Die Erzmine [Verbotenen Tal]

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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Freismer » Mittwoch 1. Mai 2013, 10:02

Aus den Augenwinkel beobachtete Freismer Ayla wie sie zu Foxane ging, die sich zu ihrem Gorsak gelegt hatte. Es war deutlich zu spüren, dass alle hier noch unter den Anstrengungen der letzten Monate zu leiden hatten. Auch er selbst fühlte sich müde. Er konnte es der Amazone nicht verdenken, dass sie jetzt im Augenblick der Ruhe, ein bisschen Entspannung suchte. Das war eben der große Vorteil einer Gruppe, die ganze Verantwortung lag nicht allein auf den eigenen Schultern.

Der junge Mann kam aus dem Baum herunter und er tat das sehr elegant, obwohl er scheinbar am Fuß verletzt war, so wie er humpelte. Er war noch so jung und hatte sich bisher wohl ebenfalls alleine durchgeschlagen. Sein Stottern machte ihn noch symphatischer und Freismer musste grinsen. So wie er aussah und auch das was er sagte, ließ darauf schließen, dass er ein richtiges Waldkind war. Er trug die Waffen eines Waldläufers und auch das Gesamtbild passte dazu.
Er wollte Omando gerade antworten, als er plötzlich von hinten Jourens Stimme hörte. Scheinbar hatte sie etwas verstimmt. Überrascht drehte sich Freismer um und sah die kleine Raubkatze. Sie wirkte als würde sie dem jungen Mann gleich anspringen. Nun lachte er leise und hob die Hand.
"Hoho, wir wollen doch hier nicht unsere Besucher so beleidigen. Niemand wird gegessen! Steck den Dolch bitte weg, Jouren!" Der letzte Satz war sehr bestimmend und Freismer ging davon aus, dass sie ihm Folge leisten würde, weshalb er sich nun wieder dem Fremden zuwendete. "Wenn die anderen nichts dagegen haben, dann bist jedenfalls von meiner Seite aus sehr Willkommen. Von mir aus kannst du auch grillen was du magst, ich werde zwar nichts davon essen, aber vielleicht verspürt ein anderer Lust auf Koboldfleisch.", er konnte nicht anders und musste breit grinsen, "Und was ist mit deinem Fuß? Bist du verletzt? Wenn du magst kann sich Ayla das mal anschauen, sie ist Heilerin!"

Freismer ging zu dem Schuh, der direkt vor ihm lag, nahm ihn auf und reichte ihn dem jungen Mann. Freismer fühlte sich ziemlich unwohl die ganze Zeit den Ton anzugeben, aber der Rest der Gruppe verhielt sich so, als würde sie all das nichts angehen. Also was blieb ihm übrig? Korgal war immer noch mit der Säuberung beschäftigt, Kendra stand unbeteiligt in seiner Nähe und der Zwerg war irgendwie ganz verschwunden.
Einen Traum zu haben war eine Sache, aber das Ganze auch zu verwirklichen eine ganz andere, das wurde ihm wieder mal bewusst. Aber so leicht würde er nicht aufgeben, dann würde er eben die Führung dieser Gruppe übernehmen, wenn es keinen anderen interessierte. Sein Plan sich im Hintergrund zu halten, ging nicht ganz auf! Und dann war da noch Ayla. Das Verhältnis zwischen ihnen war irgendwie sonderbar. Sie hatten sich endlich wiedergefunden und es fühlte sich aber so an, als wären sie nur gute Freunde oder ein altes Ehepaar.
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern: "Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!" Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Kavita » Mittwoch 1. Mai 2013, 10:57

Während Jouren erschrocken reagierte, behielt Freismer glücklicherweise wieder die Nerven und im nächsten Moment sprang auch schon ein junger Kerl aus dem Blätterdach über ihnen. Er stellte sich als Omando vor.
Kavita schwirrte langsam der Kopf von den ganzen neuen Namen. Hoffentlich bekam sie die alle noch zusammen! Das war doch gar nicht möglich, so viele Leute auf einmal? Wo kamen die alle her? Verrückt!
Dann redete „der Neue“, wie sie ihn innerlich nannte, davon, die Gnome zu grillen und lenkte sie durch diesen Gedanken von Pero ab. Aha? Na, sie war offen für neues.
Während Omando offensichtlich wegen seiner Fußwunde zu Boden fiel, entfernte Ayla sich. Kavi fand das genau so lange seltsam, bis sie sah, dass Foxane anscheinend zusammen gebrochen war. Ein bisschen eifersüchtig stellte sie fest, dass Ayla die Lage im Griff hatte und auf ihre Anwesenheit vermutlich keinen Wert gelegt wurde. Pff, auch gut, blieb sie halt bei Omando stehen! Jouren schien nicht allzu erfreut darüber, dass ein weiterer Mann zu der Gruppe gelangt war und bei ihrem Ausbruch musste Kavi grinsen. Die war ganz schön abgebrüht! Stürzte sich erst auf Korgal, jetzt machte sie den Neuen an! Freismer schlichtete aber gleich und hieß den Neuen willkommen.

„Also von mir aus kannst du auch gerne bleiben.“
, sagte sie freundlich, weil sich sonst niemand äußerte, und trat einen Schritt auf ihn zu.
„Schmeckt das denn ehrlich wie Wildschwein?“, fragte sie neugierig und deutete auf die Koboldreste. „Also ich würde das probieren.“ Sie zuckte mit den Schultern. Warum auch nicht? Irgendwie eklig, aber sie hatten zu lange nichts richtiges zum Essen gehabt, als dass sie jetzt noch wählerisch sein würde. Sie schnitt eine amüsierte Grimasse in Richtung Freismer und sah sich dann wieder nach Foxane und Ayla um. Hoffentlich ging es der Amazone schon besser!
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Ayla » Mittwoch 1. Mai 2013, 11:38

