Das verbotene Tal

Tauche ein in die Welt von Aurorae!

Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Freismer » Freitag 8. März 2013, 20:21

Noch bevor der Krieger reagierte, hörte Freismer ganz leise seinen Namen von hinten, aber er dachte sich nichts dabei. Irgendwer, der einfach nur seinen Namen wiederholte. Doch kurz darauf stand jemand neben ihm. Erst dachte Freismer es wäre eine alte Frau, aber dann sah er die Augen. Er kannte diese Augen, aber er konnte sie nicht zuordnen. Wer... sie streifte die Kapuze herunter und da stand sie. Es war ihre Stimme, an der er sie erkannte, nicht an ihrem Äußeren. Ihre Haare waren dunkel und standen ab, als hätten Ratten daran genagt. Sie war sehr ungepflegt und sah ausgehungert aus. Vor seinem geistigen Auge tauchte die alte Ayla auf, mit langem welligem blonden Haar, die sich anmutig kleidete... Nichts war mehr von ihr übrig, außer die Stimme. Freismer war einfach überwältigt. Alles stürzte auf ihn herein. Das andere Aussehen, dass sie lebte, dass sie ihn verlassen hatte... Sie hatte ihn verlassen!

"Ayla!", mehr sagte er nicht und er nahm sie in die Arme und spürte die Knochen durch die Haut und den Stoff. Es gab keine sanften Rundungen mehr. Er sog tief den Duft ihrer Haare ein, aber auch hier erinnerte ihn nichts mehr an die Frau, die sie mal gewesen war. Ihr Duft hatte sich verändert, er hatte etwas harziges. Aber Freismer schloss die Augen und hielt sie einfach fest. Er musste schlucken. Dies war nicht der Moment, an dem er schwach sein durfte. Die Göttin hatte ihm heute ein zweites Geschenk gegeben, doch würde das gut ausgehen? Hatte sich auch ihr Charakter verändert? War sie noch die alte Ayla, die er kannte? War er noch der alte Freismer? Seine Gedanken waren einfach dumm! Er hob Ayla in die Luft und strahlte. "Wie gehts meiner kleinen Göttin?"
Alle anderen waren vergessen. Der Krieger egal, Kendra nicht mehr so wichtig und alle Erinnerungen, aller Schmerz und Trauer fiel ab, wie eine zweite zu eng gewordene Haut.
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern: "Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!" Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Freitag 8. März 2013, 21:48

Und dann nahm er sie in die Arme und drücke sie an sich. Ayla konnte sich an kein so intensives Gefühl von Leben mehr seit langem erinnern. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und lehnte ihr Gesicht an seines. Tief sog sie seinen Duft ein. Er roch so vertraut nach Freismer, nach Leder und Wald. Die Welt drehte sich vor Glück. Die Tränen rannen immer noch über ihre Wangen, immer wieder schluchtzte sie.
"Du lebst, oh meine Göttin..er lebt! Ich träumte, du wärest tot. Es war so furchtbar." Dann lachte sie. "Es geht mir gut. Ich habe so viele Fragen." und dann ernster "und so viele Antworten." Ayla strich zärtlich über seine Wange. "Wie geht es dir? Wie geht es den deinen? Wie ist es dir ergangen?" Die Geweihte zitterte etwas.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Freismer » Samstag 9. März 2013, 00:05

So viele Fragen auf einmal, zu viele! Was erwartete Ayla zu hören? Die "zweite" Haut schnellte an seinen Körper zurück, als hätte jemand die Zeit rückwärt gedreht. Er sah Ayla an und war für einen kurzen Moment einfach sprachlos. Um die Situation zu überbrücken, verrieb er mit dem Daumen die Tränen auf ihren Wangen. Wollte er die Antworten wirklich hören? Freismer war sich da nicht so sicher und somit versuchte er erst einmal Zeit zu gewinnen. "Ich laufe nicht gleich wieder weg. Ich bin hier und wir werden noch Zeit haben über alles zu sprechen." Er versuchte sich in einem Lächeln, das ihm auch ganz gut gelang. "Und nein, tot bin ich nicht und du auch nicht, wie ich sehe." Er versuchte sich in diesem Scherz, aber sein Tonfall war vielleicht ein bisschen zu ernst. "Wie gut, dass wir uns gefunden haben, hier hat sich wohl keiner um dich gekümmert, so abgemagert wie du bist! Das werden wir ändern. Ich habe dort drüben meinen Rucksack zurück gelassen. Ich werde ihn schnell holen, er ist vollgestopft mit Trockenfleisch."
Er schenkte Ayla noch ein Lächeln und erhöhte kurz den Druck auf ihrem Arm, um ihr zu signalisieren, dass alles in Ordung ist. Dann drehte er sich ab und marschierte Richtung Rucksack davon. Er hoffte, dass Ayla ihm nicht folgen würde. Er brauchte Luft. In seinem Kopf surrte es und seltsame Flecken tanzten vor seinen Augen. Er wusste nicht, ob er sich unendlich freuen sollte oder aber vor Wut den Kopf verlieren. Immer wieder kehrte ein Gedanken zurück: Sie hat dich verlassen! Er musste diesen Gedanken verdrängen. Er sollte ihr wenigstens eine Chance geben, sich zu erklären. Das hatte sie und erst recht er verdient! Es war kein Zufall, dass sie sich hier getroffen hatten. Die Göttin hatte die Fäden in der Hand, dann sollte sie auch zeigen um was es ihr ging.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Samstag 9. März 2013, 10:25

