst in die Hand zu nehmen, auch wenn er davon keine Ahnung hatte. "Ja, an diese Sackgasse hatte ich auch schon gedacht! Dort werden wir gut aufgehoben sein. Hoffe ich.", antwortete er Kavita. Die Amazone schien eine Frau der Tat zu sein und machte sich sofort ans Werk um die Leichen heraus zu schaffen. Er sah wie Jouren hinterher ging und er ließ sie. Sie hatte mit Sicherheit in ihrem Leben schon genug gesehen, um davor noch zu erschrecken.

Freismer sah sich um und antwortete dem Fremden eher abwesend. "Von mir aus kannst du die Nacht bleiben, wenn du keinen Ärger machst." Er hatte ja wohl kaum ein Recht ihm das zu verwehren, wo er die Gruppe doch auch erst heute gefunden hatte. In der Nähe waren einige Sträucher, die man absäbeln konnte und vor den Eingang ziehen könnte. Vielleicht war es sogar mögich einen kleinen Busch zu verpflanzen? Er würde Ayla fragen müssen, die hatte von so etwas bestimmt mehr Ahnung.
Es war die Amazone, die ihn aus seinen Gedanken riss. Sie hatte ein Paket geschnürrt und nun war die Frage wohin mit den Biestern. Freismer machte ein ratloses Gesicht und gab ein "Hmmm..." von sich. "Sie einfach in die Höhle legen fände ich nicht so gut. Es wird wärmer und wer weiß wie die stinken. Vielleicht können wir in der Mine nachschauen ob dort ein oder auch zwei Schaufeln liegen. Mir wäre wohler wir vergraben sie. Ich buddel auch das Loch!"
Es tat gut anzupacken für etwas, was mit der Zukunft zu tun hatte. Etwas zu schaffen, dass Bestand haben würde. Dieses Gefühl hatte er vermisst!
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern: "Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!" Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Omando » Dienstag 23. April 2013, 16:00

Seine Fußunterseite pochte und schmerzte wieder höllisch. Egal, das da unten war spannender als ein Krimi. Om kombinierte schnell. Die da unten hatten vor in der Mine zu übernachten oder auch für längere Zeit dort zu verweilen. Ein Kampf hatte stattgefunden wohl zwischen den starken Kriegern, die er gerade bewunderte und Kobolden sowie Grottenschraten. Die letzteren waren erlegt worden und wurden als stolze Jagdtrophäe ins Licht geschleift. Vor lauter Euphorie hätte er fast applaudiert. Was für eine erfolgreiche Jagd.

Sofort stieg der Duft von frischem Fleisch in die sensible Nase des Waldläufers. Die Idee der Amazone fand er gut, denn in einer Höhle konnte das Fleisch nicht so schnell verderben. Es wirkte wie ein Vakuum und machte die Dinge länger haltbarer.
Als der starke langhaarige Krieger etwas von Schaufel und verbuddeln sagte, sträubten sich alle Haare des Waldläufers. Nun war der Zeitpunkt gekommen, wo er handeln sollte. Unbedingt, denn das ging ja gar nicht. Pass nur auf. Dieser Baum ist dicht am Eingang, tönte Ton. Na und du kapierst auch nichts, war sein trockener Kommentar.

Vor lauter Übereifer und Aufregung verfehlte Omando den nächsten Ast. Gerade noch konnte er sich erst am übernächsten festkrallen. Dabei verrutschen die Sachen in seinem Rucksack, den er natürlich nicht mehr rechtzeitig verzurren konnte. Der Beutel mit den Kräutern und zwei angespitzte Rotbuchenäste, die ihm zum Fischfang dienten, purzelten hinunter. Er hing also wieder mal an einem Ast. War ja nichts Neues. Sein von Blut getränkter Schuh rutschte ganz langsam vom Fuß und fiel auch. Er konnte einen Schmerzensschrei nicht mehr unterdrücken als auch noch das Moosteilchen von der Wunde abrollte. Erschrocken blickte er nach unten und sah, dass der Schuh genau zwischen die Füße der braunhaarigen Schönheit mit dem schwarzen Wollkleid und seiner schon jetzt anbetungswürdigen Maid klatschte. Die Frauen waren die Wucht. All die anderen Dinge verteilten sich großflächig. Das ein oder andere Teil streifte auch den ein oder anderen der Gruppe. Schnell schwang er wie ein Affe hin und her. Gekonnt wie kein zweiter überrollte er mit einem Bein den nächsten Ast, so dass er einigermaßen aufrecht saß.

