Die Königsschlucht

Tauche ein in die Welt von Aurorae!

Die Königsschlucht

Beitragvon Der Schreiber » Freitag 25. Januar 2013, 17:41

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Das Gebiet der Königsschlucht ist hügelig bis bergig. Seinen Name hat es von einer tiefen breiten Schlucht, die sich durch die Landschaft zieht. Nur an wenigen Stellen kann man hindurch laufen. Viele Wanderer meiden das Gebiet und laufen lieber einen Umweg. Besonders tückisch ist es im Winter, wenn das Wasser auf den Steinen friert. Hinter der Schlucht, im Westen, findet man alte Burgen, verlassen und schon halb verfallen.

1. Weiße Festung

Erbaut vom 3. Sohn Gariols (317 - 282 v.Q.). Ein eindrucksvolles Gebäude oder besser Turm, um den sich eine Treppe spiralenförmig herumwickelt.

2. Burgfried

Wurde ursprünglich für die Kokubine Königs Ilerims erbaut.

3. Höhlensystem in der Schlucht

Das Höhlensystem wurde als Versteck genutzt und war eine zeitlang Unterschlupf für den Streunerprinzen Quarius.

4. Ruinen der Königshallen

Ehemaliger Sommersitz von König Edireo.

5. Dolparos Lusthäuser

Ansammlung von einigen Ruinen, die früher Dalparos Harem beherbergte. (5)

6. Festung von Weral

Zu seinem 50. Geburtstag wünschte sich der König Weral (Sohn von Xerlim (Bruder von Farlas), lebte von 139 � 57 v.Q.) seine eigene Festung, die er sich in der Königsschlucht bauen ließ. Es dauerte Jahre bis die Festung stand und noch heute sieht man die eindrucksvolle Festung auf dem Hügel stehen.

7. Weralturm

Der Weralturm steht direkt an der Königsschlucht und sollte die Passierenden überwachen, es gab nur diesen einen Übergang.

8. Übergang

Der einzige Übergang durch die Schlucht, Treppen führen hinab und auf der anderen Seite wieder heraus. Die einzigste Möglichkeit auf die andere Seite zu kommen, ist sonst die Schlucht zu umgehen.

9. Massengrab

Nach dem Sturz von Dalparos durch Quendor wurde sein Harem, samt den Kinder, hingerichtet. An einem Tag starben 36 Frauen und 78 Kinder. Sie wurden in einem Massengrab beigesetzt.

10.-22. Grabhügel

Amodem I (10)
Cegolan (11)
Amodem II (12)
Jerigon (13)
Teloran (14)
Gariol (15)
Naruf (16)
Edireo (17)
Relanes (18)
Farlas (19)
Weral (20)
Ilerim (21)
Dolparo (22)
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Re: Die Königsschlucht

Beitragvon Taira » Freitag 22. Februar 2013, 17:32

Der gleichmäßige Rhythmus ihres schlagenden Herzens beruhigte die Kriegerin allmählich. Es erinnerte sie daran, dass sie trotz allem lebte, atmete. Ihre Augen waren nicht dem irislosen Blick einer Entweihten gewichen, wie es so vielen Menschen ergangen war, die nicht direkt bei den Angriffen umgekommen waren. Sie war noch sie selbst. Mehr oder weniger. Menschlich war sie. Und das hatte sie nur sich selbst, sowie Rache und Tod zu verdanken. Sie wusste nicht mehr, wie viele Kreaturen Zûls sie getötet hatte. Oder wie viele Menschen sie wissentlich zur Schlachtbank geführt hatte. Sie wusste auch nicht, wo ihre Waffe geblieben war, mit der sie die Entweihten hatte niederringen können. Vielleicht war es auch besser so. Es war in jedem Fall weniger schmerzhaft im Hier und Jetzt zu leben. Auch wenn das Jetzt einer Katastrophe gleich kam.

