Wald der Lichter

Tauche ein in die Welt von Aurorae!

Wald der Lichter

Beitragvon Der Schreiber » Freitag 25. Januar 2013, 17:14

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Der im Norden befindliche Wald der Lichter ist genau wie das Gormata Gebirge Geburtsort von Mythen und Hirngespinsten. In dem sehr verträumten Mischwald sollen laut Erzählungen Feen und andere Fantasygestalten leben und Wanderern oft einen Streich spielen, der allerdings nie gewaltsam oder grausam ist. Auch die Legende eines weißen Hirsches ist bekannt, der von der Göttin der Reinheit geboren worden ist. Der Hirsch symbolisiert die Reinheit und den Stolz des Landes und die Kraft der Natur in Aurorae und soll demjenigen, dem er sich zeigt, Glück und Mut bringen. Doch bis auf den König Amodem der I hat noch nie jemand den weißen Hirschen gesehen.

1. Luscianasee

Der Lusciana-See ist verknüpft mit Sagen und Legenden. Es heißt ein früherer Herrscher soll sich in ein einfach Bauernmädchen verliebt haben. Hier am See verlebten sie ihre schönsten Stunden und eine Nachtigall soll für sie gesungen haben. Seitdem ist er ein Anzugspunkt für verliebte Paare, sie sich hier im Wasser vergnügen.

2. Caros Fischerhütte

Hier hat sich die ehemalige Wirtin aus Patria niedergelassen.

3. Eingang zur Diebesgilde

Hier befindet sich der versteckte Eingang zur Diebesgilde, den nur Streuner entdecken können mit der Fähigkeit Verstecke finden.

4. Ehemalige Siedlung

Von der Siedlung sind nur noch Reste übrig. Die Pflanzenwesen haben alle dort ansässigen Frauen getötet.

5. Urthirtempel

Heute sieht man nur noch vereinzelte Steinbrocken, des früher stolzen Urthirtempels. Er diente Auror I als Rückzugsort nach größeren Schlachten. Hier fand er seine Kraft und sein Vertrauen zur Göttin wieder.

6. Statue eines weißen Hirschen

Zu Ehren König Amodem dem I, der hier den weißen Hirsch gesehen haben soll, errichtete man eine Statue, die das Abbild des Hirsches darstellt.

7. Höhlen der Verborgenen

Hier befinden sich die Katakomben der Verborgenen. Der Eingang ist gut getarnt und vor allem strengstens bewacht.

8. Maglirstatue

Die Ureinwohner Auroraes verehrten einen Gott namens Maglir. Sie hatten an dieser Stelle eine riesige Statue aufgebaut, die Auror der I verstören ließ. Heute sieht man nur noch große Steinbrocken. Wer es nicht besser weiß hält sie für normale Felsen.

9. Gruft

In dieser Gruft wurde der erste Sohn Aurors I begraben. Der äußere Bau ist schon etwas verfallen.

10. Massengrab

Nur ein Steinkreis zeugt davon, dass hier etwas in der Erde ruht. Es handelt sich um ein Massengrab, wer darin ruht ist nicht bekannt.

11. Waldläuferfried

Hier findet man vier große Holzfiguren, deren Gesichter alle in die Mitte zeigen. Manche sagen die Augen beginnen Nachts zu leuchten. Einst wurden die Holzfiguren von Waldläufern errichtet, um dem Wald ihre Ehrfurcht zu bezeugen.

12. Eiserne Thron Zelias

Erbaut von Zelias (einziger männlicher Erbe der 4 von Auror I auserwählten Krieger, lebte von 599 � 550 v.Q.). Neben der eigentlichen Festung gab es noch mehrere Nebengebäude, die allesamt nur noch Ruinen sind und auf dem umliegenden Gelände befinden.

13. Clan der Luchse

Nordöstlich des Torrentis, in den Tiefen des Waldes der Lichter, liegt das Stammesgebiet der Luchse. Nach dem Monat der Stille, den die Luchse im Schutze einiger kleiner Hügel verbracht hatten, hatten sie ihr Lager nun wieder auf die große Lichtung verlegt, wo sie, für alle die sie in guter Absicht suchten auch zu finden sein würden.

14. Goldmine

Die einzig intakte Goldmine Patrias.

15. Ehemalige Dorf Othron

Als die Amazonen das Dorf im Jahre 913 n.Q. bemerkten machten sie alles dem Erdboden gleich und hängten die Einwohner auf dem Marktplatz.

16. Waldsterben

Der Frühling zog über das Land, neue Blätter trieben aus den Bäumen hervor. Kleine Pflänzchen bahnten sich einen Weg an das Licht und entfalteten ihre hellgrünen dünnen Blätter.
Doch an einem Ort, im Wald der Lichter, verhielt sich die Natur anders. Die eben noch grünen kleinen Triebe verloren an Kraft und Farbe, sie hingen traurig herunter, bis sie ganz eingingen. Die Blätter fielen wie im Herbst von den Bäumen, die Rinden der Bäume wirkten plötzlich fahl und leblos. Die Erde trocken und rissig. Selbst kleine Flechten vertrockneten und gingen ein. Nur die größten und stärksten Bäume schienen sich dagegen zu wehren und trugen hier und da noch grüne Blätter. Doch auch sie verloren an Kraft und gingen ein.
Das Singen der Vögel verstummte und die letzten wenigen Tiere zogen weiter.

17. Falkenlager

Nach der Trennung des Falkenclans hat sich hier der größte Teil niedergelassen.
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Re: Wald der Stimmen

Beitragvon Foxane » Freitag 1. Februar 2013, 16:35

Fast einen Tagesmarsch dauerte die Flussüberquerung vom Totensumpf. Foxane war versucht in der Anhöhe von Auran zu pausieren. Aber sie marschierte tapfer weiter, um das letzte Licht zu nutzen. Das Eis trug sie jetzt noch, doch es wurde zunehmend milder.

Die Schinderei des Laufens verhinderte, dass sie ins Grübeln verfiel. Allerdings verharrte sie blitzschnell und ging in die Hocke, sobald sie ein Geräusch vernahm. Den harmlosen Schatten wie im Totensumpf würde sie hier gewiss nicht begegnen. Nun war sie auf der Hut und fluchte in Gedanken: So ein einzelner Namenloser, ja, der könnte mir gefallen. Kurzen Prozess würde ich machen.

Sie schlich in den dichten Wald und schaute nach einem guten Lagerplatz. Als sie sich setzte und ihr nasses sowie verschlissenes Schuhwerk auszog, zischte sie vor Schmerz: Humbug. Kein Gorsak weit und breit. Selbst auf einem Sakussi würde sie jetzt reiten.

Und ihre einzige Beute während der Flussüberquerung war immerhin ein beachtlicher Fisch. Er war frisch, fast noch gefroren. Foxane entschuppte ihn und brachte sich in die Stimmung, dass er roh ganz köstlich munden würde. Ein Feuer anzufachen, wagte sie noch nicht.
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Foxane » Freitag 1. Februar 2013, 21:16

Nach Fischrohkost, Fussmassage und unruhigem Kurzschlaf, packte sie mürrisch ihre Sachen. Eine Nachtwanderung in diesem Wald stellte kein Problem dar. Wenn nicht jeden Grashalm, so kannte Foxane doch fast jede größere Baumgruppierung. Wie oft waren all die Amazonen hier, um zu trainieren? Ach ja........

Sie kam gut voran und hielt am südlichsten Zipfel des Heerlagers an.
Diese Stille konnte einem schier verrückt machen. Kein Gorsakgetrampel. Nichts, gar nichts rührte sich. Das ist nicht gut, dachte sie. Weder Freund noch Feind waren in der Nähe. Jedenfalls nicht hier, nahe bei ihr. Aber dort drüben....vielleicht oder bestimmt.Traurig zog sie weiter.

Foxane achtete genau darauf, wie weit sie schleichen durfte. Nein, als Zúl-Futter wollte sie nicht enden. Niemals. Die Wut stieg heiss und brennend in ihr hoch. Sie schloss die Augen, atmete tief und langsam bis ihr Puls wieder rund schlug.

"Habe das Ziel vor Augen. Der Weg könnte das Ziel sein!" Sie nickte zustimmend, straffte sich und marschierte leise ins Dickicht.