"Mist!" fluchte er.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Grabul En´Ogrim » Mittwoch 24. April 2013, 06:58

Der Schmied hüpfte aufgeregt von einem Fuß zum anderen. Seine Augen und Sinne waren in die Höhle gerichtet. Vor Aufregung und Vorfreude hielt er es kaum noch aus. Die Kampfgeräusche in der Höhle zwangen ihn zu verharren und abzuwarten. Er war ja nicht lebensmüde dort mitmischen zu wollen. Wie ein Raubtier begann er auf und ab zu laufen.
"Was brauchen die so lange? Wenn ich noch eine intakte Rüstung hätte, ja daaaann...Ruck Zuck würde ich dort drinnen aufräumen. Rauchen die erst noch eine mit den Schraten. Das dauert viel zu lange!"
Sein wortreiches Kommentieren ging in ein Brummeln über. Des Schmiedes Kopf wackelte verneinend hin und her. Und dann endlich die Erlösung. Sie kamen heraus. Der Große triefend vor Blut. Die Höhle war frei und an Grabul gab es kein Halten mehr. Eilenden Fußes lief er in das begehrliche Dunkel hinein. Seine Augen gewöhnten sich augenblicklich daran. ER brauchte keine Fackel. Tief sog Grabul den Duft des Steins in sich auf. Es war ein Funken zu Hause. Eine Träne löste sich und kullerte dick über seine Wange bis sie sich im Bart verfing. Wie lang war er in keinen Felsen mehr gegangen? Je weiter er den Gang lief, um so angnehmer wurde auch die Temperatur für des Zwergen Empfinden. Hinter sich vernahm er Geräusche. Er brauchte sich gar nicht umdrehen. Es war die Amazone. Sie schien die Hinterlassenschaften des Kampfes zu beseitigen. Gut! Grabul lief in einen Seitengang, um nicht weiter belästigt zu werden. Denn schließlich war Aufräumarbeiten Frauenkram! Als er wieder gänzlich allein mit sich selbst war, legte er seine Hand ans Gestein und schloss die Augen. Er fühlte sich eins mit ihm, spürte seinen Puls, dessen Leben. Wasser rann sanft in ihm entlang. Er hörte deutlich ein leises Rauschen. Selig seufzte der Zwerg. Es war mit Sicherheit nicht das, was ein Zwerg eine Höhle nannte. Aber es war ein Anfang. Er gönnte sich eine Zeitspanne der Ruhe und des Friedens.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Ayla » Mittwoch 24. April 2013, 07:21

Als sie endlich herauskamen, atmete Ayla erleichtert auf. Sofort suchte sie mit den Augen einen nach dem anderen nach eventuellen Verletzungen ab. Aber es schien alles in Ordnung in ihrem Verhalten und Bewegung. Korgal sah aus als wenn er frisch von der Schlachtbank kam. Was ihn noch bedrohlicher wirken ließ. Sie wollte ihn gar nicht erst im Kampf erleben. Vermutlich gab es Gegner, die einfach bei seinem Anblick wegrannten.
Foxane verschwand in der Höhle und Jouren folgte ihr auf dem Fuß. Normal würde die Geweihte nun ebenfalls hinterherlaufen und helfen, aber sie hatte die Begeisterung von Jouren für die Amazone durchaus mitbekommen und vermutlich würde die Kleine sie wieder als störend empfinden. Also blieb sie da, wo sie war. Freismers Vorschlag die Schrate zu begraben empfand sie ebenfalls besser. Vielleicht konnte sie sich hier als nützlich erweisen und auch mit anpacken. Dann hätten sie zugleich Zeit miteinander.
"Ich kann .."
Ein Knacken, gefolgt von einem Ächtzen der Zweige unterbrach die Geweihte. Im ersten Moment zuckte sie zusammen. War dort oben ein Tier oder noch Schlimmeres verborgen. Doch dann segelten diverse menschliche Dinge durch die Luft und ein unverhohlenes Fluchen wurde laut. Ayla stand zu nah an der Höhle. Doch andere hatten nicht das Glück und auf die Unglückseligen krachten Gegenstände. Ayla musste unweigerlich lachen. Die Situation war zu komisch. Angst hatte sie keine seltsamer Weise. Vielleicht lag es daran, daß ihre Gruppe extrem gewachsen war in den letzten Tagen. Neugirig blikte sie in das Blätterdach des gewaltig großen Baumes über ihnen, um einen Blick zu erhaschen auf den Ursacher.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Kavita » Samstag 27. April 2013, 20:30