Ayla nickte beruhigt Foxane zu. Es ging ihr gut. Der Schlafmangel war nicht nur bei ihr ein Problem, aber hoffentlich würde sich dies bei der rasend wachsenden Größe ihrer Gruppe bald ändern. "Sicher du hattest letzte Nacht auch nicht geschlafen und Wache gehalten." Die Geweihte war es zufrieden, bei Puls und Temperatur hatte sie auch nichts auffälliges vorgefunden. Sie wollte sich schon erheben als die Amazone ganz ohne Zwang das Reden begann. Ayla war im ersten Moment ganz platt. Das hätte sie von so einer gar nicht erwartet. Sie blieb sitzen und blinzelte zu Foxane hinauf. Und wieder nickte Ayla ihr zustimmend zu.
"Ja, der Krieg hat alles durcheinandergeraten. Das geht wohl allen so."
Auch ihr Leben war in streng geregelter Bahn verlaufen. Nur die Schlacht war bei Ayla nicht schuld an ihrer Veränderung am Leben. Vermutlich war eher der Krieg schuld an ihrer erneuten Annäherung zu Menschen. Der Gedanke war eine erschrekende Erkenntnis. Schnell wandt sie den Blick von der Amazone ab, um ihre Emotion zu verbergen. Mit einer eleganten Bewegung strich sie ihr Kaputze über den Kopf und ihr Gesicht blieb im Schatten verborgen. Da hörte sie ihren Namen von Freismer. Ihr Neuzugang schien Probleme mit dem Fuß zu haben und die Pflicht rief. Was ihr ganz gelegen kam.
"Hörst du, da braucht mich schon wieder jemand anderes."
Als sie sich aufrichtete strich sie über Foxans Schulter.
"Die nächste Nacht wirst du zu deinem Schlaf kommen. Das ist ein Versprechen und meine Anordnung als Heilerin." Sie schmunzelte, was die Amazone jedoch nicht sehen konnte. Vermutlich wird Foxane das gar nicht schmecken. Dann ging sie zu dem 'Neuen' hinüber. Automatisch ging sie in die Hocke und sah zu ihm hinauf. Verschmierte Blutspuren zeigten auf die Richtigkeit von Freismers Behauptung.
"Dann lass mal sehen!"
Auch dies war keine Bitte, mehr Aylas gewohnte, nicht unfreundliche Aufforderung.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Omando » Mittwoch 1. Mai 2013, 12:14

Omando kamen die Augenblicke nach seinem Gesagten sehr lange vor. Aber er spürte eine freundliche Aura bis….ja bis seine Maid sprach oder besser ausgedrückt, sie schrie wie eine Furie. Boah, was für garstige Wörter aus ihrem Mund flogen. Om irritierte noch mehr ihre verkrampfte Körperhaltung und das bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Gesicht. Ein hübsches Gesicht verwandelte sich zu einer Fratze. Om sah nur noch Falten. Pah, so runzelig wird sie also bald aussehen? Entschlossen stemmte er die Arme in die Hüften, holte aber nur tief Luft und blies sie laut aus. Ton flüsterte: Ruhig Blut. Erinnere dich, du Waldläufer. Wie war das in der Paarungszeit? Die Weibchen zickten den Partner an und vertrieben ihn oft. Der lässt sie eine Weile machen. Wenn sie merkten, dass kein anderes Männchen Interesse zeigte, kamen sie lammfromm angekrochen. Omando grinste breit und nickte.

Der starke Krieger mit den langen Haaren brachte die keifende Maid mit guten Worten zum Schweigen. Er brachte seinen Schuh und sagte, dass er hier bleiben konnte. Omandos Herz hüpfte vor Freude. Er fragte nach dem Namen des Kriegers. Freismer. Ein echter Kämpfername, der aber kein Fleisch mochte. Schon flog der nächste Name an sein Ohr. Ayla, eine Heilerin. Ja, die könnte ihm helfen. Auch die Schönheit im Wollkleid, sie hieß Kavita, begrüßte ihn freundlich. Sie bewies einen guten Geschmack, denn sie wollte mit ihm Fleisch essen. Schüchtern nickte er zu ihr: "Jjjja und du bekommst ein zartes Lendenstück."

Und dann war schon die Heilerin da und kümmerte sich um seinen Fuß. "Boah, danke Ayla."
Aus Verlegenheit und um seinen Eifer zu zeigen, erzählte er ihr, dass er dann gleich an die Arbeit gehen würde. "Also erst mal in einiger Entfernung ein Loch ausheben. Dann nur die besten und nötigsten Stücke abschneiden."
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Foxane » Mittwoch 1. Mai 2013, 17:27

Sie rief Ayla noch hinterher, dass sie auf jeden Fall eine Wachschicht übernehmen würde. Der kurze Plausch mit ihr hatte Foxane gut getan. Sie band Gorsi ein Stück näher zur Mine an, wo er ein bisschen mehr zu fressen fand. Als Jouren den Waldburschen beschimpfte, musste sie laut lachen. Die Kleine hatte Temperament.

Nun war sie wieder putzmunter und ging zu den anderen. Dabei schaute sie sich den Jüngling genauer an. Für ein Mannswesen sah er nicht übel aus. Seine Haarfarbe und –schnitt waren recht auffällig. Dann bot er an, dass er die Leichen vergraben wollte usw. Foxane ließ ihn wissen, dass sie mindestens ein Muskelsteak haben wollte.
Dann sprach sie zu Freismer: "Soll er nur buddeln, so haben wir Zeit den Höhleneingang zu präparieren." Sie äußerte ihren Vorschlag: Einige lange Äste, Buschsträucher auf ein paar größere Steinbrocken so zu positionieren, dass erstens der Eingang verdeckt wurde und zweitens wenn einer versuchte einzudringen, die Steine hörbar verrutschten. Und gleich dahinter, also in der Höhle wollte sie den Gorsak anbinden, der ebenfalls Zeichen geben würde. Vielleicht hatten die anderen auch noch Vorschläge?

Wo war eigentlich der Zwerg? Ach ja, als er hörte, was noch alles in der Mine war, flitzte er hinein. Aber das war schon verdammt lange her. Sie ging ein paar Schritte in die Mine, hielt die Hände um den Mund und rief so laut sie konnte: "Herr Grabul lebst du noch? Hast du Amazonenbier gefunden?"
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Jouren » Mittwoch 1. Mai 2013, 18:59

Es war Freismers Stimme, die Jouren in die Wirklichkeit zurück holte. Zuerst löste sich ihre Anspannung, dann zwinkerte sie ein paar Mal mit den Augen und schnäubte laut. Warum war sie jetzt wieder die Blöde? Wer hatte hier wen blöd angestarrt? Jouren war sauer! Immer war am Ende sie die Dumme. Ihr lagen mehrere böse Flüche auf der Zunge. Ihre Mitmenschen verwandelte sich von einer Sekunde auf die nächste in brabbelnde Monster, die sie alle verschlingen wollten. Und zack, hatte dieser blöde Kerl die Aufmerksamkeit von allen. Nun auch gut, wenn sich um sie keiner kümmerte, dann konnte sie ja tun und lassen was sie wollte. Aber sie ließ es sich nicht nehmen mit ihrem Dolch einen nahstehenden Strauch zu stutzen. Dann ging sie in den Höhleneingang, an Foxane vorbei, gerade das sie diese nicht noch zur Seite stieß und weiter gerade aus ins Dunkel. Sie kannte den Weg und das Licht reichte auch noch aus, um etwas zu sehen. Dann bog sie um die Ecke und die Dunkelheit verschluckte sie.