(weiter im Wald der Stimmen)
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Kyra » Montag 25. März 2013, 21:52

Kyra versuchte es sich in der Astkuhle so bequem wie möglich zu machen. Und verfluchte sich im selben Atemzug dafür, dass sie nicht daran gedacht hatte, ein starkes Seil mitzunehmen. Stattdessen hatte sie aus Lederschnüren ein eher behelfsmäßiges Konstrukt geflochten, mit dem sie sich am Baumstamm festmachen konnte. Allerdings war sie nicht sicher, wie gut das Ganze halten würde, wenn sie tatsächlich fest schlief und dann zur Seite kippte. Aber auf dem Boden zu schlafen, war ihr zu unsicher. Ihre Feinde könnten jederzeit auftauchen. Abgesehen von den Kobolden, die ebenfalls aus Fleisch und Blut waren und demzufolge auch mal schlafen mussten, war Zûls Armee Kyra in den Kriegstagen wie eine unermüdliche Vernichtungsmaschine vorgekommen. Zumindest hatte sie kaum einen ruhigen Augenblick gehabt und hatte sich meist erst dann hinter die Schlachtreihen zurückgezogen, wenn sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnte und den anderen eher Last als Unterstützung war. Zumal sie als Zauberin den Schlaf bitter nötig hatte, um sich ihrer Magie bedienen zu können.
 
Ihre Hände umklammerten krampfhaft den weichen Mantelstoff, als sie mit Macht die Gedanken an jene finsteren Stunden, Tage und Wochen ihres Lebens beiseite zu schieben versuchte. Schon drohten die damals zum Alltag gehörenden Geräusche wieder an ihr Ohr zu dringen – das Klirren der Schwerter, das Trampeln unzähliger Füße, das Mahlen der Kiefer, das Gebrüll und Gekeife der Namenlosen und Kobolde, das Brausen des Windes, das Knistern des Feuers … und die Todesschreie. Niemals würde Kyra die Todesschreie der zahllosen Menschen vergessen, die im Kampf um ihr Land ihr Leben gelassen hatten. War der erste ihr noch in Mark und Bein gefahren und hatte sich mit eiskalten Fingern in ihrem Inneren festgekrallt, waren sie irgendwann ein unvermeidlicher Teil des Lärms geworden, der sie so beständig umgab wie die Luft, die sie zum Atmen brauchte. Jeden Tag starb nicht nur ein Mensch oder Zwerg oder Papilia, sondern duzende. Hunderte. Vielleicht sogar tausende. Kyra hatte eine kleine Gruppe Zwerge gesehen. Es waren die ersten Zwerge, die sie überhaupt zu Gesicht bekommen hatte. Und sie hatte sie sterben sehen … heroisch, würden Geschichtenerzähler es wohl nennen. Einen ganzen Tag hatten sie sich fast trotzig einer nicht enden wollenden Flut von Namenlosen entgegengestellt. Als Kyra müde zusammengebrochen und hinter die Reihen gebracht worden war, waren sie dort gewesen. Und als sie zurückkam – wieder einsatzbereit nach einem dankenswerter Weise traumlosen Schlaf – hatten sie immer noch dort gestanden und ihre Äxte geschwungen. Vor ihnen türmten sich Namenlose und Kobolde, als wollten die Zwerge mit diesen Körpern einen Wall errichten. Aber auch ihre eigenen Reihen waren lichter geworden … und dann waren die Ohadus gekommen.
 
Kyra presste die Hände auf ihre Ohren – als ob das die Geräusche, die sich so in ihre Seele gebrannt hatten, ausblenden könnte. Sie stemmte sich gegen die Lederschnüre, bis der Schmerz brennende Spuren auf ihrer Haut hinterließ. Erst dann sanken ihre Hände nach unten … zitternd. Irgendwo im Geäst über ihr sang ein Vogel. Mit Macht zwang Kyra sich, ihm zuzuhören. Sie schloss die Augen und ließ die Melodie durch sich hindurchfließen, wie sie es als Kind immer getan hatte. Sie wurde ruhiger und ein Lächeln erschien auf ihren Lippen. Das erste Lächeln seit unzähligen Tagen. Sie konnte sich gar nicht mehr daran erinnern, wann sie das letzte Mal bewusst einen Vogel hatte singen hören. Vor dem Krieg. Es war auf jeden Fall vor dem Krieg gewesen. Im Amarantsumpf. Irgendeine Vogelart, die dort überwinterte. Zumindest hatte Padras das zu Birma gesagt, als diese ihn dazu befragt hatte. Kyra konnte sich nicht mehr an den Namen des Vogels erinnern. Sumpfpirscher? Nein, das war es nicht gewesen … das klang auch nicht nach einem Vogel. Vögel pirschten in der Regel nicht. Irgendwas mit „Sumpf“ war es aber gewesen … Auf Kyras Stirn bildeten sich kleine Falten, ihre Lippen waren geschürzt und ihr Blick sinnierend in die Ferne gerichtet. Sumpf… Sumpf… Sumpf…
 
Kyra schreckte auf. Zuerst wusste sie nicht, was sie aus ihren Überlegungen gerissen hatte, aber nach einer Weile hörte sie es … oder besser gesagt, sie hörte es nicht. Das Lied des Vogels, dem sie eben so andächtig gelauscht hatte, war verstummt. Unwillkürlich presste Kyra ihren Rücken gegen den Baumstamm und versuchte, möglichst flach zu atmen. Wenn es Namenlose waren, war sie sicher. Erstens würde sie sie bereits von Weitem hören und zweitens kletterten Namenlose nicht auf Bäume. Die meisten von ihnen konnten überhaupt nicht klettern. Und diejenigen, die es konnten, machten es nur, wenn sie die entsprechenden Befehle dazu bekamen. Auch bei Kobolden war sie relativ sicher. Kobolde konnten auch nicht klettern. Und sie hassten in der Regel Bäume. Aber sie kamen zumindest auf die Idee, mal nach oben zu schauen und waren dann auch intelligent genug, um Verstärkung zu holen. Aber in der Regel war es gut möglich, unbemerkt zu bleiben, wenn man sich still verhielt und nicht rührte. Bei Ohadus allerdings … war alles möglich. Kyra war trotz der unzähligen Tage, in denen sie den finsteren Kreaturen gegenübergestanden hatte, nicht hundertprozentig sicher, wie sie Leben wahrnahmen. Hatten sie einen besonderen Spürsinn dafür? Sie wurden die Geblendeten genannt und Kyra hatte mittlerweile schon genug Ohadus gesehen, um zu wissen, woher dieser Name stammte. Ihre Augen waren pupillenlos, wie bei einem Blinden. Aber irgendwie nahmen sie ihre Umgebung trotzdem wahr … Mit angehaltenem Atem lauschte Kyra, allerdings konnte sie nichts hören. Was immer den Vogel gestört haben mochte, entzog sich ihrer Wahrnehmung. Ihr Mund wurde trocken und ihre Hände so kalt als habe sie sie in eisiges Wasser getaucht. Ohadus. Was sonst sollte es sein? Was sonst benötigte nichts weiter als simple Anwesenheit, um alle Lieder zum Verstummen zu bringen? Oh Göttin, sollte sie sich tatsächlich nur deshalb dazu aufgerafft haben, Maryenhain zu verlassen, um jetzt von Ohadus gestellt zu werden?

Plötzlich erklang das Tschirpen des Vogels. Nur leise und zart und es verstummte auch wieder. Aber es sagte Kyra vor allen Dingen eines: Wenn irgendetwas in der Nähe war, war es kein Eindringling. Kein Untoter, kein Golem. Sondern ein Geschöpf des Waldes. Langsam ließ Kyra den Atem wieder entweichen. Ihr Herz schlug bis zum Hals, aber ihre Muskeln entspannten sich und der Wald, der kurzzeitg eine unheimliche Visage gezeigt hatte, wandelte sich wieder in sein freundliches Selbst. Kyra legte die Hände aneinander, sodass sie eine kleine Schale bildeten und konzentrierte sich auf das, was sie immer am meisten beruhigte und das sie in Maryenhain sehr vernachlässigt hatte – die Nähe zu ihren Elementen. Über ihren Handflächen bildete sich ein kleines Flämmchen, das in der Waldluft leicht zu flackern begann …
Deinen Beitrag zur Welt wird keiner leisten,
weil niemand die Welt so sieht
wie du.
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Marathona » Samstag 30. März 2013, 11:57

Es ging also weiter ohne weitere Worte. Marathona war sichtlich gelangweilt von diesem Ohadu. Während sie dahinschritt, schwelgte sie in Erinnerungen an Sakura. Mit ihr machte es Spaß sich zu messen. Sie hatte es genossen diesen Drang sich gegenseitig Schmerzen zu bereiten auszuleben. Was wohl aus ihr geworden war? Sie hatte nichts vernommen, geschweige denn gesehen. Vermutlich hatte der dunkle Meister sie auf eine andere Mission geschickt.
Die kleine dunkle Armee walzte voran und vernichtete alles Leben, was ihnen begegnete. Geräusche des Fressens, Schmatzens, Kratzens, Schreiens...Töne, die eine Ohadu gern vernahm. Doch Marathona war missgelaunt. Sie lief immer mehr abseits. Niemand interessierte dies. Die Gruppe lief sowieso nicht in disziplierter Ordnung, wie es bei Menschen der Fall war.
Die Geräusche der Verwüstung und Vernichtung wurden leiser. Die Ohadu schloss ihre Lider. Sie brauchte ihre Augen sowieso nicht. Sie wandelte mit ihrer ganz eigenen Wahrnehmung. Das Bild um sie herum war nicht mehr in bunten Farben wie ehemals. Sie wurde ruhiger.
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Imril » Samstag 30. März 2013, 15:38