Korgal fasste kurz zusammen, was in der Mine geschehen war und begann dann, den armen Fremden anzugehen. Kavi warf dem Büche-, ähm, Mann einen mitleidigen Blick zu. Dieses allgemeine Misstrauen war wirklich schwierig, aber natürlich verständlich. Abgesehen davon hatte sie ihn ja selbst kurz verdächtigt. Er konnte allerdings gut kontern, wie sich gleich darauf zeigte. War es etwas schlechtes, sich weiter zu bilden? Nein, nein, nein, war es nicht! Sie wollte sein Buch auch lesen!
Nachher würde sie ihn mal fragen, ob sie durfte - wenn er denn die Nacht bleiben durfte. Leider konnte Kavi das nicht entscheiden, aber Foxane und Freismer stimmten zu und die Amazone stellte ihn als Pero vor. Als er sie ansah, lächelte Kavi ihn an.

„Hallo Pero, ich bin Kavita, eine Zauberin von den Verborgenen.“, stellte sie sich vor.
Grabul war in der Mine verschwunden und Foxane und Jouren räumten derweil auf. Kavita konnte nicht anders, als immer größeren Respekt vor Jouren zu entwickeln. Ganz schön stark, die Kleine! Sie hätte wirklich keine Lust gehabt, jetzt noch die Leichen aus der Höhle zu schleppen. Bei Foxane hatte sie aber nichts anderes erwartet, denn Amazonen waren ja von Natur aus recht hart im Nehmen.
„Ich bin auch dafür, dass wir sie vergraben.“, stimmte sie den anderen zu, als die beiden fertig mit ‚aufräumen‘ waren. Dann sah sie wieder neugierig zu Pero.
„Von White Hall habe ich noch nie gehört. Wo liegt das denn? Und was habt ihr da für ein Buch? Darf ich auch mal gucken?“, platzte sie schließlich heraus und lief natürlich sogleich rot an. Sie hatte es sich einfach nicht mehr verkneifen können und wollte gerade rüber gehen, als es plötzlich über ihnen raschelte. Pero kam leider nicht mehr zum antworten, denn im nächsten Moment fielen Gegenstände auf den Boden und direkt zwischen sie und Jouren klatschte etwas. Es war ein... Schuh? Dann erkannte sie das Blut daran und wich schnell ein paar Schritte zurück.

„Was ist das denn?“, entfuhr es ihr in einem entgeisterten Ton und statt nach oben zu gucken sah sie sich hilfesuchend nach Korgal um. Jetzt war es ihr wieder zu viel Blut auf einmal.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Freismer » Sonntag 28. April 2013, 09:43

Zu weiteren Überlegungen kam es nicht, denn plötzlich knackte es in den Ästen über ihnen! Es purzelten einige Gegenstände herunter und Freismer nahm seelenruhig den Speer fester in die Hand und blickte hinauf. Er trat einige Schritte zurück, um mehr Abstand zu gewinnen. Er deutete den anderen an, es ihm gleich zu tun. Ein Beutel und zwei Stecken lagen auf dem Boden und alles deutete darauf hin, dass es sich nicht wieder um Kobolde oder Grottenschrate handelte! Und wie zur Bestätigung kam ein Schuh hinterher. Dort oben saß also ein Mensch...