Jouren blieb an der Wand stehen, sie spürte den kalten feuchten Stein auf ihrem Rücken und das beruhigte sie. Sie tat einige tiefe Atemzüge. Die Luft war frisch und ein bisschen modrig. Irgendwie musste sie sich mit dieser Gruppe arrangieren. Aber wie? Wo war ihr Platz? Es ärgerte sie so sehr, dass sie eigentlich nichts konnte. Ayla war gefragt, weil sie alle heilte. Kavita konnte einfach so Feuer machen und die anderen konnten alle kämpfen. Die Einzige, die nix konnte, war sie! Sie stand immer im Weg rum, benahm sich daneben.
Jourens Beine gaben nach und sie rutschte nach unten, bis sie mit ihrem Hinterteil auf den Fersen aufsetzte. Sie war einfach so kraftlos, so leer. Die Dunkelheit übermannte sie immer mehr und die gedämpften Geräusche von draußen. Sie hallten an den Wänden der Höhle wieder und brachen sich. Das war wie ein Schlaflied.... Jourens Augen wurden schwer, sie rutschte noch ein bisschen tiefer und dann war sie auch schon eingeschlafen.
Man wird am ehesten betrogen, wenn man sich für klüger als die anderen hält.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Freismer » Donnerstag 2. Mai 2013, 20:48

Der Waldläufer stand plötzlich im Rampenlicht und alles drehte sich nur noch um ihn. Über Kavita wunderte sich Freismer. Er hätte dieses zarte Wesen niemals so taff eingeschätzt. Als Kavita ihn anblickte, grinste er sie schief an. Dies änderte aber ganz bestimmt nicht seine eigene Meinung, er würde das Zeug nicht anrühren. Ayla kümmerte sich um den verwundeten Fuß, die Amazone war auch wieder auf den Beinen, die Kobolde und Grottenschrate wurden verheizt, Jouren war verschwunden und der anderen Fremde mit Namen Pero stand etwas verlassen in der Gegend herum. "Wenn du hier bleiben willst, dann kommt mit und mach dich nützlich!", sagte er zu dem fremden Mann und ließ ihn dann stehen.

Es war nun an der Zeit sich häuslich einzurichten. Freismer ging Richtung Eingang, wo Kavita die Fackel abgelegt hatte. Er nahm sie auf und ging Richtung Foxane. "Wir können gern ein paar Äste und Laubwerk vor den Eingang legen, aber bitte keine Steine. Wenn nachts jemand Wasserlassen muss, bricht er sich noch die Beine!", sagte er im Vorbeigehen zu ihr und ging weiter in die Mine hinein. Er bog um die Ecke und war froh die Fackel dabei zu haben, denn sonst wäre er über Jouren gestolpert, die direkt hinter der Biegung friedlich am Boden saß und schlief. Freismer beobachete sie einen Augenblick und ging dann weiter dorthin wo die Kobolde zuvor ihr Lager hatten. Er steckte die Fackel in eine Halterung, die es hier scheinbar überall gab und begann aufzuräumen. Sie hatten einiges an Unrat angesammelt und das räumte er auf einen Haufen. Der Fremde kam nun auch etwas zögerlich herein und Freismer gab ihm sogleich Anweisungen. "Diese Sachen müssen alle raus!" und er zeigte dabei auf den Haufen.

Er selbst ging wieder aus der Höhle heraus, denn sie würden so etwas wie einen Besen brauchen. Eigentlich hätte er Jouren damit beauftragt, aber die schlief einfach zu fest. Foxane würde ihn sicherlich einen Kopf kürzer machen, aber Kavita wäre bestimmt gewillt ihm zu helfen.
"Kavita! Weißt du wie man einen Besen macht?", fragte er die junge Frau erstmal vorsichtig. Manche Frauen reagierten sehr aggressiv, wenn sie Frauenarbeit verrichten sollten...
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Pero » Donnerstag 2. Mai 2013, 21:12

Da hatte er es dem großen Krieger aber gezeigt! Dieser antwortete gar nicht auf seine Worte, sondern putzte eifrig seine Waffe. Gut so! Schnäubig drehte sich Pero um und widtmete sich wichtigeren Dingen. Es wurde heißt darüber diskutiert was mit den Leichen passieren sollte. Pero fand den Anblick einfach widerlich! Ihm war es egal was damit geschah, Hauptsache die anderen brachten die Dinger weg. Aus dem Himmel tauchte ein neuer Besucher auf, der ihm vom ersten Moment an den Auftritt verdarb! Vielleicht hätte er auch besser aus dem Baum fallen, stottern und am Fuß verletzt sein sollen! Das war doch nicht zu fassen. Da kam so ein Versager daher und er war nur noch Nebensache. Ach wie er das alles hier bereute. Er könnte einfach nach White Hall zurückkehren und sagen er hätte niemanden gefunden... wenn nur Brando-Rân nicht wäre! Der Junge würde merken, dass er lügt!
Sogar Kavita wandte sich von ihm ab! Und nun wurde Pero wirklich übel. Dieser Waldschrat wollte das ESSEN? Er fand für so einen Frevel einfach keine Worte mehr. Und diese Kavita wollte das auch noch probieren. Nein, die würde er wohl auch nicht gebrauchen können. Blieb eigentlich nur noch die Heilerin, die ganz emsig ihren Aufgaben nachging. Genauso so etwas könnten sie auf White Hall gebrauchen!

Er hatte sich gerade dazu durchgerungen auf die Heilerin zu zugehen, als dieser Freismer ihn plötzlich aufforderte etwas für sein Bleiben zu tun. Auch das noch! Hatte er ihnen nicht sein Essen angeboten? Das war doch wirklich mehr als genug. Aber nein, Pero schluckte, atmete tief durch und folgte nach einiger Zeit der Sammlung diesem Freismer ins dunkle Nass. Höhlen... ja das passte wirklich hervorragend zu dieser Gruppe. Nichts anderes waren sie! Koboldfressende Höhlenmenschen.
Er bekam den Auftrag den ganzen Unrat nach draußen zu schaffen. Pero starrte Freismer mit offenem Mund an, aber er sah nur noch dessen Rücken. Das war es mit der sauberen Kleidung. Die Kleine lag am Boden und schlief. Kurz überlegte Pero ob er sie wecken sollte, aber entschied sich dann dagegen. Sie hatte einen Dolch bei sich und wie man gesehen hatte, war sie unberechenbar.

Pero zog so etwas wie ein Tuch aus dem Haufen und benutzte es, um das andere Zeug darauf zu tun, aber nicht zu viel, damit es nicht zu schwer wurde. Dann nahm er angewidert die Enden und hielt es weit von sich weg, damit es ihn nicht berührte. So ging er Richtung Ausgang, um das Zeug irgendwo los zu werden.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Kavita » Freitag 3. Mai 2013, 21:21

Der Neue stotterte immer noch, aber soweit wirkte er ganz nett und er versprach ihr sogar ein Lendenstück! Uiuiui, langsam war sie richtig gespannt und konnte ihr Hungergefühl kaum mehr unterdrücken. Wenn das wie Wildschwein schmecken würde, das wäre so toll.

