Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Das Heim der Diebe und Streuner in Patria (Zutritt nur als Gildenmitglied).

Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Der Schreiber » Samstag 9. Februar 2013, 11:15

Es sieht aus wie ein Haus und ist doch keins. Aus Tüchern, Holz, Farbe und Lehm ist auf der Felswand eine Landschaft entstanden, die an die aufgehende Sonne erinnert, vor der ein großes altertümliches Gebäude steht. Davor sind ein paar Bänke und Tische arrangiert und diese sind das einzig echte an dem Wirtshaus. Doch fügen sie sich so geschickt in die Landschaft ein, das man sehr genau hinschauen muss, um zu erkennen, dass das Haus eine Illusion in Perfektion ist. Ein ebenso perfekt getarntes Eck wurde abgetrennt. Hier befinden sich die Küche und der Lagerraum.
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ruby » Sonntag 17. Februar 2013, 22:25

Ruby saß gerne in der Ecke des Wirtshauses und schaute den anderen bei ihrem Treiben zu. Seit dem Krieg war alles ruhiger geworden. Niemand konnte groß die Gänge und Tunnel verlassen. Manche schien das verrückt zu machen, sie liefen tagtäglich hoch und runter. Einige waren damals mit ins Heerlager gezogen und die meisten kamen auch nicht wieder. Kein großer Verlust, wie Ruby fand. Es hatte Tage gegeben, da hätten diese komischen Ohadus die geheimen Gänge fast gefunden. Sie waren alle auf dem Sprung gewesen, die Tunnel in Richtung Wald der Lichter zu verlassen, aber jedes Mal - wie durch ein Wunder - war nichts passiert. Mittlerweile fühlte sich Ruby hier wieder sicher und sie hatte viel Zeit zum Nachdenken.
Sie wurde sogar wieder zu Festen eingeladen um dort zu tanzen oder zu singen. Die Menschen begannen wieder zu leben und damit war Rubys Verdienst gesichert. Ruby hoffte schon seit einiger Zeit, dass sie endlich mal beim Streunerprinz tanzen durfte. Bisher hatte sie ihn noch nicht zu Gesicht bekommen. Das ärgerte sie ein wenig. Immerhin war sie eine der besten Tänzerinnen!
Und sie hatte ihre Fühler noch weiter ausgestreckt. Sie musste sich langsam nach anderen Verdienstmöglichkeiten umsehen. Es hieß man konnte viel Gold verdienen, wenn man Flüchtlingen half. Ruby hatte noch keine Ahnung was das heißen sollte und deshalb war sie heute auch hier. Sie hoffte andere belauschen zu können. Sie hatte schon seit einigen Tagen beobachtet wie Fremde in die Gilde gebracht wurden und das wo die Streuner doch immer so darauf bedacht waren die Gänge geheim zu halten!
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Montag 18. Februar 2013, 19:22

Nachdenklich und fast ein wenig wehleidig sah Ahavan auf sein letztes kümmerliches Stück Süßholz hinab und stopfte es lieber wieder in die Tasche. An dieses Zeug war weitaus schwerer dran zu kommen als an die ganzen verbotenen Substanzen. Das war einer der Gründe, warum er des Ausgang des Krieges nicht mochte. Ein anderer war, dass er nun eingefercht wie ein patrianischer Sklave abermals unter der Erde hockte, verborgen vor den Blicken der jetzigen Machthaber. Das stank ihm gewaltig. Und das nicht nur, weil es ihn an seine Kindheit erinnerte. Nein, aus dem Stadium war er lange heraus. Er nahm an, die Rache an seiner lieben Mutter konnte er sich nun wohl abschminken. Sie war wohl wie der Großteil ihres Ordens einfach ausgelöscht worden. Und das ganz ohne seine Hilfe. Tja, das war wohl Pech. Genauso wie hier festzusitzen. Viel schlimmer aber noch als die Rache die andere für ihn erledigt hatten, war für ihn die Zerstörung Patrias gewesen. Das hatte seine Geschäfte entgültig ruiniert. Jetzt gab es keine Tränke mehr bei den Hexen zu stibitzen, um sie dann auf dem Schwarzmarkt weiterzukaufen. Dafür hätte der Hexenorden schon noch existent sein müssen. Nein. Er würde sich wohl umorientieren müssen. Und er hatte da auch schon so seine Ideen, die er mit Damon besprechen wollte. Sofern dieser sich wie verabredet blicken ließ. In letzter Zeit machte er sich ja seltsam rar.

Er lehnte sich lässig in seinen Stuhl zurück und nutze die Bewegung, um sich unauffällig umzublicken. Viele Gesichter in die er verstohlen blickte, strahlten Rastlosigkeit aus, schienen aber auch nicht wirklich unzufrieden. Kein Wunder. Sie lebten ja noch. Sie waren auch nicht entdeckt worden. Bis jetzt. Ein paar Mal waren sie nahe daran gewesen. Deswegen bemühten sich nun alle besonders leise zu sein, wenn ein Trupp Zûls in der Nähe war. Es ging das Gerücht um, die Ohadus und Namenlosen hätten sehr gute Sinne und könnten sie unter der Erde reden hören, wenn sie nicht aufpassten. Unsinn, wenn es nach ihm ging. Panikmache, derjenigen, die sich so sehr langweilten, dass sie den Kick der Angst suchten, um sich kurzzeitig wieder lebendig zu fühlen. Er hatte ein gewisses Vetrauen in den Unterschlupf der Streuner. Wenn sie die Herrschaft Patrias überlebt hatten, zu einer Zeit, wo Männer gejagt wurden wie Vieh, dann würden sie auch eine Zeit überleben, in der alle Menschen gejagt wurden wie Vieh.

