Das verbotene Tal

Tauche ein in die Welt von Aurorae!

Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Sonntag 3. März 2013, 19:25

Jouren versuchte alles so zu machen, wie Foxane es ihr sagte und zeigte. Sie hatte Angst, große Angst! Sie saß so weit oben, dass ein Fall in die Tiefe bestimmt sehr weh tat. Jouren bewunderte Foxane, dass sie überhaupt keine Angst zu haben schien. Wirklich sehr mutig! Dann verfiel Gorsi in einen Trapp und Jouren knallte im gleichmässigen Takt auf die harten Gorsakplatten. Schmerzverzerrt verzog sie ihr Gesicht, was Foxane aber nicht sehen konnte und Jouren hätte es sie auch niemals sehen lassen. Sie wollte nicht als Feigling dastehen. Wieder vor dem Höhleneingang ließ Foxane sie ganz plöztlich alleine mit dem Gorsak. Der Gorsak lief weiter und Foxane blieb einfach stehen. Jouren traute ihren Augen nicht. Ihr Mund stand offen. Am liebsten hätte sie geschrien, geweint... irgendwas, aber der Schock saß so tief, dass sie wie gelähmt auf dem Gorsak saß. Ihre Handknöchel traten weiß hervor, so sehr klammerte sie sich an die Gorsakplatte, wie Foxane es ihr gezeigt hatte. Das Tier machte wozu es gerade Lust hatte, es ging hierhin und dorthin, dann wieder ein Stück zurück Richtung Höhleneingang und genau in dem Moment erschien Ayla im Licht. Jourens Augen wurden wieder groß und sie sah flehend zu Ayla. Schritt für Schritt kamen sie näher. Noch ein bisschen. Gleich waren sie da. Jourens Mund war völlig ausgetrocknet. Sie war sich nicht sicher, ob sie ein Wort herausbekommen würde.

"Hilfe, hilf mir Ayla!", brachte sie krächzend hervor und stand kurz vor einem Tränenausbruch.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Korgal » Montag 4. März 2013, 15:32

Der Bärenkrieger bracht schnell einen größeren Abstand zwischen sich und der Gruppe. Er würde auch das Tempo nicht drosseln müssen, den Korgal war ein guter Läufer mit überragender Kondition. Die Ruhe und die Einsamkeit waren hilfreich, die angestaute Frustration über die unberechtigten Anschuldigungen zu vergessen. Ansonsten hätte er nur wieder unnötigerweise, viel zu lange, darüber nachgegrübelt ob er nicht wirklich eine gewisse Schuld daran trug.

Je tiefer er in das Tal vordrang, des so mehr stieg dieses an, nur sehr langsam doch Korgal merkte dies wenn er den Blick hinter sich richtete. Er nutzte die Bergmassive zur Orientierung und Beibehaltung der Richtung. Die Landschaft war rau jedoch auf ihre Art schön. Die Bäume hier trugen fast alle kein Laub. Nadelbäume waren Amarant-Sumpf ein seltener Anblick und stachen dort zwischen der üblichen Vegetation heraus, hier wären eher die Pflanzen und Bäume des Sumpfes deplatziert gewesen. Tannen und Fichten standen meist in Gruppen und bildeten ab und zu keine Haine ohne ein kompletten, zusammenhängenden Wald zu bilden. Ich Richtung der Berge wiederum fanden die Pflanzen scheinbar keinen Halt mehr, das Grün lichtete sich und Geröll und Fels dominierten.

Die Zeit verging ohne das Korgal irgendetwas entdeckte, was ihm verdächtig oder bedrohlich vorkam. Keine Pflanzenwesen die es hier geben sollte und keiner von Zûls Kreaturen. Es war Idyllisch. In Korgals Augen fast schon zu ruhig.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Montag 4. März 2013, 16:51

Das Licht blendete sie, als sie hinaustrat. Es tat nach wie vor gut die warmen Strahlen auf dem Gesicht zu fühlen. Ayla blinzelte, um schneller das Augenlicht daran zu gewöhnen und ihre Umgebung zu erfassen. Dann schob sich ein Schatten vor ihr Gesichtsfeld. Jouren saß auf dem Gorsak und krächtzte ihr hilfesuchend entgegen. Der Geweihten fiel der Unterkiefer fast herunter. Das schoss doch den Unterboden weg!
Sie zupfte in einer ruhigen Bewegung etwas Gras und hielt es dem Gorsak entgegen. Bloß keine ruckartige Bewegung, dachte sie sich. Damit das Vieh nicht mit Jouren im wilden Galopp davonrannte. Aber der Gorsak schien gemütlicher Natur. Es kam noch näher und schnappte nach dem Gras. Welches es dann gemütlich im Maul zermalmte. Ayla nutzte die Chance, ging seitlich vorbei und streckte die Arme nach Jouren. Die sich in sie hinuntergleiten ließ. Wieder einmal mehr fiel ihr das Fliegengewicht des Mädchen auf. Ayla ließ sie sanft zu Boden gleiten und hielt sie im Arm. Sie nestelte an der Tasche und half dann dem Kind beim Trinken. Sanft strich sie dem Mädchen über die Stirn und die Haare.
"Wie bist du da nur allein raufgekommen?"
Dann gab sie ihr einen Kuss auf den Hinterkopf.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Kendra » Dienstag 5. März 2013, 08:36

<--- Das verwunschene Tal

Dankbar nahm Kendra die Erdkugel an. Einen Moment hielt sie das warme Nahrungsmittel einfach zwischen den Fingern. Es war angenehm und wohltuend und ein Lächeln von friedlicher Natur breitete sich auf ihren Zügen aus bevor sich herzhaft in die Kugel biss. Nicht, dass sie niemals eine warme Erdkugel gehabt hätte während ihrer Reise, aber es war doch schon eine Weile her. Geschweige denn ein Mal in Gesellschaft. Sie genoss es sichtlich und auch wenn sie zu Freismer blickte, bestärkte sich das Gefühl von Hoffnung und Zuversicht in ihrem Herzen. Es konnte nur besser.