"Komm runter!", rief Freismer nach oben. Nun, wenn man genau hinsah, konnte man dieses Etwas in den Ästen auch ausmachen. Die ganze Situation wirkte nicht sehr bedrohlich, aber Freismer fand es nun langsam schon sehr merkwürdig, dass man monatelang niemanden traf und jetzt an einem Tag so viele. An einen Zufall glaube er schon nicht mehr. Entweder leitete die Göttin ihre Schritte oder aber die Diener Zûls trieben sie hier im Tal zusammen. Hier saßen sie in der Falle und konnte nicht entkommen. Er hoffte sehr, dass die Göttin ihre Finger im Spiel hatte, denn sonst waren sie alle dem Tode geweiht. Wenn endlich Ruhe in die Gruppe einkehrte, musste er mit den anderen unbedingt darüber sprechen.
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern: "Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!" Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Jouren » Sonntag 28. April 2013, 09:56

Jouren bekam keine Antwort, sondern eher einen auf den Kopf. Sie fuhr zusammen, machte einen gewaltigen Satz nach hinten, begleitet von einem grellen Aufschrei. Und als noch etwas aus dem Himmel fiel, gab Jouren noch einen Schrei von sich. Sie konnte nicht klar denken und vor ihrem geistigen Auge sah sie immer noch abgetrennte Körperteile von Kobolden und Grottenschraten und nun kam die Rache aus dem Himmel. So dachte sie jedenfalls vor dem "Mist". Mit einem Mal wurde ihr klar was vor sich ging. Freismer untermauerte diese Theorie noch mit seinen Worten. Dort oben hockte ein Mensch! Ayla lachte und die Zauberin Kavita schien ebenso überrascht.

Jouren hatte so langsam die Nase voll von irgendwelchen Fremden. Wäre Freismer nicht gewesen, hätte sie die Situation vielleicht wieder genutzt um im Buschwerk abzutauchen und ihre eigenen Wege zu gehen. Aber so... ihr Blick glitt zu Ayla und Freismer... gab es zu viele gute Gründe um zu bleiben und all das zu ertragen. Jouren zog sich noch ein bisschen mehr zurück, sehr dicht an den Fels heran und zog ihren Dolch heraus. Sie versteckte ihn hinter dem Rücken und wartete ab. Sie beboachtete alle aus der Gruppe sehr genau, diesen komischen Bücherwurm, Korgal, Foxane, Kavita, die Kriegerin, Ayla, Freismer... und wo war der Zwerg? Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass der Zwerg verschwunden war.
Man wird am ehesten betrogen, wenn man sich für klüger als die anderen hält.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Omando » Sonntag 28. April 2013, 13:39

Diese wichtigste aller Begegnungen seit unzähligen Vollmonden hatte Omando etwas anders geplant. Doch er nahm es wie es eben kam und hangelte schnell hinunter. Mit beiden Füßen wieder auf dem Boden humpelte er zur Gruppe, hielt aber genügend Abstand. Das erste Wort wollte nicht so richtig heraus. Das Problem trat leider immer auf, wenn er aufgeregt war. Dann stotterte er ein wenig. Er versuchte seine tiefe Bassstimme zu treffen. Die ließ ihn erwachsener wirken und er hoffte, dass Bariton Ton die Klappe hielt.
"Tttttttach auch. Ttttschschuldigung, dass die Dinge da runtergefallen sind. Bin Omando und lebe im Wald." Er blickte alle der Reihe nach an, lächelte, errötete und ließ die Haare nach vorne fallen, um die Röte zu verbergen. Die Amazone kam auch gerade um die Ecke geeilt. Sie war mal für große Frauen. Ha, das hatte er vom Baum aus gesehen.