Hm, er war noch nicht da. Seltsam. Früher hatte Damon sich eigentlich immer in der Taverne aufgehalten. Zumindest, wenn er in der Gilde geweilt hatte. Er schmunzelte kurz als er daran dachte, wie der Streunerprinz seine Geschäfte damals auf das Heerlager ausgedehnt, und die dortige Taverne übernommen hatte. Das hatte auch für Ahavan ein einträgliches Geschäft bedeutet. Und auf ein solches hoffte er wieder. Vielleicht konnte er sich dann ja wieder neues Süßholz leisten. Nun ja, diese kleine Marotte von ihm, die galt jetzt wohl als absoluter Luxus, wo die Menschen draußen ums Überleben kämpften. Das kümmerte ihn jedoch nicht sonderlich. Er liebte seine Gewohnheiten nun einmal. Und es war ja nicht so, dass sie hier unten nicht auch zu überleben versuchten. Nur eben mit etwas weniger drastischen Folgen. Dort oben konnte es ziemlich schnell mit einem vorbei sein, wenn man mal nicht aufpasste. Wenn man in der Gilde nicht aufpasste, dann brach einem vielleicht jemand die Nase.
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Damon » Montag 18. Februar 2013, 21:16

Damon war spät dran. Normalerweise machte ihm das nicht viel aus. Je später der Abend, desto schöner die Gäste sozusagen. Früher hatte er den großen Auftritt geliebt. Aber da hatte er seine Schwester auch noch an seiner Seite gewusst, die ihm stets den Rücken freigehalten hatte und ihm so erst den Raum für seine Spielchen gegeben hatte. Er und sie hatten sich durch die Kriegswirren aus den Augen verloren. Dass sie es noch nicht wieder durch einen der Eingänge geschafft hatte, ließ ihn Schlimmes für sie befürchten. Doch er wäre nicht Damon, wenn er nicht ein unverbesserlicher Optimist wäre. Solange wie es keinen Gegenbeweis gab, ging er davon aus, dass sie lebte. Und so hatte er von Neuem begonnen, seine Fäden zu spinnen. Nur diesmal mit der Gewissheit, dass nun niemand da sein würde, um ihm den Rücken zu decken. Nicht so, wie es Riyalia getan hatte, nicht mit diesem blinden Vertrauen, dass in seiner Zunft so selten war.

Dennoch hatte er sich herausgeputzt. Seine Gewänder waren tadellos, wenn auch die Farben ein wenig gelitten hatten, jetzt wo er seine Wäsche selbst waschen musste. Seine Laute hing wie immer gut verpackt auf seinem Rücken. Wenn er schon mal hier war, konnte ja auch um der alten Zeiten willen aufspielen. Vom Trübsal blasen hatte er wahrlich genug. Wein, Weib und Gesang. Das war seine Devise. Riyalia hätte ihn sicher nicht anders sehen wollen. Dennoch war es ein großer Schritt für ihn, die Schwelle der Taverne zu übertreten. Wochenlang hatte er sich um zu Vergessen in Arbeit und Pläne vergraben und war nahezu vom Erdboden verschluckt. Er musste dafür sorgen, dass die Gilde zu tun hatte. Denn sonst würden sich ihre Mitglieder irgendwann selbst dezimieren. Politik, Politik. Immer dasselbe. Er war es müde, aber es war notwendig. Und so hatte er schließlich eine Idee aufgetan und Gerüchte gestreut. Denn darauf reagierten die Streuner immer noch am meisten. Seine Leute mussten das Gefühl haben, sie hätten die Fäden in der Hand, sie könnten etwas nützliches beitragen, sie hätten die eigentliche Idee gehabt oder die Ursprungsidee verbessert.

So war wohl auch Ahavan auf die Idee gekommen, um ein Treffen zu bitten. Die Sache war bereits ins Rollen gekommen. Aber selbstverständlich wollte jeder ein Stück vom Kuchen abhaben. Ahavan hatte allerdings möglicherweise Kontakte, die nützlich sein würden. Damon war sich nie sicher gewesen, wie weit dessen Netzwerk wirklich reichte. Möglicherweise, war es fast so gut wie sein eigenes. Er hoffte es sogar. Denn das würde den Profit für alle steigern. Und so kam es, dass er allen Begrüßungen zum Trotz sehr zielstrebig auf den Tisch zuging, an dem der andere Streuner schon auf ihn wartete. Es steckte ein gewisses Kalkül dahinter. Denn nun konnte er er getrost davon ausgehen, dass viele neugierige Ohren lauschen würden. Er ließ sich mit einer geschmeidigen Geste an den Tisch gleiten. "Ahavan, wie schön. Lass und doch erstmal zum Geschäftlichen kommen. Und danach feiern wir." Vielsagend tätschelte er sein kostbares Instrument. Die einzige 'Sie' mit der er bereit war, eine lebenslange Bindung einzugehen. Und das sogar mit Freuden.
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ruby » Dienstag 19. Februar 2013, 15:28

Ruby begutachtete jeden, der in der Taverne saß. Es waren nicht sehr viele, nur drei Männer und eine Frau. Zwei Männer und die Frau saßen an einem Tisch. Die Männer waren grob gebaut und hatten riesige Hände, sie sahen wie richtige Arbeiter aus. Der eine hatte rotes Haar und der andere fast schwarzes. Sie lachten laut und tranken. Vielleicht waren es ehemalige Sklaven, die hatten oft solche Hände. Und die Frau war sehr zart, fast schon zu dünn, hatte ein eingefallenes Gesicht und vorne fehlt ihr ein Zahn, obwohl sie noch nicht alt sein durfte, vielleicht Ende Zwanzig. Sie sagte nichts, saß nur daneben und hörte den Männern zu, die sich gerade gegenseitig übertrumpften mit ihren angeblichen Heldentaten. Der eine behauptete sogar am Nigrantis gekämpft zu haben, woraufhin der andere betonte, dass er gegen fünf Namenlose gleichzeitig gekämpft und alle getötet hatte.

Ruby entwich ein kleiner Gähner. Die meisten Männer waren schrecklich langweilig. Immer hatten sie den Drang besser zu sein, als der Rest der Welt, selbst wenn sie arme Schlucker waren. Ruby vermutete, dass diese Kerle nicht mal wussten wie ein Namenloser aussah! Gut, sie wusste das auch nicht, aber sie stellte auch nicht so ungeheuerliche Behauptungen auf. Sie hatte kein Interesse am kämpfen, da machte Frau sich nur die Finger dreckig.