Das Gefühl sollte auch den Tag durch weiter anhalten. Während sie ihr improvisiertes Lager wegräumten und sich nun unter Freismers Führung auf ihren neuen Weg machten. Vielleicht hatte er Recht und sie würden auf jemanden Treffen wie den Clan der Hirsche. Vielleicht hatten diese Glück gehabt und es gab sie noch. Oder sie trafen auf sonst jemanden, der ähnlich gedacht hatte wie Freismer.
Während sie liefen setzte Freismer zu einer Geschichte an. Kendra lauschte gespannt. Sie meinte die Geschichte irgendwo im Ohr zu haben, aber jedes Mal wenn sie meinte, sie wusste wie es weiter ging, kam etwas anderes und liess Kendra weiter gespannt lauschen.
Als er fertig war gab ihm Kendra einen alleinstehenden kleinen Applaus. Es war das Leben das ihre Körper durchströmte und einfach zum Ausdruck kommen wollte dabei und neckisch meinte sie. “Ich kenne auch eine Geschichte, aber ich erzähl sie dir nur, wenn du mir einer der Rucksäcke gibst.“
Lange genug hatte sie jetzt zugesehen, wie er sich mit beiden Taschen abmühte und jetzt hatte sie nicht mal mehr Holz zu tragen. Sie kam sie etwas dumm vor und so hielt sie fordernd die Hand hin, während sie bereits in einen anderen Teil von Aurorae gelangt waren.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Freismer » Dienstag 5. März 2013, 14:56

Freismer blieb stehen und sah Kendra an. Dann begann er laut und anhaltend zu lachen. Es dauerte einige Zeit, bis er sich beruhigt hatte. Die Tränen standen ihm in den Augen und er musste noch mal tief Luft holen, bevor er sprechen konnte.

"Du willst einen...", er japste nach Luft und hätte fast wieder angefangen zu lachen, "Du willst also einen Rucksack tragen? Gut...." Freismer ließ den einen Rucksack mit einem lauten Plumsen nach unten fallen. Er war schon sehr gespannt, was es nun für eine Show geben würde. Er selbst konnte die Rucksäcke kaum tragen und es war nur einigermaßen möglich, weil er zwei davon hatte und sich das Gewicht verteilte. Er stufte Kendra ganz bestimmt nicht als schwach ein, aber diesen Rucksack würde sie kaum vom Boden bekommen! Und genau so sollte es kommen, als Kendra den Rucksack aufheben wollte. Sie musste in die Knie gehen, um den Riemen umzulegen. "Nein!", sagte Freismer kurz und entschlossen nahm er ihr den Rucksack wieder aus der Hand. "Schon die Frauen in Patria wussten, dass Männer einfach nur zu einem zu gebrauchen sind: Zum Schleppen!", sagte er gut gelaunt, zwinkerte Kendra zu und marschierte wieder los. "Krieg ich die Geschichte trotzdem zu hören?"

Die Landschaft, die sich vor den beiden ausbreitete, war ein Traum. Freismer mochte sich gar nicht ausmalen wie es hier in drei oder vier Wochen aussah. Es war traumhaft schön. Weiche Hügel reihten sich an steile Felswände. Saftiges Grün wohin man blickte, alles schien rein und sauber zu sein. Es war perfekt. Er konnte die Hirsche gut verstehen, die sich trotz der Pflanzenwesen nicht hatten vertreiben lassen.
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern: "Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!" Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Foxane » Dienstag 5. März 2013, 15:56

Foxane lachte. "Ich habe sie drauf gesetzt." Sofort fiel ihr das verängstigte Gesicht von Jouren auf. Sie schüttelte den Kopf und dachte, dass es wohl doch keine gute Idee war, ein Kind, das nie mit Gorsaks in Berührung kam, so schnell das Reiten beizubringen. Sie selbst ritt schon im Alter von vier Jahren, anfangs rittlings mit ihrer Mutter, zwei Jahre später bretterte sie schon alleine durch die Wälder.
Foxane klopfte Jouren auf die Schulter. "Dafür, dass es das erste Mal war, ging es doch ganz gut." Ayla gab sie ein Zeichen, dass es wohl auch das letzte Mal gewesen sein wird. "Falls du wieder mal reiten willst, dann nur mit mir, hinter mir sitzend."