Das Leben war seit einigen Monaten nicht sehr anspruchsvoll, aber Imril reichte es. Während andere sich den Kopf darüber zerbrachen was sie morgen tun würden, grübelte er darüber nach, wie er am besten den nächsten Ohadu töten konnte. Sie haben in den letzten Monaten sehr viel dazu gelernt. Einige ihrer Kumpels mussten dran glauben, aber so war das Leben nun mal. Diese Ohadus waren gar nicht so unbesiegbar, wie alle immer geunkt haben. Es gab einige Schwachstellen und sie machten es sich zunutze. Es verkam mehr und mehr zu einem Spiel. Im Vorfeld wurde ausgewürfelt wer als nächstes den Ohadu töten durfte und das nächste Mal war es an ihm. Seine Mondsichel war gewetzt und sein Verstand geschärft.
Wirklich langweilig war mit welcher Offensichtlichkeit diese Idioten durch die Lande spazierten. Man musste nur warten und aufpassen, dass man nicht in der Schußlinie stand. Dann jemanden fürs Ablenken, einige die offensichtlich angriffen und dann schließlich die dritte Gruppe für die Feinarbeit.

Es war soweit! Sie hatten diese Gruppe von Namenlosen schon von weitem gehört. Es war Zeit genug für alle Vorbereitungen. Imril schnappte sich den geweihten Dolch, der größte Schatz ihrer Gruppe, und steckte ihn in den Gürtel.
Die Gruppe, bestehend aus 8 Söldnern die sich schon lange kannten, setzte sich in Bewegung und spionierte die Zûlgruppe erstmal aus. Vorweg lief ein Ohadu, dann unzählige Namenlose und hinten nach kam noch eine Ohadu. Eigentlich hätten sie diese Gruppe ziehen lassen müssen, denn sie war viel zu groß, aber das Glück war mit ihnen. Die hintere Ohadu ließ sich sehr weit zurück fallen und präsentierte sich geradezu als Opfer für ihren Angriff. Mit grinsenden Gesichtern gaben die Männer sich Zeichen. Ein jeder wusste was er zu tun hatte. Auf leisen Sohlen kreisten sie die Ohadu ein und die erste Gruppe preschte vor, als Ablenkung.

Imril hockte im Gras hinter einem Baum, denn sie hatten schon schmerzlich zu spüren bekommen, dass Ohadus auch durch Gras und Büsche schauen konnten. Er hörte die Geräusche seiner laufenden Kameraden und grinste kalt. Er liebte es, wenn die Klinge durch den Hals der Ohadus glitt. Es war nicht ganz so köstlich wie bei einem Menschen, aber zur Zeit hatte er leider keine Wahl.
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Marathona » Samstag 30. März 2013, 17:27

Marathona blieb stehen und ging in einer geschmeidigen Bewegung in die Hocke. Weiter vorn machte sie eine kleine Gruppe menschlicher Wesen aus. Ein wölfisches Grinsen umspielte ihre Lippen. Diese Trampelherde vor ihr hatten diesen Leckerhappen gänzlich übersehen. Die Jägerin verhielt sich ruhig und tastete mit ihrer Wahrnehmung die Umgebung ab. Sie machte 4 Menschen vor sich aus, die sich nicht sehr achtsam verhielten. Was die Ohadu kurze Zeit wunderte, nachdem gerade 50 Namenlose samt Ohadus sie passiert haben mussten. Aber Männer waren einfach einfältige, dämliche Pinsel. Das stand schon mal fest. Doch sie würde ihr Vergnügen finden. Zu Anfang würde sie mit ihnen spielen. Marathona begann ihren dunklen Zauber zu weben.
"Nef dolryn kedrim nar ararass thalin."
Wie ein eisiges Versprechen ging ihr der Spruch über die Lippen. Der Nebel des Todes legte sich um drei dieser Totgeweihten. In zuckend abgehackten Bewegungen versuchten sie dem zu Entkommen. Ihr Freund welcher noch gänzlich verschont, wurde zunehmend panischer bei diesem Anblick. Genüsslich erhob sich Marathona und lief in anmutigen Schritten zu ihnen. Sie ließ sich ausnehmend Zeit. Ihren Schlangendolch in der Hand trat sie dem vierten entgegen.
"Nun, was gedenkst du nun zu tun? Wirst du winseln wie die anderen oder dich tapfer mir entgegen werfen? Das Ergebnis wird das gleiche bleiben."
Die Ohadu legte abwartend ihren Kopf in die Schräge. Und da brandete der kräftige Mann auf sie los in wildem Geschrei. Er hatte keine Chance, in einer seitlichen Drehung duckte sie sich unter ihm durch und zog den Dolch quer über seinen Rücken. Ein tiefer Schnitt klaffte nun dort, Blut sprudelte in stetigem Strom hervor. Nun gab es nur noch den Gnadenstoß ihm zu versetzen. Da spürte sie im Rücken neue Gegner. Etwas überrascht drehte sie sich um. Drei von ihnen waren recht nah bei ihr. Sie war nachlässig gewesen.
"Snao siel aina orith." kam wie ein Reflex aus ihrem Mund. Die zweite Gruppe war nun eingehüllt in einem dichten Nebel. Orientierungslos versuchten sie zu entkommen, schlugen und hackten sich gegenseitig mit ihren Fäusten und Waffen. Die Ohadu blickte zu dem mittlerweile am Boden liegenden. Sein Blut tränkte den Boden. Der ersten Gruppe im Nebel des Todes ging es auch nicht besonders gut. Einer von ihnen lag verendend auf dem vereisten Erdreich. Die zwei anderen kamen in steifen Bewegungen auf sie zu. Schnell erreichte sie diese und zog kurzerhand ihren Schlangendolch durch deren Kehlen. Einer war augenblicklich tot, der andere sackte nach unten und verendete qualvoll am eigenen Blut erstickend. Es war wieder Zeit sich den anderen drei Angreifern zu zuwenden. Da spürte sie eine Klinge von hinten durch ihren Rücken und im Bauch austretend. Fasziniert sah sie nach unten.
"Du dummer Junge, was erhoffst du dir? Ich bin eine Ohadu!"
Sie rammte ihm ihren Ellenbogen in die Rippen. Ihr Angreifer stürzte nach hinten und zog somit sein Schwert aus ihr heraus. Die zwei anderen Männer waren nun auch wieder bei ihr und versuchten sie zu tracktieren mit ihren Waffen. Marathona lachte wild auf. Ein letzter Kampf begann. Trotz der Verletzung war die Ohadu noch zu schnell in ihrer Bewegung und somit mehr als überlegen. Dennoch erwischten die Männer sie immer wieder. Sie waren ein eingespieltes Team. Marathona beendete es mit einem letzten Zauber.
"Tol morfalch lothto forod.
Der damit Belegte stürmte ohne Sinn und Verstand zu ihr und somit direkt in Marathonas Klinge, schnell zog sie diese aus dessen Bauch. Sie hatte nicht vor ihn zu einen von ihnen zu machen. Aber der Kerl war kräftiger als erwartet und riss sie mit sich. Er bedeckte sie gänzlich und die Ohadu hatte Mühe ihn von sich zu wälzen. Das nutzte der letzte Angreifer aus und zog seinerseits seinen Dolch tief durch ihre Kehle. Die Ohadu stach ihm seitlich zwischen die Rippen direkt in Herz. Er war sofort tot. Dann verlor Marathona die Besinnung. Sie hatte sich vollkommen verausgabt und ihr Körper trug schlimme Wunden.

Gesprochene Zauber:
Nebel des Todes
Dunkelheit
Paranoid
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Imril » Sonntag 31. März 2013, 10:24

Er hörte die Füße, die auf die harte Erde trafen und er wusste bald musste es soweit sein, sie müssten die Ohadu erreichen haben. Seine Muskeln spannten sich, der Griff um den Dolch wurde fester. Dann begann der Zirkus. Die Schritte wurden langsamer, unkontrollierter. Sie kannten die Zauber der Ohadu und keiner von ihnen war darüber erstaunt. Imril kannte das Gefühl dieses Nebels, er schien in jeder Pore des Körpers einzudringen. Kälte, nichts als Kälte beherrschte diese Welt und man möchte sich am liebsten hinlegen und sterben. Die Ohadu nutzten diesen Zauber wohl gerne, weil er nicht sofort tötete sondern quälte. Imril grinste finster und konzentrierte sich wieder auf die Geräusche, er durfte seinen Einsatz nicht verpassen!

