Das verbotene Tal

Tauche ein in die Welt von Aurorae!

Das verbotene Tal

Beitragvon Der Schreiber » Freitag 25. Januar 2013, 17:33

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Seinen Namen hat das Verbotene Tal von der Kriegsherrin Eumora. Durch Zufall entdeckte sie das Tal bei der Erkundung des Gormata Gebirges. Das Tal war übersäht von Pflanzenwesen jeder Art. Durch Beobachtungen fand sie heraus, dass die Pflanzenwesen sich in das Tal zurück ziehen, um hier den Winter abzuwarten. Fast all ihre Amazonen fanden den Tod, seitdem ließ sie den Zugang verbieten und das Tal bekam den Namen das Verbotene Tal.
Doch nicht nur Pflanzenwesen fanden hier ihr zu Hause, sondern auch ein längst vergessener Clan. Der Clan des Hirsches zog sich nach den großen Umwälzungen in das Tal zurück. Doch sind die Männer und Frauen mit den Jahrhunderten verwildert und man kann sie nur noch schwer als Menschen erkennen.
Das Tal findet an Schönheit keinen Vergleich. Saftige grüne Wiesen ziehen sich durch die Felswände zu beiden Seiten. Die Bäume sind alt und von prächtigem Wuchs. Im Frühling erstrahlt ein Blütenmeer mit den wundervollsten Formen und Farben.

1. Jerigonfestung

Jerigon (451 - 392 v.Q.) erbaute diese Festung um den Pflanzenwesen zu trotzen. Die hier abgestellten Soldaten erfüllten nur einen Zweck, die Pflanzenwesen zu dezimieren. Es heißt, es wären nur verstoßene Soldaten gewesen, die hier ihre Strafe absaßen.

2. Jerigons Grab

Jerigons Grab befindet sich hier. Er verlor das Leben bei dem letzten Kampf gegen die Pflanzenwesen. Seine Sodaten verließen dann fluchtartig das Tal und seitdem ist die Jerigonfestung verlassen.

3. Steinbruch

Ehemaliger Steinbruch, der für die Jerigonfestung die Steine lieferte. Heute erinnern nur noch große Löcher im Berg daran.

4. Das ewige Feuer (Clanheiligtum)

Niemand weiß heute mehr wer das ewige Feuer in Gang setzte oder wie es sein kann, dass es nicht erlöscht. Doch war es früher ein Heiligtum der Clans. Heute jedoch weiß kaum noch jemand von diesem Ort. Nur der Clan der Hirsche nutzt das Feuer im Winter und deshalb haben sie in der Nähe ihre Unterkunft errichtet.

5. Clan der Hirsche

Der Clan der Hirsche besteht aus unterentwickelten Menschen, die man schon fast Ureinwohner nennen kann. Ihre Haut ist dunkel und beharrt, sie tragen nur Felle am Leib und erlegen ihr Wild mit Keulen. Selbst ihre Sprache ist unbekannt.

6. Ehemalige Erzmine

Diese Erzmine wurde noch zu Quendors Zeiten betrieben und auch noch Jahre lang danach, bis die Pflanzenwesen das Tal verseuchten. Quendors Leiche wurde in dieser Mine versteckt und versiegel. Das Buch der Offenbarung ebenfalls. Eine Expeditionsgruppe aus Patria entdeckte die Leiche und das Buch. Das Buch haben sie mit nach Patria genommen.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Montag 28. Januar 2013, 03:30

Ein Sonnenstrahl, der durch das Blätterdach auf ihr Gesicht fiel, weckte Jouren. Es dauerte einen Moment bis sie merkte, dass es schon Mittag sein musste. Schwerfällig, weil ihre Muskeln schmerzten, setzte sie sich auf und blickte sich um. Sie war nicht alleine hier. Seit einigen Tagen war eine junge Frau bei ihr. Sie war auf einmal einfach aufgetaucht. Nur die Göttin wusste woher sie gekommen war. Sie musste bestimmt nett sein, wenn sie sich einfach um sie kümmerte. Immerhin konnten Jouren ihr keine Gegenleistung bieten. Seit einigen Tagen waren sie unterwegs und sie folgte der Frau einfach, keine Ahnung wohin.