Ihr Blick wanderte weiter und sie blickte zu dem Mann, der allein am Tisch saß. Er hatte ihr den Rücken zugewandt, aber sie kannte sein Gesicht. Ruby hatte ihn oft in den Gängen der Gilde gesehen. Man hörte auch einiges über ihn, vor allem von Frauen. Er schien zur Zeit - der großen Männerknappheit - der Traummann vieler Frauen zu sein. Er soll sehr charmant sein, aber er hielt sich mit Frauenbekanntschaften zurück. Jedenfalls hatte bisher noch keine von ihnen behauptet, das Bett mit ihm geteilt zu haben. Eine gute Bekannte von Ruby hatte ihr erzählt, dass er der Sohn einer Hexe und somit als Sklavenjunge aufgewachsen wäre. Ihre Bekannte hatte dies wiederrum von der Mutter einer Freundin. Ruby war das egal, mochte er doch der Sohn der Göttin sein. Und? Trotzdem saß er hier!

Ruby überlegte kurz ob es noch einen besseren Ort für Neuigkeiten gäbe und schaute zum Markt hinüber. Es war traurig was aus dem Markt geworden war. Früher war es ein lebendiger Umschlagplatz für alles Illegale und Gestohlene, für Gifte und geheimnisvolle Tränke, schillernden Schmuck, Duftwasser und auch Nahrung und Trinken. Die Luxusartikel waren alle verschwunden, es gab nichts mehr zum Stehlen. Nein, dort würde sie nicht viel finden!
Genau in diesem Moment steuerte noch ein Mann auf das Wirtshaus zu. Er war jung, hatte helles Haar, war für diese Zeiten sehr gut gekleidet und er trug eine Laute bei sich. Langsam aber trotzdem so schnell wie möglich lehnte sich Ruby in den Schatten zurück. Bei der Göttin, der Streunerprinz! Und was sah er gut aus... einen kurzen Moment verfiel Ruby ins Schwärmen. Sie hatte schon genug von ihm gehört, wie er aussah und dann diese Laute. Er musste der Streunerprinz sein!
"Lass und doch erstmal zum Geschäftlichen kommen." Das war ihr Stichwort und Ruby war wieder voll bei der Sache. Sie nahm ihren großen Humpen mit beiden Händen und trank ganz langsam, so dass ihr halbes Gesicht darin verschwand.
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Dienstag 19. Februar 2013, 16:18

Wenn er ehrlich mit sich selbst war, dann wirkte der Streunerprinz auf den ersten Blick ganz wie der Alte. Das war erstaunlich, wenn man bedachte, was draußen so vor sich ging. Man munkelte auch, dass seine jüngere Schwester, in den Kriegswirren den Tod gefunden hatte. Wenn Ahavan, die beiden früher zusammen gesehen hatte, hatten sie immer den Eindruck einer untrennbaren Einheit gemacht. Jetzt fragte er sich, wie viel davon wirklich nur Show gewesen war, wenn es Damon so wenig kümmerte. Allerdings, der Streunerprinz war mit einem Haufen fahrender Schauspieler und Sänger groß geworden. Er war ein recht guter Schauspieler und ließ sich nur ungern in die Karten schauen. Immer schien ihn irgendetwas umzutreiben. Sollte Ahavan nur einen Tag lang versuchen, die Handlungen von Damon zu hinterfrage, so würde er wohl als Resultat nur Kopfschmerzen bekommen. Da er darauf aus diversen Gründen keine Lust hatte, wandte er sich ihm mit einem netten Lächeln zu und beugte sich vor, so dass er nicht mehr ganz so lässig dasaß.

“Geschäftliches, genau. Wie ich hörte, machst du jetzt in Flüchtlingen?“ Da dieser Umstand sich bereits in der halben Gilde herumgesprochen hatte, war das wohl kaum eine Überraschung für Damon. Ahavan nahm sogar an, es steckte ein gewisses System dahinter. Eine Art Einladung. “Ich nehme doch an, du wirst ihnen nicht aus reiner Nächstenliebe Obdach hier gewähren. Trotz verbundener Augen ein riskantes Unterfangen. Ich könnte dir dabei behilflich sein, sie wieder los zu werden. Auf die ein oder andere Art und Weise.“ Ahavan lächelte nun ganz offen. Er wusste, dass Damon wusste, welche zwei Spezialgebiete Ahavan hatte. Allerdings nahm er doch an, dass seine Fähigkeiten als Meuchelmörder hier weniger gefragt waren. Vielleicht von Zeit zu Zeit. Denn es war schon immer umständlich gewesen, die Leichen aus der Gilde heraus zu schleusen. Und jetzt, wo es über ihnen praktisch keine Stadt mehr gab, würde es wohl selbst dem dümmsten Anhänger Zûls auffallen, wenn immer wieder Tote an bestimmten Orten auftauchten. Zu auffällig, entschied er. Es sei denn man zog mit den Flüchtlingen los und brachte sie dann später um. So ganz wohl war ihm bei dem Gedanken jedoch nicht. Sie waren ohnehin nur noch so wenige Menschen. Ein toter Mensch, war einer weniger, aus dem man Profit schlagen konnte.

“Nur mal angenommen,“ Ahavan beugte sich vor und zwinkerte Damon schelmisch zu. “ich habe genug Köpfchen, kenne hervorragende Verstecke und habe gute Kontakte. Wäre es dann nicht eine Schande, wenn ich dir das nicht zur Verfügung stelle? Für eine gewisse Gewinnbeteiligung, versteht sich. Ich würde mir schon zutrauen den ein oder anderen Tross Flüchtlinge woanders hinzubringen, wo sie uns weniger Platz wegnehmen. Und um mal so richtig zu fantasieren: Nehmen wir weiter an, ich wüsste einen Weg über das Gebirge und hätte die ein oder andere Beziehung außerhalb unseres so schönen Landes. Das könnte doch sicher behilflich sein?“ Innerlich angespannt, aber nach Außen hin die Ruhe selbst, wartete er darauf, was Damon darauf erwidern würde.
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Damon » Dienstag 19. Februar 2013, 20:26

Sanft und sehr heiter perlte Damons Lachen durch die Taverne. Es war ein ungewöhnlicher Laut in diesen Zeiten. Zumeist gab es auch für die Streuner nicht viel zu lachen, wenngleich sie immerhin ein Dach über dem Kopf und ein recht sicheres Versteck hatten. Mehr als andere von sich behaupten konnten. Damon sah aus den Augenwinkeln, wie an einem der wenigen besetzten Tische die Männer ihm seltsame Blicke zuwarfen. Sie wagten es jedoch nicht, lauthals Anstoß an seinem Verhalten zu nehmen. Ja, manchmal war dieses Streunerprinz-Dasein wirklich zu was nütze. Freundschaftlich tätschelte er nun Ahavan die Hand und sei es auch nur um diesen ein wenig zu provozieren. Er wusste sehr wohl, dass der ehemalige Händler nicht sonderlich erpicht darauf war, mit einem Mann Gesten der Freundschaft oder dergleichen auszutauschen. Aber er provozierte eben gerne. Das war die Würze des Lebens. Genaugenommen hatte Damon Ahavan noch nicht mal mit einer Frau Händchen halten sehen. Entweder also, er war verschwiegen, was seine Liebeleien mit den anderen Geschlecht anging oder aber seine Libido war nicht so ausgeprägt wie die von Damon. Das wiederum war durchaus im Bereich des Möglichen.