Er zeigte auf die toten kleinen Gnom-/Schrat-Biester und fragte ungläubig: "Ihr wollt diese doch nicht wirklich vergraben? Das wäre eine Sünde an Fleischverschwendung in diesen Zeiten. Lasst mich einen dieser Fleischbrocken über dem Feuer grillen. Om ist ein guter Koch und ihr werdet euch die Finger abschlecken. Es schmeckt wie Wildschwein und ist es ja auch."
Wie er fand drückte er sich sehr gewählt aus. Auch Ton meckerte nicht dazwischen. Vom Druiden hatte er gelernt, dass einige Menschen ihre Probleme damit hatten. So vereinbarte man, dass gewisse Essensgewohnheiten nicht nach außen getragen wurden. Für sie, die im und vom Wald lebten war das ganz normal. Diese kleinen garstigen Wesen waren für sie eben Tiere. Schon allein der Duft, der vom Frischfleisch in seine Nase zog, ließ ihn schwer schlucken.

Dann traf sein Blick auf die junge Maid, die etwas abseits am Felsen stand. Er kombinierte: eine Hand hinterm Rücken könnte bedeuten, dass sie etwas versteckte oder sein Anblick hat sie umgehauen und sie brauchte Halt vom Fels. Er sah einen Augenblick zu lange in ihre wunderschön großen Augen und vergaß seine Fußballenwunde. Omando reckte seinen Oberkörper und belastete dabei voll den Fuß. Ein gewaltiger Stichschmerz ließ ihn auf seinen Allerwertesten sacken. Verlegen grinsend und sitzend meinte er: "Das mach ich immer so. Nichts passiert."
Bäume, Pflanzen und Getier.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Foxane » Sonntag 28. April 2013, 15:00

Bevor sie die Frage von Jouren beantworten konnte, regte sich bei ihr ein dringendes Bedürfnis. Man ging diskret um die Ecken hinter die Hecken. Nicht mal da hatte Frau Ruhe. Ja, das hier vergraben und auch die Leichen vergraben.

Sie bekam natürlich mit, was sich da plötzlich abspielte. Nein, dachte sie, noch einer? Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Kaum war sie wieder bei den anderen, da sah sie ihn. Noch ein Mannswesen! Nun eher ein Jüngling. Bei der Göttin, was hast du vor?
Überall lagen verstreute Gegenstände. Foxane musste grinsen. Allerdings verging es ihr ein wenig als sie die Worte des Fremden hörte. Verstand sie das richtig? Er wollte die Leichen grillen? 'Halt dich zurück', wetterte Gifna. 'Wolltest du nicht die Kadaver in der Höhle für die Tiere zum Beißen zurücklassen?' Nun musste Foxane laut lachen. Gifna hatte recht und die Logik sprach dafür.

Irgendwie war sie total geschafft. Die anstrengenden und monatelangen Märsche, wenig Schlaf, kaum Nahrung, ab und zu ein Kampf auf Leben und Tod mit einzelnen Untoten. Und nun die vielen Überlebenden. All das zerrte an ihren Kräften. 'Sag es ja nicht. Ich bin nicht alt!' Sie ging zu Gorsi und legte sich neben das Tier ins Gras. Sie winkte zu Jouren hinüber und streckte die Glieder aus. "Nur eine ganz kurze Pause", dachte sie laut und schloss die Augen.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Ayla » Sonntag 28. April 2013, 22:23

Und da sauste er herab. Nachfolgende Blätter und kleine Ästchen segelten ebenfalls hinab. Ayla betrachtete ihn von oben bis unten unauffällig. Was nicht weiter schwierig war. Alle Augen waren auf den Neuling gerichtet. Er schien noch recht jung. Ayla bewunderte seine Haare. Sie waren raffieniert geschnitten, ständig waren sie in fließender Bewegung. Das Licht schimmerte darin und brachte es Strähne für Strähne zum Leuchten. Es hatte die beruhigende Wirkung auf Ayla wie das Flackern eines Feuers. Sein abgehacktes Reden ließ deutlich werden, daß er sehr nervös war.
Doch dann lenkte die Geweihte eine Bewegug aus den Augenwinkeln heraus ab. Sie blickte sich um. Die Amazone lag im Gras neben dem Gorak und winkte gerade jemanden zu. Sofort war Ayla alamiert. MIt großen Schritten überwandt sie die Entfernung und kniete sich nieder zu Foxane.
"Ist alles in Ordnung mit dir?"
Das sich so eine starke Kriegerin am noch helllichten Tage hinlegte war äußerst ungewöhnlich. Ayla strich über Foxans Stirn und überprüfte deren Temperatur. Die war jedoch ganz normal. Dann prüfte sie den Puls.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Drakan » Montag 29. April 2013, 08:05

