Das Heim des Streunerprinzen, Ebene 3

Das Heim der Diebe und Streuner in Patria (Zutritt nur als Gildenmitglied).

Das Heim des Streunerprinzen, Ebene 3

Beitragvon Der Schreiber » Samstag 9. Februar 2013, 11:18

Ausgehend von einer Geheimtüre, steigt man Treppe um Treppe hinab, um dann hinter einem Vorhang liegend eine überraschend hohe 5 mal 5 Meter messende Kammer zu gelangen, welche von einem Gewölbe in zweieinhalb Meter Höhe gehalten wird.

Die Kammer selbst ist vollgesteckt mit mehreren Einrichtungsgegenständen, wie Schreibtisch, Bett, Kisten, Teppichen und einem einfachen Tisch mit Stühlen in der Mitte. Erhellt wird der Raum von silbernen Kerzenleuchtern und auch einigen Talglichtern an den Wänden.

Das ist Salimones Reich. Der Streunerprinz wohnt hier unten schon seit vielen Jahren, unermüdlich grübelnd und in den alten Geheimschriften studierend, um einen Weg zu finden, noch mehr Schätze anzuhäufen.

Am Schreibtisch selbst lagert sein Fälscherwerkzeug, welches er benutzt, um die gestohlenen Werkstücke nachzubauen, damit diese Replikate zurück zu ihren Herrinen gelangen, die Beute aber von der Gilde wohl verwahrt bleibt.

Von der Kammer gehen zwei Türen weg. Die eine führt zur Schatzkammer, deren Schlüssel Salimones stehts bei sich trägt. Außerdem ist diese Tür mit einer Falle versehen. Auch, wenn niemand es wagen würde den Streunerprinzen zu bestehlen. Und die andere führt in die Weiten der Katakomben Patrias.
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Re: Das Heim des Streunerprinzen, Ebene 3

Beitragvon Asherel » Samstag 11. Mai 2013, 19:12

Kommend von den Streunerpfaden.


Etwas war anders.

Etwas war falsch.

Etwas war nicht so, wie es eigentlich sein sollte und dieses ominöse Etwas war nicht der Umstand, dass sie sich nicht mehr in einer sitzenden Position befand.

Das waren die ersten Gedanken die durch Asherels Kopf schossen als sie langsam aber sicher aus ihrem Schlaf erwachte. Misstrauen machte sich in ihr breit und während ihr Körper weiterhin entspannt und reglos in seiner jetzigen, sehr komfortablen Position verharrte, konzentrierte die schwarze Amme sich darauf zu erfühlen, was genau eigentlich anders war als es sein sollte.

Da war kein verräterischer Druck an ihren Gelenken wie von einem Seil oder etwas ähnlichem, kein Arm der auf ihrer Hüfte ruhte und von einem arglos ausgewähltem Liebhaber stammte (sie war tatsächlich vollständig angezogen, interessant). Nichts tat weh, Asherel fühlte sie sich ausgeruht und entspannt. Da war auch keine Kälte, wie sie sie um diese Jahreszeit zu erwarten gelernt hatte und mit der sie gerechnet hatte als sie sich notdürftig in ihren Mantel eingewickelt hatte. Stattdessen war es ihr wohlig warm. Ihre Stiefel und die versteckten Wurfmesser, welche sie immer noch am Körper trug, pressten sich hier und dort unangenehm in ihr Fleisch, ganz zu schweigen von ihrer Beuteltasche, aber alles in allem war ihre jetzige Position angenehm. Lediglich Mantel und Laken behinderten ihren Bewegungsfreiraum etwas und schnürten ihren linken Arm etwas zu stark an ihren Oberkörper und auch ihr Rock hatte sich auf 'kreative' Art und Weise um ihre Beine gewickelt, aber nicht genug als dass sie sich nicht wieder mit einem zufriedenen Seufzen in das Kissen kuscheln kö--

Kissen. Laken. Unter ihr eine Matratze statt des kalten harten Bodens. Das war es, was falsch war: sie lag in einem Bett!

Mit einem Male war Asherel hell wach. Sie schlug die Augen auf und ihre Finger flogen automatisch zu den Wurfmessern an ihrem Oberschenkel, nur um in einem kurzen Moment der Panik festzustellen das Laken, Mantel und Rock sich derart hoffnungslos um ihre Beine gewickelt hatten dass sie die Messer nicht mit der gewohnten Mühelosigkeit ziehen konnte. Mittlerweile hatten sich ihre blinzelnden Augen an die Lichtverhältnisse gewöhnt und auch die letzte Müdigkeit war fort. Sie riskierte einen Blick.