Wieder Schritte, aber dieses Mal war es die Ohadu. Sie lief erstaunlich anmutig für so ein untotes Ding. Er musste schon genau hinhören, um sie zu hören. Dann sprach sie! Winseln, Imril hätte am liebsten laut gelacht, aber schon hörte er den Kampfschrei seines Kumpels. Imril spürte den Drang ebenfalls los zu laufen, zu schreien, sich auf diese Kreatur zu werfen und ihr in die Augen zu sehen, während er sie mit dem geweihten Dolch quälte. Sie hatten keine Augen, aber im Moment ihres Todes sah man es in den Augen, den gleichen Ausdruck wie bei einem Menschen. Die Fassungslosigkeit, die Angst, die Ungewissheit. Imril liebte diesen Anblick. Er bescherte ihm Gänsehaut.
Doch plötzlich waren seine Gedanken wie weggeblasen. Etwas stimmte nicht! Seine drei Kollegen hörte er nicht mehr und vom vierten kam ein gurgelndes Geräusch. Er war versucht hinter dem Baum hervorzusehen, aber dann stürmten die anderen Drei auf sie ein. Am liebsten hätte er sie zurück gerufen, aber sie hatten wohl schon selbst gesehen, dass etwas nicht stimmte. Verdammt.
Imril glitt vom Baum weg, die Ohadu müsste nun genug abgelenkt sein, es galt sich einen guten Platz zu suchen, um sein Werk zu vollenden. Er schlich um sie herum, in ihren Rücken und dabei musste er zusehen wie dunkler Nebel seine Freunde einschloss. Ihr Dolch blitzte auf. Der zweite starb, der dritte. Imril hätte schreien können vor Wut. Der Vierte. Imril suchte erneut Schutz hinter einem Baum und atmete durch. Was tun? Der Fünfte. Der Sechste.... sieben und dann Stille. Was war das für ein Monster? Er hatte schon viele Ohadus erlebt, aber diese musste stark sein. Sein Leben war verwirkt, so oder so, schon seit dem Tage seiner Geburt. Imril trat aus dem Schatten des Baumes und stürmte auf den Schauplatz zu.

Er blieb stehen und sah hinab. Er sah dabei zu wie sich der Schnitt an ihrem Hals langsam schloss. Sie hatte das Bewusstsein verloren. Das Blut seiner Freunde klebte auf ihrer untoten Haut und schenkte ihr den Hauch von Leben. Ein leises Grollen kam aus seiner Kehle, als er sich umblickte. Er zog seinen Dolch und zerschnitt ihre Kleidung in kleine Streifen. Er teste ob sie auch stabil genug waren und fesselte die Ohadu an den Armen und Beinen. Sie war nun nur noch spärlich bekleidet, eine normale Frau hätte sich geschämt.

Er würde sie nicht gleich töten. Oh nein! Diese hier, hatte einen besonders qualvollen Tod verdient! Sie hatte alles getötet was ihm noch geblieben war. Und jetzt gab es gar nichts mehr, was Bedeutung hatte.
Er ließ sie auf dem Boden liegen, im Blut seiner Freunde und setzte sich an einen Baum. Viele Gedanken rasten durch seinen Kopf. Diese Ohadu war tödlich. Aber es war egal, wenn er starb würde er sie mitnehmen. Er war schon neugierig was sie drauf hatte! Dieses Miststück!
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Marathona » Sonntag 31. März 2013, 14:30

Marathona erwachte langsam aus einem Dämmerzustand. Zunächst dachte sie, sie hätte geruht. Doch der eiserne Geschmack von Menschenblut brachte die Erinnerung. Fast vollkommene Ruhe umgab sie. Nicht ein Vogel war zu hören. Zumindest diese Arbeit hatte Lîms Heer gewissenhaft vollbracht.
Ihre Sinne suchten die Umgebung ab. Schlagartig spürte sie die Präsenz eines Menschen. Hatte einer von denen etwa doch überlebt? Doch am Boden verstreut lagen genau sieben Leichen. Also gab es noch einer dieser Brut. Marathona gab keinen Laut und rührte sich auch nicht. Das war das Gute als Ohadu, man brauchte nicht die Augen öffnen oder lästig die Richtung des Kopfes drehen, um zu 'sehen'. Ihre Aufmerksamkeit glitt zu sich selbst. Alles schien in Ordnung mit ihr. Sie spürte keinerlei Schmerz, wie es eine geweihte Waffe hervorgerufen hätte oder Zauberei. Doch etwas anderes wurde ihr bewusst. Ihre Gliedmaßen konnte sie nicht frei bewegen. Er hatte sie gefesselt! Sie hätte vor Wut aufschreien können. Die Arroganz unbesiegbar zu sein, hatte sie zu Fall gebracht. Zumindest für kurze Zeit. Er hatte sie nicht getötet. Also war er nicht im Besitz einer solchen Waffe. Ruhig bedachte sie ihre weitere Vorgehensweise. Sie forschte nach ihrer dunklen Macht. Doch diese war aufgebraucht. Sie musste warten bis Zûl mit ihr Kontakt aufnahm und diese erneuerte. Bis dahin galt es einfach zu überleben und danach würde sie ihn zerquetschen wie einen niederträchtigen Wurm.
Marathona lag seitlich in einer versickerten Lage Blut. Ein Teil davon klebte noch an ihr. Doch darüber machte sie sich keine Gedanken. Noch ein bemerkenswerter Vorteil einer Ohadu. In einer fließenden Drehung rollte sie sich auf den Rücken, um dann ihren Oberkörper aufzurichten. Schmutz und Blut an ihrer Haut pulveresierte zu Staub und rieselte einfach herab. Die Haut einer Ohadu war perfekt und nichts fand daran Halt. Marathona blickte zu dem Mann am Baum, der sich immer noch nicht rührte. Sie prüfte den Sitz ihrer Fesseln, doch diese waren stramm und saßen gnadenlos fest. Es machte sie innerlich rasend vor Wut. Ihm so ausgeliefert zu sein - ausgerechnet einem MANN! Äußerlich blieb sie gelassen.

"Dein Herz schlägt bemerkenswert ruhig. Du scheinst nicht ganz bei Sinnen zu sein. Jeder normale Mensch hätte das Weite gesucht und nicht darauf gewartet, dass eine Ohadu in seiner unmittelbaren Nähe wieder erwacht."

Trotz ihrer zerfetzt, zerissenen Kleidung saß die Ohadu mit stolz erhobenen Hauptes da. Die Arme eng am Rücken zusammengebunden und um ihren Körper festgesurrt. Ihre Schultern nach hinten gestreckt, zeigte sie ohne Scheu ihre ungewollte Blöße. Sie war eine Ohadu, ein perfektes Wesen!
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Ereignis » Sonntag 31. März 2013, 15:05

Wie von Geisterhand erschien plötzlich ein Wesen im Wald der Lichter, dass so fehl am Platze wirkte, wie ein Ohadu im Tempel der Göttin. Ein tiefes Grollen ging über die Baumwipfel hinweg und in unmittelbarer Umgebung wurde es für diese Jahreszeit zu warm. Kleine Flammen züngelten über seine Haut, schwarzer Rauch kam aus seiner Nase und er machte einen sehr ungemütlichen Eindruck. Er schüttelte sich kurz, hielt inne, als würde er jemandem lauschen und setzte sich dann in Bewegung.

Der Illuman nahm zielsicher den Weg nach Norden. Mit jedem Schritt hinterließ er verbrannte Erde unter seinen Füßen, kleine Rauchkringel stiegen auf. Seine breiten Nasenflügel weiteten sich, wenn er die Luft einsog, als würde er etwas riechen.
Der sowieso schon stille Wald, wurde noch stiller. Nichts regte sich, als wäre alles vor Angst erstarrt. Die Anwesenheit eines Dämons würde wohl nie eine Normalität werden!

Sie waren nicht mehr weit, er konnte es spüren! Er beschleunigte seine Schritte und konnte die ersten Namenlosen sehen.

_________________
Der Illuman sieht den Trupp um den Ohadu Lîm Clayer.
In den weichsten Betten sitzen die Flöhe am liebsten!
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Imril » Sonntag 31. März 2013, 18:54

Ohne eine Regung saß Imril da und schaute gelassen auf die "Frau" vor ihm. Sie war mal ein Mensch gewesen und wenn man genau hinsah konnte man die ehemaligen Züge erahnen. Sie musste die Blüte ihres Lebens schon hinter sich gelassen haben, als sie zum Ohadu wurde. Eine Schrulle also! Der Gedanke bereite ihm sichtbares Vergnügen, denn er grinste plötzlich. Ob es einen Menschen gab, der schon mal eine Ohadu genommen hatte? Interessanter Gedanke.
Imril wurde mit der Zeit langweilig und er konnte nur hoffen, dass das Weib endlich erwachte, damit der Spaß beginnen konnte! Und siehe da, es regte sich! Sie rollte auf den Rücken und dann saß sie auch schon. Ein kurzes Zucken im Oberarm signalisierte ihm, dass sie die Fesseln prüfte. Nun würde sich zeigen, ob sie noch genug Kraft zum Zaubern hatte. Aber es passierte nichts, nur ihr Mund öffnete sich und siehe da, welch entzückende Stimme!
Er antwortete nicht gleich. Er genoß den Moment der Stille. Er schloss sogar kurz die Augen, atmete bewusst ein, wunderte sich über die absolute Stille und sah sie wieder an. Ob sie manchmal Sehnsucht hatte nach dem Gefühl von Leben? Ein Lächeln umspielte seine Lippen, als er ganz nebenbei den Dolch unter seinem Umhang hervor zog und unbeachtet neben sich liegen ließ. Sie sollte ruhig wissen, dass er ihr jämmerliches Dasein jederzeit beenden konnte, wenn ihm danach war.