Ein Blick in den Himmel genügte, um zu wissen, dass dies ein toller Tag werden würde. Sie fühlte sich endlich stark genug aufzustehen und genau das tat sie jetzt auch. Sie klopfte sich die alten Blätter von der Kleidung und sah sich um. Die Frau war nicht zu sehen, so setzte sich Jouren an einen Baumstamm und starrte in die Ferne. Immer wieder bohrte sie den Finger in das Loch ihres Umhangs. Seit sie dem Clan davon gelaufen war, fühlte sie eine seltsame Leere in sich. Im Lager hatte man ihr immer gesagt was getan werden musste.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Montag 28. Januar 2013, 16:44

Ayla streckte ihren krummen Rücken. Ihre Hände waren klamm und ganz rot. Der Boden war immer noch teils gefroren und darin nach Wurzeln oder essbaren Getier zu graben, keine Freude. Aber nun zog der Nachthimmel langsam auf. Vielleicht sahen sie heute das erste Mal die Sonne, endlich wärmende Sonnenstrahlen im Gesicht spüren...dann fühlte sie sich immer der Göttin am nähsten.
Sie nahm das Leinen mit ihren ganzen Schätzen und dachte an das junge Ding, welches sie gefunden hatte. Als sie sich aufgemacht hatte, schlief sie noch wie ein kleines Kätzchen zusammen gerollt. Das arme Ding, verwahrlost, mehr tot als lebendig, ihre Haut klebte mehr am Kopf. Es war kaum noch Fleisch an ihr. Würde Ayla den Knochenbau des Menschen noch nicht kennen, sie brauchte nur Jouren betrachten. Selbst jetzt noch war sie so dürr. Ayla versuchte alles, was in ihrer Macht stand sie auf zu päppeln.
Während sie in Gedanken war, blickten ihre Augen aufmerksam um sich, ihre Ohren waren gespitzt und mit der Nase nahm sie jeden Geruch in sich auf. Immer auf der Lauer nach etwas, was nicht hier her gehörte. In dieser Zeit überlebte man nur, wenn man vorsichtig war. Aber bisher war alles so wie es sein sollte.
Auf leisen Fußsohlen bewegte sie sich um den Baum, um Jouren, falls sie noch schlief, nicht zu wecken. Aber die Schlafkuhle war leer. Ein Schreck durchfuhr Ayla. Sofort duckte sie sich und blickte gehetzt um sich. Langsam legte sie die Hand in die Schlaffstatt, der Platz war noch warm. Was war passiert? Sie konnte auch keine Kampfspuren erkennen.
"Jouren?!" Leise flüsternd rief sie sie. 'Oh bitte liebe Göttin, nicht auch noch sie!'
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Montag 28. Januar 2013, 17:06

Die Zeit verging, tropfte dahin, wurde zäh wie Baumblut. Jouren starrte immer noch vor sich hin. Ihre Augen wurden größer und größer. Ob Augen wohl platzen konnten? Dann schossen ihr plötzlich Tränen in die Augen, weil sie das Blinzeln vergessen hatte und die Augen ausgetrocknet waren. Mit ein paar Lidschlägen war das wieder in Ordnung. Und Jouren hörte die Zeit tropfen. Blubb... Blubb... ein Knacken im Unterholz.
Mit einem Satz war Jouren im Gebüsch neben dem Baum. Sie verursachte dabei keinerlei Geräusche, ihr Körper war dafür einfach zu dürr.

"Jouren?!", hörte sie leise und doch sehr eindringlich. Sie schaute zwischen den Ästen hervor und entdeckte Ayla. Sie also hatte das Knacken verursacht. Die Anspannung verschwand aus Jourens Körper, doch sie bewegte sich noch nicht. Jouren. Hatte sich ihre Mutter diesen Namen ausgedacht? Irgendwie war es ein komischer Name, es klang mehr nach einem Jungen als einem Mädchen. Hätte ihre Mutter lieber einen Jungen gehabt? Mehrfach hatte sie so etwas gesagt.