Selbst jetzt wanderten seine Blicke beinahe ohne dass er es merkte durch den Raum auf der Suche nach einer Frau, die er noch nicht genossen hatte. Dadurch, dass sie nun hier eingesperrt waren, war seine Auswahl ja nun streng limitiert. Die dünne Dame an dem Tisch der Männer kannte er noch nicht. Ihr fehlte ein Zahn. Das stieß ihn nicht wirklich ab. Sowas konnte durchaus ... seinen Reiz haben. Er grinste. Allerdings, an den hervorstehenden Knochen konnte man sich ernsthaft verletzen. Und nachher wurde sie noch anhänglich, in der Hoffnung er würde sie durchfüttern. Nein. Nicht heute. Hmm, und dann war da ja noch die Rothaarige, die ihr Gesicht gerade hinter einem Humpen verbarg. Die Haare und ihre Figur hatte durchaus seinen Reiz. Und er wusste ja, dass jede Frau für sich genommen schön und etwas besonderes war. Deswegen schätzte er sie ja auch so. Versuchsweise zwinkerte er ihr einladend zu, bevor er sich wieder Ahavan zuwandte.

"Ich mag es wirklich sehr, dass du immer so direkt heraus bist. Also nehme ich nun an, dass ich für so jemanden sicher Verwendung hätte. Aber nun mal Schluss mit den Annahmen. Mir schwebt einiges vor: Damons Heim für Heimatlose, z.B. natürlich gegen Bezahlung und nur mit begrenzten Plätzen und nach eingängiger Prüfung. Das ist auch der Grund, warum in den letzten Tagen so viele Fremde hier herunter geführt wurden. Aber es soll noch weiter gehen: Begleitschutz für diejenigen, die ein sicheres Versteck suchen, das weit außerhalb der Reichweite Zûls liegt, möglichst in einem Gebiet, an dem er kein sonderliches Interesse hat. Also müsste es vermutlich fernab der Zivilisation liegen. Mir schweben Expeditionen in entlegene Gebiete Auroraes vor und vielleicht sogar das Wagnis, einen sicheren Weg über die Berge zu finden. Riya und ich sind ja bereits zweimal außerhalb unserer schönen Heimat gewesen. Aber ich kann mit Sicherheit behaupten, dass unser Weg alles andere als eine sichere Passage war. Fähige Leute, die gut auf sich selbst aufpassen, kann ich dafür immer gebrauchen. Vor allem für die Expeditionen und den Geleitschutz. Ersteres würde ich finanzieren, Zweiteres würden unsere Kunden finanzieren. Wenn die Geschäfte laufen, wie sie mir vorschweben, wäre ich schon mit einem Zehntel als Anteil zufrieden. Denn die Begleiter würden natürlich das größte Risiko tragen. Deshalb sollten die restlichen 9 Zehntel unter den Begleitern aufgeteilt werden. Denn sowas soll sich ja lohnen." Ganz bewusst, bot er Ahavan nur das an. Wenn er ihn richtig einschätzte, hatte dieser Mann mehr zu bieten, als Muskeln und eine Waffe. Zumal er es ja eben selbst angedeutet hatte. Was Damon für ein wirklich erfolgversprechendes Unterfangen noch fehlte, waren Kontakte hinter dem Gebirge. Riya hatte ein paar Kontakte sporadisch gepflegt. Aber sie war nun mal nicht hier.
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ruby » Mittwoch 20. Februar 2013, 21:36

Ruby schien an dem Getränk Gefallen zu haben, denn sie nuckelte lange daran! Aufmerksam hörte sie den beiden zu. Das Gesprächsthema überraschte sie nicht. Irgendetwas ging mit diesen Flüchtlingen vor und nun erfuhr sie auch was. Etwas Neues erfuhr sie über den Schönling, er war wohl auch ein Mann für "spezielle Fälle"! Ob das wohl ihre Freundin interessierte? Jede Information konnte in der Streunergilde Gold wert sein.
Doch dann verschluckte sich Ruby fast und das wäre peinlich geworden! Ahavan sagte: Ich wüsste einen Weg über das Gebirge! Einen Weg über das Gebirge? Ruby traute ihren Ohren nicht. Jedes kleine Kind wusste welche Gefahren im Gebirge lauterten. Es gab mehr als eine Geschichte über die Eisdrachen. Sie sollen so groß wie ganz Patria sein! Dann soll es dort wilde Stämme geben, schreckliche Raubtiere und so tiefe Schluchten, dass alle Menschen Auroraes sie nicht füllen könnten - gut, seit dem Krieg sowieso nicht mehr!