Sie lag tatsächlich in einem Bett und - nicht allzu weit von ihr - stand ein zweites. Sie konnte nur sandblondes Haar und eine helle Schulter ausmachen, aber das war genug Bestätigung. Sie war also doch irgendwie in Damons Gemächern gelandet. Sie war sich sicher irgendwo auf den Pfaden der unterirdischen Stadt eingeschlafen war – der Streunerprinz musste sie gefunden und hergebracht haben. Der Umstand, dass sie ein eigenes Schlaflager hatte und nicht mit Damon in seinem Bett schlief ließ darauf schließen, dass Riyalia nicht die Absicht gehegt hatte, die letzte Nacht in dem ihren zu verbringen. Warum sonst würde sie sich darin wiederfinden? 'Oha, Riya wird nicht gerade begeistert sein wenn sie erfährt, dass ich mit meinen dreckigen Stiefeln in ihrem Bett gelegen habe,' dachte Asherel und unternahm den Versuch, irgendwie aus ihren Stiefeln zu schlüpfen ohne dabei ihren warmen Kokon verlassen zu müssen. Einige Augenblicke lang versuchte sie unter Zuhilfenahme ihrer Zehen die Stiefel abzustreifen, nur um festzustellen, dass es nicht recht gelingen wollte. Einer der Stiefel schien sich an etwas verhakt zu haben.

Es blieb ihr also doch keine andere Wahl: widerwillig begann Asherel damit, sich aus ihrem wärmenden Kokon herauszuschälen, bemüht dabei möglichst leise zu sein. Und als es ihr schließlich gelang hatte sie nicht länger das Bedürfnis weiterzuschlafen sondern ein anderes viel dringenderes Verlangen dem sie sich nicht entziehen konnte. Soweit es ihr im Halbdunkel der Schlafkammer möglich war, richtete sie das Bett notdürftig her: das Kissen wieder ordentlich ans Kopfende, die Laken zurückgeschlagen. Ihren Wollmantel faltete sie und legte sie an das Fußende des Bettes, darauf ihre Tasche und daneben – so, dass Damon sie sehen musste – ihre Wurfmesser, zehn silbrig glänzende kleine Klingen, keine länger als ihre Hand oder breiter als zwei ihrer Finger.

Dies war eine der Gesten die sie von Glessandra gelernt hatte: wenn ein anderer Streuner dich in seinem Heim aufnimmt, zeige ihm das er von dir keine Heimtücke zu befürchten hat. In Asherels Augen galt dies nun auch für Damon und Riyalia – zumindest so lange, wie die Geschwister ihre Gastgeber waren.

Asherels Stiefel fanden schlussendlich einen Platz am Fußende des Bettes und auf leisen Sohlen verließ die Streunerin den Schlafraum. Sie hatte nicht wirklich Augen für ihre Umgebung, für ihre vom Schlaf zerknitterte Kleidung oder die wilden, zerzausten Haare. Dafür waren der Drang und die Sehnsucht, sich zu bewegen einfach zu groß. Sie musste nicht nachsehen, wusste dass sie sich wie gewohnt in die Ausgansposition gebracht hatte, die Glessandra ihr einst beigebracht hatte.

Ohne Umschweife oder Zeit mit Nebensächlichkeiten wie der Erkundung von Damons Quartier zu verlieren begann Asherel zu tanzen.
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Re: Das Heim des Streunerprinzen, Ebene 3

Beitragvon Ereignis » Mittwoch 15. Mai 2013, 05:41

In der Gilde war alles still und friedlich. Kein Laut war hier unten in der dritten Ebene zu vernehmen, außer das leise Geräusch zweier Füße, die tanzend über den Boden glitten.

Asherel war aus dem Schlafgemach des Prinzen getreten, durch den roten Vorhang auf den Gang vor dem Quartier. Dort tanzte sie mit den Schatten, die das unstete Licht der Fackeln auf den Boden warf. Niemand war hier. Niemand ...

Ein leises, beinahe sanftes Klicken durchbrach die Stille, wenn man genau hinhörte. Ein ebenso leises Surren folgte. Dem aufmerksamen Beobachter mochte auffallen, dass die Wand rechts von Asherel sich bei Seite schob. Heraus schoss, mit einer enormen Wucht und Schnelligkeit ein Fischernetz, dass die Tänzerin einfing, bevor sie auch nur blinzeln konnte. Es zog sich beim Nächsten Atemzug hoch und schoss beim übernächsten zur Decke empor. Wie ein Fisch auf dem trockenen steckte Asherel in einer der Fallen, die das Quartier des Prinzen vor Eindringlingen schützen. Eng hatte sich das Netz um sie gezogen. Und je mehr sie sich bewegte, umso enger würde es sich ziehen, bis sie bewegungsunfähig wäre.
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Re: Das Heim des Streunerprinzen, Ebene 3