"Sakussidreck!", sprudelte es aus ihr heraus und sie erschrack sich dabei so sehr, dass sie aufsprang und sich das Gesicht an den Ästen zerkratzte. "Hier, ja ich bin hier! Du warst weg, als ich aufwachte. Ich... Ich... ja was ich?! Jouren hatte keine Ahnung was sie noch sagen sollte, also blieb sie einfach stumm, stieg aus dem Gebüsch und starrte Ayla mit ihren riesigen Augen an.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Montag 28. Januar 2013, 18:11

Ayla fiel ein ganzes Gebierge vom Herzen, auch wenn sie sich erschrocken hatte. "Du sollst nicht fluchen!" Immer noch im Flüsterton. "Und sei nicht so laut" Zärtlich strich sie über Jourens Gewuschel, was normalerweise Haare sein sollten. Sie waren so dünn und weich, mehr wie ein Flaum.
"Komm setz dich zu mir, wir essen erst mal etwas. Wie geht es dir heute? Du konntest aufstehen, wie ich sehe..besser?" Mit den Augen der Heilerin tastete sie das kleine Mädchen ab. Dann öffnete sie das Leinen und die ganze gesammelte Pracht kam zum Vorschein, zwei länglich, dürre Wurzeln, Rindenstücke und drei dicke Würmer und zwei Käfer, einer klein, der andere groß..
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Montag 28. Januar 2013, 20:42

Jouren sah Ayla verständnislos an. "Warum soll ich nicht fluchen?" Noch nie hatte ihr jemand gesagt sie sollte nicht fluchen! Früher haben die Männer den ganzen Tag geflucht und wesentlich schlimmer als Sakussidreck. Doch Sakussidreck stand in Jourens Gunst sehr hoch. Sie mochte Sakussis. Selbst die Männer haben die Beine in die Hand genommen, wenn im Lager ein Sakussi auftauchte. Ein Sakussi war der Inbegriff von Widerlichkeit und Jouren gefiel das. Sie strich gern über die harte warzige Haut des Tiers und nahm den Geruch auf. Es dauerte Wochen bis es nicht mehr stank.

Alya riss sie aus ihrem Tagtraum. Sie fuhr ihr durchs Haar. Jouren zuckte kurz und tat dann, wie man ihr befohlen hatte, sie setzte sich neben Ayla. Neugierig beäugte sie Aylas Beute. "Ja, mir gehts recht gut., brabbelte sie leise, während sie überlegte was sie essen sollte. Sie wollte nicht zu gierig wirken und nahm sich den kleinen Käfer. Sie drehte ihn zwischen den Fingern und zack war er im Mund.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Montag 28. Januar 2013, 20:54

Ayla schmunzelte als der winzigkleine Käfer im Mund verschwand. Entweder hatte sie sich an den Hunger gewöhnt oder wirklich sehr gute Manieren.
"Iss mehr, iss alles auf, aber lass dir Zeit. Besonders die Wurzeln musst du gut kauen, ansonsten kann dein Magen sie nicht verdauen und du bekommst bald Bauchkrämpfe.Ich habe schon gegessen" Das stimmte zwar nicht, aber Jouren brauchte dringender Nahrung als Ayla, zu dem war sie noch im Wachstum. Wie alt konnte sie schon sein? 12 oder 13? So klein und winzig sie war. Ayla beobachtete sie unauffällig.Was sollte aus ihnen nur werden? Diese Gegend hier war Ayla nicht weiter vertraut. Sie mussten bald wieder eine Wasserstelle finden. Am besten sie gingen weiter in östlicher Richtung, näher ans Gebierge, vielleicht gab es dort sogar einen Unterschlupf für sie.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Montag 28. Januar 2013, 21:21

A L L E S essen? Jouren stand der Mund offen. Was dachte Ayla nur? Dass sie ein Balathagoss sei? Diese durchaus wohlgemeinte Geste von Ayla kam bei Jouren nicht sehr gut an. Am liebsten hätte sei das Essen ganz verweigert, aber der Hunger führte ihre Hand dann doch noch einmal nach unten und sie nahm sich die Würmer. Trockene Rinde, harte Wurzeln war nicht nach ihrem Geschmack.
Das Essen regte ihre Lebensgeister an und sie begann zu plappern: "Woher bist du eigentlich gekommen? Und wo hast du mich gefunden? Weißt du schon wohin wir gehen? Sind immer noch diese grausamen Wesen ohne Augen unterwegs? Wo sind die hergekommen? Gehen wir zu den Amazonen in die große Stadt?", und plötzlich ganz unvermittelt: "Ich bin satt, vielen Dank für das Essen." Ihr Redeschwall endete abrupt. Hups, sie sollte doch nicht so viel und vor allem so laut reden! Hoffentlich war Ayla nicht böse darüber. Sie wischte sich mit dem Ärmel über das Gesicht und verschmierte das Blut aus den Kratzern. Ein tiefer Seufzer kam aus ihrer Brust.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Montag 28. Januar 2013, 21:49