Und auf diesen sehr erfolgreichen Tag folgte einer, der leider nicht so erfreulich war. Drakan fand einfach keinen Platz, der ihm angemessen erschien, für seinen nächsten Samen. Vielleicht war er auch zu wählerisch? Ach nein, für seine Samen kam einfach kein zweirangiger Platz in Frage, sondern nur die Besten! Und so flog er weiter und weiter. Er durchkreuzte das Tal und hatte am späten Nachmittag die Felsen der anderen Seite erreicht. Gerade als er einen interessanten Platz entdeckt hatte und ihn näher untersuchen wollte, hörte er einen Aufschrei. Sehr schrill und laut. Er erschrak sich derart, dass er fast gegen einen Baumstamm geflogen wäre. Sein Herz pochte bis zum Hals. War da jemand in Gefahr? Brauchte jemand seine Hilfe?

Drakan überlegte nicht lange, fasste seine Krallen fester und änderte die Flugrichtung. Er flog nun an den Felsen entlang Richtung Westen. Es dauerte nicht sehr lange bis er die ersten Stimmen hörte. Drakan war vorsichtig und hielt sich immer in der Deckung der Bäume, als er am Boden eine Gruppe von Menschen ausmachte. Es war nichts Bedrohliches an der Situation, so dass er sich beruhigt auf einen Ast setzte und die Situation beobachtete.
Es war unglaublich. Da hatte sich tatsächlich eine beachtliche Gruppe von Menschen zusammengerafft. Es war seit dem Ende des Krieges die erste größere Menschenansammlung. Auch dies sah er als gute Omen und ein Zeichen der Göttin. Seine innere Verbitterung wich ein bisschen, aber nur sehr kurz, dann wurden seine Gesichtszüge wieder ernst und ihm war mit einem Schlag klar, dass er die nähere Umgebung für seine Samen vergessen konnte. Das ärgerte ihn sehr, wo er doch gerade einen interessanten Platz gefunden hatte. Ein leiser Seufzer kam über seine Lippen.
Er entschloss sich noch ein bisschen die Gesellschaft der Menschen zu genießen und ließ sich auf dem Ast nieder. Er lauschte ihren Worten und sah ihnen bei ihrem Treiben zu. Es hatte etwas Vertrautes, Beruhigendes. Es machte fast den Eindruck als hätten sich die Leute hier niedergelassen, aber da waren noch ihre Taschen und Rucksäcke.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Foxane » Dienstag 30. April 2013, 11:00

Nach einem Sekundenschlaf öffnete Foxane erschrocken ihre schweren Lider. Eine Berührung ihrer Stirn war kein Traum gewesen. Sie erkannte Ayla etwas verschwommen, die ihren Puls fühlte. Auf Körperberührungen reagierte sie sonst sehr schnäubig. Zum Glück war es eine Frau, die es gut meinte. Einem Mannswesen hätte sie spätestens jetzt einen Faustschlag verpasst.