Eigentlich war sie hergekommen um etwas zu hören, dass ihren Goldbeutel wieder auffüllte und dann das. Ruby setzte enttäuscht den Humpen ab und legte das Gesicht in ihre Hände. Aber der Streunerprinz sprach auch den Profit an und der war beachtlich. 9 Zehntel für die Begleiter. Wenn es also drei oder vier Begleiter wären... Ach, rechnen war noch nie ihre Stärke! Das war bestimmt viel, denn bei dem hohen Risiko mussten die Flüchtlinge ordentlich Gold aus der Tasche ziehen.
Blieb ein Problem. Wie sollte sie jemanden davon überzeugen, dass ausgerechnet sie der perfekte Begleiter war? Sie trug keine Waffen, konnte nicht zaubern, nicht heilen... Stopp! Was sie wusste, musste doch niemand anderes wissen. Man kannte sie als Lebefrau, aber niemand kannte ihre Vergangenheit.
Und mit dem Gold für die Begleitung konnte sie hinter dem Gebirge ein neues Leben beginnen, wenn es ihr dort gefiel. Somit wäre auch die Frage der weiteren Zukunft geklärt.
Ihr Plan gewann langsam Gestalt und sie lehnte sich zufrieden zurück. Die Frage des "Wie" war geklärt, nun musste sie sich noch die richtigen Leute an Land ziehen. Ihre Freundin würde die erste Anlaufstelle sein, denn die kannte eine, die...
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Freitag 22. Februar 2013, 16:40

"Lass den Quatsch," meinte Ahavan ruhig, als Damon ihm pseudo-vertrauensvoll die Hand auf den Arm legte. Und mit einem Blick auf die rothaarige an einem Nachbartisch, die den Streunerprinzen mit ihren Augen zu verschlingen schien, führte er noch an: "Ich hab dir schon gesagt, ich steh nicht auf dich!" Nicht das so ein Kommentar der Reputation des Streunerprinzen einen Abbruch tun würde. Aus irgendeinem Grund, sei es nun die Macht, die er inne hatte, oder seine beinahe weibische Schönheit, schienen sich ihm die Frauen zu Füßen zu werfen. Zumindest glaubte der Streunerprinz das. Ahavan nahm eher an, dass einfach mehr Eroberungen dabei heraussprangen, wenn man nahezu jeden Rock nachjagte. Er hatte jedenfalls noch kein Muster in den Vorlieben Damons erkennen können. Von hässlich bis schön, nahm er so ziemlich jede, die sich willig zeigte. Er war jedoch lange genug im Geschäft, um über diesen Gedanken nicht die Miene zu verziehen und damit seine vernichtende Meinung kund zu tun.

Er lehnte sich wieder zurück und verschränkte in einer entspannten Geste die Arme von der Brust, während Damon redete und redete und redete. Im Grunde hätte sich der Streunerprinz die Show sparen können, denn es wurde sehr schnell deutlich, dass sie sich im Grunde einig waren. Aber Damon konnte wohl kein Geschäft abschließen ohne ein wenig Spielerei. Das machte ihn in gewisser Weise sympathisch. Auch wenn er Ahavan wie heute damit auf die Nerven ging. Während Damons Monolog ließ Ahavan seinen Blick schweifen und musste sich ein Schmunzeln verkneifen. Ah. So war das also. Die Taverne war nicht sonderlich gut besucht. Aber diejenigen, die hier waren, hörten mehr oder weniger offensichtlich zu. Das lag wohl auch daran, dass Damon sich keine Mühe gab, wirklich leise zu sprechen. "Ich sehe mich gerne mal draußen um und schaue, ob ich noch ein paar Menschen auftreiben kann, die Obdach brauchen. Ich bin vielleicht nicht so offensichtlich wehrhaft wie ein Krieger, aber ich hab auch so meine Methoden." Damon wollte spielen? Gut, dann spielten sie. Und sei es nur deshalb, weil seiner 'Durchlaucht' danach war. In diesem Moment vermisste er sein Süßholz schmerzlich. Wenn man auf einem Stück davon herumkaute, dann konnte man damit prima sein sich ausbreitendes Grinsen verbergen. So wie die Dinge nun waren, konnte Damon mit Sicherheit das amüsierte Zucken um seine Mundwinkel sehen. Tja, Pech.
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Damon » Freitag 22. Februar 2013, 22:11

Ein wenig enttäuscht war Damon schon, dass die Rothaarige auf sein Augenzwinkern so gar nicht reagierte. Vielleicht war er zu subtil gewesen. Genau! Das war Damons zweiter Vorname. Er gluckste unterdrückt über seinen eigenen Scherz. Er konnte subtil sein, wenn er musste, aber in der Regel liebte er die Offensive. Vor allem bei Frauen. Mochte sein, dass er die ein oder andere damit verschreckte. Aber früher oder später, bekam er sie doch. So war zumindest seine tiefste Überzeugung. Man musste nur hartnäckig genug sein. Herausforderungen waren nun einmal die Würze des Lebens, die es es lebenswert und interessant machten.

Auf Ahavans Kommentar zog er die Augenbrauen in gespielter Entrüstung zusammen. "Autsch! Du bist wirklich ein harter Kerl. So meine Hoffnungen zu Nichte zu machen." Er war versucht, Ahavan sanft über die Wange zu streichen, ließ es aber lieber bleiben. Zum einen, weil ja Frauen im Raum waren, zum anderen weil er wusste, dass er sich sonst irgendeine Gemeinheit von dem ehemaligen Hehler einfangen würde. Er war bekannt dafür, dass die lustigsten Dinge mit den Menschen passierten, die ihn verärgerten. Durchfall, Erbrechen, Magenkrämpfe, zerstörte Lieblingsgegenstände und wenn man es gar zu bunt trieb, erwartete einen der Tod auf leisen Sohlen. Ja, er hatte schon von Ahavans gemeiner Ader gehört. Das schätzte er an dem Streuner, sorgte es doch für ein gewisses ... Amüsement. Zumal er sich nie erwischen ließ. Selbst Damons Recherche hatte nichts, aber auch gar nichts ergeben. Allerdings, zur Zeit ging er lieber kein allzu großes Risiko ein. Riyalia war nicht hier um ihn wieder raus zu hauen. Das musste er bedenken.