Sie band Gorsi an einen Baum und hielt Ausschau nach Korgal. Das Knurren ihres Magens wurde langsam lästig. Inständig hoffte sie, dass dort wo sie hingehen, etwas Essbares zu finden war. ......Ein gegrilltes Huhn, knusprige Fische mit Grünkraut......
Ah Humbug, donnerte Gif und sang mit ihrer tiefen Stimme:

Mit dem Pfeil im Bogen,
durch Gebirg und Tal,
kommt die Schützin gezogen
früh im Morgenstrahl.

Ihr gehört die Weite.
Was ihr Pfeil erwischt,
das ist ihre Beute,
was da kreucht und fleucht.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Dienstag 5. März 2013, 20:10

Ayla hatte die rettende Idee mit dem Gras und der Gorsak fiel tatsächlich darauf herein. Ayla half ihr noch vom Gorsak zu kommen und Jouren wäre fast eingeknickt, weil ihre Knie so zitterten. Das war wohl definitiv ihre letzte Runde auf einem Gorsak! Das mochte etwas für Amazonen sein, aber nix für junge Frauen von einem Clan. Da würde sie sich lieber an die Dolchübungen halten.

"Danke Ayla!", sagte sie leise und zuckte etwas zusammen, als Ayla ihren Hinterkopf küsste. Sie war derlei Zärtlichkeiten nicht gewöhnt und schon gar nicht von einer Frau. Bevor sie weiter antworten konnte, stand schon Foxane bei ihnen und klärte die Situation auf. "Nein, ich glaube vom Reiten habe ich die Nase erstmal voll. Vielen Dank, es war eine interessante Erfahrung." Jouren gab sich tatsächlich Mühe diplomatisch zu sein, immerhin ging es um eine Amazone. "Und Ayla, kannst du auch mit einer Waffe umgehen? Foxane hat mir schon ein paar Kunststücke gezeigt. Ich muss ein bisschen üben, falls..."... Korgal über mich herfällt. Nein, das schluckte sie hinunter und machte stattdessen nur eine ausladende Handbewegung. Vielleicht kam der ungehobelte Klotz auch gar nicht wieder, er war schon lange weg oder?

"Was ist nun überhaupt? Bleiben wir hier in der Höhle oder gehen wir weiter? Habt ihr schon was geplant?" Und würden alle zusammen bleiben? Ach in Jourens Kopf gab es so viele Fragen!
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Kendra » Donnerstag 7. März 2013, 11:16

Tatsächlich legte Freismer einer der Rucksäcke ab. Zwar nicht ohne erst laut zu lachen und damit Kendras Trotz zu schüren, aber er legte einen ab und überliess ihn Kendra. Zumindest sah es erstmal so aus. Denn als Kendra den Rucksack anheben wollte, wurde erst klar wie schwer das Ding wirklich war. Mit Müh und Not konnte sie es anheben und wollte es gerade auf ihren Rücken bugsieren als Freismer sie unterbrach und davon abhielt. Etwas in ihrem Stolz gekränkt liess sie den Rucksack missmutig wieder zu Boden sinken. Sie hasste es, wenn sie Männern unterlegen war – aber anderen Seits liebte sie das Gefühl im Moment. Das Gefühl sich wieder mit jemandem messen zu können. Selbst wenn es hiess zu „verlieren“. Es war alles besser als das letzte Jahr.

“Nagut“, gab sie somit klein bei und übrliess Freismer den Rucksack wieder. Die Gegend in der sie sich befanden war wunderschön und Kendra, die es nicht auf sich belassen konnte nichts zu erledigen, begann wieder Holz zu sammeln. Nun, da sie nicht mehr auf einer freien Ebene waren, war es auch einfacher, gutes Feuerholz zu suchen.

“Ich hoffe ich bekomm die Geschichte noch auf die Reihe.“, erklärte sie etwas kleinlaut. Tatsächlich kannte sie mehr als eine Geschichte, aber die meisten nicht vollständig oder nicht im genauen Wortlaut. Warum diese Geschichten auch immer in so eine dummen Form daher kommen mussten?
Dennoch nahm sie einen Anlauf.

“Die Stille weicht, die Vögel singen wieder,
Der Tag erwacht erneut und streckt seine steifen glieder.
So auch der braune Bär, er tut sich noch schwer.
Er blinzelt und grummelt und fühlt sich recht leer.

Ein kleiner Bissen, ein Happen in den Magen,
Das wär das richtige in den kommenden Tagen.
So brummelt und grummelt er zufrieden
Bald würde er sich von seinem Hunger verabschieden.

In gemächlichem Trott folgt er dem Bache
Ein guter Fisch, das wär jetzt ne feine Sache.
Etwas…"


Bis dahin war sie gut gekommen, doch nun fehlte auf einmal der Faden. Wie war es weiter gegangen? Ihre Vater hatte die Geschichte immer erzählt… Aber wie immer damals hatte Kendra immer nur halb zugehört. Entsprechend fehlten ihr nun auf einmal die Worte und sie begann zu stocken und stottern.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Foxane » Donnerstag 7. März 2013, 16:04

Das war Jouren auch klar ins Gesicht geschrieben. Sie würde nie mehr reiten. Andererseits beruhigte es Foxane. So musste sie keine Angst haben, dass die Kleine unerlaubt mit ihrem Gorsak davon preschte. Auf die Frage von Jouren antwortete sie mit einem Lächeln und schaute sehnsüchtig zum Gebirgsmassiv.