Ayla kümmerte sich jetzt um Omandos Fuß und Foxane war wieder fit. Jouren war irgendwie verschwunden und Grabul war auch noch nicht aus der Höhle rausgekommen. Korgal hielt sich im Hintergrund und war immer noch damit beschäftigt, die Kampfspuren von seinen Sachen zu beseitigen.
Foxane orderte schließlich ein Muskelsteak und Omando ging sogleich an die Arbeit. Freismer wies Pero derweil an, ihm beim aufräumen zu helfen und als Kavi sein Gesicht sah, musste sie sich ein Grinsen verkneifen. Der hatte offensichtlich genau so wenig Lust wie sie selbst irgendetwas aufzuräumen. Ein bisschen wehmütig dachte sie an das Chaos zurück, dass in Maryenhain immer in ihrem Zimmerchen geherrscht hatte. Wo war eigentlich ihre Truhe? Sie wusste noch, dass sie sie mit Nicnevin ins Heerlager geschafft hatte, also müsste sie dort noch irgendwo stehen. Aber sie war sich ziemlich sicher, dass nicht mehr viel davon übrig sein würde.

Entschlossen drängte sie die trüben Gedanken von sich weg. Oh nein, sie war heute gut gelaunt und sie würde es auch bleiben. Die Gruppe wuchs stetig an und jetzt hatten sie auch noch die Aussicht auf ein gutes Abendessen.
Munter ging sie zu Foxane, die gerade dabei war, ein paar Äste geschickt zu positionieren.
„Meinst du echt, es gibt noch Amazonenbier in der Höhle? So eins könnte ich jetzt auch trinken!“, sagte sie und häufte ein bisschen Laub auf, als Freismer plötzlich wieder herauskam und sie ansprach. Ein Besen? Kavi sah ihn kurz an, dann nickte sie langsam.

„Ja, ich glaub, das weiß ich tatsächlich. Meine Großmutter hat uns das früher mal gezeigt.“ Sie musste dran denken, wie die Alte Shanna eingespannt hatte, um Reisig zu sammeln. Arme Sha!
„Also, wir brauchen einen etwas dickeren, möglichst geraden Ast als Stiel, und dazu mehrere dünne Äste, die wir gleich groß schneiden müssen. Aber ich fürchte ohne eine Schnur oder ähnliches wird es nicht halten.“ Ihre Großmutter hatte jedes Ästchen einzeln festgebunden, doch für ihre Zwecke würde es auch erstmal reichen, wenn sie einmal alle umschnüren würden. Nur wo eine Schnur herbekommen?
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Grabul En´Ogrim » Samstag 4. Mai 2013, 19:08

Grabul saß in sich zusammengesunken in einer Nische, welche sich in einem abgelegenen Seitenarm eines Seitenarms befand. Sein Arm umfasste fest ein hölzernes Fässchen. Des Zwergen Zunge lag schwer und in seiner Wahrnehmung dick geschwollen im Mund. Speichel troff aus den Mundwinkeln und sammelte sich im Bart bis er den Weg nach unten fand und auf seine Rüstung im schnelleren, dennoch trägen Thempo hinabfloss.
Der Schmied schmatzte zufrieden und selbstgefällig vor sich hin. Seine braunen Kulleraugen leuchteten im warmen Glanz. Eigentlich hatte er nach Handwerksgegenständen und Erz gesucht, gefunden hatte er ein halbes Dutzend dieser Fässer. Zwei davon waren schon kaputt und staubleer gewesen. Eins hatte der Zwerg auf dem Gewissen und an dem Zweiten tat er sich gerate gütlich. Immer wieder dachte er an seine langenstangigen Zweibeinern und Weggefährten. Einmal hatte er sich sogar aufraffen wollen, um nach ihnen zu sehen. Nicht das sie ihn noch vergaßen. Sie waren sein größter Schutz in dieser Monsterwelt! Doch der Versuch misslang und endete doch nur wieder am steinigen Boden. Mit dem Gesicht vorran im Dreck und blutger Nase. Grabul schniefte es zusammen mit Rotz heraus und verteilte es in weiten Sprenklern. Schwerfällig wie ein praller Käfer rollte er auf den Rücken und zurück in die sitzenden Position. Das ganze war ein Kunststück seiner gleichen. Denn das Fass behielt er fest im Griff und stählerner Umklammerung. Darauf trank er erst einmal einen, zur Stärkung versteht sich. Und genau in diesem Stadium befand er sich immer noch. Sein Zustand glitt langsam in die Phase des laut gröhlenden Singens.

"Es war einmal ein Zwerg.
Der lebte im steinernen Berg.
Vollkommen ausgezehrt
überdachte der Zwerg
im steinern Berg
seinen Verzeeeeehr!"
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Ayla » Samstag 4. Mai 2013, 19:35

Ayla hatte keine Ahnung wovon dieser Waldläufer gerade voller Eifer sprach. Dieser Teil des ehemals geführten Gespräches fehlte ihr. Es war ihr aber auch gleich. Sie untersuchte seinen kohlrabenschwarzen Fuß. Er hatte sich irgendetwas eingetreten und durch den Dreck hatte sich die Wunde noch entzüdet und brach anscheinend immer wieder auf. Der Geruch von üblem Fleisch stieg ihr in die Nase, aber vielleicht rochen seine Füsse auch immer so. Sie hatte keine Ahnung. Bei der nächsten Untersuchung würde sie es wohl wissen. Die Geweihte nahm ihre Trinkflasche aus der Tasche und reinigte seine Wunde erst mal. Dabei ging der gesamte Inhalt des kühlen Nass drauf. Dann legte sie die linke Hand darüber und ließ die heilenden Energien der Göttin in ihn heinfließen. Die Wunde schloss sich vollends. Das Risiko das sie erneut aufbrach und eiterte, wollte sie nicht riskieren. Als das Werk vollbracht war, setzte sie sich für kurze Zeit hin und ruhte sich für wenige Atemzüge aus.
Ayla nickte dem Neuen freundlich zu und gab damit zu verstehen, daß sie fertig war. Dannach erhob sie sich und folgte der Gruppe in die Höhle. Pero schien Hilfe gebrauchen zu können. Und so gesellte sie sich kurzentschlossen einfach zu ihm und packte mit an den Unrat zu entfernen. Die körperliche Arbeit verlangte keiner hohen Konzentration und so konnte sie immer wieder nebenher Freismer beobachten. Ein Lächeln schlich auf ihre Lippen. Wenn er zu ihr blickte, grinste sie ihn glücklich an. Der Haufen wurde zunehmend kleiner, obwohl Ayla es so vorkam, dass je mehr sie zupackte, der andere weniger arbeitete. Aber auch dies trübte nicht ihre Laune. Als sie wieder soeben eine Ladung hinausgebracht hatte, kam sie an der schlafenden Jouren vorbei. Sie sah so friedlich aus, wenn sie schlief. Ayla nahm ihren Umhang ab und deckte die Kleine zu. Vorsichtig drückte sie den Stoff auch unter ihr Gesäß und am Rücken. Das Gestein war kalt und zog schnell die innere Wärme aus Jouren. Dannach ging sie wieder an die Arbeit. Noch drei, vier Ladungen und es war vollbracht. Dann würde sie sich zu Freismer gesellen und ihm helfen. Als hätte er es geahnt drehte er sich zu ihr.
"Ich bin gleich fertig, dann helfe ich dir." Sie lachte ihn an. Ihre weißen Zähne funkelten aus dem verdreckt verstaubten Gesicht heraus.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Omando » Sonntag 5. Mai 2013, 09:03