"Ja ja mir geht es gut. Der akute Schlafmangel fordert wohl seinen Tribut." Normalerweise hätte sie sich jetzt aufgesetzt aber ihr war noch etwas schummerig. Von ihrer liegenden Position aus meinte sie eine dicke Hummel auf einem Ast zu erkennen. Das wäre das zweite lebende Tier nach Gorsi. Es beruhigte und motivierte sie zugleich. "Kommen die Tiere erst wieder zurück, dann wird alles gut“, sagte sie laut.
Irgendwie schien sie es doch zu genießen. Es fühlte sich angenehm warm an, als Aylas Hand ihr Handgelenk hielt. Wie lange hatte sie keine liebevolle Wärme mehr gespürt? Zu lange! Schnell setzte sie sich auf, denn das Liegen empfand sie jetzt als Schwäche. "Danke, dass du dich so kümmerst. Aber jetzt lass mal gut sein." Sie zog den Wasserschlauch vom Gorsak und nahm einen kräftigen Schluck.

Über Ayla wusste sie eigentlich gar nichts. Die Geweihte auszufragen würde nichts bringen. Das fühlte sie intuitiv. So was kommt von ganz allein oder gar nicht. Und so fing sie an zu erzählen: "Weißt du, vor der Dunkelheit hatte mein Leben einen Sinn und einen streng organisierten Rhythmus. Egal ob in Patria oder im Heerlager, jeder Tag war strikt eingeteilt. Es war fantastisch. Ha und abends floss das Amazonenbier in Strömen. Dann nach der Schlacht, streifte ich zirka ein Jahr durch die Wälder, lebte in den Tag hinein und überlebte einfach nur. Das war das andere Extrem.
Ja und heute ganz plötzlich trafen so viele Überlebende zusammen, dass mir ganz schwindelig wurde."
Foxane musste über ihre eigenen Worte laut lachen. "Genau, die Selbstdiagnose heißt: Schwindelattacke", scherzte sie. "Natürlich eine erfreuliche Schwindelattacke."

Foxane blickte Ayla etwas länger in die tollen grünen Augen und dachte: Dieses zarte Persönchen hat gewiss sehr viel durchleben müssen.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Jouren » Dienstag 30. April 2013, 13:44

Und da war er auch schon, kurz nach seinem Schuh. Jouren verharrte am Felsen und ihre Knöchel wurden weiß, so fest hielt sie ihren Dolch. Er war nicht viel älter als sie selbst, trug einen Haufen Leder und hatte langes Haar. Er sah gegen die anderen ein bisschen verwahrlost aus und humpelte auch noch. Reden konnte er auch nicht! Lebt im Wald! So ein Witzbold! Wer lebte denn heutzutage nicht im Wald, hee? Leise flüsterte Jouren "Blödmann" und hätte am liebsten ihren Dolch an ihm ausprobiert. Die Aktion gegen Korgal hatte jedoch schon gezeigt, dass es nicht große Aussichten auf Erfolg gab. Leider.
Und alles wurde noch ulkiger, als er verkündete das Fleisch der Kobolde essen zu wollen. Was für einer war das denn bitte schön? Der aß doch bestimmt auch Sakussifleisch! Jouren riss endgültig der Geduldsfaden, als er sie auch noch so unverschämt anstarrte. Sie bewegte sich keinen Nim, aber mit klarer bissiger Stimme verkündete sie: "Wer sagt denn überhaupt, dass wir dich hier haben wollen? Redest vom Kochen und all dem Zeug. Vielleicht essen wir ja dich!" Im Leben würde sie kein Männerfleisch essen, aber ein Schicksal über dem Feuer schien ihr für diesen Kerl recht angebracht, schließlich lebte er im Wald wie ein Hirsch und den aß man auch!

Jourens großen Augen verengten sich und ihr Oberkörper war leicht nach vorne gebeugt, wie ein Tier das zum Sprung bereit war. Sie hatte alle anderen völlig ausgeblendet und nur diesen Kerl im Fokus, ansonsten hätten sie ganz bestimmt nicht so vorlaut angefangen zu reden. Diese spontanen Gefühlsausbrüche hatten ihr früher schon so manche Prügel und Schlimmeres eingebracht. Gelernt hatte sie daraus jedoch nicht. Das Blut rauschte in ihren Ohren und sie spürte jeden Nim ihres Körpers, angespannt wie eine Sehne.
Man wird am ehesten betrogen, wenn man sich für klüger als die anderen hält.
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