Beitragvon Damon » Mittwoch 15. Mai 2013, 14:47

Damon schlief erstaunlich tief, dafür, dass er Besuch hatte. Und wie immer, seit Riyalia nicht hier war, schlief er ausgiebig und lange. So war das eben, wenn ihn niemand weckte. So wunderte er sich auch in seinem noch nicht ganz wachen Kopf nicht weiter, dass Asherel bereits auf war. Ihr Bett war bereits gemacht, aber ihre Stiefel und Habseligkeiten waren noch da. Was gut war. Denn er hatte schließlich noch das ein oder andere mit ihr zu besprechen. Hoffnungsvoll schnupperte er, ob sie nicht vielleicht Frühstück gemacht hatte, um sich für seine ungewöhnliche Gastfreundschaft zu bedanken. Aber es roch nur wie immer. Nach Holz und Erde und nach dem Duft, den er so verströmte. Sich den Schlaf aus den Augen reibend tapste er neugierig zu ihren Habseligkeiten. Die Wurfmesser waren scharf und hübsche kleine Verteidigungswerkzeuge. Er war sich nur nicht sicher, ob sie damit genau so geschickt umgehen konnte, wie Riyalia mit ihrem Dolch. Man würde sehen.

Kurz war er versucht, in ihren Habseligkeiten noch ein bisschen tiefer zu graben. Er entschied sich jedoch aus zweierlei Gründen dagegen. Zum einen, weil er sich nicht sicher war, wie lange sie noch auf dem Abort bleiben würde (das war der Ort, an dem er sie vermutete), zum anderen, weil er einfach noch nicht wach genug war, um sich wirklich intensiv mit ihren Habseligkeiten auseinander zu setzen. Um aus ihnen Rückschlüsse auf ihre Geheimnisse ziehen zu können, musste er einen wachen Verstand haben. Der trat bei ihm aber in der Regel aber erst eine Stunde nach Aufwachen ein, sofern Riyalia nicht mit viel Gezeter, liebevollen Tritten oder schnödem Wasser im Gesicht seine Lebensgeister schlagartig weckte. Damon gähnte herzhaft und tapste noch ein bisschen mehr oder weniger ziellos in seinem Quartier herum. Als er sich jedoch den Oberschenkel an der Tischkante stieß, beschloss er, dass es offensichtlich noch nicht an der Zeit für ihn war, sich in die Senkrechte zu begeben. Mit einem lauten Seufzer, ließ er sich wieder auf sein Bett plumpsen und kuschelte sich in seine Decke. Hatte auch seine Vorteile, dass Riya nicht hier war. Er gähnte und streckte sich ausgiebig bevor er erneut die Augen schloss. Ein paar Minuten döste er so wohl vor sich hin, bis in seinem Hinterkopf eine Warnleuchte anging.

Er hatte keine Ahnung warum, also ignorierte er sie zunächst. Doch das Gefühl wurde immer dringlicher. Im Geiste ging er seine Körperfunktionen durch. Hatte er Hunger? Drückte seine Blase? Durst vielleicht? Er musste alles verneinen. Komisch. Was sollte es denn sonst sein? Ein wichtiger Termin, den er vergessen hatte? Da viele Streuner den Tod gefunden hatten, gab es nicht mehr so viele Gruppierungen, mit denen er sich hätte treffen müssen. Er hatte also mehr Zeit als vorher. Und so sehr er in seinem Gedächtnis kramte, er konnte sich an keinen wie auch immer gearteten Termin erinnern. Also alles in Ordnung. Damon entspannte sich wieder und lugte zum anderen Bett hinüber. Wo Asherel nur so lange steckte. Oh! Jetzt wusste er, was die Warnleuchte bedeutete. Asherel fehlte schon viel zu lange. Er sprang nun sichtlich wacher wieder auf und schaute erst einmal auf dem Abort nach. Doch der war nicht verschlossen. Von Asherel fehlte jede Spur. Auch die Schatzkammer war nicht geöffnet worden. Was wohl ihr Glück war. Aber wo steckte sie dann? Er schaute zum Vorhang. Sie hatte doch nicht? … Sie wollte doch nicht? … War sie wirklich? … Wusste sie denn nicht? … Nein. Sie wusste nicht. Sie hatte ja geschlafen. Oh, oh! Ohne daran zu denken, dass er wenig mehr als seine Unterwäsche trug, stürmte er zum Vorhang, hinter dem sich der Aufgang zur zweiten Ebene verbarg. Bei allen Gold und Edelsteinen. Wenn sie nun in eine der Fallen ge …

Ein Lächeln erhellte seine Züge. Gemischt mit dem vom Schlaf, zerzaustem äußeren, gab er er seltsames nicht gerade unanziehendes Bild ab. Er verschränkte die Arme vor der Brust und blickte zur Decke empor. Das amüsierte Glitzern seiner Augen verbarg die Sorge, die Angst, die er gerade eben noch empfunden hatte. Sie hatte echtes Glück gehabt und nur die harmloseste der Fallen ausgelöst. Und da hing sie nun. Wehrlos. “Du gibst aber einen interessanten Deckenschmuck ab, meine Schöne.“
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Re: Das Heim des Streunerprinzen, Ebene 3