"Du hast geschlummert wie ein Engel als wir uns darüber unterhielten. Korgal geht das Gebiet bis zum Gebirge ab, um sicherzustellen, dass es sicher ist. Wir treffen ihn dort wieder. Und es ist nun an der Zeit los zu marschieren. Dort hin, wo nach alten Sagen Aurorae endet. Wenn es uns gelingen sollte, einen Weg zu finden, einen Geheimgang durch das Bergmassiv oder sogar eine Möglichkeit darüber zu gelangen, wird sich wohl eine unbekannte neue Welt eröffnen. Das wird gewiss ein spannendes Abenteuer. Genau! Wenn ihr bereit seid, dann lasst uns gehen."

Foxane belud Gorsi mit den wenigen Habseligkeiten und fragte die anderen, ob das Tier auch ihre Rucksäcke tragen soll. Dann kehrte die Freude zurück und fast so unbekümmert wie ein Kind über ein neues Spielzeug. Sie trug zwar noch die endlos tiefe Trauer im Herzen. Aber sie spürte auch, dass alle ihre gefallenen Angehörigen, Schwestern und auch eher weniger geliebte aber im Kampf geschätzte Mannswesen im Geiste bei ihr waren und mitzogen. Ja mitzogen, um neue Welten zu erobern und neuen Abenteuern zu begegnen.

Die Amazone marschierte als Vorhut und summte leise ein Lied.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Kavita » Donnerstag 7. März 2013, 17:51

Die Reitstunde von Jouren und Foxane fand ein jähes Ende. Die arme Jouren war sichtlich erschrocken und ließ sich von Ayla bemuttern. Die beiden mussten Schwestern oder sonst irgendwie verwandt sein, so, wie Ayla sich kümmerte. Hach, Kavi war ein bisschen neidisch! Wenn ihre Schwester nur hier wäre, das wäre schön! Dann könnte sie ausführlich mit jemandem über ihre Sorgen reden und hätte ein bisschen Beistand. Sie wollte den anderen nichts vorjammern, deswegen hielt sie den Mund. Aber, wenn sie ehrlich sein sollte, bestimmt würde Shanna die ganze Zeit mit Foxane über Schwerter und Gorsakerziehung fachsimpeln und sich für Kavis Feuerkram kein bisschen interessieren.

Kavi beendete ihre Träumereien, seufzte abgrundtief und lauschte Foxane. Einen Geheimgang? Eine unbekannte neue Welt? Das klang aufregend! Und dann bot die Amazone auch noch an, dass der Gorsak ihre Sachen tragen konnte. Toll!

„Oh, danke, wie nett!“, sagte Kavi sofort und lud ihre Tasche auf das Tier. Dann tätschelte sie kurz seinen Hals und sagte: „Danke, Gorsi, auch von dir sehr nett.“ Schade, dass sie kein Leckerchen für das Tier hatte. Shannas Gorsak war Verfressen ohne Ende gewesen. Sie konnte nur hoffen, dass es den beiden gut ging.

Dann marschierten sie los und Kavi hopste ein bisschen schneller, um neben Foxane laufen zu können.
„Foxane, glaubst du wirklich, es gibt einen Geheimgang? Hast du davon schonmal gehört? Das klingt so spannend! Aber bestimmt ist es sehr schwer da durch zu kommen! Wie können wir ihn finden?“, sprudelte sie los. Sie war ganz begeistert und ihre Augen sprühten richtig, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, ihre Schwester wiederzufinden, deutlich sank, wenn sie erstmal über das Gebirge waren. Aber gut, darüber würde sie dann nachdenken wenn es soweit war. Wobei diese Baumstädte auch gut geklungen hatten.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Donnerstag 7. März 2013, 19:53

Ayla schmunzelte über den Wortschwall der Kleinen. Ein sicheres Zeichen das es ihr gut ging. Dann schüttelte sie den Kopf.
"Nein, ich kann mit gar keiner Waffe umgehen. Ich habe das Kämpfen nie gelernt, Es widerstrebt mir. Ich gehe den heilenden Weg der Göttin."
Sie lächelte Jouren an und ihre Augen leuchteten von Innen heraus. Das war einfach Ayla und ihre Überzeugung.
"Wenn du also mit dem Messer kämpfen willst, mußt du dich weiterhin an Foxane oder Korgal wenden. Sie sind die Krieger hier. Zu mir kommst du, wenn du dich dabei verletzt."
Sie lachte leise und gab ihr einen freundschaftlichen Klaps auf die Schulter. Sie fühlte sich so verbunden mit ihr. Sie hoffte, das Mädchen würde auch in anderen Fragen zu ihr kommen oder wenn sie Kummer und Sorgen hatte. Sie würde für sie da sein. Die Geweihte konnte nicht recht erklären, warum es so war. Vielleicht gab sie so das 'Vermächtnis' ihrer Mutter an jemanden weiter wie Jouren, die das nie fühlen durfte. Eine einzelne Träne klitzerte in ihren Augen. Schnell wischte sie diese davon.
Foxane und Kavita machten sich schon auf den Weg und liefen voraus. Schade eigentlich. Sie hatte gehofft ein paar ruhige Tage hier in dieser sicheren Höhle verleben zu können und ganz gewöhnliche Alltäglichkeiten zu tun. Aber was war heutzutage noch sicher?
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Grabul En´Ogrim » Donnerstag 7. März 2013, 20:10