Der Waldläufer war mehr als beeindruckt. Als die Heilerin mit seinem Fuß fertig war. Die Wunde war wie weg gezaubert. "Boah. Du bist ja eine Zauberin?" Omando bedankte sich und ging gleich an die Arbeit. Diskret um die nächste Biegung im Eingang einer kleinen Nebenhöhle schichtete er die Äste auf. Sein Essensvorschlag war bei den meisten nicht gut angekommen. Damit hatte er irgendwie gerechnet, verstand es aber absolut nicht. In diesen harten Zeiten ist doch jeder froh, was zwischen die Zähne zu bekommen. Er freute sich auf das Fleisch und sammelte nur trockenes Holz. Die Rauchentwicklung wollte er so gering wie möglich halten. Dann trennte er mit seinem scharfen Messer die besten Fleischstücke heraus und rieb sie mit getrockneten Kräutern ein. Während er mit einer in der Mine gefundenen Schaufel ein Loch aushob, brutzelten die Fleischspieße über dem Feuer.

Erst jetzt wurde ihm so richtig bewusst, was für ein Glück er gehabt hatte. Siehst du Ton. Man muss glauben, dann klappt es. Wir sind auf gute Menschen gestoßen und auch auf Nahrung. Ha ha, ja da biste platt und sagst nichts. Kein Ton von Ton. Umso eifriger buddelte er weiter, dass die Erde nur so flog und staubte. Das Fleisch war gar und auch das große Loch war ausgehoben. Fix verbuddelte er die toten Körper, trat die Erde fest und legte einige Äste sowie Laub darüber. Genauso handhabte er es mit der Feuerstelle. Keiner, der jetzt hier vorbei kam, konnte etwas erkennen.

Omando wickelte die Fleischbestellungen in große Blätter und ging zurück zur Mine. Er drückte Foxane das Blattpaket in die Hand und flüsterte: "Hhhhier das Muskelfleisch", flitzte weiter zu Kavita drückte ihr das Filetpäckchen in die freie Hand. Ihre andere Hand hielt einen unfertigen Besen, den sie fragend anguckte. Om erkannte nicht sofort das Problem. Aber je länger er die wunderschöne Hand um den Besen und den Besen selbst anstarrte, machte es BING! Er zog eine aus Lianen gedrehte Schnur von seinem Gürtel, schnitt ein Teil davon ab und gab es Kavita. Da alle etwas zu tun hatten, packte auch Omando mit an. Das meiste unnütze aber aus Naturstoffen bestehende Gerümpel schleppte er zu den Dornenbüschen und schob es tief hinein.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Foxane » Sonntag 5. Mai 2013, 20:49

Es war ein richtiges Gewusel in und vor der Mine. Freismer trieb die Truppe sanft zur Arbeit an. Recht hatte er. Zum Faulenzen war später mehr als genügend Zeit.
Auf Kavitas Frage, die gerade mit dem Basteln eines Besens zu Gange war, antwortete sie: "Ja wenn die Fässer dichtgehalten haben und bei der konstanten Temperatur in der Mine, könnten wir Glück haben. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie gut ein Humpen Bier schmeckt." Als es um die Schnur ging, stand plötzlich der Waldläufer da. Er drückte ihr und Kavita etwas Warmes in die Hand. Das Fleisch. Sie roch daran und hätte vor Freude Luftsprünge gemacht, wenn sie nicht in einer Höhle wäre.
Um den anderen nicht das Wasser im Munde zerlaufen zu lassen, ging sie tiefer in die Mine hinein. Dabei wäre sie fast über die schlafende Jouren gestolpert. So friedlich und lieb lag sie schlummernd da. Nach wenigen Schritten zog der verführerische Duft der Köstlichkeit in ihre Nase, dass sie es nicht mehr aushielt. Sie packte das gute Stück aus und biss hinein. Oh Frau, was für ein herrlicher Geschmack! Abwechselnd roch sie daran und biss hinein. Plötzlich hörte sie jemanden singen. Nicht weit weg. Das war doch der Zwerg? Je näher sie der Stimme kam umso grölender klangen die Worte.

Und dann sah sie ihn. Grabul saß in einer ziemlich schrägen Haltung und umfasste eisern, fast liebevoll, ein Holzfass. Als sie seine glasigen Augen sah und die bierhaltige Ausdünstung roch, musste sie laut lachen. "Bei der Göttin, das sind ja die kleinen Fässer, die wir damals zurückgelassen haben." Bei dem Zustand des Zwerges konnte Foxane nur vermuten, dass er wohl fast ein ganzes Fässchen gesüffelt hatte. Sie setzte sich zu ihm, brach ein Stück Fleisch ab und reichte es ihm. "Da iss etwas." Zwei Fässer standen noch aufrecht und sie rüttelte daran. Sie waren noch voll. Eigentlich war ihr erster Gedanke, dass sie gleich ein Fass zu den anderen bringen wollte. Aber was soll's. Erst mal in Ruhe essen und ein paar Schlückchen Bier genießen. Den ersten Schluck behielt sie kurz im Mund und ließ ihn langsam die Kehle hinunterlaufen. Es schmeckte zwar nicht so wie früher, hatte wohl einen kleinen Stich, aber es war trotzdem lecker. Sie stupste Grabul an: "Hoch die Humpen und auf eine bessere Zukunft. Ja?" Dass sie den Zwerg von hier weglotsen konnte, verwarf sie schnell. Er war zu hacke dicht und würde hier wohl seinen Rausch ausschlafen. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis er zur Seite kippte. So lange wollte sie noch bei ihm bleiben.
Zuletzt geändert von Foxane am Dienstag 7. Mai 2013, 12:54, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Freismer » Montag 6. Mai 2013, 16:22

Kavitas Antwort ließ Freismer aufatmen und damit war das Thema Besen für ihn erledigt. Kavita würde sich darum kümmern und überhaupt freute er sich sichtlich, dass alles so gut klappte. Ein Rädchen griff ins andere. Alle packten irgendwo mit an und schon sehr schnell hatten sie die Höhle gereinigt und gesäubert. Einem Einzug stand nun nichts mehr im Wege. Die Kobolde und Grottenschrate waren auch verschwunden, somit hatte diese seltsame Idee sie zu kochen auch etwas Gutes für ihn. Er brauchte kein Loch ausheben.