Sie war abgemagert? Mit einem Schlag sah sie sich aus der Sicht seiner Augen. Oh gute Göttin wie sehr hatte sie sich verändert?! Abgemagert, war wohl noch ihr kleinstes rein Äußerliches Problem. Wieder schossen Tränen heraus. Am Tage zuvor hatte sie zwar ein Bad genommen, Haare aber ausgelassen wegen der Asche in ihrem gefärbten Haar und das verschmutzte Gewand an, weil das andere, zwar nun mittlerweile sauber und trocken, aber sie noch gar nicht daran gedacht hatte, es erneut überzustreifen. Eigentlich wollte sie am Morgen zur Höhle zurück, dort Tee und ein Mahl zubereiten und dann zum Tümpel laufen zu baden und sich neu einzukleiden. Tiefe Schamesröte überzog ihr Gesicht. Freismer, der doch so viel Wert legte auf Sauberkeit und Äußeres. Schwer schluckte sie den Kloß hinunter in ihrer Kehle. Sie erinnerte sich, dass sogar seine Fingernägel immer perfekt ausgesehen hatten. Hilflos blickte sie um sich und blieb an Jouren hängen, die sie mit seltsamen Blick beobachte, bildete sie sich das ein oder hatte sie sie erneut verloren. Freismer war auch ein Mann! Verzweiflung grabbelte in ihr hoch. Sie wollte weg, ganz weit weg! Am liebsten hoch in einen Baum, Augen schließen und tagelang zur Göttin metitieren. Mit gepeinigten Augen suchte sie ihre Umgebung ab. Die eiskalten Finger schoben sich um ihren Hals und drückten langsam zu, immer fester. Ihr Herz raste, kalte Schweiß brach aus, auch das noch! Die Füße von Ayla machten einen Schritt noch einen, am liebsten wäre sie gerannt. Ein umgestürzen Baum versperrte ihr den Weg, darauf setzte sie sich in steifer Bewegung, als wenn sie gegen jemand, der sie aufhalten wollte, kämpfen mußte. Sie durfte nicht wieder weglaufen. Das durfte sie ihm und ihr nicht antun. Ayla begann bewußt ruhig zu atmen und versetzte sich in einen Zustand, den sie zu Beginn immer machte, um andere zu heilen. Es war ihr so vertraut, daß es wirkte. Die imaginären Finger ließen langsam ab von ihr und das Herz beruhigte sich auch. Die Geweihte entspannte sich zunehmend. Wichtig war doch nur, dass er lebte und sie sich wiedergefunden hatten, oder? Wieder sah sie zu der fremden Frau.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Samstag 9. März 2013, 11:43

Ungläubig saß Jouren auf dem Boden und sah dem Geschehen zu. Foxane schlug Jouren einige Worte entgegen und die fühlten sich wirklich wie Schläge an. Ein bisschen trotzig schob Jouren ihre Unterlippe vor, es war lange her, dass ihr mal jemand die Meinung gesagt hatte! Und mit der Waffenausbildung hatte sie recht, da gabs nichts dran zu rütteln. Aber sie würde nicht verhungern ohne die anderen! Niemals! Sie würde es auch allein schaffen. Foxane sollte sich ja nichts einbilden.

Plötzlich kam eine junge Frau aus dem Gebüsch und Jouren rechnete schon fast damit, dass es ein Ohadu war, aber es schien wohl doch nur ein ganz normaler Mensch zu sein. Normal... naja... sie umarmte Korgal. Wie normal konnte eine Frau da schon sein?! Dieser dämliche Mann schien eine ganz besondere Anziehungskraft auf Frauen zu besitzen. Jouren verstand das nicht. Sie kämpfte ihren vorübergehenden Würgereiz nieder.
Kaum den ersten Schock verdaut, folgte der nächste. Hinter der Frau kam noch ein Mann hervor. Es dauerte einen Moment bis Jourens Augen so groß wie Erdkugeln wurden. Kalter Schweiß bildete sich auf ihren Handflächen und schon wieder war das komische Gefühl im Bauch. Panik! Weglaufen ging nicht, sie hatte keine Kraft mehr in ihren Beinen. Freunde! Jouren konnte sich nicht erklären warum, aber sie freute sich auch, dass sie jemanden gefunden hatte, den sie kannte. Angst! Was würde Freismer tun, wenn er sie sah? Heim schicken?

Jourens Augen füllten sich mit Tränen, die sie schnell wegwischte als Freismer plötzlich Ayla in den Arm nahm. Sie kannten sich! Wie konnte das... Das war mehr als nur kennen. Jouren kannte diesen Ausdruck, den bekamen Menschen immer dann, wenn ihnen etwas "ernst" war. Wieder war Jouren hin- und hergerissen. Sie ärgerte sich, weil Ayla sich nun schon innerhalb zweier Tage dem zweiten Mann an den Hals warf und es erfüllte sie ein bisschen mit Stolz, dass es Freismer war dem sie ihr Herz geschenkt hatte.
Freismer ging fort um seinen Rucksack zu holen und Jouren blickte zu Ayla. Sie wirkte völlig zerstreut. Ihre Blicke trafen sich kurz und Jouren sah das Entsetzen in Aylas Augen. Sie konnte nicht verstehen warum. Jouren fühlte sich sowieso völlig überfordert. Ayla ging zu einem Baumstamm und setzte sich. Sie sah nicht gut aus! Ihr Gesicht war ganz weiß. Jouren schaffte es irgendwie aufzustehen und sie ging zu der Geweihten und setzte sich neben sie. Sie kuschelte sich eng an sie und sagte leise: "Er ist ein guter Mann. Er hat mich nie angerührt und hat mir sogar geholfen." Die Tränen kamen wieder und Jouren wischte sie weg. Sie fühlte sich wie ausgehöhlt. Sie würde heute keine Schritt mehr tun. "Meinst du er schickt mich heim?"
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Samstag 9. März 2013, 12:13