Sie hatte zu wenig gegessen, viel zu wenig. Aber Ayla sagte im Moment noch nichts. Sie packte alles in den Leinen wieder ein. Später am Tag konnten sie nochmal eine Rast einlegen.
"Ich bin eine Geweihte und lebte unter den Verborgenen. Und nein wir gehen nicht zu den Amazonen in die große Stadt. Vermutlich gibt es dort entweder nichts mehr oder Zûls Wesen kämpfen noch immer gegen die Menschen. Beides ist nicht verlockend für uns zwei und viel zu gefährlich. Wir gehen in Richtung des Gebierges dort, siehst du? Wir müssen achtsam sein, diese Wesen ziehen immer noch über das Land und suchen nach Lebenden."
Ayla verstaute und kontrollierte all ihre Sachen und stand auf. "Halt die Augen offen. Wir brauchen dringend Wasser zum trinken." ...und für dich zum Saubermachen kleiner Sakussi. Jetzt erst bemerkte Ayla das Blut in ihrem Gesicht.
"Warte, bleib ganz ruhig" Ayla legte die Hände über Jouren Gesicht, schloss ihre Augen und ließ ihre Energie in das kleine Mädchen fließen. Sie ließ sich Zeit damit, fühlte die wohltuende Kraft Auroras. Vermochte sie nicht mehr so stark zu sein wie ehemals, um so kostbarer war ihr Gut heute. Langsam öffnete Ayla ihre Augen und kehrte in das Jetzt zurück. Die Kratzer hatten sich geschlossen. Sie brauchten dringend Wasser, um sie zu reinigen.

>>Kleines Heilen
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Dienstag 29. Januar 2013, 16:40

Ayla schien es ihr nicht krumm zu nehmen, dass sie so laut gesprochen hatte. Sie beantwortete sogar ihre Fragen. Eine Geweihte war sie also, von den Verborgenen. Jouren wollte etwas fragen, aber Ayla sprach wohl genauso gern wie sie selbst, sie kam vorerst nicht zu Wort. Ayla wirkte sehr beschäftigt und auch Jouren tat so, als würde sie es ihr gleichtun und etwas einpacken, aber da gabs nicht viel. Eigentlich, wenn sie es genau bedachte... nichts! Naja dann würde sie einfach warten bis Ayla fertig war.
Wasser, ja Wasser war gut! Aber nicht zum Waschen. Wusste Ayla denn nicht, dass es für eine Frau besser war zu stinken wie ein Sakussi?! Jouren wunderte sich, aber sagte nichts, vorerst. Sie wollte ja auch nicht vorlaut klingen. Aber in der nächsten Zeit musste sie mit Ayla sprechen, denn es war ausgeschlossen, dass sie sich wusch.

Ayla legte ihre Hände auf ihr Gesicht und Jouren wollte sie schon runter ziehen, als sie die Wärme spürte und noch etwas Seltsames. Jourens Herz begann wie verrückt zu schlagen und ihr stockte der Atem. Jetzt würde sie sicherlich ihr Gesicht zu einem Sakussi verzaubern! Oder ihr die Haut abziehen, also doch eine Strafe für ihr lautes Plappern.

"Es tut mir wirklich sehr leid, ich wollte nicht so laut reden!", flüsterte Jouren zu Ayla und blickte auf den Boden vor ihren Füßen. "Ich werde auf jeden Fall die Augen aufhalten und dich nicht enttäuschen.", aber schon während sie es sagte, überlegte sie wie das gehen sollte, wenn sie vor Scham den Blick nicht heben mochte. Sie konnte nur warten, dass Ayla vor ging, dann konnte sie auch nachschauen, was sie mit ihrem Gesicht gemacht hatte.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Dienstag 29. Januar 2013, 17:28

Ayla sah sie verwirrt an. Zärtlich legte sie einen Finger unter das Kinn der Kleinen und hob ihr Gesicht an."Jouren? Was? Ach...wurdest du noch nie geheilt? Ich habe deine Wunden im Gesicht geheilt. Geweihte können das mit der Kraft der Göttin. Wir fühlen uns stark mit ihr verbunden. Sag mal, wo kommst du eigentlich her? Warst du immer schon allein hier draußen? Wo ist deine Mutter?" Ayla lagen noch viel mehr Fragen auf den Lippen.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Dienstag 29. Januar 2013, 20:39

Ach so fühlte sich das also an, wenn man geheilt wurde! Jouren hatte natürlich schon gehört, dass es solche Frauen gab, die das konnten. War sie nun mit der Göttin in Berührung gekommen? Ihre Finger betasteten das Gesicht und erleichtert stellte sie fest, dass wirklich alles an seinem Platz war.