"Warum sollte ich das Weite suchen, wenn es doch mit dir amüsant werden könnte? Oder die andere Möglichkeit, wenn ich dein ohnehin überfälliges Ende herbeiführen könnte? Denkst du weil du eine Ohadu bist, ist das was Besonderes?" Er sah sie abfällig an und überlegte, ob er die Chance nutzen sollte ihr weh zu tun. Es gab so viele unbeantwortete Fragen, wie zum Beispiel was passierte wenn er mit dem geweihten Dolch ein Körperteil abtrennte. Er betrachtete sehr auffällig ihr Bein. "Was meinst du wird passieren, wenn der geweihte Dolch dein Fleisch durchtrennt? Wird es qualmen? Irgendwann wieder zusammen wachsen?" Er nahm den Dolch, stand auf, ging weiter zu ihr und kniete neben ihr nieder. Er sah sie sehr eindringlich an, jedenfalls versuchte er es, denn in tote Augen zu sehen war doch ungewohnt.
Schnell wie eine Schlange griff seine eine Hand in die andere und zog in einer geschmeidigen Bewegung den rechten Ellenbogen über ihr Gesicht. "Denn was passiert, wenn du einen Schlag abbekommst wissen wir ja.", sagte er gelangweilt und ging schnell wieder auf Abstand. Ein komisches Getrampel in der Nähe, registrierte er nur nebenbei.
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Lîm Clayer » Sonntag 31. März 2013, 19:56

Sie marschierten schnell ohne großartig auf ihre Umgebung zu achten. Selbst wenn sie auf diese Weise keine Menschengruppen aufspüren konnten, weil diese sie bereits im Voraus erkannten. Lîm interessierte sich so wie so nicht für die kleinen versprengten Menschengruppen sondern für ihre möglichen Rückzugsorte. Sobald er diese gefunden hatte, würde es ohnehin für die Überreste der menschlichen Gesellschaft keine Zukunft mehr geben. Dann hatten sie endgültig gewonnen. Wenn er selbst jagte nahm er nur wenige mit sich. Das Vergnügen einen Überebenen hinzurichten wollte er nicht mit den Namenlosen oder seinen Geschwistern teilen. Zu viel Begleitung bedeutet auch immer weniger Freude für ihn selbst. Der Schatten der Bäume verbarg nicht was hier im Wald alles geschehen war, es gab kaum tierische Laute und auf der Strecke eines Tagesmarsches fand man mehr zerschmetterte Waffen und Rüstungsteile, als ein einzelner Schmied in seinen ganzen Leben hätte reparieren könne.

Lîm merkte wie Marathona sich entfernte oder besser gesagt, ihnen nicht weiter folgte, aber es war ihm egal. Er war nicht auf sie angewiesen und wenn Zûl ihr den Auftrag gegeben hatte ihn zu begleiten und sie ihrer Aufgabe nicht nachkam, war dies ihr Problem und nicht seines. Irgendwann war sie komplett aus seinen Wahrnehmungsbereich verschwunden und der ehemalige Verborgene erlaubte sich ein finsteres Lächeln. „Hattest du wirklich den Auftrag mir zu folgen oder war dies wieder einmal eines dieser nutzlosen Ränkespiele, die meine Geschwister so lieben.“ stellte er seine seine Frage ins leere und blickte dabei in das augenlose Antlitz des Schädels auf seinen Speer. Wieder einmal merkte er, wie sehr er die anderen Ohadus verachtete. Sie verschwendetet ihre Dunkle Gabe, das Geschenk Zûls, in den sie Intrigen spannten und sich gegenseitig behinderten. In ihren Handlungen lag keine Effizienz und es gab lediglich Verschwendung von wichtigen Ressourcen.

Sie kamen gut voran als sich plötzlich irgend etwas veränderte, das der Führer von Zûls Streitkräften zuerst nicht zuordnen konnte. In seinen Wahrnehmungsbereich tauchte eine Kraft auf die nicht natürlichen Ursprungs war. Es war eine versengende, verzehrende Kraft die nicht von Menschenhand gerufen wurde. Dann erkannte er das Feuer und Lîm wurde klar, das es sich um einen Dämon handeln musste. Durch seinen Geist schoss ein Wort, Illuman. In einen der Bücher hatte er es gelesen und die zwei älteren Ohadus, die er mit sich genommen hatte realisieren die Gefahr genau so wie er. Der ehemalige Krieger ärgerte sich darüber. Er wusste das seine Gruppe dezimiert werden würde, auch wenn es ihm gleichgültig war was mit den Namenlosen und den mitgenommenen Ohadus geschah hasste er den unnötigen Verlust von Ressourcen. Aber am meisten Störte ihn die Verzögerung die diese Unannehmlichkeit mit sich brachte.

Lîm übernahm sofortig die Initiative und gab den Befehl sich U-Förmig aufzustellen. Dieser Dämon war nicht von ihm Beschworen worden und so war er ein Feind und würde nicht anders behandelt werden. Wieder einmal war der ehemalige Verborgene glücklich darüber das sein Talent in den Zaubersprüchen der Verwundung lag. Alles andere wäre jetzt nutzlos. Als der Dämon nah genug war gab er das Kommando zum Angriff für die erste Reihe bestehend aus den zwei jüngeren Ohadus und fünfundzwanzig Namenlose. Sich selbst noch zurückhaltend. Der Illuman musste verwundet sein damit sein Zauber wirken konnte.
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Marathona » Sonntag 31. März 2013, 22:56

Ihr Kopf wurde durch den Stoß gewaltvoll nach hinten gerissen. Es war nicht so das Ohadus keine Schmerzen mehr wahr nahmen. Sie hatten nur gelernt, dass sie keine dramatischen Folgen für Geblendeten bedeuteten und einer der ersten Lektionen in Marl Morta war diese zu ertragen. Und ein Schlag mit dem Ellenbogen ins Gesicht war Kinderkram. Was jedoch kein Kinderkram bedeutete, war dieser verflucht lästige Dolch. Marathonas Pupillen hätten sich vermutlich verräterisch geweitet bei seinem Anblick. Doch es gab keine sichtbaren Pupillen mehr und die Ohadu hatte sich im Griff.
Langsam kehrte ihr Kopf in die alte Position und blickte genau in seine Augen.
"Wenn du mir Schmerzen bereiten willst mein Süßer, dann solltest du dir etwas mehr Mühe geben."
Ein verächtliches Lächeln umspielte ihre Lippen. Wenn sie eins gelernt hatte als Sklavenhändlerin, dann dass nur die überlebten, welche durchhielten, Stärke zeigten und interessant blieben. Sie musste nur Zeit gewinnen, dann würde sich ihr Spiel blitzartig wenden.
Plötzlich abgelenkt, drehte sie mit einem Ruck den Kopf. Fassungslos blickte sie in die Richtung, wo sie Lîms Heer vermutete. Bisher hatte sie ihn nicht wahrgenommen. Schlagartig schossen Erinnerungen an Patria durch ihren Kopf - senkendes vernichtendes Feuer und diese zwei Abscheulichkeiten.
"Ein Illuman,... was.."
Dann besann sie sich wieder. Sie hatte ganz andere Probleme als sich mit dieser dämonischen Bestie auseinander zu setzen, welche ihnen Zûl gesandt hatte.
"Nun?"
Herausfordernd sah sie wieder zu ihrem Kerkermeister, eine Augenbraue nach oben gezogen und schmollend den Mund verzogen.
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Imril » Montag 1. April 2013, 11:13

Die Ohadu war wohl ein bisschen dumm! Naja wer konnte es ihr verdenken, immerhin war sie irgendwie schon tot. Wahrscheinlich funktionierte das Gehirn dann nicht mehr so korrekt. Imril sah sie mitleidig an. Doch dann fuhr der Kopf der Frau herum und sie stammelte ein paar Worte. Es passte so gar nicht in das Bild und er kniff die Augen zusammen. Erst jetzt nahm er den Kampflärm bewusst war. Über den Baumwipfeln sah er Rauch aufsteigen. Illuman? Was war das? Imril hatte keine Ahnung, aber ein Instinkt riet ihm zu gehen. Wenn die Ohadu schon so reagierte, dann hatte das einen Grund.