Ayla atmete hörbar auf. Die Kleine gab ihr in diesem Moment soviel Kraft. Die Geweihte schlang ihrerseits den Arm um sie und zog sie an sich und ein Kuß auf den Hinterkopf folgte.
"Du kennst ihn?" Dann fiel es Ayla wie Schuppen von den Augen.
"Natürlich, ihr lebtet zu Anfang in einem Clan."
Dann brachte sie ein warmes Lächeln zustande.
"Ich weiß, daß er ein guter Mann ist. Wir waren damals ein Paar. Ich habe nie aufgehört ihn zu lieben. ER war immer in meinem Herzen. Nur wir haben uns lange nicht gesehen, was meine Schuld war."
Während sie sprach strich Ayla sanft über Jouren Rücken. Es beruhigte sie und es tat gut jemanden so eng bei sich zu spüren.
"Freismer wird dich nicht heim schicken. Er wird dich beschützen! Er war, ist Clanoberhaupt, er hat immer auf seine Leute geachtet und sie beschützt. Er ist ein guter Mann."
Ayla sah mit tränenverhangenen, leuchtend grünen Augen in Jouren große Augen und lächelte sie auch weiterhin in einer ruhigen Art an. Sie drückte sie noch einmal ganz fest an sich.
"Danke das du da bist !"
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Kavita » Samstag 9. März 2013, 12:45

Sie waren gar nicht so lange unterwegs, wie Kavi befürchtet hatte, als sie Korgal wiedertrafen. Vielleicht war die Zeit auch nur durch ihr nettes Gespräch mit Foxane so schnell vorüber gegangen. Der Krieger wusste jedenfalls zu berichten, dass alles sicher zu sein schien. Na, das war doch eine gute Nachricht! Jouren allerdings schien langsam schlechte Laune zu bekommen, was Kavi auch irgendwie verstehen konnte – ihre eigene Lust auf „Abenteuer“ war ebenfalls gedeckt - aber Foxane wiegelte den Anfall schnell in ihrer eigenen Art ab.

Dann trafen sie auch schon auf neue Menschen. Als erstes sprang eine junge Frau auf Korgal zu und fiel ihm in die Arme. Ganz offensichtlich kannten die beiden sich! Und dann kam auch noch ein weiterer Mann hinzu, der sich als Freismer vorstellte. Kavi lächelte beide an, aber das Reden überließ sie lieber mal Korgal oder Foxane. Dazu kam es aber gar nicht, da stattdessen eine rührende Wiedersehensszene zwischen Freismer und Ayla stattfand.
Das war so… schön einfach nur, anders konnte sie es gar nicht beschreiben. Die beiden musste ein Paar sein und dass sie dieses Glück noch erleben durften, sich wiederzufinden, das raubte einem einfach den Atem! Und es gab ihnen allen Hoffnung! Gleich zwei glückliche Wiedersehen in so kurzer Zeit!

„Wie wunderbar, Foxane!“, hauchte sie der Amazone zu und hielt sich eine Hand an die Brust, während Freismer sich von der Gruppe entfernte, um seine Sachen zu holen, und Ayla auf einem Baum zusammen sackte. Die Geweihte schien total überwältigt und Kavita kam sich plötzlich ein bisschen fehl am Platz vor. Irgendwie war das so ein intimer Moment zwischen den beiden und sie alle standen hier und guckten zu. Jouren gesellte sich auch zugleich zu Ayla und Kavi beschloss, erstmal ein bisschen Abstand zu halten.

Eigentlich wollte sie sich an Korgal und die junge Frau wenden, aber irgendwie kam ihr das genauso unangebracht vor, also sah sie nur unsicher zu Foxane und Grabul. Wenn die anderen bereit waren, würden sie sie schon wieder einbeziehen und bis dahin wollte sie sie lieber in Ruhe lassen.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Grabul En´Ogrim » Samstag 9. März 2013, 13:07