"Das halte ich für eine ausgezeichnete Idee," meinte er stattdessen auf Ahavans Worte. "Du solltest draußen keine allzu großen Schwierigkeiten haben. Und wenn doch, kannst du dir ja noch ein paar Leute suchen, die dich begleiten. Hier unten ist es auf Dauer doch recht ... eintönig. Das sollte die Zahl der freiwilligen steigern. Aber das überlasse ich natürlich ganz dir. Und wenn dir einfällt, wie du mir sonst noch zur Hand gehen kannst, lass es mich wissen. Ich werde derweil mein Netzwerk zu Rate ziehen und sehen, ob wir mit dieser ... ähm ... nennen wir es doch Passproblematik weiter kommen. Aktiviere du nur all deine verbliebenen Kontakte und dann werden wir sehen." Er lächelte und winkte dem etwas gelangweilt aussehenden Wirt. "Was haben wir denn noch Gutes zu trinken da? Ich und mein Freund hier haben etwas zu feiern." Er lächelte sein Verführerlächeln. Diesmal allerdings eher unbewusst. "Wie ich hörte haben ein paar unserer Jungs erst vor ein paar Tagen noch ein paar Fässer Amazonenbier aufgetan? Wie wäre es denn damit? Als Gegenleistung würde ich eine Runde spielen, hm? Oder möchtest du noch ein paar Goldmünzen haben? Nicht dass man damit noch etwas nennenswertes kaufen könnte."
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ruby » Freitag 22. Februar 2013, 23:41

Am liebsten wäre Ruby sofort aufgesprungen und hätte angefangen alles zu regeln, aber man sollte nicht den Gorsak von hinten aufzäumen! Also zwang sie sich Ruhe zu bewahren und stattdessen zu überlegen wie sie weiter vorgehen würde. Falsche Bescheidenheit hatte noch nie jemanden weiter gebracht. Mit berechnendem Blick musterte sie die beiden Männer.
Ob die beiden auch dem eigenen Geschlecht nicht abgeneigt waren? Der Streunerprinz hatte leicht feminine Züge und er würde eine vortreffliche Frau abgeben. Seine Geste der Berührung war schon ein bisschen ungewöhnlich. Jedenfalls würde diese Theorie erklären warum Ahavan noch mit keiner von ihr bekannten Frau .... Und da hörte sie Amazonenbier. Da war ihr weiteres Vorgehen doch klar! Und bevor es jemand anderes tat, schnappte sie sich ihren Humpen und bewegte ihn mit Schwung von ihrem Tisch und mit einem lauten "Plop" landete er auf dem Tisch der beiden Männer. Mit einer tänzerischen Bewegung schwang sie ein Bein über die Bank und setzte sich breitbeinig darauf.

"Hörte ich Amazonenbier?" Es gab nur eine Möglichkeit aus diesen stinkenden Gängen herauszukommen und ihre Lösung saß genau an diesem Tisch. Zwei sehr gutaussehende Männer. Das Leben war zu gut zu ihr. Sie blickte von einem zum anderen und setzte ihr reizendes Lächeln auf. "Ich darf mich doch an euren Tisch setzen?", stellte sie die rethorische Frage, denn sie würde eh nicht aufstehen! Nicht bevor sie los geworden war wie unwahrscheinlich gerne sie den armen Flüchtlingen half! Ohne das es jemand merken konnte, sog Ruby die Luft ein. Sie wollte die beiden Männer riechen. Sie fand es immer äußerst wichtig, dass ein Mann gut roch. Gutes Aussehen, gute Kleidung, ein angenehmer Duft, gutes Benehmen.... das könnte fast wie früher werden!
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Samstag 23. Februar 2013, 10:50

Ahavan seufzte vernehmlich. Wie konnte jemand nur über eine Sache so viele Worte verschwenden ohne wirklich etwas Neues zu sagen? Am liebsten hätte er den Kopf in die Hände vergraben ... oder besser seinen Kopf ein paar Mal auf die Tischplatte geknallt oder noch besser ... Damons Kopf auf die Tischplatte geknallt. Der Gedanke entlockte ihm ein Grinsen, dass jedoch wieder verschwand als sich die Rothaarige ziemlich dreist zu ihnen gesellte. Seine Augenbrauen schossen in die Höhe, während er sie mit wenig gutgemeintem Interesse musterte. Erstaunt stellte er fest, dass er sie nicht kannte. Das war ungewöhnlich. Die meisten hatte er zumindest schon einmal gesehen. Diese Frau war sehr groß und muskulös und erinnerte ihn in ihrem Gebaren zu sehr an eine typische patrianische Frau, um sie auf den ersten Blick sympathisch zu finden. Allerdings kostete es wohl eine gehörige Portion Mut, so an den Streunerprinzen heranzutreten. Damon würde sich wahrscheinlich gleich vor Begeisterung überschlagen. Innerlich verdrehte Ahavan die Augen.

"Hast du das nicht bereits getan?" fragte er provokativ, ohne wirklich sein Missfallen durchscheinen zu lassen. Er zwinkerte ihr sogar dabei zu. Er gab jedem Menschen genau zwei Chancen. Von daher hatte sie noch eine. Er nahm an, sie versuchte aus einem bestimmten Grund mit ihnen Kontakt aufzunehmen, einem Grund, der nicht unbedingt mit dem Amazonenbier zu tun hatte. Alles andere würde ihn jedenfalls ziemlich enttäuschen. Konnte natürlich auch sein, dass sie eine von den Flüchtlingen war. Abermals musterte er sie eingehend. Amazone vielleicht? Nein, dazu war sie zu nett mit ihnen. Eine Amazone hätte sofort versucht, das Kommando an sich zu reißen, weil sie Männer für unfähig hielt. Er war ihm Heerlager gewesen. Er wusste, dass sich trotz den Friedensvereinbarungen in den Köpfen der Patrianerinnen nichts verändert hatte und sie noch immer die Männer verachteten. So war es auch keine große Herausforderung für sein Gewissen gewesen, die ein oder andere so richtig auszunehmen. Vielleicht war sie ja eine Verborgene? Hmm irgendwie passte das auch nicht. Wie sollte sie dann hierhin gekommen sein? Möglich aber unwahrscheinlich. Ihr Gang war sehr leichtfüßig, beinahe ein Tanz gewesen. Das erinnerte ihn ein wenig an Asherel. Fahrendes Volk vielleicht?