Beitragvon Asherel » Freitag 17. Mai 2013, 13:46

Sie hatte angefangen sich in dem Tanz zu verlieren und in Erinnerungen zu schwelgen. Ersteres war völlig normal für Asherel und verlangte ihr nur ein, zwei konzentrierte Tanzschritte ab, letzteres geschah eher selten denn sie war keine besonders sentimentale Person. Mit den verschiedenen Tanzschritten wandelten sich auch ihre Gedanken. Mit dem Übergang ihres Körpers vom merdosischen Flammentanz, einem heiblütigen Tanz voller großer Gesten und stolzer Posen in dem die Tänzer sich gegenseitig zu unterwerfen suchten, in die fließenden, wiegenden Bewegungen des shimarinen Ras Shimar wandelten sich auch die Bilder vor ihrem geistigen Auge. Erinnerungen an Adan, den ersten Jungen den sie geküsst hatte, wichen Erinnerungen an die Zeit in Shimari und stundenlanges Tanztraining auf warmen Steinböden. Wie lange war es her, dass sie weinend und bettelnd auf den warmen Fliesen gelegen und Glessandra um Gnade angefleht hatte weil sie geglaubt hatte, die furchtbaren Rückenschmerzen die mit dem Erlernen des Ras Shimar kamen, nicht überleben zu können? Wie dumm und schlecht trainiert sie doch gewesen war!

Und auch jetzt spürte sie wie ihre Rückenmuskeln sich nach Wochen und Monaten, in denen sie ihrer Leidenschaft zu Gunsten ihres Überlebens nicht hatte fröhnen können, nur schwerlich wieder in die komplizierten Bewegungsabläufe einfanden. Morgen würde sie bestimmt Rückenschmerzen haben, aber heute, heute tanzte --

Es ging alles viel zu schnell als dass sie etwas mitbekam.

In einem Moment setzte sie dazu an ihren Oberkörper weit nach hinten zu lehnen während sie ihre Arme zu ihrer Brust führte um sie von dort aufwärts schlängeln zu lassen - setzte dazu an, denn es kam nie zu diesen Bewegungen - und im nächsten baumelte sie mit großen Augen in einem Netz an der Decke. Zum zweiten Male an diesem Tag entspannte Asherel sich um deutlicher zu fühlen, was mit ihrem Körper (jetzt schon wieder) geschehen war. Ihre Beine waren leicht angewinkelt und ihr Oberkörper lag leicht nach innen gebeugt- die Wucht das Netzes hatte sie in diese Position gezwungen in der Rücken und Becken fast parallel zum Boden in ihrem "Gefängnis" lagen. Ihre Arme füllten die Kuhle aus, die durch die Wölbung ihres Oberkörpers entstand. Sie versuchte sich etwas mehr Platz zu verschaffen, stellte dabei aber fest, dass das Netz sich nur noch enger zu zog wenn sie versuchte, sich zu bewegen.

Das hieß wohl warten.

Ein leichtes Schmunzeln huschte über ihre Lippen. Sie hatte den Schlafraum in die erstbeste Richtung verlassen - den Vorhang - weil es zwischen den zwei Betten nicht genug Platz für ein anständiges Tanztraining gab. Der Raum hinter dem Vorhang schien schon allein deshalb die bessere Wahl zu sein. Auch weil Damon noch schlief und sie ihn nicht wecken wollte. Offensichtlich war das aber ein Trugschluss gewesen. Dieser Raum war noch schlechter zum Tanzen geeignet als das Schlafzimmer.

Asherels Finger spielten mit dem Seil des Netzes. Ob sie die mit einem ihrer Wurfmesser durchschneiden konnte? Es würde lange dauern aber theoretisch...

Da regte sich etwas hinter dem Vorhang. Asherel lauschte gespannt. Waren das Schritte oder bildete sie sich das nur ein? Alles blieb ruhig und die Tänzerin schüttelte den Kopf. Na gut, wo sie schon in einer Art Hängematte lag, konnte sie es sich auch bequem machen. Asherel schloss die Augen halb und döste etwas während das Netz sich langsam um sich selbst drehte.

Da, schon wieder ein Geräusch. Dieses Mal waren es Schritte, dessen war sie sich sicher! Eine Tür wurde geöffnet und geschlossen. Mehr Schritte und dann, gerade als sie begann einen Gesamteindruck von dem Raum unter ihr zu bekommen, hörte sie wie der Vorhang der mittlerweile hinter ihr war, zur Seite geschoben wurde. Asherel reckte den Kopf leicht und erhaschte einen flüchtigen Blick auf etwas helles und zerzaustes, sonst auch bekannt als Damon.