Grabul ächtzte schwar pustend und erreichte zumindest das Menschenkind und die Heilerfrau.
"Wir Zwerge sind nicht für das Wandern geschaffen!" Als Jouren sich bockig hinsetzte, nickte der Zwerg zustimmend. Er vermisste seine Steinhöhle schon jetzt schmerzlich. Doch dann überschlugen sich die Geschehnisse des Tages. Wieder zwei Zugewinne an Menschen natürlich.
"Madendreck, warum keine Zwerge? Ich bekomm noch einen steifen Nacken bei so viel Höhe."
Vielleicht sollte er sie alle mit seinem Hammer in den Boden stampfen und auf Augenhöhe machen. Aber solcherlei dachte er lieber. Die Paare fanden sich auch recht schnell, die Wilde rannte zu dem ganz Großen und die Heilerin machte ihr Stelldichein mit dem Dunkelhaarigen. Grabul schmatzte gedankenverloren mit seinen wulztigen Lippen und strich seine Zunge über den Bart darum. Früher konnte er so immer noch ein Paar Krümel herausklauben. Das waren die besten Stücke, schmeckten etwas würziger. Aber heutzutage war er froh, wenn er direkt etwas im Mund hatte. Genau in diesem Moment hörte er von dem Dunkelhaarigen, das dieser Trockenfleisch holte. Urplötzlich gesellig geworden, marschierte der ehemalige Schmied zu Ayla und Jouren, in der Hoffnung, so auch seinen Teil abzubekommen. Freudig erregt strich er über seinen Bart und dann seinen Bauch. Voller Ungeduld trampelte er von einem Fuß zum nächsten. Man könnte doch meinen das die Großen schneller waren!
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Foxane » Samstag 9. März 2013, 16:23

Foxane musste hüsteln als Kavita "wie wunderbar" äußerte und zu der Geweihten und dem Krieger sah. Der Amazone war gleich aufgefallen, dass zwischen diesen beiden mal etwas gelaufen war. Das konnte man an den Blicken der beiden geradezu ablesen. Die Trennung muss dafür um so härter ausgefallen sein. Wer war wohl da die Fremdgeherin oder Fremdgeher gewesen?
Zu Kavita äußerte sie: "Na, ich finde das eher sonderbar. Alle Verbindungen die mir zwischen Mann und Frau bekannt waren, hielten nie sonderlich lange. Erst schmachten sie sich an, gaukeln sich ewige Liebe vor, dann schreien sie sich an, einige prügeln sich auch und dann gehen sie doch auseinander. Da bevorzuge ich doch das Alleinsein. Ein oder zwei gute Kameradschaften, das reicht allemal und es gibt keinen Ärger. Genau!"

Jouren war sie nun, wie beabsichtigt, auch los. Gut so, dachte sie, wenn es hart auf kommt, ist sie besser beim weicheren Gemüt aufgehoben. Sie band ihren Gorsak am nächsten Baum fest. Dies hier würde wohl eine längere Verzögerung ergeben. Sie setzte sich neben Gorsi und packte den Rest ihres Trockenfleisches aus. Nun konnte sie sich endlich daran sattessen, da die anderen ja reichlich von Frei....wie hieß er noch? ach ja, Freismer, versorgt wurden. Der Name fiel früher mal im Heerlager. Er war wohl der Sprecher eines Clans. Da es nun hier zwei Mannswesen gab, die früher oder später um die Führung buhlen würden, erwog Foxane ernsthaft eigene Wege zu gehen. Eine Weile wollte sie aber noch dem Treiben beiwohnen. Schaden konnte es ja nicht.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Freismer » Sonntag 10. März 2013, 00:01

Der Weg zu den Rucksäcken war nicht sehr weit, aber weit genug, dass Freismer den Kopf frei bekam. Dieses Wiedersehen hatte ihn wirklich komplett überwältigt. Erschrocken hatte ihn auch ihr Zustand. Sie sah schlimm aus. Sie machte den Eindruck, als wäre sie eine völlig andere Frau. Er konnte nur hoffen, dass sie ihm erzählte was vorgefallen und wie es ihr ergangen war. Nun war es mehr denn je wichtig, dass er dafür sorgte, dass sie eine Zukunft bekam. Er musste unbedingt mit diesem Krieger sprechen. Vielleicht hatte die Gruppe ein Ziel, vielleicht wussten sie etwas, von dem er nichts wusste. Die Zeit war reif um sich der eigenen Stärke wieder bewusst zu werden. Zûl konnte nicht mehr ein großes Heer durch das Land schicken, wenn dann waren es kleine Gruppen, die das Land durchstreunten. Kleine Gruppen die man mit genug Waffenkraft besiegen könnte. Und es musste irgendeinen Weg geben mit Zûl fertig zu werden. Vielleicht war es ein Segen, dass bei der Gruppe ein Zwerg war.

Freismer hatte die Rucksäcke erreicht und schwang sie auf die Schultern. Auf dem Rückweg beobachtete er die Gruppe. Er sah Ayla auf einem Baumstamm, daneben ein Mädchen und der Zwerg. Ayla hatte das Mädchen im Arm. Je näher er kam, desto bekannter kam ihm dieses Mädchen vor. Diese Haare... Natürlich, er kannte sie aus dem Clan vor der Trennung. Sie war damals bei den Drachen geblieben, weil ihre Mutter es so wollte. Er brauchte einige Zeit um auf den Namen zu kommen, Jouren! Noch ein kleines Wunder.