Letztendlich würde er es schon noch erfahren. Da war er sich sicher. Für gewöhnlich platzten die Menschen gerne mit ihrer Lebensgeschichte heraus. Zumindest, wenn es da etwas gab, womit man prahlen konnte oder an das man sich gerne zurückerinnerte. Viele lebten zur Zeit ohnehin in der Vergangenheit und glorifizierten diese. Ein paar Streuner sprachen doch tatsächlich von den guten alten Zeiten, als die Frauen noch an der Macht gewesen waren. Dafür hatte er an guten Tagen nur ein müdes Lächeln übrig. An schlechten Tagen jedoch ... Er grinste spöttisch, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder der Rothaarigen zuwandte. "Und mit wem haben wir die Ehre unser Bier teilen zu dürfen?"
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Damon » Samstag 23. Februar 2013, 11:23

Ahavan und die Geschäfte waren wie weggewischt aus Damons Verstand. Zumindest für den Augenblick. Er setzte ein sanftes, offenes Lächeln auf. Und tatsächlich war er ja auch durchaus begeistert. Eine forsche Frau, die wusste, was sie wollte und wusste wie sie es sich nahm! So nahm er jedenfalls aufgrund ihres Auftrittes an ihrem Tisch an. Das konnte durchaus ... reizvoll sein. Sein Lächeln wurde eine Spur verträumter während er darüber nachsann, was für eine tolle Figur diese Frau hatte, welch Gelenkigkeit in ihr stecken musste, wenn sie sich so tänzerisch bewegte! Und was für eine Haarpracht! Kurzum Damon war Feuer und Flamme und hoffte wie ein kleines Kind auf ein neues Spielzeug. Er würde sich ihre Haare sicher mehr als einmal um das Handgelenk wickeln können, wenn er sie küsste. Und dann würde sie nicht mehr entkommen. Doch bevor er sich weiter solcherlei Tagträumen hingab, wandte er sich lieber der Realität zu. Er beugte sich zu ihr und ergriff ihre Hand. "Es wird mir eine Ehre sein, mein Bier mit dir zu teilen, sofern der Wirt und ich uns einig über den Preis werden. " Er warf dem Wirt einen vielsagenden Blick zu. Sie feilschten einen Augenblick und einigten sich dann auf den Tausch von ein paar Eisenmünzen und einem Lied. Damon schüttelte über den Wirt den Kopf. Wie viele Streuner konnte er sich wohl noch nicht von dem Gedanken verabschieden, dass Gold und Eisenmünzen, nicht die Währung der Zukunft waren. Naturalien waren es.

Was ihn wieder zu der schönen Rothaarigen brachte, deren Hand er noch immer in der seinen hielt. Er beugte sich vor und berührte mit seinen Lippen sanft ihre Fingerknöchel bevor er ihre Hand wieder freigab. "Was bist du denn bereit für einen Preis zu zahlen, wenn wir dich an unserer kleinen Feier teilhaben lassen?" Mit Absicht verlieh er seiner Stimme einen leicht zweideutigen Ton. Sie sollte gleich von Anfang an wissen, dass er hingerissen war. Er hielt nichts von Versteckspielen. Nun ja, nicht was diese Dinge betraf, jedenfalls. Sie war eine Frau, die es zu erobern galt. So einfach war das für ihn. Ein neues Spiel, ein amüsanter Zeitvertreib gegen die Langeweile! Dazu war er stets bereit. Und er scheute sich auch nicht davor, es dem Objekt seines Interesses sogleich kund zu tun. Der Wirt kam und brachte drei Krüge mit Bier. Bevor er einen der Rothaarigen hinstellen konnte, nahm er alle dem Wirt ab. Eins verteilte er direkt an Ahavan. Die anderen beiden behielt er in den Händen. "Also?" fragte er gedehnt und sah der Schönheit direkt in die Augen.
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ruby » Montag 25. Februar 2013, 16:41

Ruby lächelte vorne raus und hinter dem reizenden Gesicht fand ein wahres Feuerwerk von Gedanken statt. Ruby war stets darauf bedacht das Richtige zu tun. Es gab zwei Arten mit Männern Geschäfte zu machen. Entweder man war auf sie angewiesen, in diesem Fall kam ein engerer Kontakt - leider - überhaupt nicht in Frage oder aber die Annäherung gehörte zum Geschäft und das war hier nicht der Fall. Für Ruby blieb also nur eins: Abstand halten!
Und dann musste sie hier noch etwas entscheiden. An wen sollte sie sich halten? Der Streunerprinz hatte sicherlich die Fäden in der Hand, aber für die Durchführung war der andere Mann zuständig und den konnte Ruby überhaupt nicht einschätzen.

Sie sah beide Männer an und stellte sich kurz vor: "Ich bin Ruby!" Da hatte der Streunerprinz schon ihre Hand ergriffen und beugte sich zu ihr. Aber Ruby wäre nicht Ruby, wenn sie sich davon einschüchtern lassen würde. Er ließ ihre Hand auch bei den Verhandlungen mit dem Wirt nicht los, was Ruby langsam schon ein bisschen ärgerte. Aber gut, er war der Streunerprinz, also ließ sie es ihm durchgehen, genauso wie seine sehr eindeutige Frage. Ruby lächelte ihn an, als gäbe es kein Morgen mehr. "Ihr scherzt oder? Ich sollte euch eher fragen, was ihr tut, um meine Gesellschaft genießen zu dürfen! Oder sehr ihr das vielleicht anders?" Ruby streckte den Rücken durch und tat übertrieben eschoffiert, ihre Stimme ließ aber keinen Zweifel daran, dass sie ihre Worte nicht böse meinte. Sie musste unbedingt die Kurve bekommen! Oder auch nicht? Sie blickte zu dem anderen Mann, um irgendeine Regung aufzufangen. "Angenehme Gesellschaft wird hier von Tag zu Tag wertvoller und nun treiben sich auch noch lauter Flüchtlinge herum.", erwähnte sie beiläufig und sah wieder den Struenerprinzen an, wobei sie eine Hand auf den Krug legte. "Also?", fragte sie provozierend mit einem Grinsen zurück.
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Montag 25. Februar 2013, 19:16

Ahavan hatte sich in seinem Stuhl zurück gelehnt und war fest entschlossen, Gute Miene zu Damons Spiel zu machen. Sein Ausdruck war der äußerster Entspanntheit und Gelassenheit. Dieser Ausdruck entglitt ihm nun jedoch für einen Augenblick und ein echtes Lächeln zeigte sich, als er Rubys Worte hörte. Er konnte sich gerade noch einen mädchenhaften Kicheranfall verkneifen. Vielleicht hatte Damon hier ja endlich Mal seine Meisterin gefunden? Jedenfalls war sie nicht auf den Mund gefallen, diese Ruby. Ob der Name wohl ihr echter war? Zu sehr schien er zu ihrem roten Haar zu passen, als das das ein Zufall war. Aber was wusste er schon? Die zweite Chance hatte er jedenfalls nicht an sie verschwendet, auch wenn er sich mit dem Bilden einer endgültigen Meinung erst einmal zurückhielt. Er war nicht gerade das, was man einen vertrauensseligen Trottel nannte. Zum Glück für ihn.