Grabul konnte es nicht fassen. Die Schmerzen waren weg, absolut weg. Er hüpfte auf der Stelle, aber seine Füße reflektierten keinen Schmerz mehr. Dann versuchte er mit seinen kurzen Armen an den Rücken zu kommen. Doch auch hier tat absolut nichts weh.
Natürlich bekam er nebenher mit, welche Lügengeschichte diese Kriegerin verbreitete. Aber sie war eben ein Weibsbild, normal, dass diese ihre eigene Geschichten spann. Manche Frauen lebten sogar in ihrer ganz eigenen Welt. Frauen konnte und mußte man nicht verstehen. Ein Mann würde wahnsinnig werden! Aber ihm ging es wieder gut. Das war die Hauptsache. Er könnte dieser anderen Frau sogar danken, aber sowas war nicht seine Art!
Dann vernahm Grabul die Stimmen des Aufbruchs. Und erst jetzt bemerkte er, dass er ganz allein in der Höhle war. Mitleidig blickte er zu seiner perlmutfarben schillernden Rüstung. Was machen? Sie mitnehmen und tragen oder liegen lassen? Sie war schwer, gewiss, aber sie würde dennoch ein wenig Schutz bieten. Besser als die bloße Haut war sie allemal. Schnell ramschte er alles auf und rannte gen Ausgang.
"Ho. wartet doch auf mich. Ich habe nicht so lange Stelzen wie ihr."
Im Laufen versuchte er sich die Rüstung überzustreifen.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Korgal » Donnerstag 7. März 2013, 23:40

Korgal ging noch ein bisschen weiter. Er würde dadurch, je nach dem ob die anderen sich nun schon auf den Weg gemacht hatten ihn zu folgen oder nicht, möglicherweise etwas länger als die angedachten zwei Stunden weg bleiben. Aber das war ihn nicht ganz unrecht. Es war ein wenig zu viel falsch gelaufen zwischen der Gruppe. So dass ihm immer noch die Anschuldigungen im Kopf herum geisterten. Die zusätzliche Zeit verhalf ihm das Ganze besser zu verarbeiten und ließen ihn zu dem Schluss kommen, dass alles mehr oder weniger unglückliche Missverständnisse waren, bei denen er sich nicht selbst herausnehmen konnte, denn in gewisser Weise hatte er ja die jeweiligen Reaktionen provoziert, wenn auch nicht mit Absicht. Nachdem auch die weiteren Minuten ruhig verlaufen waren und er keine Bedrohung für die Gruppe erkennen konnte machte er sich auf den Rückweg.

Korgal stimmte ein Lied an um sich selbst ein wenig zu unterhalten und aufzumuntern. Sein Cousin Caldrim hatte ihm einmal Scherzhaft am Lagerfeuer der Bären gesagt, dass er auch gut Sänger hätte werden können aber die Bären ihn dann wegen seinen Fähigkeiten als Krieger vermissen würden. Das Stück war nicht lang aber auf Grund seiner Struktur problemlos in einer Schleife zu singen so wiederholte er es.

„Den großen Bärenclan zu ehren tragen wir deinen Namen stolz.,
Im Amarant sind wir zuhause, verborgen zwischen Strauch und Holz,
Dort wo die stolzen Bären wohnen, dort in unsren Heimatland
hier möchten wir unsere Häuser bauen, allesamt mit eigener Hand
Kein Tag wird ohne Schweiß vergehen, doch spüren wir hierbei kein Leid,
die Kraft des Großen Bären ist uns inne und das bis in aller Zeit

Was auch immer wir heute entfachen, schwitzen, bluten, raufen, lachen,
deine Kraft lässt unsere Herzen entflammen
Was auch immer wir heute entfachen, schwitzen, bluten, raufen, lachen,
Schulter an Schulter stehen wir zusammen.

Heut' werden wir dir geloben, unseren Schützer, dem großer Bär
Für deine Kinder werden wir kämpfen, ist der Tag auch noch so schwer,
Dein Namen tragen wir im Herzen verbreiten ihn wie der Wind,
und werden ihn niemals vergessen da wir deine Kinder sind,
Und sollt es doch irgendwann so sein, dass uns das Glück dann doch verlässt,
wirst du an unserer Seite sein, bis die Göttin uns in ihr Reiche lässt,

Was auch immer wir heute entfachen, schwitzen, bluten, raufen, lachen,
deine Kraft lässt unsere Herzen entflammen
Was auch immer wir heute entfachen, schwitzen, bluten, raufen, lachen,
Schulter an Schulter stehen wir zusammen.“


Der große Bärenkrieger sang nicht laut aber das Lied sehr häufig. Er hörte damit auch nicht auf als die Gruppe in Sichtweite kam, erst als er ungefähr in Hörweite war hörte er auf. Nur die die ein Ausgesprochen gutes Gehör hatten haben davon etwas mitbekommen, wobei schon ein Außergewöhnliches von Nöten gewesen wäre um den Text zu verstehen. Er wand sich an die Gruppe und berichtete ihnen. „Das Gelände steigt leicht an aber soweit ich erkennen konnte, gibt es keinerlei Anzeichen einer unmittelbaren Bedrohung. Allerdings würde ich raten die Haine zu meiden. So weit ich weiß soll das Tal ein Rückzugsgebiet von Pflanzenwesen im Winter sein und ich denke es hat keiner Interesse dies genauer zu prüfen.“
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Jouren » Freitag 8. März 2013, 09:08