So hatte er, als er die Gruppe wieder erreichte, ein Lächeln auf dem Gesicht und er trag an die beiden Frauen und den Zwerg heran. "Jouren!", begrüßte er die Kleine freudig und ging vor ihr in die Hocke. Er umarmte sie nicht und behielt seine Hände bei sich. Wenn man im Clan der Falken aufgewachsen war, wusste man was man auf jeden Fall vermeiden sollte. "Bist du alleine? Was ist mit den anderen geworden? Deine Mutter?", fragte er Jouren und griff in seinen Rucksack und holte ein Trockenfleisch für sie heraus. Er zog den Rucksack noch ein Stück vor und bot auch Ayla und dem Zwerg etwas an.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Kendra » Montag 11. März 2013, 08:00

Lachend hatte Kendra den Riesen ins Wanken gebracht auch wenn sie es nicht schaffte ihn mit ihrer übermässigen Freude zu Boden zu reissen. Aus seinem Gesicht lag ein ähnlicher Ausdruck wie bei ihr und das obwohl sie tatsächlich niemals sehr viel zusammen zu tun gehabt hatten. Bevor Kendra damals verstossen worden war, hatte er sich auf die Suche nach einem anderen Clansbruder gemacht. Kendra hatte niemals erfahren wie er zurückgekehrt war und ob er die anderen gefunden hatte.
Gerade aber waren diese Gedanken nur im Hintergrund, stattdessen prangte ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht. “Gleichfalls grosser. Bis gestern hätte ich echt nicht geglaubt, dass ich nochmals einen Bären sehe.“
Es schien wirklich einem keinen Wunder zu gleichen und das wohl dank Freismer. Kendra wäre niemals auf die Idee gekommen diesen Weg zu gehen. Anderenseits war sie schon etwas stolz auf sich, denn wegen ihr war Freismer überhaupt selbst auf die Idee gekommen und dieses bisschen Stolz sah man ihr vielleicht auch an, als sie wieder mit beiden Füssen auf dem Boden stand und in die Runde blickte.
Nur die Runde achtete eher weniger auf sie als auf das – etwas seltsame – Schauspiel zwischen Freismer und einer Frau die etwas schmutzig und abgemagert aussah. Fast als hätte ein Grosak sie einmal durchgekaut und wieder ausgespuckt. Gut, vielleicht ein schlechter Vergleich aber das war auch egal.
Irgendwie war die Szene fröhlich und doch bedrückt. Als wäre etwas falsch daran. Die beiden schienen sich zu kennen, doch das anzumerken, wäre wohl eine predigt an das Offensichtliche gewesen. Statt die beiden sich weiter mit ihnen zu beschäftigen, sah Kendra einmal in die Runde. Da war ein Zwerg und er war der erste der Kendra in die Augen stach. Sie hatte noch nie einen Zwerg gesehen nur immer Geschichten gehört.
“Es gibt wirklich Zwerge!“, entfloh es ihren Lippen bevor sie sich selbst stoppen konnte. Schnell genug erinnerte sie sich daran, dass sie gerade wenig Manieren zeigte und entschuldigte sich schnell. “Verzeihung.“, fügte sie somit etwas leiser an nur um dann wieder lauter und patziger zu werden als sie meinte: “Ich hab einfach noch nie einen Zwerg gesehen.“
Entsprechend war auch ihr Blick dazu.
Willst du die Göttin amüsieren? Erzähl ihr von deinen Plänen.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Montag 11. März 2013, 16:48

Jouren verstand nicht, warum Ayla sich bei ihr bedankte, wo sie doch bei ihr Schutz gesucht hatte. Nun war Jouren doch beruhigt, wenn Ayla der Ansicht war er würde sie nicht heim schicken, dann tat er das bestimmt auch nicht. Jouren hatte die Macht der Liebenden schon kennen gelernt. Wenn einer etwas sagte, dann war das dem anderen wichtig und Ayla würde sich bestimmt für sie einsetzen. Jouren ließ auch die Nähe zu, denn ihr war gerade gar nicht gut. Ja, Freismer war ein guter Mann, wie sie gesagt hatte, aber er war ein Teil der Vergangenheit und er war ein Mann, der ihr etwas zu sagen hatte. Eine Kombination, die ihre Übelkeit wieder verstärkte.

Freismer kam direkt auf sie zu und lächelte. Er schien sich wirklich zu freuen sie zu sehen, kein Gram war in seinem Gesicht zu sehen. Er grabbelte sie auch nicht an, kam ihr nicht zu nahe. Er stellte jedoch keine guten Fragen. Jouren sah ihn nur mit ihren großen Augen an. Ihre Kehle war wie zugeschnürrt und sie fing an zu zittern. Sie wollte nichts sagen, sie wollte nicht! Bestimmt würde Ayla ihr helfen.
Das Trockenfleisch nahm Jouren an und murmelte ein: "Danke." Dann drehte sie den Kopf ein wenig von Freismer weg, kuschelte sich enger an Ayla heran und knabberte ihr Trockenfleisch. Der Zwerg stand auch bei ihnen, bemerkte Jouren jetzt, und sie lächelte ihm verstohlen zu.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Korgal » Dienstag 12. März 2013, 15:27

Korgal verspürte das erste Mal, seit seinen Aufbruch aus den Bärenlager, so etwas wie Glück. Mit Kendra hatte er ein Stück Heimat zurückerhalten. Er genoss es sichtlich. Seine Gesicht war heiter und nicht so ernst wie sonst. Der Hüne lächelte sogar leicht.

Er bekam sogar erst gar nicht mit das sich noch eine weitere Person näherte. Erst als Freismer unmittelbar vor ihnen war und ihn ansprach reagierte er. Freismer von den Falken, vernahm er und schlussfolgerte sofort, das es sich dabei um den Führer des Clans aus dem Wald der Lichter handeln musste. Doch ehe er etwas auf die freundlichen Worte des Kriegers antworten konnte agierte Ayla. Er hatte ihre Worte schon beim ersten mal vernommen, als sie noch sehr leise gesprochen waren. Der Hüne blickte sie an und freute sich für sie, auch wenn Korgal sich nichts anmerken ließ.