"Los hoch mit dir!", fuhr er sie an. Imril schnappte sich den Dolch, ging um sie herum und zog sie an den Fesseln nach oben, während er ihr den Dolch den Hals hielt. "Und mach keine Dummheiten, haben wir uns verstanden, Süße?!" Eine rein rhetorische Frage, verstand sich! Er schubste die Ohadu nach vorne und ging hinter ihr, weg von dem aufsteigenden Rauch. Er überlegte wohin nun. Er musste ein sicheres Versteck finden, an dem sie es sich gemütlich machen konnte. Eigentlich konnte er ins alte Lager gehen. Nun war es eh egal, sie waren alle tot, er alleine, also was sollte es! Er korrigierte die Richtung ein wenig, indem er die Ohadu nach links stieß. "Dahin.", sagte er schroff.
"Woher kamst du ursprünglich, Weißhaut?", fragte er sie, während er sie weiter antrieb. Er hatte keine Ahnung warum er sie fragte, vielleicht einfach um diese Stille zu überbrücken und diese Leere, die seine fehlenden Freunde hinterlassen hatten. Freunde, war eigentlich nicht der richtige Ausdruck. Man hatte sich aus reiner Zweckmäßigkeit zusammen gefunden, mehr nicht. Keiner von ihnen hätte sein Leben für das des anderen geopfert. Schicksal! Nun hatte er ja das kleine Püppchen hier... Er ließ die Klinge langsam von ihrem Nacken den Rücken hinunter gleiten. Sein Mund verzog sich zu einem fiesen Grinsen. Er konnte kaum den Moment abwarten, an dem ihre Kräfte wieder kehrte.
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Ereignis » Montag 1. April 2013, 12:44

Der Illuman war kein Wesen, dass groß dachte. Er wurde beherrscht von Zerstörung und Wut und natürlich dem Willen des Herren, der ihn gerufen hatte. In diesem Fall war seine Macht sehr groß, sowohl die des Herren als auch die des Dämon!
Die Namenlosen griffen an und er fegte sie hinweg. Die Wunden, die ihm zugefügt wurden, waren nicht mehr als kleine Kratzer die etwas zwickten. Unbeeindruckt der Menge an Namenlosen kämpfte er sich weiter vor und stieß auf die ersten Ohadus. Sie waren jung, unerfahren und dumm. Sie versuchten mit der Dunkelheit, Giftwolke und anderen unwirksamen Zaubern ihm zuzusetzen. Doch er war unbeeindruckt und fegte sie weg, verquetschte sie oder schleuderte sie in die Luft, um sich daran zu erfreuen wenn sie wieder aufstanden. Eine gewisste Befriedigung konnte man dem Dämon nicht absprechen.
Natürlichen gingen die Zauber und auch die Wunden, die die Namenlosen in seine glühend heiße Haut rissen, nicht spurlos an ihm vorüber. Seine zuvor perfekt aussehende Haut mit seinen Schuppen war teilweise offen, hier und da traten die Flammen stärker hervor und das Gras zu seinen Füßen begann durch die große Hitze einfach zu verbuffen.
Wieder erwischte er einen Ohadu, nahm ihn in die Hand und riss ihm mit der anderen den Kopf ab. Zurück blieb nur ein Haufen Asche. Meter um Meter arbeite er sich vor und gab ein lautes Brüllen von sich, als es ein Namenloser schaffte ihm gleich drei seiner mächtigen Hautschuppen abzureissen.
In den weichsten Betten sitzen die Flöhe am liebsten!
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Marathona » Montag 1. April 2013, 17:08

Wie ein Stück Lastgut wurde sie hochgehievt. Bedrohlich nah hielt er den geweihten Dolch an ihrer Kehle. Marathona hielt die Luft an und verhielt sich ganz ruhig. Dann stieß er sie nach vorn. Was hatte er vor? Nahm er sie mit zu einer Gruppe Menschen? Wollte er sie verhören? Es machte wenig Sinn sich darüber jetzt den Kopf zu zerbrechen. Sie musste einfach abwarten und dann entscheiden.
Kampfeslärm lenkte sie ab. Was ging da vor? Es roch nach verbranntem Fleisch, süßlich wehte er in ihre Nase. Ein Illuman konnte doch mit allem fertig werden. Auf wen war die Gruppe von Lîm getroffen? Zûl beschwor doch nicht ohne Grund einen Dämon der Unterwelt. Egal, vermutlich würde sie es nie erfahren.
Ihr Peiniger zog genüsslich das Messer über ihren Rücken. Die Ohadu bekam eine Gänsehaut und grinste in sich hinein. Gefahr hatte durchaus etwas erotisches! Seine Fragen ignorierte sie zunächst. Sollte er ruhig warten. Erst als sie befand, dass es nun lang genug gedauert hatte, gab sie Antwort.
"Nach der Wandlung zu einer Ohadu legt man auch die Vergangenheit ab. Man wird neu geboren. Es gibt keinen unnützen Balast mehr."
Sie log ihn eiskalt an. Marathona hatte keine Lust über ihre Vergangenheit zu sprechen. Davon abgesehen wäre es sicher nicht förderlich einem Mann zu erzählen, dass man sie als Ware benutzt hatte. Auch wenn sie diese Zeit manches Mal vermisste.
"Und du, warum jagst du Ohadus? Hat einer der unsrigen dein Weib und deine Kinder bestialisch abgeschlachtet und willst du dich nun rächen?"
Es begann Spaß zu machen. Sie setzte noch einen drauf. Es galt Grenzen aus zu testen.
"Du weisst doch, die Vergangeheit wird ausgelöscht, soll ich dich vielleicht zu einem höheren Wesen machen?"
Ihre Stimme erklang süß wir Honig mit der Rauheit und Reife ihres Alters.
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Lîm Clayer » Montag 1. April 2013, 19:19

Noch ehe der Kampf richtig begonnen hatte starben auch schon die ersten Ohadus. Das es die Jungen waren war vorhersehbar gewesen, doch in was für einer Geschwindigkeit der Illuman durch ihre Reihen brach und selbst Ohadus wie Spielzeug wirken ließ, verstörte Lîm. Er verspürte keine Angst, dieses Gefühl war zusammen mit seiner menschlichen Hülle gestorben. Aber er war nicht dumm und wusste, das er schnellst möglich den Dämon töten musste bevor er sie alle ausgelöscht hatte. Für eine Flucht war es längst zu spät und selbst wenn sie es tun würden, würde das laufende Inferno sie alle verzehren.

Noch während der Dämon dabei war durch ihre erste Reihe zu brechen, gab er den Befehl zum Angriff für die Zweite mit den älteren Ohadus. „Angriff! Nutzt gefälligst Verwundungszauber und nichts anders!“ Das die jüngeren auch nur auf die Idee gekommen waren Nebelzauber einzusetzen, war an Dummheit kaum zu überbieten. Sie hatten es hier mit einen Dämon, einer ernsthaften Bedrohung, zu tun und nicht mit irgendwelchen Menschen, die durch nahezu jeden Zauber der Kinder Zûls Schaden nahmen. Er verließ sich jedoch nicht alleine auf seine Untergebenen und entschied selbst zu Handeln. „Sudd cieg arloc.“ drangen die Worte aus seinen Mund zeitgleich mit einen der Alten. Die Zersetzungen breiteten sich auf der Oberfläche des Illuman aus und begannen seinen Schuppenpanzer zu schwächen. Das Wesen bemerkte dies an Hand der Schmerzen die der Zauber bereitete und griff nach einen der Alten und riss ihm den Kopf ab.

Es waren letztendlich die Namenlose, sein treustes Werkzeug, welche den wichtigsten Teil der notwendigen Vorarbeit leisteten und den Dämon große offene Wunden zufügten. Die Bestie schlug wie wild um sich und zerschmetterte nahezu ein Dutzend in der Zeitspanne eines Wimpernschlags. Der letzte seiner Geschwister hauchte sein untotes Leben aus, als Lîm sich gerade auf den letzten und entscheidenden Schlag gegen das laufende Inferno vorbereitet und seine dunklen Kräfte zusammen zog. „Rhill tigda snago dubat.“ donnerten die Worte, angestrengt aus seiner Kehle. Der Zauber suchte wie von allein die offenen Stellen des geschundenen Körper des Illuman und begann sein Werk. Überall begannen sich die verwundeten Gliedmaße der Dämons unnatürlich zu verformen, zu verdrehen und eine weitere Bewegung unmöglich zu machen. Das Wesen brüllte und suchte wütend mit seinen Augen nach dem Angreifer. Er erspähte Lîm und schleuderte ihm ein Feuerball entgegen. Dieser konnte gerade noch Ausweichen, wenn auch nicht komplett, so das das letzte Werk des Dämons Lîms linkes Bein in starke Mitleidenschaft zog. Der ehemalige Verborgene verlor dabei jedoch nicht seine Konzentration und sein Zauber beendete das begonnene Werk. Eine Wunde in Höhe des Nackens, welche ein dort hingesprungener Namenloser gerissen hatte, war der Todbringer des Monstrums.