Weiter ziehen? Jouren wurde quängelig! Warum weiter ziehen wo diese Höhle doch so nett war. Sie brauchte nicht sehr viel und hatte die letzten Kleinigkeiten schnell aus der Höhle geholt. Sie warf einen letzten sehnsüchtigen Blick auf das Lagerfeuer, die schützende Höhle und den Zwerg, der mit sich selbst beschäftigt war. Ihr fiel auf, dass sie noch gar nichts gegessen hatte, aber nun war auch keine Zeit mehr. Sie warf sich ihren kleinen Beutel um, nahm einen Schluck aus der Trinkflasche und folgte den anderen. Sie hielt sich mehr an Ayla und nutze die Zeit, um mit ihren Dolchübungen fortzufahren.

Jouren hatte keine Lust fremde Länder, unbekannte Welten zu entdecken und alte Sagen waren ihr eh wurscht. Öfter mal schielte sie zu Ayla, um zu sehen was sie so für Gefühlsregungen zeigte. Als hätten sie nicht schon genug Abenteuer in den letzten Wochen erlebt. Amazonen waren schon wirklich ein eigenes Völkchen, das wurde Jouren jetzt klar. Aber sie verehrte Foxane immer noch! Eigen hieß ja nicht schlecht sein.
Jouren hörte den Zwerg rufen. "Oh Ayla hör mal, der Zwerg kommt nicht nach! Lass uns auf ihn warten, er ist so lustig. Und du hast ihn vergessen, er kann mir mit meinem Dolch bestimmt auch helfen." Amüsiert beobachtete Jouren wie der kleine Mann zu ihnen aufschloss.

Nach einer gefühlten Ewigkeit tragen sie wieder auf Korgal und Jouren spürte wieder das Bedürfnis ihr Knie zwischen seine Beine zu rammen. Sie traute ihm immer noch nicht und beobachtete ihn mit Adleraugen. Sie konnte nun auch nicht länger an sich halten und es platzte aus ihr heraus: "Warum sind wir nicht in der Höhle geblieben? Was wollen wir hier? Was für ein Ziel habt ihr? Wirklich eine fremde Welt? Ein Abenteuer? Bin ich hier die Einzige, die genug Abenteuer für die nächsten Jahrzehnte erlebt hat?" Trotzig setzte sich Jouren auf den Boden. Sie hatte sich so aufgeregt, dass ihr kurz schwarz vor den Augen war. Sie hätte vielleicht doch ein bisschen was essen sollen.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Freismer » Freitag 8. März 2013, 09:29

"Das ist lustig, der Bär könnte glatt ich sein!", kommentierte Freismer die Geschichte. "Stell dir mal vor, so ein Fisch..." Freismer lief das Wasser im Mund zusammen. "Dummerweise gibts hier keinen Fluß in der Nähe, nur ein paar Weiher und unbedeutende Bachläufe. Da müssen wir wohl wieder mit Trockenfleisch vorlieb nehmen!" Sie waren schon lang gelaufen und eigentlich wäre es Zeit für eine Pause, aber Freismer hatte an diesem perfekten Tag sehr hohe Ansprüche für ein Lager. Er fragte Kendra noch ein bisschen über den Clan aus, um mehr über die Bären zu erfahren und erzählte im Gegenzug einiges über die Falken, auch von früher, was ihm sichtlich schwer fiel.

Dann endlich meinte er einen geeigneten Platz für das Lager gefunden zu haben, als er plötzlich wie angewurzelt stehen blieb. In einiger Entfernung hatte er eine Bewegung ausgemacht. "Warte!, sagte er zu Kendra und hielt sie mit der Hand auf. "Schau dort vorne... das sind Menschen!" Freismer hatte ja wirklich gehofft den Clan der Hirsche zu finden, aber das es so einfach werden würde, hätte er niemals zu hoffen gewagt. Freismer musste schlucken. Sie hatten es wirklich geschafft!
"Wir sollten aber vorsichtig sein und uns das erst einmal anschauen!" Vor lauter Euphorie wollte er die Vorsicht nicht außer Acht lassen. Er ließ seine beiden Rucksäcke auf den Boden gleiten, packte seinen Speer fester und deutete Kendra, dass sie sich rechts von ihm halten sollte, dann pirschte er sich langsam vor, wie er es auch auf einer Jagd gemacht hätte. Die Gruppe, die er gesehen hatte, traf auf einen weiteren Mann und sie redeten miteinander. Je näher er kam, desto unwahrscheinlicher schien es ihm, dass dies der Clan der Hirsche war. Er sah eine Frau mit Gorsak, gekleidet wie eine Amazone, einen Zwerg, ein Mädchen... und sie alle waren nicht mehr beharrt als er oder Kendra. Er sah zu Kendra hinüber und deutete ihr an, sich ruhig zu verhalten. Er würde noch ein bisschen warten...
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Kendra » Freitag 8. März 2013, 10:49