Erst als Kendra von seinen Halse abließ und sich über über den Zwerg wunderte, ging er auf Freismer zu. Er hielt dabei möglichst viel Abstand zu Jouren, damit diese sich nicht aus Bedrängung wieder zu irgendwelchen Dummheiten hingerissen fühlte. „Mein Name ist Korgal, Sohn von Mardrim. Ich nehme an, du kennst meinen Onkel Bidrim, Freismer." sage der Bärenkrieger mit fester Stimme, woher ließ er offen. Er hatte sich nicht als Führer der Falken vorgestellt, möglicherweise war er es zuletzt nicht mehr oder er sah sich nicht mehr als diesen, doch dies war seine Sache. „Ich bin kein Sprecher dieser Gruppe. Wir habe uns auch erst vor kurzen zusammengefunden ." Anschließend wendete er sich an Kendra und Freismer gleichzeitig „Wie seit ihr euch begegnet?"
Zuletzt geändert von Korgal am Dienstag 12. März 2013, 20:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Foxane » Dienstag 12. März 2013, 18:34

Genau das passierte, was Foxane vermutet hatte. Die Männer wollten wieder mal alles alleine regeln. Korgal, dieses Mannswesen erhob sich eigenständig zum 'Nicht-Sprecher' der Gruppe aber sprach doch als erster. Bevor die Männer ins Reden verfielen und das konnte lange dauern, wollte sie sich bemerkbar machen.
Keine Zeit vergeuden, obwohl es davon unendlich viel gab. Die Amazone wollte in Bewegung bleiben und atmete tief durch, lachte laut und konterte nach einer Schweigepause.

"Unser 'Nicht-Sprecher' ist ein großer Krieger ohne Frage. Ich bin Foxane, eine Amazone aus Patria. Seid gegrüßt." Sie wartete eine kleine Weile und als keiner sprach, fragte sie direkt: "Habt ihr zwei ein Ziel oder seid ihr auch auf der Suche wie wir?"

Dann fiel ihr Blick auf Jouren, die Geweihte und den Zwerg. Sie erweckten nicht den Eindruck, dass sie unbedingt weiterziehen wollten. Die Trennung von der Höhle fiel ihnen schon schwer. Wer könnte es ihnen verübeln? Wer weiß, was sie durchgemacht haben? Sie sind eben keine Kriegerinnen oder Kämpfer, außer dem Zwerg.

Foxane streichelte Gorsi. Das Tier dribbelte unruhig und wollte marschieren, genau wie sie selbst.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Kavita » Dienstag 12. März 2013, 18:55

Im Gegensatz zu Kavi schien Foxane nicht besonders gerührt und konterte sehr unromantisch. Eine Eigenschaft, die die Frauen ihres Ordens wohl gemeinsam hatten. Dann pflanzte die Amazone sich neben ihren Gorsak. Da Kavi nichts besseres einfiel, folgte sie ihr und setzte sich still neben sie, während sie die anderen beobachtete. Plötzlich kippte ihre Stimmung und wo sie sich eben noch für alle gefreut hatte, war sie jetzt frustriert. Auf einmal war ihr alles zu viel, die ganzen Menschen, sie konnte nirgendwo hin, keiner hatte einen richtigen Plan, es gab so viel zu klären – ah, das nervte alles so unsäglich! Was würde sie jetzt dafür geben, einfach ins Badehaus gehen zu können, um mal so richtig abzuschalten! Und danach in die Taverne, ein gutes Essen und dann nur noch in ein warmes Bett.
Die Tage, an denen das noch möglich war, kamen Kavi vor wie ein anderes Leben. Sie vermisste die Katakomben und sogar Patria.

Aber gut, es brachte alles nichts. Während der Mann namens Freismer sich zu Jouren und Ayla gesellte und diese Kendra sich über Grabul wunderte, schmollte Kavita unauffällig vor sich hin. Am liebsten hätte sie angefangen zu heulen, doch das konnte sie sich glücklicherweise verkneifen. Stattdessen begnügte sie sich damit, Gorsi zu tätscheln.

Dann ergriff Korgal das Wort und sprach Freismer an. Madrim, Bidrim… fast hätte die Zauberin hysterisch losgekichert, aber dann mischte sich Foxane ein und Kavi war schnell genug abgelenkt. Sie stellte auch sofort die entscheidenden Fragen. Kavi bewunderte sie für ihre Geduld. Der Umgang mit den Männern fiel ihr als waschechter Amazone bestimmt nicht allzu leicht, aber sie ließ sich nichts anmerken.