Er beobachtete Ayla wie sie sich um Jouren kümmerte, sie zudeckte und liebevoll ansah. Er dachte in diesem Moment nichts, fühlte nichts, er genoss einfach nur den Anblick und Augenblick. Bevor ihn Ayla sehen konnte, ging er aber weg und überlegte wie sie dauerhaft Licht in die Höhle bringen könnten. Sie hatten weder Stoffe im Überfluss noch Wachs, aber die Clans hatten früher auch ohne diese Luxusartikel auskommen müssen! Es war natürlich immer Frauenarbeit gewesen, die Fackeln zu bauen, aber Freismer hatte einmal zugesehen. Er brauchte stabile Stöcke, Baumharz am besten von Nadelbäumen, ein großes Blatt und Baumrinde. Und mit ganz viel Glück konnte der Zwerg ihnen den Draht liefern. Also war auch dieses Problem gelöst. Er würde Jouren damit beauftragen, wenn sie wieder erwachte. Für heute sollte die eine Fackel reichen.

Sein Blick traf sich plöztlich mit dem von Ayla und sie lächelte ihn an und alles wurde unwichtig. Ihr Lächeln schien die ganze Mine zu erhellen. Trotzdem blieb ein leicht trüber Nachgeschmack. Er konnte ihn einfach nicht los werden. Er würde gern mehr Zeit mit ihr verbringen, aber dann hatte er wieder Angst zu hören, was sie zu sagen hatte. Vielleicht wollte er es gar nicht hören. Er ließ sich aber seine Zweifel nicht anmerken und lächelte zurück. Als sie dann zu ihm kam, nahm er sie in die Arme und küsse sie etwas schüchern.

"Da haben wir heute sehr viel geschafft. Ich bin wirklich stolz auf uns. Nun haben wir uns alle ein bisschen Ruhe verdient. Es wird schon dunkel, schau..." Er zeigte zum Mineneingang und die Dämmerung hatte tatsächlich das Land schon erreicht. Freismer spürte die Erschöpfung und er freute sich auf ein bisschen Essen und darauf die Beine auszustrecken. Alle kamen langsam zur Ruhe und nach einigen Stücken Trockenfleisch, die er natürlich auch den anderen anbot, erhob sich Freismer wieder. "Ich übernehme die erste Wachschicht, dann Korgal und schließlich Kendra." Er gab Ayla noch einen Kuss und ging dann zum Höhleneingang. Dort setzte er sich an die Wand, den Speer in der Hand, und starrte in die Dunkelheit. Er genoß es endlich mal wieder allein zu sein.
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern: "Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!" Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Pero » Dienstag 7. Mai 2013, 20:06

Na das war noch mal gut gegangen. Ehe er sich versah, kamen andere um zu helfen und er selbst sah auch sehr beschäftig aus. Natürlich machte er nur so viel wie unbedingt nötig. Er wollte sich auf keinen Fall verausgaben, wer wusste schon wie lange er noch blieb. Die Heilerin, die ordentlich anpackte, wurde ihm immer symphatischer. Leider gab es bis jetzt noch keine Gelegenheit mit ihr alleine zu sprechen und so wartete er weiter geduldig ab.
Die Arbeit war erledigt und alle kamen so langsam zur Ruhe. Sie richtete es sich in der Höhle "gemütlich" ein. Auch Pero fand einen Platz, ein bisschen abseits der anderen. Aber er legte sich nicht gleich hin und schlief, denn er war ausgeruht und fühlte sich noch nicht müde. Er beobachtete die anderen und ihre Verhältnisse zueinander. Was ihm sehr missfiel war die Verbindung zwischen Ayla und diesem aufgeblasenen Krieger namens Freismer. Das könnte noch zu einem Problem werden. Selbstverständlich könnte er Freismer ausschalten, um dann freie Bahn zu haben, aber das behielt er sich nur für den Notfall vor. Die freche Göre schlief zum Glück. Der riesige Krieger schnitt ihn und hatte ihm bisher nicht eines Blickes gewürdigt, aber das interessierte Pero nicht, genauso wenig wie die Kriegerin. Mit denen konnte er eh nichts anfangen. Blieb diese Zauberin. Sie war ein süßes Ding. Nett, zuvorkommend, freundlich, offen. Irgendwie erinnerte sie ihn an Storm, die Eismagierin. Sie zeigte nur nicht diese Launenhafigkeit, zum Glück!
Aber ingesamt waren alle nicht sein Kaliber! Sie waren alle ein bisschen primitiv. Auch diese Ayla, wie ungepflegt sie herumlief, dass sie sich nicht schämte. Und diese Jouren stank erbärmlich. An die Krieger wollte er erst gar nicht denken oder diesen seltsamen jungen Kerl, der vom Baum gefallen war. Er musste sich bei der Überlegung wann sie das letzte Mal Wasser gesehen hatten schütteln. Es gab einfach nicht so schlechte Lebensumstände, dass man seine Körperhygiene vernachlässigen konnte!
Peros Gedanken wurden immer träger und die Augenlider schwerer. Er schnappte sich seine Tasche und benutzte sie als Kopfkissen. Man konnte ja in dieser Gesellschaft nicht wissen, ob einer lange Finger machte! Vor seinen Augen formte sich das Abbild von Brando-Rân und mit den Gedanken an ihn schlief er selig ein.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Kavita » Mittwoch 8. Mai 2013, 15:49

Kavita begann sofort damit, an dem Besen zu arbeiten. Sie wollte genauso helfen und etwas beitragen, wie alle anderen es taten, und da sie auf Aufräumen keine Lust hatte, kam ihr die Besenaufgabe sehr gelegen. Außerdem schien Freismer ihr zuzutrauen, dass sie so etwas konnte und sie wollte ihn auch nicht enttäuschen.
Nachdem sie einen passenden Ast als Stiel gefunden hatte, suchte sie viele kleine Zweige zusammen und bat Korgal, diese mit seiner Axt gleich groß zu hacken. Blieb nur noch das schon bekannte Schnurproblem! Sie überlegte hin und her und versuchte sich etwas einfallen zu lassen. Gerade, als sie dachte, sie müsste anfangen, den Saum ihres Kleides aufzudröseln, sprang Omando wieder herbei – mit dem Essen!