"Ah eine Geweihte bist du also. Ja, ich hab schon von solchen Frauen gehört, die heilen können. Die Männer haben früher immer gesagt, sie wären wie die Pest, aber ich finde du bist nett! Keine Ahnung warum sie sowas gesagt haben!", und schon wieder sprudelte es aus Jouren heraus, ohne das sie groß nachdachte. Im selben Moment schoss ihr das Blut in die Wangen. Hatte sie damit Ayla beleidigt? Aber es gab keine Zeit zum Nachdenken, denn ihr Mund öffnete sich schon wieder. "Ich... ähm... nein, also ich bin vom Clan weggelaufen, in den Wald. Meine Mutter ist wohl noch dort. Ich hab ihr nicht gesagt, dass ich gehe. Sie hat immer zu mir gesagt, ich soll mir diese Gedanken aus dem Kopf schlagen, wenn ich alt werden will. Aber ich glaube, ich will gar nicht alt werden. Dann kriegt man schrumpelige Haut, alles tut einem weh und man hat keine Zähne mehr im Mund. Das muss doch schlimm sein, wenn man gar nicht mehr richtig beissen kann. Nein, alt will ich nicht werden! Und sind die Geborgenen auch ein Clan?"
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Dienstag 29. Januar 2013, 20:52

Ayla musste fast lachen über dies Quasselstrippe, hatte sie immer so viele Fragen? Oder hörten sie irgendwann auf?
Sie hängte sich die längliche Leinentasche über die Schulter und lief in Richtung Osten sonst würden sie heute keinen Nim mehr vorwärts kommen. Auffordernd sah sie zu Jouren.
"Komm, aber leise und aufmerksam."
Der Himmel war tatsächlich aufgezogen und auch wenn die Sonne immer noch nicht ganz durch den Schleier durchdrang wärmte sie.
"Zu welchem Clan hast du gehört? Und deine Mutter wird sich Sorgen machen, meinst du nicht? Vermisst du sie nicht auch? Wie lange bist du von dort schon weg?"
Aylas Herz wurde schwer. Sie vermisste ihre Mutter unendlich. Der Verlust war noch immer groß und unfassbar der Gedanke, sie nie wieder zu sehen oder mit ihr sprechen zu können real. Tränen schossen in ihre Augen und sie musste sich sehr zusammenreißen, um das Gesicht zu wahren vor Jouren. Ihr Tod lag nun ein Jahr schon zurück, würde es irgendwann einmal leichter werden?
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Dienstag 29. Januar 2013, 21:14

Jouren folgte Ayla und tat so als wäre sie aufmerksam. Aber eigentlich war aufmerksam für sie ein Fremdwort. Ihre Gedanken huschten viel zu schnell umher, als das sie sich auf etwas konzentrieren konnte. Jouren hatte keine Ahnung wo sie waren, aber es war wunderschön. Das Gras war wie ein riesig großes Kissen, wie mochte es wohl erst im Sommer aussehen?! Riesige Bäumen standen vereinzelt. Ihre Arme hätten nicht ausgereicht sie zu umklammern.

"Ich habe zum Drachenclan gehört." Jouren zeigte Ayla ihr Drachenmotiv auf dem Oberarm. "Ich glaub nicht, dass sie sich Sorgen macht. Sie ist bestimmt froh, dass ich weg bin. So muss sie sich nicht dauernd um mich kümmern und sorgen. Außerdem bin ich alt genug, um selbst auf mich aufzupassen!" Ja, bestimmt war ihre Mutter froh, dass sie fort war. Am Schluß hatte sie immer gejammert, dass sie alle sterben werden, aufgefressen von dieses komischen Viechern. Nun ist sie bestimmt beruhigt, dass sie nicht da ist, wenn die kommen. Wie hatte mal ein Mann gesagt: Irgendwann kommt die Zeit zu gehen! Ja so in etwa hatte er das gesagt.