‚Reiß dich zusammen, Kavi!‘, sagte sie sich in Gedanken selbst und richtete sich ein bisschen auf, gespannt auf die Antwort.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Freismer » Dienstag 12. März 2013, 21:06

Jourens Reaktion war für Freismer absolut in Ordnung. Es war für die Kleine sicherlich sehr schwer in solchen Zeiten aufzuwachsen und dann noch die Kindheit im Drachenclan verbracht zu haben. Freismer ließ auch von ihr ab und richtete sich wieder auf. Kendra war sichtlich überrascht als sie den Zwerg sah und ihm wurde mal wieder klar, dass es absolut kein selbstverständlicher Anblick war. Als der andere Krieger ihn ansprach, drehte er sich zu ihm und nickte. Natürlich kannte er seinen Onkel, wenn auch nur flüchtig. Sie hatten im Heerlager nicht viel Kontakt. Was ihn aber verwunderte war die Tatsache, dass Korgal ihn zu kennen schien oder aber zumindest seinen Namen.
Scheinbar gab es Uneinigkeiten wer der "Sprecher" der Gruppe war und wer nicht. Freismer belustigte dieser Gedanken, wo es doch ganz egal war, weil jeder eine Stimme hatte. Aber vielleicht war es so, dass es immer um Macht ging, darum eine Stimme zu haben, etwas darzustellen, etwas zu sein. Vielleicht war es nicht fair den Menschen gegenüber, dass es ihn belustigte. Jeder Einzelne hier, hatte ein schweres Schicksal hinter sich und das Einzige was sie noch hatten war ihre Stimme. Dieser Gedanke machte Freismer ein bisschen traurig und er sah schnell zu Ayla, die es immer noch mit ihrer bloßen Anwesenheit schaffte ihm Kraft zu geben.

"Seid gegrüßt! Ja, ich kenne euren Onkel. Kendra und ich trafen uns gestern erst durch Zufall. Auch wir besprachen uns, was zu tun sei oder was für ein Ziel man noch haben kann. Kendras Mut und ihre Bereitschaft für ihr Land, ihre Heimat weiter zu kämpfen, haben mich so beeindruckt, dass wir uns auf den Weg ins Tal gemacht haben, weil ich hörte, dass hier ein Clan ansässig ist. Ich hatte die Hoffnung auf andere Menschen oder Zwerge zu treffen und vielleicht den Spieß umzudrehen, wenn man genug Leute hätte. Jetzt ist Zûl die große Macht und wir sind die Nadel in seinem Allerwertesten. Kendra hat recht, ich denke auch, dass wir nicht einfach so aufgeben können. Wir sollten kämpfen für unsere Heimat. Den Zwergen ist es schon einmal gelungen Zûl einzusperren, also warum sollte so etwas nicht noch einmal glücken?
Seid ihr dem Clan vielleicht begegnet oder anderen Menschen oder Zwergen? Und was ist euer Ziel?"

Freismer sah in die Runde, er sah ganz bewusst jeden von ihnen an.
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern: "Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!" Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Grabul En´Ogrim » Mittwoch 13. März 2013, 20:04

Der Zwerg fischte sich zwei große Brocken heraus und stopfte beide mit seiner globigen Hand in den Mund. Er konnte durch die Menge kaum kauen, Speichel troff aus seinen Mundwinkeln und blieb auf halben Wege im Bart hängen, was ihn nicht bekümmerte. Fleisch, endlich Fleisch! Den Mund immer noch voll und er schien, immer voller zu werden, je mehr das Fleisch aufweichte, schielte der Zwerg schon wieder zu den anderen Happen.
Der Schmied nahm an dem Gespräch nicht wirklich teil. Doch als die neue Frau 'Zwerge' aussprach, grinste er breit. Er stellte sich aufrecht, drückte die Schultern nach hinten.
"Na, Weib, wenn du an Zwergen gezweifelst hast, dann muss wohl dein Clan keinen Geschichtsunterricht gegeben haben, was?"
Bei jedem Wort, mußte man befürchten, dass die breiige Masse, welche schön zu sehen, aus Grabuls Mund plumste. Aber wie ein Wunder blieb sie da, wo sie war. Der Zwerg schmatzte genüsslich weiter und grinste sie weiter breit an.
Als der Dunkelhaarige nach ihrem Ziel fragte, zuckten seine Schultern nach oben.
"Überleben würd ich meinen für den Anfang, was zu Essen und eine Prächtige Höhle mit einem heißen Schmiedefeuer, Esse, Amboss, Hammer, Lederschürze....gutes Stahl"
Grabuls Augen wurden glasig vom Träumen.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Kendra » Donnerstag 14. März 2013, 11:36

“Naja die Geschichten hab ich schon auch gehört, aber ein echtes Prachtexmplar von einem Zwerg vor sich zu haben ist doch noch was anderes.“, erwiderte Kendra dem Zwerg gegenüber. Dabei konnte sie sich ein fröhliches Grinsen nicht verkneifen, wie er selbst stolz dastand und es mehr ein Glück schien, dass ihm das gute Trockenfleisch nicht gleich wieder aus dem Mund fiel.
Dann allerdings wandte er sich an Korgal und wollte schon antworten, als Freismer das für sie übernahm. Sie musste zugeben, es erfüllte sie doch schon etwas mit Stolz dass Freismer so freizügig erwähnte, dass sie es gewesen war die ihm den Mut für den Kampf zurückgegeben hatte. Es war nicht selbstverständlich und nun war es an Kendra ihre Brust vor Stolz schwellen zu lassen. Sie hatte wirklich etwas bewirkt und Freismer hatte Recht. Jetzt waren sie am Zug mit Nerven. Jetzt würde sie Zûl einen Tritt in den Allerwertesten geben und zwar so wie er es nicht erwarten würde.
In ihren Gedanken war das alles etwas Ruhmreicher als es vielleicht irgendwann aussehen würde. Kendra war Jung und von Krieg hatte sie keine Erfahrung. Nicht mal von einem Bandenkrieg oder einen Kleinkrieg. Geschweige denn, dass sie etwas mehr über Zûl wusste als, dass er als der übermächtige Gegener gehandelt wurde.
Über die Antwort des Zwerges musste sie wieder breit Grinsen. Er war so Bodenständig. Das gefiel der jungen Kriegerin. Sie mochte einfache Dinge ohne unnötige Zwänge. Nur, das Problem war wohl, dass all diese Dinge von denen der Zwerg sprach erst bestand haben würden, wenn die Namenlosen nicht mehr einfach durchs Land streifen konnten wie sie gerade wollten. Vorerst sagte sie aber nichts. Denn sie war sich nicht sicher was von den anderen noch kommen würde und sie wusste selbst einfach zu wenig von der ganzen Situation.
Willst du die Göttin amüsieren? Erzähl ihr von deinen Plänen.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Foxane » Donnerstag 14. März 2013, 21:33