Freismer schien es ihr nicht übel zu nehmen, dass sie bei der Geschichte nicht weiter kam und so erklärte Kendra auch nicht, dass diese noch weiter gegangen wäre. Lieber lachte sie über seinen Kommentar, während sie ihm an sich nur zustimmen konnte. Ja ein gebratener Fisch in einer Salzkruste, das wäre jetzt was. Sie wischte sich lachend den Mund ab. “Lieber Trockenfleisch als saftig, bittere Wurzeln.“, scherzte sie fröhlich.
Über die Bären zu Reden war irgendwo eine Qual, aber in einer gewissen Weise auch eine gute Erinnerung. Als hätte sie all die schlechten Dinge vergessen. Nein vergessen war falsch gesagt. Eher lag wie ein guter Schleier auf der Erinnerung. Was gäbe sie nicht alles um wieder bei der Bären zu sein.
Während Freismer von den Falken erzählte wurde sie sich langsam bewusst, in was für eine Situation sie sich befand. Es gab die Clans nicht mehr. Sie waren zerschlagen, auseinander getrieben und hier hatte sie jemanden gefunden, der ihr ein Versprechen gab. Ein Versprechen, dass sich ihr Schicksal nicht wiederholte. Jemand der bereit war mit ihr weiter zu ziehen, mit ihr zu Kämpfen für die Heimat. War das ein neuer Anfang. Ein Anfang für eine neue Art von Clan?

Als Freismer sie anhielt lauschte Kendra auf. Tatsächlich erkannte sie die Gruppe etwas entfernt von ihnen. Während Freismer seiner Rucksäcke ablegte, liess Kendra leise das Holz wieder zu Boden gleiten und schloss sich ihm an um weiter nach vorne zu pirschen. Ihre Axt hatte sie dabei fest in der Hand. Zusammen mit Freismer beobachtete sie die Gruppe einen Moment lang.
Und dann sah sie Korgal. Kendra traute ihren Augen kaum als die den hünenhaften Bären sah und Freismers Zeichen waren in diesem Moment vergebens.
Die pure Freude strömte durch ihren Körper als sie selbst durchs Unterholz brach, auf den riesigen Mann aus ihrem Clan zu. Verstossen oder nicht, dass war ein Clansbruder und Kendra konnte sich nicht bremsen.
Etwas von Korgal entfernt liess sie ihre Axt fallen und sprang dem Bären einfach um den Hals.
Irgendwo dazwischen hatte sie seinen Namen “Korgal!“ freudig, fast schon schreiend fallen lassen. Und wenn ein Bär überlebt hatte dann… Sie fühlte sich wie ein kleines Kind in dem Moment.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Korgal » Freitag 8. März 2013, 14:01

Das Jouren wieder einmal Probleme bereitet, überraschte den großen Bärenkrieger nicht. Das Kind stellte sich bockig, eben wie es Kinder machen. Er hatte sich mittlerweile schon mehr oder weniger damit abgefunden, dass sie niemals so etwas wie 'Freunde' werden würden aber er hatte zumindest gehofft, das sich ihr Verhältnis verbessern würde. Er schüttelte den Kopf über ihr Verhalten und setzte zu einer Antwort an. „Die Höhle ist zwar ein guter Unterschlupf, jedoch zu nahm am Eingang des Tals, wir hätten keine Möglichkeit auszuweichen wenn..."

Weiter kam er nicht, da stürmte etwas aus dem Unterholz hinter ihnen auf sie zu - auf ihn zu. Nach einen kurzen Moment der Überraschung erkannte er eine menschliche Gestalt. Wie Schuppen fiel es ihn von den Augen, nahezu unmöglich sich zu rühren machte ihn die Erkenntnis – Kendra. Die Freude einen weiteren Bären wiederzufinden war so unbeschreiblich groß, fast als wäre ein Mensch den man Liebe wiedergeboren worden. Endlich löste sich der Hüne aus seiner Lethargie und ging einige Schritte auf die Bärin zu. „Kendra!" schallte es freudig aus seiner Kehle. Da hing sie auch schon seinen Hals
.
Korgal konnte gerade noch so verhindern, das sie mit ihren Schwung sie beide umriss und schloss sie wie eine kleine Schwester in die Arme. Wäre alles noch wie damals gewesen, als sie sich das letzte mal gesehen hatten, wäre eine solche Szenerie nie möglich gewesen. Zu distanziert war ihr Verhältnis sie hatten nur wenige Berührungspunkte. Korgal hatte ihr die ersten schritte im Umgang mit der Axt gezeigt und sie als Krieger eingewiesen, das war alles. Sonst gab es zumeist nur Kontakt über Taem oder Cal. Doch seit diesem Krieg war nichts mehr normal.

„Schön das du lebst." sagte er leise.
Werfe niemals deine Axt, wenn du keine zweite hast.
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Freismer » Freitag 8. März 2013, 14:46

Warten... Nun, das hatte er sich anders vorgestellt! Fast im selben Moment, wo er Kendra ein Zeichen zum Warten gab, lief sie aus der Deckung, ließ ihre Axt fallen, rief den Namen Korgal und lag ihm schon in den Armen. Alles ging so schnell, dass Freimser sich die Augen reiben musste. Korgal? Kendra? Die beiden kannten sich! Ja natürlich, ganz bestimmt war er auch ein Bär. Unbeschreibliche Freunde erfüllte Freismer und er wusste, dass ganz egal was nun auch noch alles passieren würde, dieser eine Moment so wertvoll war, dass sich das Weiterleben alleine schon deshalb gelohnt hatte.
Wozu also noch länger in Deckung bleiben und so nahm Freismer seinen Speer locker in die linke Hand, dass er waagerecht zum Boden baumelte und kam ebenfalls aus der Deckung heraus. Zum Zeichen des Friedens hob er seine rechte Handfläche und lächelte. Dieser Korgal war ein wirklicher Bär. Er selbst war schon ein großer Mann, aber Korgal überragte ihn noch mal um einen Kopf.