"Du gibst aber einen interessanten Deckenschmuck ab, meine Schöne."

Asherel zuckte mit den Schultern. "Ich dachte ich probier mal was Neues. Ich werde bestimmt nicht ewig als Tänzerin mein Brot verdienen können," erwiederte sie verspielt und wartete geduldig darauf, dass sich das Netz wieder so weit drehte, dass sie den Streunerprinzen einigermaßen sehen konnte.

"Sag, Damon, wann genau bist du unter die Fischer gegangen?" fragte Asherel und ihre Finger verhakten sich in dem Netz.
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Re: Das Heim des Streunerprinzen, Ebene 3

Beitragvon Damon » Freitag 23. August 2013, 22:03

Ein heiteres und durchaus erleichtertes Lachen klang durch das Quartier des Prinzen. Aus dreierlei Gründen: Zum einen war er froh, dass ihr nichts passiert war. Zum zweiten hatte Asherel nichts von ihrem Humor eingebüßt und das trotz ihrer misslichen Lage. Was, drittens, bedeutete, sie war nicht böse auf ihn. Grund genug für ein Lachen also. Und jetzt, wo er genauer darüber nachsann, fiel ihm sogar noch ein vierter ein: Sie so als verschnürtes kleines Päckchen zu sehen, ganz seiner Gnade ausgeliefert ... ja ... doch ... Das hatte was. Mit einer Hand, die wie zufällig dabei Asherels Allerwertesten berührte, hinderte er das Netz daran, sich zu drehen. Seine Augen glitten prüfend über Asherels verpackten Körper.

"Ja, doch. sagte er dann gedehnt, um den Anschein zu erwecken, dass er ernsthaft über ihr Kommentar nachsann. "Ich finde als Deckenschmuck hättest du wirklich Potential. Ich bin versucht dich in meinem Wohnraum aufzuhängen, wo ich dich immer betrachten kann, wenn mir danach ist." Dabei tätschelte er durchaus nicht zufällig ihre Hinterbacken und gab ein paar grüblerische Brummer von sich. "Ob das die Verwendung einer meiner beiden Gefallen wert ist? Hmmm ..." Eine lange Kunstpause trat ein, in der Damon sich sichtlich nachdenklich gab, um sie herum lief und sie von allen Seiten prüfend musterte. Hach! War das ein Spaß! Er wäre nicht Damon, wenn er diese Situation nicht genießen würde. Eine hilflos gefesselte Frau, noch dazu in dieser ... interessanten Position, brachte ihn auf allerlei Ideen. Andererseits. Es war Asherel. Die Vermischung von körperlichem Vergnügen und Geschäften machte sich nie gut. Und es war Asherel. Er kannte sie zu gut um sich ernsthaft eine schwitzende und äußerst schmutzige körperliche Tätigkeit mit ihr vorzustellen. Da fehlte einfach die gewisse Würze.

Damon seufzte ergeben, trat an die Wand und betätigte den Mechanismus der die Falle deaktivierte. Er hätte gerade genug Zeit, um ihren unsanften Fall heroisch mit Hilfe seiner Arme zu bremsen, tat es aber nicht. Zu wenig Profit und zu viel Scherereien, entschied er. Er wäre nur unter dem Netz gelandet, wenn er Asherel auffangen würde und wahrscheinlich hätte sie diesen Moment der Schwäche schamlos ausgenutzt. Aber er war nicht gänzlich unmöglich, sondern half ihr ihr hoch und hielt sie am Arm fest. Na gut, vielleicht war er doch gänzlich unmöglich. Er grinste unterdrückt. Wenn ich gewusst hätte, dass mir so ansehnliche Fische ins Netz gehen, hätte ich schon viel eher damit angefangen. Menschenfischer? ... Das bringt mich auf eine Geschäftsidee. Ich erzähle sie dir gerne beim Frühstück. Und danach besprechen wir mal meinen Sieg von gestern." Er zwinkerte ihr munter zu, blickte dann auf ihre Füße hinab, runzelte die Stirn und fragte: "Was hast du überhaupt hier draußen gemacht?"
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Re: Das Heim des Streunerprinzen, Ebene 3