Als sich der Kopf und Nacken unnatürlich vom Körper bewegten stieß das Wesen einen letzten wüteten, unnatürlichen Schrei aus, der mehrere Tausend Schritt im Wald der Lichter immer noch donnerte. Ein lautes Knacken folgte und der Illuman schwieg, schien zuerst zu erstarren, stürzte nach vorne über und blieb regungslos liegen. Lîm stützte sich schwer angeschlagen auf seinen Totenkopfspeer. Ohne hätte er sich wohl kaum mehr auf den Beinen halten können. Seine Begleiter waren endgültig tot. Zweiundvierzig Namenlose wurden von dem Dämon zerschmettert. Von den Ghulwesen blieben ihm gerade einmal siebeneinhalb. Das Achte hatte einen ganzen Arm abgerissen bekommen. Es schien jedoch weiterhin in der Lage zu sein ihm zum dienen.

„Zûl muss davon erfahren“ dachte Lîm laut. „Ich muss per Meditation Kontakt mit ihm aufbauen.“ Hier war es jedoch nicht möglich. Er musste sich zurückziehen, Schutz suchen. Der Führer von Zûls Streitkräfte rief die überlebenden Namenlosen zu sich und machte sich auf den Weg zu seiner alten Heimat. Möglicherweise hatte er sogar Glück und würde dort eine von Ihm ausgesandte Patrouillen treffen um seinen eigenen Schutz zu verbessern, den bei einen zweiten Angriff würde er wohl kaum in der Lage sein mit dieser Truppe einen Dämon zu besiegen.

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Eingesetzte Zauber:
Zersetzen
Verkrüppeln

weiter in Maryenhain [Wald der Lichter]
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Imril » Dienstag 2. April 2013, 18:16

Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis sie endlich zur Antwort ansetzte. Imril spekulierte darüber, ob Ohadus im Laufen schlafen konnten. Vielleicht regenierte sie Energie und wollte diesen Illuman besuchen. Er war darauf vorbereitet das sie den Versuch unternahm zu fliehen, er wollte zwar Spaß mit ihr haben, aber im Notfall hätte er sie getötet. Diese Ohadu hatte nicht umsonst seine Gruppe zerlegt. Die Kampfgeräusche langen nun schräg hinter ihnen. Sie kamen gut voran! Irgendwann fiel ihr wohl ein, dass er sie etwas gefragt hatte und antwortete.
Er war erstaunt! Sie wusste nichts mehr über ihr vorheriges Leben? Es klang logisch, denn somit entledigte sie sich auch alten Freundschaften oder der Familie. Doch dann begann sie ziemlich lustig zu werden mit ihrer weichen einschmeichelnden Stimme. Imril lachte leise.

"Du bist wirklich amüsant Ohadu! Glaubst du ein Mensch braucht einen Grund, um zu jagen oder zu töten? Ihr seid diejenigen, die einem höheren Ziel gehorchen und Rache für ihren dämlichen Meister suchen. Also vergleiche uns nicht mit euch! Es macht einfach Spaß euch abzuschlachten. Es ist ruhig geworden, Menschen gibts kaum noch, also was liegt näher als den Spaß mit euch zu suchen?"

Er wusste ganz genau, dass die Ohadu nur ein besserer Sklave war, so wie er ehemals. In so eine Situation würde er sich niemals bringen lassen! Aber sie erinnerte ihn an etwas... ihren verfluchten Dolch hatte er ihr nicht abgenommen. "Aber gut, dass du es ansprichst, Weib. Bleib stehen." Wieder unterstrich er seinen Befehl mit einem harten Ruck an den Fesseln. Von hinten begann er sie mit der linken Hand nach dem Dolch abzutasten, während er in der rechten Hand seinen geweihten Dolch an ihre Kehle hielt. Sein Blick ging nach vorne und er sah schon die hohen Bäume. Er kam seinem Ziel näher. Sie hätten auch den Weg nehmen können, aber die Wahrscheinlichkeit dort entdeckt zu werden war einfach zu groß.
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Kyra » Donnerstag 11. April 2013, 20:22

Irgendwann hatte sich Kyra so weit beruhigt, dass sie trotz der widrigen Umstände einschlief. Im Prinzip fiel sie wieder in ihre Verhaltensweisen auf dem Schlachtfeld zurück – sitze, wenn du sitzen kannst, esse, wenn du essen kannst und schlafe, wenn du schlafen kannst. Dieser Schlaf war keine erholsame Ruhe, sondern eine Notwendigkeit, die dem Körper gegönnt wurde, wann immer sich die Gelegenheit ergab. Ein paar Mal schreckte sie auf – entweder, weil sie im Schlaf zur Seite kippte und ihre Seilkonstruktion sich empfindlich in ihre Haut bohrte oder aber, weil sie von Geräuschen im Wald geweckt wurde, die sie eindeutig Namenlosen zuordnen konnte. In solchen Momenten verharrte sie atemlos, bis sich die Geräusche wieder entfernt hatten. Alles in allem hatte sie in Maryenhain trotz der inneren Leere, die sie dort ausgefüllt hatte, besser geschlafen.

Kyra konnte nicht sagen, wie lange ihr unruhiger Schlaf angedauert hatte, aber sobald die gröbste körperliche Müdigkeit vertrieben war, band sie sich los, verstaute die Verschnürung in ihrem Rucksack und aß ein wenig von dem Trockenobst, das sie aus Maryenhain mitgenommen hatte. Dann lauschte sie und beobachtete aufmerksam ihre Umgebung, ob sich dort etwas rührte. Als sie weder etwas sehen, noch etwas hören konnte, kletterte sie wieder nach unten und setzte ihren Weg fort. Der Wald der Lichter – zumindest der südliche Teil, in dem sie sich befand – war vertrautes Territorium, das sie während ihrer Zeit in den Katakomben das eine oder andere Mal durchstreift hatte. Gerade zu Zeiten der Katakomben waren die Möglichkeiten, in den Wald zu gehen, limitiert gewesen, aber Kyra hatte selbst dann jede sich ihr bietende Gelegenheit genutzt. Immerhin war sie in den Wäldern aufgewachsen und das Eingesperrtsein in einer Höhle – selbst wenn diese die Ausmaße der Katakomben hatte – hatte ihr immer missfallen. Natürlich war es gefährlich gewesen – wegen der Patrianerinnen ebenso wie wegen der Falken – aber manche Dinge, wie das Sammeln seltener Kräuter für Tränke, erforderten es einfach, sich den Wald hinauszuwagen.

Wie damals hielt sie sich von den schmalen Trampelpfaden fern und bewegte sich stattdessen durch das Unterholz fort. Das zwang sie zu einem langsameren Tempo, aber es war einfach sicherer und bot ihr die Möglichkeit, sich schnell zu verstecken. Einmal musste sie sich unter die Zweige eines dichten Buschwerks zwängen, als ein kleiner Trupp Kobolde in ihrer Nähe durch den Wald trampelte. In ihrer seltsam zischenden Sprache redeten sie miteinander und während Kyra mit klopfendem Herzen unter den Ästen lag und den Duft der Erde einatmete, fragte sie sich tatsächlich, was Kobolde wohl miteinander besprechen mochten. Schon als die Schritte und Stimmen der kleinen Echsen längst verklungen waren, lag Kyra noch unbeweglich in ihrem Versteck und philosophierte über die Gesprächsinhalte der Kobolde. Beschwerten sie sich vielleicht über die Behandlung, die ihnen von Zûl und den Ohadus zuteil wurde? Schmiedeten sie Pläne, wie sie sich an dem einen oder anderen Ohadu rächen konnten? Der Gedanke gefiel Kyra irgendwie, denn er machte aus den Kobolden Individuen, mit eigenen Wünschen und Plänen, die vielleicht ein Dorn in der Seite Zûls sein könnten. Natürlich konnte sie nicht vergessen, was die Kobolde im Krieg alles getan hatten und es wäre vermutlich dumm, ihnen menschlich anmutende Regungen und Züge anzudichten. Aber sie … ja, sie sehnte sich einfach nach Stimmen. Nach Wesen, die miteinander redeten. Die gemeinsam Pläne schmiedeten. Die Hoffnung hatten.