„Oooh, danke dir, Omando, sehr nett!“, sagte sie begeistert, als der Geruch ihr in die Nase stieg. Ihr Magen knurrte und ihr lief das Wasser im Mund zusammen. Das roch wirklich gut! Am liebsten hätte sie sofort hinein gebissen, aber da Omando stehen blieb, sah sie ihn fragend an. Und dann zog er tatsächlich eine Schnur von seinem Gürtel. Kavi hätte am liebsten Luftsprünge gemacht.
„Danke!“, wiederholte sie, aber er war schon wieder weg. Sie sah auf die Schnur in ihrer einen und auf das Fleisch in der anderen Hand und schwankte kurz. Dann siegte ihr Hunger. Sie legte den halbfertigen Besen weg und ließ sich auf den Boden fallen, dann biss sie herzhaft in das Fleischstück. Es schmeckte ein bisschen anders als Wildschwein, aber trotzdem sehr lecker. Sie versuchte einfach, sich nicht genau vorzustellen, was sie da gerade aß, aber fast musste sie bei dem Gedanken lachen. Früher hätte sie sowas niemals in Erwägung gezogen. Jetzt hatte sich alles geändert.
Kavi aß absichtlich langsam, um jeden Bissen zu genießen. Als sie endlich fertig war, machte sie sich direkt wieder an dem Besen zu schaffen und zum Glück war Omandos Schnur lang genug, um alles gründlich festzuknoten. So würde er nicht bei der ersten Gelegenheit wieder auseinander fallen.

Sie lief zu den anderen in die Höhle und präsentierte den Besen stolz. Freismer machte sie schließlich auf die Dämmerung aufmerksam. Der Tag war wirklich schnell vergangen, aber es war auch so viel passiert und alles war so aufregend. Erst jetzt bemerkte sie, wie müde sie eigentlich war. Der Kampf hatte auch sein übriges dazu getan.

Kavi setzte sich neben Korgal. Sie legte sich wieder auf ihren Umhang und ohne zu fragen legte sie ihren Kopf wieder auf das Bärenfell, das der große Krieger ausgebreitet hatte. Kurz schielte sie noch zu Pero rüber, der anscheinend nicht viel Interesse daran hatte, sich näher zu ihnen zu setzen. Und ihre ganzen Fragen hatte er auch nicht beantwortet. Kavi seufzte und drehte sich dann mit dem Rücken zu den anderen. Offenbar fand Pero sie nicht halb so interessant wie sie ihn. Schade! Vermutlich gab es da, wo er herkam, genug hübsche Frauen. Und dann war sie auch schon eingeschlafen.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Foxane » Mittwoch 8. Mai 2013, 19:10

Sie brauchte gar nicht lange warten, bis der Zwerg zur Seite rollte oder eher plumpste. Das Fass hielt er dabei eisern umklammert. Foxane dachte grinsend: 'Fast wie eine Geliebte, die er nie mehr loslassen will.' Vorher hatte er ihr noch ein lautstarkes Ständchen gegrölt. Sie freute sich mit ihm, denn er schien trotz oder gerade wegen des hohen Alkoholpegels sehr glücklich zu sein. Ob er überhaupt mitbekam, dass sie hier war? Als er nach einer Weile laut schnarchte und in seinen Bart brabbelte, machte sie sich auf den Rückweg. Natürlich vergaß sie nicht ein Bierfässchen unter den Arm zu klemmen.

Als sie wieder an Jouren vorbei kam, fiel ihr nicht nur die Stille auf, sondern auch der blitzsaubere Boden. Lächelnd dachte sie an Kavita und ihren Besen. Dann kam sie in die große und hohe Vorhöhle. Fast alle schliefen oder ruhten. Leise suchte sie eine Nische mit Blick zum Eingang aus, wo sie das Fässchen abstellte und später schlafen würde. Draußen setzte sie sich kurz zu Freismer, der Wache hielt. Sie erzählte ihm grinsend in welchem Zustand sich der Zwerg aufgrund der Bierfässer befand. "Echtes Amazonenbier. Ist zwar nicht mehr ganz frisch aber schmeckt trotzdem und wirkt auch noch." Den Gorsak wollte sie noch näher zum Eingang holen, damit die Wache und auch sie selbst ihn im Blickfeld haben.

Eine tiefe und bleischwere Müdigkeit kroch in ihre Glieder. So holte sie Gorsi näher zum Eingang, nahm ihren Rucksack, die restlichen Waffen und flüsterte zu Freismer: "Es ist ein verdammt gutes Gefühl geborgen in einem Raum und in einer Gemeinschaft wie dieser zu übernachten." Leicht berührte sie seine Schulter als sie an ihm vorbeiging. "Weck mich zur Wachablösung!"

Benommen von der Müdigkeit und dem guten Gefühl endlich einmal richtig schlafen zu können, richtete sie den Schlafplatz ein. Das Schwert wurde nicht abgelegt, der Speer wurde in Griffnähe an die Wand gestellt und sie selbst legte sich auf die Seite Richtung Eingang. Bevor ihr noch mehr Sicherungsdinge einfielen, beschlossen ihre Augen zuzufallen.
Zuletzt geändert von Foxane am Donnerstag 9. Mai 2013, 09:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Omando » Donnerstag 9. Mai 2013, 09:31

Der Krieger Freismer hatte nach getaner Arbeit alle gelobt, die Ruhezeit ausgerufen und die erste Wache übernommen. Omando war mächtig stolz auf seine Ausmisterei. Alle verwitterungsfähigen Gegenstände hatte er der Natur zurückgegeben und so versteckt, dass keiner etwas erkennen konnte. Die vielen kleinen Metallgegenstände hatte er in einer kleinen niedrigen Ausbuchtung ganz weit hinten deponiert. Er flitzte um die Ecke der Mine wusch sich den Dreck so gut es ging ab und aß dort endlich sein Fleisch. Er stopfte es so gierig in sich hinein, dass er bald nicht mehr konnte. Wer wusste schon, wann es wieder mal Frischfleisch geben würde? Also stopfte er bis nichts mehr ging. Das hatte er oft bei wilden Tieren beobachtet. Gerade die kleineren Fleischfresser mussten in kürzester Zeit so viel wie möglich von der Beute hinunterschlingen bevor ein größeres alles eroberte. Er lachte und Ton schimpfte: Du Gierschlund wirst doch nicht etwa auswürgen? Du Mensch! Das restliche Fleisch schnitt Omando in hauchdünne Streifen, zog es auf eine Schnur und wollte es gleich in einem Seitengang der Mine zum Trocknen aufhängen. Er suchte nach weichen Ästen, die er mit einander verflocht. Das sollte sein Kopfkissen sein.

Zu Freismer sagte er: "Der Waldgeist sei mit uns." Was so viel heißt wie ‚gute Nacht‘. Beim Hineingehen in die Mine stolperte er über die Speerspitze des Kriegers, konnte sich aber gerade noch an der Wand abfangen. "Tttschuldigung."
Es war schon ein wenig gruselig in der Mine. Immer wieder blickte Omando nach oben. Die Decke war zwar hoch aber eben stockfinster. Für einen Waldläufer, dem der Himmel fast jede Nacht leuchtete, war es nicht einfach. So wählte er die hellste Stelle und legte sich nieder. Neugierig guckte er auf alle Schlafplätze aber die von der Maid ‚Mit-den-donnernden-Worten‘ konnte er nicht ausmachen. Hoho, sie wird sich bestimmt der garstigen Worte schämen und hat sich tiefer verkrochen. Aber er sah die schöne Kavita. Ihr Antlitz schimmerte so engelhaft. Wenn die Garstige mich nicht will, dann wird es diese da. Boah und Ja.