Beitragvon Asherel » Sonntag 1. September 2013, 20:13

Damon lachte. Nun, was sollte er auch anderes tun? Zum Weinen war die Situation ja nur wirklich nicht und wenn man sie als Außenstehender betrachtete, so hatte sie durchaus einen gewissen Unterhaltungswert. Der Prinz hinderte das Netz mit sicherem Griff daran, sich weiter zu drehen, was die Tänzerin als Wohltat empfand. Nun musste sie ihren Nacken nicht ständig von der einen in die andere Richtung überdehnen um einen Blick auf den Streunerprinzen zu erhaschen. Trotzdem warf Asherel Damon einen gespielten, schmollenden Blick zu, fast so als wäre der Umstand dass er über ihre Eignung als Deckenschmuck nachdenken musste eine ganz eigene Form der Beleidigung. Bei der Erwähnung der zwei Gefallen zuckten die Brauen der Tänzerin kurz zusammen, was sie davon abhielt, die Art wie die Hand des Prinzens ihrer Kehrseite mehr Aufmerksamkeit zu schenken als streng genommen nötig war, zu kommentieren. Damon war es früher durchaus zuzutrauen gewesen, eine Gefälligkeit nur in sein persönliches Vergnügen zu investieren, aber jetzt? Und dann war da noch das kleine Stimmchen in ihrem Hinterkopf welches dezent darauf hinzuweisen wusste, dass zwei geschuldete Gefälligkeiten zwei geschuldete Gefälligkeiten zu viel waren.

Mit einem ergebenen Seufzen verschwand Damon dann aber schließlich aus ihrem Blickfeld. Asherel machte sich nicht die Mühe, den Kopf nach ihm zu recken, davon ausgehend dass er ein Messer oder etwas ähnliches holen würde um das Netz zu zerschneiden, nur um kurz darauf mit der Eleganz eines Sack Kartoffeln den Gesetzen der Schwerkraft folgend zusammen mit erschlaffendem Netz auf den Boden zu plumpsen. Der Aufprall klang dumpf in Asherels Ohren und ein leises Zischen verriet, dass er auch nicht gänzlich schmerzfrei von statten gegangen war. An der Art wie die dunkelhaarige Tänzerin das Gesicht verzog konnte man schon erahnen, was geschehen war: Asherel hatte sich auf die Zunge gebissen.

Nun sah sie auch, wie Damon sich von einer Stelle an der Wand auf sie zu bewegte um ihr wieder auf die Beine zu helfen. Während Asherel sich noch fragte, wo der Mechanismus, der die Falle ausschaltete, verborgen war, war der Barde bereits in Geplänkel verfallen.

“Wenn ich gewusst hätte, dass mir so ansehnliche Fische ins Netz gehen, hätte ich schon viel eher damit angefangen. Menschenfischer? … Das bringt mich auf eine Geschäftsidee. Ich erzähle sie dir gerne beim Frühstück. Und danach besprechen wir meinen Sieg von gestern.“ Kräftige Hände halfen ihr galant wieder auf die Füße (keine Beschwerden seitens der Knöchel, dafür war ihre Rückseite sehr vokal) und hielten sie einen Moment lang fest, so dass Asherel mit einigen wenigen Bewegungen ihre Beine aus den Wirren des Netzes befreien konnte. “Was hast du überhaupt hier draußen gemacht?“ fragte er dann mit gerunzelter Stirn.

“Du machft mich neugierig,“ antwortete die Tänzerin und verzog ob ihres leichten Lispelns gleich das Gesicht. Halb belustigt und halb flehentlich war sie Damon einen Blick zu der ihn wohl davon abhalten sollte, ihren zeitweisen Sprachfehler nicht übermäßig Beachtung zu schenken. Sie schluckte sichtbar und ihr Gesichtsausdruck wurde leicht säuerlich ob des metallischen Geschmacks in ihrem Mund. Trotzdem antwortete sie schließlich, wenn auch langsam und mit Bedacht ihrer Zunge zu liebe: “Ich wollte tanfen.“

Wieder verzog sie das Gesicht. Das tat doch ganz schön weh…
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Re: Das Heim des Streunerprinzen, Ebene 3

Beitragvon Damon » Samstag 16. November 2013, 08:17

Damons Lachen hallte abermals lautstark durch die dritte Ebene des Streunerversteckes. Er zerzauste Asherel gut gelaunt das Haar, wie er es sonst nur bei seiner Schwester tat und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. Eine kleine unbedachte liebevolle Geste. Er tat es einfach, ohne darüber nachzudenken. Nun, man sollte meinen, der Streunerprinz war im Grunde ständig spontan. Das hier aber, das stand auf einem gänzlich anderen Blatt. Das Zeigen von Zuneigung war in der Regel immer wohl durchdacht. Er förderte es dann zu Tage, wenn es ihm in irgendeiner Sache nützlich war. Er fragte sich noch, welchen Nutzen das Ganze wohl haben sollte, als ihn der heftige Drang durchfuhr, seinen Mund zu öffnen und herzhaft zu gähnen. Er rieb sich über die Augen, dann über sein Kinn. Schließlich fuhr er sich mit einer Hand durch die ungekämmte Haarpracht.