Ayla hatte ihr nun gar nicht verraten ob diese Geborgenen auch ein Clan sind. Vielleicht wollte sie aber auch nicht darüber reden. Eigentlich war es auch nicht so wichtig.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Dienstag 29. Januar 2013, 22:07

Ayla zog die Augenbrauen zusammen. Konnten Mütter froh darüber sein, daß ihre Kinder weggingen? Für sie selbst unvorstellbar. Wie würde es sein selbst Mutter zu sein, ein Kind zu haben? Freismar tauchte vor ihrem inneren Auge auf. Sie schüttelte das Bild wie eine lästige Mücke weg. Nein, in dieser Welt wollte sie keine Kinder setzen. Und Freismer war sicher tot oder hatte sich eine andere Frau genommen. Es war nie sein Problem gewesen. Er war immer umlagert von Schönheiten. Wie gut er ausgesehen hatte und diese Aura, diese männliche Aroganz und doch konnte er so weich und zärtlich sein im richtigen Moment. Wieder schüttelte Ayla den Kopf. Wie es wohl wäre ihm nochmals zu begegnen? Aber das war ein Traum. Er hatte sicherlich für seinen Clan gekämpft. Ayla hatte viel zu viele Tote gesehen, die Grausamkeiten des Krieges...es war unmöglich, das er noch lebte. Ob es überhaupt noch irgendwelche menschlichen Wesen gab? Sie wanderte nun schon so lang umher, größere Wohnsiedlung hatte sie bisher vermiedern aus Angst. Aber es musste doch noch mehr Überlebende geben.
"Jouren meinst du es gibt deinen Clan noch? Wann bist du fort gelaufen, war es noch vor dem Krieg?"
Ayla holte sich ein Stück Rinde heraus, brach es entzwei und reichte Jouren ein Stück.
"Nimm und kau mit den Zähnen darauf herum. Es reinigt deine Zähne, dann bleiben sie länger erhalten und du kannst länger beißen" Ayla grinste sie an und steckte sich das andere Stück in den Mund.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Mittwoch 30. Januar 2013, 09:51

Das war eine Frage, die Jouren tatsächlich zum Nachdenken brachte. Sie nahm sogar diese komische Rinde von Ayla und biss darauf herum, völlig in Gedanken versunken. Wie meinte Ayla das denn, ob es ihren Clan noch gäbe? Sie hatte das Gejammer ihrer Mutter nicht ernst genommen, sie hatte dauernd gejammert. Jammer Jammer… du bist kein Junge… Jammer Jammer… das Leben ist so grausam… Jammer Jammer… mir tut alles weh. Ach, wenn Jouren anfing nach Gründen für das Gejammer ihrer Mutter zu suchen, war das eine Tagesbeschäftigung. Und nun fragte Ayla so was. Sollte das bedeuten ihre Mutter hatte dieses Mal einen wirklichen Grund zum Jammern? Hm, Jouren war verunsichert und nur deshalb fand sie es beruhigend auf dieser Rinde herum zu kauen.

“Ich weiß nicht ob es ihn noch gibt. Ich bin noch nicht so lange weg. Da hatte die lange Dunkelheit grad angefangen.“. Jouren wusste nicht viel von diesem Krieg. Das letzte Jahr war eigentlich wie immer, nur dass die Männer öfter als sonst weg waren und diese komischen Viecher – Namenlose wurden sie immer von den anderen genannt – sehr oft auftauchten und irgendwen töteten oder verschleppten. Sie hatten sich versteckt, durften keine feste Zelte aufbauen.

“Was ist das eigentlich für ein Krieg? Ist der anders als das vorher mit den Amazonen?“, das war der einzige Krieg den sie kannte. Amazonen und alle anderen Frauen wurden getötet oder als Sklaven ins Lager mitgebracht. Die Männer sprachen öfter davon, dass dies ihr ganz persönlicher Krieg wäre.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Mittwoch 30. Januar 2013, 19:50

Ayla überlegte, sie ließ sich Zeit mit der Antwort. War der Krieg so anders als ein anderer? Ayla begriff etwas druch Jourens Frage.
°Nein ich denke nicht. Jeder Krieg besteht aus sehr viel Hass, Arroganz den anderen zu besiegen und zu unterdrücken, dies als sein gutes Recht anzusehen. Nur das dieser Krieg größere Ausmaße hat und damit größere Kreise zieht. Zum Beispiel werden hier die Götter mit hineingezogen. Aurora ist nicht mehr so stark, viele ihrer Kinder sind gestorben. Das hat sie schwach gemacht."
Ayla hielt an und blickte zu Jouren.
°Wenn Zûl, der dunkle Magier, diesen Krieg gänzlich gewinnt und das ganze Land einnimmt, wird es kein Leben mehr geben Jouren. Verstehst du, die Kriege der Männer gegen die Amazonen oder Frauen waren gleichsam brutal, aber sie löschten sich nicht vollständig aus. Aber an sich sind alle Kriege vollkommen sinnlos.Wir sollten unsere Kraft nutzen, um uns gegenseitig zu helfen und zu stützen"
Ayla schüttelte traurig den Kopf. So viele Tode. Und wieder dachte sie an Freismer.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Donnerstag 31. Januar 2013, 20:23