Schlafen konnte er lange noch nicht, denn sein Magen und sein Darm beschwerten sich laut über das grobgekaute und viel zu üppige Mahl. Oms Körper wälzte sich von einer zu anderen Seite. Doch der Waldgeist hatte Erbarmen und legte seinen schützenden Schatten über ihn.
Bäume, Pflanzen und Getier.
Solang sie da sind, bleib ich hier.
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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Freismer » Donnerstag 9. Mai 2013, 11:08

Nach und nach kamen alle zur Ruhe. Die Amazone stattete ihm noch einen Besuch ab und erzählte von dem Bier. Friesmer war eigentlich nie ein großer Trinker gewesen, aber bei dem Gedanken lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Natürlich war es lustig, dass der Zwerg sich die Lichter ausgeschossen hatte, aber ein wenig enttäuscht war er auch. Er hatte ein ganzes Fass allein getrunken? Nicht so, dass er es ihm nicht gönnte, aber es war schon sehr egoistisch von dem Zwerg. Gut das er es wusste, er würde auf den kleinen Kerl ein Auge haben. Wer sich so verhielt, würde einem auch nicht unbedingt den Rücken decken, wenn es brenzlig wurde. Aber er schob diese Gedanken zur Seite und freute sich schon auf den nächsten Abend. Dann würden sie - so hatte er gerade beschlossen - diesen neuen Lebensabschnitt feiern. Er teilte das auch Foxane mit bevor sie ging. Ihre Worte ließen ihn grinsen. Er fühlte genauso, es war wirklich ein verdammt gutes Gefühl und er war stolz auf jeden einzelnen, weil sie alle niemals aufgeben würden.

Foxane sollte nicht die Letzte sein, die er an diesem Abend sah. Omando stolperte noch über ihn rüber und Freismer schüttelte nur den Kopf. Für diesen Waldläufer gab es nur ein Wort: Narr! Früher gab es das Fahrende Volk, dass auch einmal im Jahr in den Clan kam. Die hatten auch einen Narren dabei, der sogar vom Aussehen her Omando ähnelte. Irgendwie war es ein armer Tropf, weil alle ihn auslachten, er aber gar nicht unbedingt lustig sein wollte. Eine tragische Figur. Freismer hoffte nur, dass Omando nicht dieses Schicksal traf und die Gruppe ihn einfach nur als unbeschwerten jungen Mann akzeptierte. Er war jedenfalls sehr bewandert in der Naturkunde und würde ihnen mit Sicherheit noch von großem Nutzen sein.

Es wurde ruhig und Freismer genoß sowohl die Stille, als auch die dunkle klare Nacht. Alles blieb ruhig, von draußen war nichts zu hören. In der Höhle brabbelte irgendjemand, wahrscheinlich im Schlaf, aber auch das hörte irgendwann auf. Als Freismer sich nach einer gefühlten Ewigkeit erhob, waren seine Gleider steif und er streckte sich erstmal. Auf leisen Sohlen ging er zu Korgal und weckte ihn für den Wachdienst. Er selbst ging zu seinem bereits vorbereiteten Nachtplatz und bevor er sich hinlegte, blickte er sich noch einmal um. Ein trauriges Lächeln schlich sich auf sein Gesicht. Er vermisste Symphonie mit ihrer ruhigen fast schon hypnotisierenden Art. Es war ein wirklich großer Verlust. Mit den Gedanken an sie schlief er schließlich ein.
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern: "Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!" Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

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Re: Die Erzmine [Verbotenen Tal]

Beitragvon Jouren » Freitag 10. Mai 2013, 14:18

Jouren erwachte weil ihr alles weh tat. Eigentlich hätte sie den harten Boden gewöhnt sein müssen, aber ihre Schlafstellung war nicht die Beste gewesen. Ganz langsam bewegte sie ihre Glieder und es dauerte einen Moment bis sie sich orientriert hatte. Sie musste gestern wohl in der Höhle eingeschlafen sein. Sie hatte eine komische Decke über sich, die sich bei einer näheren Untersuchung als Umhang erwies. Er gehörte wohl Ayla, jedenfalls sah ihrer genauso aus. Sie fühlte sich ausgeruht, aber ihre depressive Laune war mit dem Schlaf nicht verschwunden. Ayla schlief noch, also ging Jouren zu ihr hinüber und legte den Umhang vorsichtig über sie. Freismer hatte sie mit zugedeckt, so dass sie zum Glück wohl nicht gefroren hatte. Freismer sah zu ihr und Jouren nickte ihm kurz zu. Sie wollte schon weg gehen, als Freismer sich ebenfalls erhob. Er nahm seinen Wasserschlauch, Trockenfleisch und wies sie an ihm zu folgen. Jouren ging ihm nach und warf Pero dabei noch einen vernichtenden Blick zu.

Sie kamen an Kendra vorbei, die Wache hielt und setzen sich draußen ins Gras. Freismer reichte ihr etwas zu essen und stellte den Wasserschlauch in die Mitte. Sie sprachen über die Zeit vor ihrem Wiedersehen, vom Krieg. Freismer erzählte ihr von den Schlachten, den Menschen und ihren Verlusten. Jouren hörte aufmerksam zu und unterbrach ihn nicht. Sie spürte, dass es für ihn wichtig war es jemandem zu erzählen und sie interessierte es auch. Er sprach auch über Estemar, Marilata und viele andere aus dem alten Clan. Es war wie ein Stück Heimat, das er ihr brachte. Nicht die dunkle Seite davon, sondern die schöne! Jouren taute immer mehr auf und stellte nun auch Fragen und lachte ein paar Mal sogar laut. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal so glücklich gewesen war.
Das Trockenfleisch war gegessen, der Wasserschlauch fast leer und die Sonne blinzelte über die Berge. Die anderen würden bald aufwachen. Freismer erzählte ihr noch von dem Vorhaben Fackeln zu bauen und bat um ihre Hilfe. Jouren nickte ganz aufgeregt und er ließ sie wissen, was sie dafür alles brauchte und wie sie es zusammen bauen musste. Sie hatte endlich eine eigene Aufgabe und er stellte es ihr sogar frei sich jemanden auszusuchen, der ihr dabei helfen sollte! Voller Tatendrang war Jouren auf den Beinen und ging mit Freismer in die Mine zurück. Sie war still und sagte nichts, denn sie überlegte fieberhaft wen sie mitnehmen könnte.
Man wird am ehesten betrogen, wenn man sich für klüger als die anderen hält.
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