Sie setze sich auf und betrachtete seltsam ruhig die Landschaft um sie herum. Wann war sie jemals hier in diesem Teil des Landes gewesen? Sie konnte sich nicht erinnern. Aber sie hatte Karten studiert, wusste um die Geschichte dieser Gegend, die beinahe so blutig war, wie das was sie erlebt hatte. Vielleicht fühlte sie sich auch deshalb so wohl hier. Vielleicht waren es aber auch die Hügel und Berge, die die dichte Waldvegetation abgelöst hatten. Im Wald konnte man sich sehr gut verstecken . Allerdings konnten sich auch alle anderen darin sehr gut verstecken. Und so war dort immer eine gewisse innere Anspannung. Sie war im Wald immer auf der Hut. Nicht dass sie sich hier völlig entspannte. Aber sie fühlte sich doch freier, mit nichts als dem Boden und dem Himmel um sich. Sie wusste jedoch, bald würde sich auch das wieder ändern. Denn da, wo sie hin musste, würde es so viele Berge geben, dass sie sich von neuem eingeengt fühlen würde. Innerlich sträubte sie sich dagegen, ihren Weg fortzusetzen. Sie wusste jedoch, dass sie nur dann wirklich frei sein würde von allen Verpflichtungen, wenn sie das tat, was sie versprochen hatte.

"Stopp!" Ihre Stimme war mehr ein verzweifeltes Wispern. Nichts mehr schien von der Wut übrig, die sie bis hierher getrieben hatte. Müde und erschöpft schleppte die Frau sich noch ein Stück des Weges weiter und suchte dann Unterschlupf in einer Mulde. "Wie ein Hase", murmelte sie. Sie begann damit, die Mulde zu tarnen. Mehr schlecht als recht. Dann rollte sie sich zusammen. Wie lange hatte sie schon nicht mehr wirklich geschlafen? Dem Gefühl jeglicher Sicherheit beraubt, fiel es ihr schwer, in den erholsamen Tiefschlaf zu gleiten. Und der quälende Hunger tat sein Übriges dazu, dass ihr das Einschlafen schwer fiel. "Morgen gehe ich auf die Jagd," sinnierte sie. Kurz blitzte eine Erinnerung an eine absurde Jagd in ihr auf. Eine Jagd, aus einem anderem Leben, einer besseren Zeit. "Genug," wisperte sie. "Es ist genug." Ein leises Summen erfüllte die Mulde, erfüllte ihren Geist. Es kam von ihrem Mund. Das Summen verhinderte, dass sie weiter dachte. Nur noch schlafen, ausruhen und dann etwas zu essen finden, um wieder zu Kräften zu kommen. Mehr zählte nicht.
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Re: Die Königsschlucht

Beitragvon Taira » Mittwoch 27. Februar 2013, 18:47

Der Kriegerin waren nur wenige Stunden Schlaf vergönnt, bis sie angriffsbereit und schweißgebadet aus ihm auffuhr. Wie beinahe jeden Morgen, gab es jedoch nichts anzugreifen. Es war zugleich Erleichterung und Enttäuschung. Erleichterung deshalb, weil sie nun nicht mehr in unzähligen zum Scheitern verurteilten Schlachten kämpfte, nicht mehr jeden Tag sah, wie einstige Verbündete und sogar Freunde, dem Schrecken von Zûls Schergen zum Opfer fielen. Sie musste sie auch nicht länger in den Tod schicken. Obwohl sie zum Schluss so abgestumpft war, dass solcherlei Skrupel nicht mehr zu ihr gehörten. Enttäuschung deshalb, weil es niemanden mehr gab, dem sie erst Rache und dann Tod in die Brust rammen konnte, sie der Schlachtenlärm, die Schreie von Verwundeten nicht mehr aus einem Erschöpfungsschlaf weckte. Nicht mal Gespräche weckten sie. Diese neue Stille war in gewisser Weise befremdlich für die Menschenfrau, auch wenn sie das Gerede der anderen nicht wirklich vermisste, eher das Hintergrundplätschern das es abgegeben hatte. Es hatte eine gewisse Sicherheit darin gelegen. Wenn jemand in ihrer Nähe schrie, dann wusste sie, ein Angriff stand bevor. Nun, warnte sie niemand mehr. Soweit sie wusste, gab es keine Menschen mehr. Möglich, dass wie sie einige überlebt hatten, aber sie nahm es nicht als sehr wahrscheinlich an.