"Die Göttin zum Gruße! Und die muss wirklich im Spiel gewesen sein, wenn ich euch beide sehe. Mein Name ist Freismer, von den Falken." Freismer nahm an, dass dieser Korgal die Gruppe führte, weshalb er sich nun erst an ihn wandte und die anderen nur mit einem Nicken bedachte. "Es freut mich, dass es noch mehr Überlebende gibt. Ihr kennt euch? Seid ihr auch vom Bärenclan?"

Freismer war sich nicht sicher, welche Stellung dieser Korgal in seinem Clan innegehabt hatte. Er kannte ihn nicht, was natürlich nicht viel heißen musste, wo sich die Bären immer so rar gemacht haben. Seine eigene Kleidung war so mitgenommen von den Kämpfen, dass man seinen Rang daran nicht mehr ausmachen konnte. Das Clangeschmeide trug er noch unter dem Hemd, also war es für den Krieger auch nicht zu erkennen und den Feuerfalken, wie der Bogen hieß, hatte er in einem der Rucksäcke. Er musste also wie ein ganz normales Clanmitglied wirken.
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern: "Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!" Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

- Indianische Weisheit -
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Foxane » Freitag 8. März 2013, 15:16

Die Unterhaltung mit Kavita war sehr erfrischend. Foxane erzählte, dass diese Vermutungen von Geheimgängen oder ähnlichem eben nur Geschichten sind. "Aber in jeder Geschichte steckt auch ein wenig Wahrheit." Es dauerte nicht lange und sie trafen auf den Krieger. Jouren motzte herum, warum sie eigentlich weitergingen. Foxane lachte: "Stell dich nicht so an. Ohne uns würdest du in wenigen Tagen verhungern. Außerdem bekommst du eine '1A-Ausbildung' für gewisse Waffen."

Dann trafen sie auf zwei weitere Menschen. Hier musste irgendwo ein Nest sein? Korgal wurde stürmisch begrüßt. Da sah man das seltene Glück, dass sich Menschen auch in der heutigen Zeit wiedertreffen können. Die Freude steckte an. Foxane begrüßte den Krieger, der gerade mit Korgal sprach und sie nickte lächelnd zur Kriegerin.

In ihrem Kopf drehte es sich ein wenig. So viele Menschen auf einen Haufen. Humbug, polterte Gif wieder. Mehr Leute, mehr Überlebenschancen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.....
davor der Feind...
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Re: Das verbotene Tal

Beitragvon Ayla » Freitag 8. März 2013, 17:31

Ayla grinste Jouren an über deren Worte. Und nein sie war nicht die einzigste, die so dachte. Auch sie wäre viel lieber dort geblieben, aber vermutlich hatte Korgal recht. Zumindest mußten sie genaustens die Umgebung kennen falls sie einmal fliehen und sich verstecken mußten.
Dann auf einmal preschte wie aus dem Nichts ein junges wildes Mädchen heraus und umstürmte Korgal. Ayla machte große Augen, wo kam die denn her? Aber diese Wiedersehensfreude machte sie glücklich. Korgal schien ein Clanmitglied wiedergefunden zu haben oder vielmehr sie ihn. Als ein weiterer Mensch aus dem Nichts auftauchte und sie erkannte seine Stimme augenblicklich. Ihr Innerstes werte sich noch es zu glauben, aber er war es noch bevor er es aussprach. Sie kannte seinen Gang, diese lässige Art und doch so aufrecht.
Aya wurde heiß und kalt im Wechsel. Ihr Herz setzte gleichsam aus und pochte so stark, dass sie die Schläge gegen die Brust wahrnahm. Tränen lösten sich ganz automatisch und rannen die Wangen hinab. Er lebte! Da stand er, keine fünf Schritte entfernt. Die Geweihte war wie im Rausch, alles war so Unwirklich und doch so real.
"Freismer"
Es war so leise gesprochen, dass es niemans hören konnte. Sie probierte es nochmal.
"Freismer"
Dieses Mal war es nicht viel lauter, nur ein Krächtzen. Und plötzlich kam die Schuld hoch. Was würde er sagen? War die Frau dort seine neue Gefährtin? Aschfahl stand sie zur Salzsäule erstarrt. Dann setzte sie einen Fuß in seine Richtung und dann noch einen.
Ayla hatte wie gewohnt ihre Kaputze tief ins Gesicht gezogen. Als sie direkt neben ihm stand, senkte sie den Kopf und streifte das grobe Leinen von diesem. Dann sah sie in seine Augen. Ein heißer Schauer durchrann ihren Körper.
"Du lebst." hauchte sie von den Lippen und ein glückliches Lächeln umschmeichelte sie.
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