"Wie kann man am frühen Morgen schon den Drang nach Bewegung verspüren?" fragte er. Aber halt. Moment. Er mochte die eine andere Art von Bewegung am frühen Morgen ja durchaus. Also konnte er hier wohl kaum necken. Ergeben hob er beide Hände. "Vergiss, was ich gesagt habe. Du kannst jederzeit in meinen Räumen tanzen. Selbst wenn du mich damit weckst. Das ist schließlich eine angenehme Art geweckt zu werden. Und nicht jede meiner Fallen ist so harmlos, wie das kleine Netz hier." Er musterte sie nachdenklich. Ließ seinen Blick von ihrem Gesicht bis hinunter zu ihren bloßen Füßen wandern. "Es wäre doch wirklich schade, wenn dir plötzlich das ein oder andere Körperteil fehlen würde, nicht wahr?" Er verlieh seiner Stimme einen düsteren Klang und setzte noch eins drauf. "Im Grunde, meine Liebe, bist du nun meine Gefangene." Ein seltsamer Unterton schwang in Damons Stimme mit, kein neckender wie sonst. Da war etwas anderes in seiner Stimme, fast etwas Bedrohliches. Und doch war es nicht dominant. Es schwang einfach mit, so dass nicht klar wurde, wie ernst ihm seine letzten Worte wirklich waren.

Er gab sich einen Ruck, griff wieder nach Asherels Arm und führte sie zurück in seine Räumlichkeiten. Dort zog er sich zumindest schon mal eine Hose an, ließ die Streunerin einfach stehen und kramte in einer kleinen Kammer nach etwas zu essen. Sie war lange nicht mehr so gut gefüllt wie früher. Das lag nicht nur am Krieg, sondern auch an dem Umstand, dass Riyalia, die viel weltlicher orientiert war als er, nicht mehr hier war. Dennoch etwas Brot und Käse konnte er auftreiben. Er stellte beides auf einen Tisch, auf dem auch ein Krug Wasser stand und setzte sich. Einladend bedeutete er Asherel ebenfalls Platz zu nehmen. Er schnitt eine Scheibe Brot ab, belegte sie mit etwas Käse und reichte es ihr. Im weiteren Verlauf des Morgens, wollte er es mal mit Höflichkeit versuchen. Schließlich hatte sie ihm einen sehr amüsanten Morgen beschert. Er kaute selbst bald auf seinem Brot herum. Da er aber nicht so ein rechter Frühstücksmensch war, legte er es bald bei Seite und starrte die Tänzerin nachdenklich und sehr aufmerksam an. Sein Kopf wurde dabei von seinen Händen gestützt. Seine Ellbogen ruhten auf der Tischkante.

"Worüber möchtest du zu erst sprechen? Meine Idee oder die Gefallen und wie ich sie einzulösen gedenke?" Ruhig klang seine Stimme, wenn auch wieder der Hauch von Amüsement in ihr lag. Das war jedoch nicht weiter verwunderlich. Immerhin war es ja Damon, der sprach.
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Re: Das Heim des Streunerprinzen, Ebene 3

Beitragvon Asherel » Dienstag 3. Dezember 2013, 14:42

Wieder entlockte ihr Unglück dem Prinzen ein Lachen, aber es klang für Asherel weder herablassend noch schadenfroh und war es darum wohl auch nicht wert, seiner zu schmollen. Die blasse Hand, die ihre Haare zerzauste, hingegen erntete einen vorwurfsvollen Blick. Wer keine Locken hatte kannte das Elend nicht, diese zähmen zu müssen - Asherel wohl aber schon! Scherzhaft schlug sie nach der forschen Hand gerade als Damon ihr einen Kuss auf die Wange hauchte. Da war sie schon wieder - diese seltsame Zutraulichkeit die ihr bereits am Vorabend aufgefallen war. Körperliche Nähe bereitete ihr kein Unbehagen, wie so manch anderem Streuner den sie kannte, und dass der Prinz wandernde Augen, Hände und Lippen hatte war wohl kaum jemanden so sehr bewusst wie Asherel. Um so mehr verwirrte sie diese fast schon selbstverständliche Art, mit der Damon sie berührte und der, wo sie sie im Lichte des neuen Morgens betrachtete, alle Sinnlichkeit gänzlich fehlte. Die Hand die durch ihre dunklen Locken gefahren war, war eindeutig nicht die eines Verführers gewesen.

Der Barde gähnte und fuhr sich mit der Hand, die eben noch Asherels Haar durcheinander gebracht hatte, durch den eigenen, ungekämmten und ziemlich strubbeligen blonden Schopf. "Wie kann man am frühren Morgen schon den Drang nach Bewegung verspüren?" fragte er und Asherel schmunzelte. Wie einem Musiker erklären was der Tanz ihr bedeutete? Wie verständlich machen dass sie nur dann lebte wenn sie sich wiegen und drehen konnte, selbst wenn die Rhythmen die sie durch die einzelnen Bewegungsabläufe trugen nur in ihrem Kopf waren? Aber Damon schien sich gerade an etwas erinnert zu haben und hob abwehrend beide Hände als er sagte: "Vergiss, was ich gesagt habe. Du kannst jederzeit in meinen Räumen tanzen. Selbst wenn du mich damit weckst. Das ist schließlich eine angehme Art geweckt zu werden. Und nicht jede meiner Fallen ist so harmlos, wie das kleine Netz hier." Dies entlockte der Tänzerin ein leises Kichern, welches aber verstummte als er auf die Falle zu sprechen kam. Fallen... ja....