Sie lauschte eine Weile angestrengt, dann lugte sie aus ihrem Versteck hervor, um nachzusehen, ob die Luft wirklich rein war. Niemand hier. Die Frage war, wie lange noch. Irgendwann würde sie wieder auf Zûls Namenlose treffen. "Dann heißt es wieder, sie oder ich," murmelte sie noch gezeichnet vom Schlaf. Sie gähnte herzhaft und streckte sich, bevor sie erneut in ihrem Rucksack kramte. Sie entpackte ein in speckiges Leder gewickeltes Päckchen. Zwei verfärbte Klingen befanden sich darin. In einem beinahe zerstörten Zustand. Sie waren einmal an einem Stab befestigt gewesen. Wieso sie es bis hierher mitgeschleppt hatte, wusste sie nicht mehr. Es ärgerte sie sogar ziemlich. Sie schmiss die Klingen auf den Boden und trampelte laut schimpfend darauf herum. "Ich verfluche dich Tausendfach!" Sie selbst wusste dabei am besten, wen sie da verfluchte. Sie schulterte immer noch wütend ihr Gepäck und verließ ihre 'Hasenkuhle'. Ihr Weg führte sie immer weiter nach Nordwesten

Jeder Schritt jedoch wurde immer schwerer. Ihr Tempo verlangsamte sich zusehends. Fahrig strich sie sich durch die verfilzten, dreckigen Haare. Und schließlich blieb sie stehen. Einfach so. Mitten im nirgendwo. "Was, wenn...? ... Ach vergiss es lieber! ... Aber..." Ärgerlich war ihre Stimme, ihr Gesichtsausdruck so finster wie ein Gewittersturm. Stimmte ja! Sie schlug sich in einer wütenden Erkenntnis heftig gegen die Stirn. "Dumme Gans. Jetzt weißt du es wieder, nicht wahr? Auch wenn du es nicht wissen willst. Hol sie dir wieder. Sonst hast du ja doch keine Ruhe." Die Menschenfrau machte einer Furie gleich auf dem Absatz kehrt und stiefelte wieder in die Richtung aus der sie gekommen war. Und der einzige Grund dafür, waren zwei unbrauchbare Klingen, einer nicht mehr existenten Waffe.
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Re: Die Königsschlucht

Beitragvon Taira » Mittwoch 6. März 2013, 22:28

“Dumme Gans, jetzt musst du zwei Mal den selben Weg laufen. Was für eine Zeitverschwendung!“ Die Menschenfrau war empört über sich selbst und gab sich keine Mühe diesen Umstand zu verbergen. Wer sollte sie auch hören? Namenlose? Entweihte? Sonst war ja kaum etwas irgendwie Lebendes in Aurorae übrig. Sie hoffe fast, sie hörten sie. So lange hatten ihre Klingen kein Blut mehr geschmeckt, mochte es auch faulig und zähflüssig wie das eines Namenlosen sein. Rache und Tod würden ihr bei einem Ohadu jedenfalls nichts nützen. Das wusste sie aus Erfahrung. Wie sie diese Erfahrung überlebt hatte, daran dachte sie lieber nicht. Zu nah, war dieser Gedanke an anderen, schmerzvolleren. Und so seltsam es auch erschien, nicht tiefer zu bohren, ihr Leben im Jetzt zu leben, so kümmerlich es auch war, das war das einzige, was ihren Verstand zusammen hielt.

Aber sie wusste nun auch wieder, warum sie sich nicht von den Klingen trennen mochte, auch wenn sie wohl nutzlos waren. Wenn sie irgendwann durch einen Entweihten fallen würde, dann wollte sie zumindest nicht sterben, ohne eine Nachricht in seinem Fleisch zu hinterlassen. Und sie machte sich da keine Illusionen. Irgendwann würden sie auch sie finden und vernichten. So wie sie alle Menschen vernichtet hatten, die dumm genug gewesen waren, auf die Göttin zu hören und in ihrem Namen zu kämpfen. Und dennoch wollte sie diese letzte Nachricht schreiben. Sie würde sich bald darum kümmern müssen, den beiden Klingen einen Platz an ihrem Gürtel einzuräumen, wo sie im Ernstfall leicht an sie heran kommen würde.