Über die Äußerung des Zwerges musste Foxane grinsen. Direkt, ehrlich und das alles in nur einem Satz. Die Aussage Freismers gefiel ihr ausnehmend gut. Hätte man sie vor Tagen gefragt wie viel Überlebende es noch geben könnte, hätte sie nur mit dem Kopf geschüttelt und mit den Schultern gezuckt. Ja und hier sind sie nun. Eine kleine Gruppe mit dem starken Willen zu überleben und mit Zukunftsplänen.

Foxane antwortete: "Nein, ich hatte keinerlei Begegnungen. Jetzt aber, und sie zeigte lächelnd in die Runde, kam es Schlag auf Schlag. Wenn die Göttin uns weiter zur Seite steht und man in Kürze auf mehr Überlebende stoßen sollte, dann gäbe es eine reale Chance ihn zu schwächen oder gar zu besiegen. Vielleicht mit einer großen Armee und dem Überraschungsmoment. Dies könnte sogar klappen, wenn sich ein Großtrupp in kurzer Zeit zusammen findet, um dem Blutsauger und seinen Schergen die Köpfe abzuschlagen."
Beim letzten Satz hatte Foxane die Hände zu Fäusten geballt und der Zorn stieg in ihr hoch. Schnell entspannte sie sich wieder.

Plötzlich blitzten immer mehr Ideen auf. Falls es für keine Armee reichen sollte, dann wäre auch die Bildung von kleinen Spezialtruppen möglich. Auch Einzelkämpfer, die sich bei den Bastarden mit List einschleusen, um Information heraus zu kitzeln. Aber es hing eben davon ab, wen und wie viele sie noch in Auroare anträfen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.....
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Freitag 15. März 2013, 07:16

Ayla nahm sich dankend ein Stück Trockenfleisch von Freismer. Als dieser Jouren begrüßte, drückte sich die Kleine wieder fester an sie. Die Geweihte erahnte langsam das Ausmaß, was sie erlebt haben musste, wenn selbst ein Mann wie Freismer sie einschüchterte. Beruhigend hielt die Geweihte Jouren umfangen. Bei Freismers Fragen spürte sie, wie das Mädchen sich kurz versteifte und Ayla schüttelte langsam den Kopf. Doch da sprach Korgal und Freismer wandt seine Aufmerksamkeit zunächst diesem zu und dann der ganzen Gruppe. Der Zwerg und die Amazone antworten promt. Ayla ließ sich etwas Zeit damit. Ihre erste Reaktion war Panik. Sie hatte gesehen was diese Monster angerichtet hatten! Sie versuchte sich in einem diplomatischem Lächeln gegenüber Foxane.
"Eine große Armee? Gab es diese nicht schon zuvor? Ich habe sie nicht gesehen, aber ich habe sehen müssen, was sie mit anderen Kriegern und Kämpfern getan haben und das waren auch Schlachtfelder gewesen. Ich glaube mit einem Kampf Mann gegen Mann kommen wir hier nicht weiter. Vielleicht wenn wir sie, so wie Freismer es aussprach, ärgern mit Köpfchen, vereinzelte Gruppen heraussuchen und verdeckt."
Ayla legte eine kurze Pause ein. Sie wollte bei dem Nächstgesagtem nicht wie ein Feigling dastehen, aber sie mußte es ansprechen.
"Ich will ganz ehrlich sein. Ich bin keine Kämpferin, meine Stärke liegt ausschließlich beim Heilen. Mir zieht sich das Herz bang zusammen, wenn ich höre, was ihr vorhabt. Aber ich gehe mit euch und beteilige mich an dieser Sache. Wer soll euch sonst zusammenflicken, wenn etwas schief läuft?"
Die Geweihte grienste schief. Das Herz schlug ihr bis zum Hals und schnürrte ihre Kehle zu. Schlimme Bilder waren allgegenwärtig in ihrem Kopf.
"Und noch etwas ist zu beachten. Was ist mit Jouren? Sie ist noch so jung. Ich würde erst ein gutes Versteck für uns suchen, einen sicheren Rückzugsort, den wir vermutlich immer wieder wechseln müssen, denn sicher ist hier nichts mehr."
Als sie fertig war, blickte sie zu Jouren und flüsterte ihr ganz leise ins Ohr.
"Oder willst du auch kämpfen? Ich hätte dich lieber bei mir"
Ayla wollte sie nicht übergehen. So jung war sie nun auch wieder nicht und sie auch nicht ihre Mutter. Zudem reagierte Jouren genau dann bockig und begann Handlungen, die sie in nicht so gute Situationen brachte.
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