Das Leben des Streunerprinzen war durchaus gefährlich, keine Frage, war doch der Rang des mächtigsten Streuners (oder der mächtigsten Streunerin) stets heiß begehrt. Natürlich musste er sich schützen und es war dumm und leichtsinnig von ihr gewesen, einfach blind darauf los zu laufen. Damons nächste Worte aber stimmten sie nachdenklich. "Es wäre doch wirklich Schade, wenn dir plötzlich das eine oder andere Körperteil fehlen würde, nicht wahr? Im Grunde, meine Liebe, bist du nun meine Gefangene."

Gefangene? Was für eine eigenartige Wortwahl... und der übliche Schalk war auch nicht in der Stimme des Prinzen zu hören. Für einen Moment hielt sie geistig inne, dann schalt sich selbst dumm. War Damon nicht an erster Stelle Barde und an zweiter Stelle Schelm? Vermutlich erlaubte er sich mal wieder einen Spaß mit ihr. Es schien zu einer seiner Lieblingsbeschäftigungen zu gehören. Schmunzelnd schüttelte sie den Kopf und ließ sich bereitwillig zurück in den vermutlich ungefährlicheren Teil der 3. Ebene, hinter den Vorhang, führen. "Ich war und bin die ergebene Dienerin meines Herren und Gebieters, dem Prinzen aller Streuner, dem Barden aller Barden, dem ehrenwerten Damon Arcanus," erwiderte sie mit gespielter Unterwürfigkeit. Ein schelmisches Grinsen stahl sich dann jedoch auf ihr Gesicht und ließ ihre Augen vergnügt aufblitzen. "Doch gefangen ward ich schon vor Jahren, noch ehe mein Herr mich in seinen Dienst nahm, und niemand vermag mich zu seiner Gefangenen zu machen so lange ich mit all meinem Sein willig und glücklich von den lodernden Flammen, die das Feuer des Tanzes in mir entfacht hat, verzehrt werde. Kein Mensch wird mich je so gefangen halten. Auch du nicht, Schönster," neckte sie und ließ sich, nachdem Damon Wasser, Brot und Käse aufgetischt hatte, mit einem gutgelaunten Lächeln nieder. Es war typisch für Asherel auch zu so früher Stunde und trotz des vorangegangen Missgeschicks so gut gelaunt zu sein und eine Fähigkeit, die sie auch nach den Schrecken der letzten Monaten nicht verloren hatte.

Damon bereitete ihr ein Brot zu und die Tänzerin aß es, arglos und entspannt. Sie hatte keinerlei Zweifel, dass Brot und Käse vollkommen harmlos, wenn auch etwas trocken waren genau wie sie keinerlei Zweifel daran hatte, dass Damon ihr kein Leid tun würde. Nicht, wenn sie ihm Gefälligkeiten schuldete denn in dieser neuen, schrecklichen Zeit waren die Dinge, die man für andere tun konnte von wesentlich größerem Wert als Gold und Silber. Und sie war durch das verlorene Würfelspiel in ihrer Ehre als Spielerin und Streunerin gebunden und gezwungen ihm gleich zwei Gefälligkeiten ohne eine Gegenleistung zu erweisen. Nein, von Damon hatte sie kein Leid zu befürchten, das wusste sie. Trotzdem schien etwas den Prinzen abzulenken und schließlich legte er das seine bei Seite um Asherel dabei zu beobachten wie sie das ihre verspeiste. Den Kopf nachdenklich auf beide Hände gestützt, die Ellbogen gleichermaßen auf der Tischkante, fragte er sie schließlich: "Worüber möchtest du zu erst sprechen? Meine Idee oder die Gefallen und wie ich sie einzulösen gedenke?"

Natürlich... Wenn keine hübschen Frauen da waren, die es zu bezirzen und verführen galt; wenn es an arroganten Amazonen und Hexen mangelte die er bloßstellen oder provozieren konnte, dann spukte Damon eigentlich nur eines im Kopf herum: das Geschäft. Ascherel machte eine einladende Geste.

"Verrate mir erst, was für Ideen dir im Kopf herumspuken. Du hast gestern Abend schon so etwas angedeutet, dass du einen ertragreichen Plan hättest. Danach..." hier machte sie eine Pause und seufzte theatralisch, "danach magst du mir dann erzählen, wie genau ich meine Schuld dir gegenüber begleichen soll. So ich es denn kann."
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