Aylas Worte machten Jouren sehr nachdenklich, für sie ein sehr ungewöhnlicher Zustand. Sie verstand sehr gut was Ayla ihr sagte. Noch immer konnte sie das Ausmaß nicht verstehen. Ein Krieg an dem die Göttin beteiligt war! Was bedeutete das? Die Göttin war nun schwach? Was hieß das nun wieder? Sie alle waren Kinder der Göttin, das hatte schon ihre Mutter gesagt und nun auch Ayla. Kein Leben mehr?
In Jouren begann eine böse Vorahnung zu dämmern. Ein dunkler Gott. Ja, sie hatte natürlich auch schon am Lagerfeuer die Gruselgeschichten gehört. Also wenn dieser dunkle Gott nun mehr Macht hatte als die Göttin, dann konnten doch vielleicht all diese gehörten Geschichten wahr werden. Ein eisiger Schauer lief Jourens Rücken hinunter.

"Ja! Ich werde dir immer helfen und dich stützen!", sagte sie voller Inbrunst zu Ayla und schaute in ihr trauriges Gesicht. "So leicht werden die uns nicht bekommen! Mag der dunkle Gott so viel Kraft haben wie er will. Frauen...", zur Untermalung ihrer Worte stampfte Jouren fest auf den Boden auf, "... können auch SEHR stark sein...hier!", Jouren zeigte auf ihren Kopf. Eines hatte sie schon früh gelernt. Männer waren kräftig in den Armen und sie - Jouren - hatte einen kräftigen Kopf!
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Donnerstag 31. Januar 2013, 20:36

Ayla war in diesem Moment sehr stolz auf dieses Kleine Ding. Sie hatte Kampfgeist! Die Geweihte nickte zustimmend. "Ja richtig, man kann viel mit wohlüberlegten Taten erreichen, Köpfchen ist immer gut. Mancher verrannte sich in seinem Leichtsinn und Übermut und kam nur dadurch zu Fall. Jouren setze immer deinen Verstand ein...naja meistens zumindest." Ayla lächelte sie liebevoll an.
"Und nun lass uns noch ein Stück gehen bald geht die Sonne unter und wir brauchen eine geeignete Schlafstatt. Wo hast du bisher immer geschlafen? Ich klettere meist hoch in einen Baum und schlafe in einer Astgabel oder ich bin in eine Höhle gekrochen, die so klein war, dass nur ich Platz darin fand."
Aylas Blick wanderte über die Landschaft. Sie war schon lang keinen von Zûls Schergen begegnet, der Göttin sei Dank.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Donnerstag 31. Januar 2013, 20:45

"Nein immer!", widersprach Jouren Ayla leise. Sie konnte sich überhaupt nicht vorstellen, dass es Situationen gab, in denen der Verstand nicht gut war. "Eigentlich schlafe ich immer unter Bäumen. Da fühle ich mich wohl."
Es war wirklich erstaunlich was sich Ayla für Gedanken machte. Sie plante alles durch. In Jourens Augen ganz schön anstrengend. Sie beobachtete Ayla aus den Augenwinkeln. Sie konnte bestimmt noch etwas von dieser Geweihten lernen. Sie wusste so viel von der Welt, von diesem Krieg und allen anderen Dingen bestimmt auch. Ayla blickte sich suchend um und Jouren tat nun auch so.
"Bist du noch nie von einem Baum beim Schlafen runter gefallen? Es schlafen doch nur Vögel auf Bäumen oder Pflanzenwesen!" Gegen den dunklen Himmel konnte man das hohe Gebirge sehen. Jouren wusste aus Erfahrung, dass dies das Ende ihrer Welt markierte. Ihre Mutter hatte immer gesagt, wer versuchte das Gebirge zu überwinden wurde von der Göttin bestraft.
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