Eine Träne bahnte sich einen Weg über ihre Wange, hielt sich kurz an ihrem Kinn fest und verschwand dann auf Nimmerwiedersehen im Erdreich. Weitere folgten ihr und ehe Kyra sich versah, brach sich der Schmerz der Einsamkeit in einer Tränenflut bahn. Wie tief war sie eigentlich gesunken, dass sie sich schon an Koboldgesprächen festklammern musste? Sehr tief. Aber Fakt war, dass – abgesehen von den wenigen Tieren, die sie bisher zu Gesicht bekommen und die sich auf Vögel und kleine Nager beschränkt hatte – die Kobolde ihr von jenen Kreaturen, die das Land durchstreiften, noch die liebsten waren. Sie waren zumindest Lebewesen. Sie schienen so etwas wie eine … na ja, Kultur konnte man es wohl kaum nennen, aber doch Lebensgemeinschaft zu besitzen. Ohadus und Namenlose waren Monster, der Gegensatz jeglichen Lebens. Und Zûl war ein gesichtloser Schatten, eine Ausgeburt an Boshaftigkeit, die zu begreifen sowieso jeden menschlichen Verstand überfordern würde. Zumindest konnte und wollte sich Kyra nicht in Zûls Gedankenwelt hineinversetzen. Da waren die Kobolde einfach das geringste Übel. Zumindest was das Nachvollziehen ihrer Handlungen anging. Kyra wusste nicht, ob es außer ihr überhaupt noch Menschen gab. Ob noch jemand überlebt hatte. Sie hatte nach Kriegsende niemanden mehr zu Gesicht bekommen. Vielleicht war sie allein unter Kobolden … und Ohadus … und Namenlosen … und was auch immer Zûl sonst noch so unter seiner Knute hatte.

Es dauerte eine Weile ehe Kyras Tränen versiegt waren. Anschließend fiel sie in eine Art Erschöpfungsschlaf, aus dem sie erst ein Alptraum schreckte, in dessen Verlauf sie mit Kobolden an einem Feuer Menschenfleisch gegrillt hatte. Sie wusste nicht, ob sie geschrien hatte, sie wusste nicht, ob sie jemand gehört hatte. Jedenfalls nutzte sie die ersten Augenblicke nach dem Aufwachen zunächst dazu, ihre Trockenfrüchte nicht wieder von sich zu geben. Dann kroch sie ins Freie und eilte weiter. Die Bewegung half ihr, wieder einen halbwegs klaren Kopf zu bekommen und vorsichtiger zu werden. Plötzlich nahm sie etwas wahr, das eindeutig nicht Teil des Waldes war. Graue Steinsäulen, die zwischen den Bäumen zu sehen waren. Kyra verharrte kurz und lauschte, aber hier schien nichts Unnatürliches zu sein, denn die Vögel und Nager waren nicht verstummt. Langsam näherte sie sich … und dann erkannte sie auch, was es war. Ein altes Grab aus längst vergangener Zeit, das Grab eines Nachfahren von Auror.
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Re: Wald der Lichter

Beitragvon Kyra » Donnerstag 11. April 2013, 20:30

Kyra verharrte im Gebüsch und beobachtete die Lichtung vor dem Grabmal eine Weile, ehe sie den Blick auf die Gesteinskonstruktion heftete. Sofort sah sie, dass Zûls Diener bereits hier gewesen waren. Der Eingangsbereich war in sich zusammengefallen, die einstmals beeindruckenden Säulen nur noch ein Haufen Geröll. Kyras Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ein weiterer Beweis – obwohl es dessen wohl kaum bedurft hätte – wie es augenblicklich um dieses Land bestellt war. Dennoch fühlte sie sich zu dem Grabmal hingezogen. Nachdem sie sich ein weiteres Mal umgesehen und die sie umgebenden Geräusche analysiert hatte, näherte sie sich dem Schutt, der nun den Eingang markierte. Vorsichtig erklomm sie den Geröllhaufen, wobei kleine Steinchen mit leichtem Klicken gen Waldboden purzelten. Einmal krachte ein größerer Brocken unter ihrem Stiefelabsatz weg, aber die Zauberin fing sich noch rechtzeitig, sodass sie nicht abrutschte. Schließlich erreichte sie einen Spalt, der einen Blick ins Innere gestattete. Kyra überzeugte sich, dass ihre Stiefel einen festen Halt hatten, stützte sich mit dem linken Arm ab und schob dann die rechte Hand ins Innere des Grabmals. Ihre Hand kribbelte kurz angenehm, ehe über ihr eine kleine Flamme erschien, die einen rötlich-flackernden Schein an die Wände warf.

Der Boden des schmalen Ganges war mit Gesteinsbrocken bedeckt, aber die Wände schienen noch intakt zu sein. Auf der linken Seite zogen sich einige schmale Risse durch den Stein, aber nichts, was Kyras ungeübtem Auge zufolge ein sofortiges Kollabieren des Grabmals zur Folge gehabt hätte. Die in Stein gemeißelten Wandreliefs waren teilweise mit Krallenspuren und Ätzungen unkenntlich gemacht, teilweise aber noch zu sehen. Kyra konnte ein Bild erkennen, das offensichtlich Annuyiaée auf Gorsaks darstellen sollte. Der Anblick verschaffte ihr eine seltsame Art von Trost, obwohl er ein Relikt aus einer längst vergessenen Epoche war. Wenn sie gewollt hätte, hätte sie es wohl geschafft, sich durch den Spalt ins Innere zu schieben, aber ganz ehrlich … was sollte das bringen? Sollte sie sich neben den Sarg von Aurors Nachfahre legen, um ebenfalls zu sterben? Der Gedanke hatte zugegebenermaßen etwas Verlockendes und auch Tröstendes. Andererseits auch etwas Deprimierendes – ein Sinnbild der endgültigen Kapitulation. Kyra wusste einfach nicht, ob es sich noch zu kämpfen lohnte. Sie hatte gekämpft für ihr Land, Tage und Wochen. Vergeblich. Und nun fehlte es ihr an Kraft und vor allem an Hoffnung. Wenn man kämpfte, dann meistens FÜR irgendetwas … und wofür sollte sie jetzt noch kämpfen? Alle, die sie liebte, waren tot oder ihr Schicksal war ungewiss. Das Einzige, was ihr noch blieb, war eine vage Hoffnung darauf, dass jene, deren Schicksal sie nicht kannte, doch irgendwie überlebt hatten. Und das war nur eine Krücke aus morschem Holz, die nur schlecht stütze und jederzeit brechen könnte.

Letztendlich wusste Kyra auch nicht, warum sie schließlich wieder von dem Schutthügel herunterkletterte. Vielleicht, weil sie nicht in einer dunklen Kammer sterben wollte – selbst wenn es an der Seite von Aurors Nachfahre war. Sie hob noch ein kleines Stück Gestein auf, das sie als Andenken mitnehmen wollte. Sie drehte es in ihrer Hand und sah, dass dieses wohl ein Stück des Säulenreliefs gewesen war … es zeigte eine kleine Sonne, die ein weiteres seltenes Lächeln auf Kyras Gesicht zauberte. Sie ließ den Stein in ihrer Tasche verschwinden und setzte ihren Weg fort, ohne sich noch einmal umzudrehen. Zweimal musste sie einen Bogen schlagen, weil sie Namenlosen und Kobolden ausweichen musste, aber es waren nur kleine Trupps, die eher ziellos durch die Gegend streiften. Kyra war entschlossen, es bis zum Wald der Stimmen zu schaffen. Sie war nicht mehr dort gewesen, seitdem sie aus ihrem Dorf vertrieben worden war. Sie hatte bisher immer vermieden, dorthin zu gehen, aus Angst, sich ihrer schmerzhaften Vergangenheit zu stellen. Aber nun machte die noch schmerzhaftere Gegenwart besagte Vergangenheit zu etwas, vor dem man sich nicht länger fürchten musste.

Irgendwann vernahm sie das Rauschen des Torrentis und als der große Fluss schließlich in Sicht kam, blieb Kyra ein weiteres Mal stehen. Die nächste Schwierigkeit präsentierte sich ihr, nämlich jene, wie sie den Fluss überqueren sollte. Selbst wenn sie eine Furt fand, würde diese mit Sicherheit nicht unbewacht sein. Bisher hatte sie Glück gehabt und war den Kreaturen Zûls nicht in die Arme gelaufen. Aber sich darauf zu verlassen, dass das anhielt wäre töricht. Hinüberschwimmen konnte sie auch nicht – abgesehen davon, dass ihr die Kraft fehlte sich gegen die Strömung zu behaupten, würden sämtliche Kleidungsstücke und ihr ganzes Gepäck nass werden. Und es war immer noch Winter, also würde sie sich irgendwann den Tod holen. Ein Floß zu bauen war auch keine Option, denn sie wusste nicht wie. Und hätte auch Schwierigkeiten gehabt, die Materialien zu beschaffen. Am liebsten hätte Kyra sich hingesetzt und geheult. So nah und doch so fern! Aber nachdem sie einmal beschlossen hatte, es bis zum Wald der Stimmen zu schaffen, wollte sie sich so kurz vor dem Ziel nicht davon abbringen lassen. Die Furt schien ihr nach Abwägen ihrer Möglichkeiten noch die beste Option zu sein, auch wenn sie gefährlich war. Also machte Kyra sich auf die Suche nach einem geeigneten Übergang …
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