Allerdings nicht jetzt. Noch nicht. “Ich habe noch Zeit. Das weiß ich und erst muss ich noch etwas anderes erledigen.“ Sie marschierte in einem straffen Tempo bis ihr Hunger sie zum Anhalten zwang. Irgendwo musste es sicher das ein oder andere Kleintier geben. Aber sie war keine Waldläuferin. Sie war Kriegerin. Kurz glomm die Erinnerung an eine absurde Jagd auf Taramantas in ihr auf. Doch es gelang ihr, diese in einen verborgenen Winkel ihres Verstandes zu vergraben, bevor mehr als der Hauch eines Gedankenblitzes durch ihren Geist gehuscht war. Sich hier auf die Lauer zu legen ergab in ihren Augen nicht viel Sinn. Aber sie konnte nach ein paar Wurzeln suchen. Der Boden war nicht mehr steinhart gefroren. Oder sie suchte sich etwas, das moderte. Einen sterbenden Baum vielleicht? Beim Gedanken daran, Maden zu essen wurde ihr jedoch etwas flau. “Noch nicht annähernd hungrig genug,“ kommentierte sie das Gefühl. “Also doch Wurzeln.“ Den nächsten Teil der Strecke legte die Frau halb gebückt zurück, auf der Suche nach essbaren Wurzeln. Die ein oder andere Erfahrung hatte sie diesbezüglich bereits gesammelt. Sie war so vertieft in ihre Suche, dass sie erst bemerkte, dass sie den Fuß eines Gebirgspasses erreicht hatte, als sie sich ihren großen Zeh an einem Stein stieß und laut fluchend umher hüpfte.
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Re: Die Königsschlucht

Beitragvon Omando » Freitag 15. März 2013, 17:59

Der Waldläufer ließ den Wald der Stimmen hinter sich. Jener Wald war in den letzen Jahren sein Zuhause gewesen. Aber was nützte das dem Jüngling, wenn keine Menschenseelen mehr darin wuselten? Noch einmal drehte er sich um und winkte dem Wald zu. "Kommt Wild und Weib nicht zu mir, dann such ich's mir!"
Nicht, dass er etwa ängstlich wäre, aber bei jedem Rascheln der Büsche zuckte er ein wenig zusammen. Es war windstill und auch kein Getier in Sicht. Was war das? Eine neue Form von auf dem Boden schlängelnden Namenlosen? Konnten die Biester sich etwa verwandeln? Vorsichtshalber lockerte Omando seinen Dolchhalfter.

Es war helllichter Tag und die Sonne wärmte einem schon ordentlich den Pelz. Nach Stunden des Wanderns streckte er seine Glieder zwischen einer Baumgruppe aus und beobachtete den Himmel. "Aua", zischte er gedämpft. Bei fast jeder Bewegung wurde er an den Fall vom Baum erinnert. Überall am Körper hatte er blaue Flecken und Abschürfungen. Er war gerade dabei in eine Erdkugel zu beißen, da stach ihn etwas am linken Fuß, gleichzeitig verspürte er einen heftigen Druck. Verdammt, was war das? Er entdeckte den Übeltäter. Eine Katapultpflanze, die ihre Dornen auf ihn schoss. Sofort schimpfte Ton: "Du Trottel. Wir haben den Monat des Erwachens. Du solltest wissen, dass die wehrhaften Pflanzen nun hier überall auftreten können. Ist ja gut. Jetzt sitzen wir im Schlamassel.“, zischte der Bass. Dieses Pflanzenbiest war natürlich nicht alleine. Klar, dass sofort die nächste heranrückte, dann wieder eine und auf einmal war er fast umzingelt. Diese Dinger hatten hinter einem Baum verharrt, ihm aufgelauert und dann entschieden, dass er ihnen im Weg lag. Omando versuchte aufzustehen, was nicht ganz einfach war, da fast alle Dornen in seiner linken Fußsohle tief im Fleisch steckten. Auf einem Bein hüpfend verlor er den Halt, plumpste auf sein Hinterteil und der Schmerzensschrei erklang in hoher Kopfstimme. Die bereits vorhandenen Blessuren vom Vortag wurden nochmals heftig traktiert. Wütend zog er seinen Dolch. Ton lachte: "Willst du etwa mit dem Dolch die Pfeile abfangen?“ Fluchend und so schnell er konnte, rollte er sich seitlich von den Pflanzen weg.

Als er außer Schussweite war, setzte er zur Operation an. Er schnürte den Stiefel auf und zog ihn mit einem Ruck sowie mit nur einem Schrei vom Fuß. Ein paar Pfeile waren somit schon aus dem Fleisch gezogen. Die restlichen zog er tapfer mit den Fingern heraus. Jeder Pfeil entlockte ihm ein Jaulen.

= weiter 'Pass Emen'
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