Dennoch wandte er sich nun ganz entschieden Ruby zu. Seine Neugierde war geweckt. Er kannte nur eine Frau, die bisher so mit dem Streunerprinzen umgesprungen war, ohne dabei die Grenze der Respektlosigkeit je zu überschreiten. Das war Asherel gewesen und Damon und sie hatte eine Geschäftsbeziehung verbunden. Dennoch hatte es der Streunerprinz von Zeit zu Zeit bei ihr versucht. Ganz gegen die angeblichen Überzeugungen, sich nicht mit seinen Geschäftspartnern einzulassen. Nun ja, Damon war schon immer etwas sprunghaft gewesen. Ob er das als Spiel betrachtete oder es wirklich der Natur des Prinzen entsprach, dahinter war Ahavan bisher jedoch nicht gekommen. "Angenehme Gesellschaft? Das wird sich noch zeigen müssen." Seine Stimme war äußerst neutral zu nennen, auch wenn er ihr nun sein eigenes Bier hinschob. "Wenn seine Hoheit das Bier lieber für sich behält, kannst du meins haben. Ich mag das Zeug nicht." Könnte auch daran liegen, dass er eine ziemlich genaue Vorstellung davon hatte, wie die Sklaven und später auch die Gefangenen für dieses Zeug hatten schuften müssen. Für ihn schmeckte es immer irgendwie nach Schweiß und einem Hauch von Blut und Tränen. Theatralisch? Vielleicht. Aber da er das nur mit sich selbst ausmachen musste, wen störte es?
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Damon » Mittwoch 27. Februar 2013, 18:11

Damons linke Augenbraue schoss in die Höhe. Bei der Göttin, war dieses Mädel frech! Das gefiel ihm. Aber das wollte er sich nicht zu sehr anmerken lassen. Er setzte gerade zu einer Antwort an, wollte ihr doch noch den ein oder anderen "Gefallen" entlocken, als ihm Ahavan seinen Auftritt gehörig versaute. Er verschränkte die Arme vor der Brust und warf dem anderen Streuner einen Ausdruck tiefen Entsetzens zu. Darunter zeigte sich jedoch ein gewissen Glitzern in den Augen, dass einem aufmerksamen Betrachter zeigte, dass Ahavan drauf und dran war, eine Grenze zu überschreiten. Wie ernst die Lage war? Nun, nicht sehr. Damon ging das Geschäft über alles. Selbst über einen hübschen Frauenhintern. Dennoch war es wichtig, von Zeit zu Zeit die Menschen daran zu erinnern, wer er war. Ob die Zeit bei Ahavan dafür gekommen war? Andererseits, die Jagd auf Ruby hatte ja gerade erst begonnen...

"Was für ein ungehobelter Flegel du doch bist, Mero." sagte er sehr sanft zu Ahavan. Er wusste, dies würde ein Schlag ins Gesicht sein. Das würde Damon fürs Erste genügen. "Selbstverständlich ist die Anwesenheit einer so reizenden Dame immer eine angenehme Gesellschaft." Er schüttelte tadelnd den Kopf und zwinkerte Ruby zu. "Was führt dich denn an unseren Tisch, hübsche Ruby? Nur das Amazonenbier? Oder soll ich ein Lied für dich singen?" Er lachte amüsiert auf. Ob er es ihr schwerer hätte machen sollen? Innerlich seufzte er theatralisch. Er ahnte schon, wohin dieser Abend führen würde. Er hatte ja geradezu mit dem Zaunpfahl gewunken und sie hatte nicht angebissen. Vermutlich kam es heute alsonicht zu einem Techtelmechtel mit einer hübschen Rothaarigen. Morgen allerdings, war auch noch ein Tag. So schnell gab ein Arcanus nicht auf. Es sei denn, ihm lief eine bessere Gelegenheit über den Weg.
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ruby » Freitag 1. März 2013, 15:03

Ruby war erleichtert! Sie hatte die Kurve noch bekommen ohne das sich jemand angegriffen fühlte. Sie kannte keinen der beiden Männer und es hätte auch anders ausgehen können. In solchen Situationen machte sich ihre Erfahrung also doch bezahlt. Mit einem offenen Lächeln, als hätte man ihr gerade die Welt zu Füßen gelegt, nahm sie den Krug von Ahavan oder Mero entgegen. Damon schien zwei Namen für ihn zu gebrauchen. Jetzt war aber nicht der Moment es zu hinterfragen. Ruby nahm das einfach mal so hin.
"Ein Mann, der kein Bier mag! So etwas ist mir noch nie untergekommen. In vielerlei Hinsicht geheimnisvoll.", sagte Ruby während sei den Krug zu sich zog. Natürlich war ihr die Spitze von Mero nicht entgangen! Er war abwartend, wie ein bissiger Hund. Ruby sträubten sich kurz die Nackenhaare und sie wandte sich wieder Damon zu, der mit ihr sprach. Ruby lächelte wieder und gab einen Laut der Freunde von sich.

"Bei dem Gold aller Streuer. Das Lied möchte ich nachher unbedingt noch hören und vielleicht tanze ich ja dann dazu! Aber erst möchte ich doch über Geschäftliches sprechen. Da ich am Nachbartisch saß, musste ich hören was hier gesprochen wurde. Wie ihr euch denken könnt ist das Leben für eine Frau hier trist und grau. Mir fehlt das Abenteuer!", Ruby lächelte Damon verführerisch an, bevor sie fortfuhr, "Vielleicht kann ich euch von Nutzen sein, wenn ihr tatsächlich auszieht diese Leute über die Berge zu bringen. Im frühreren Patria wurde ich von meiner Mutter gezwungen die Akademie der Priesterinnen zu besuchen und ich musste meinen Traum eine Tänzerin zu werden vorerst aufschieben. Vielleicht könnte uns das ja nun zum Vorteil werden. Mit meinen Heilkünsten wäre ich doch sicherlich eine sinnvolle Ergänzung so einer Gruppe. Oder?" Ruby blickte erst zu Mero und dann zu Damon, gespannt auf die Reaktion. Hoffentlich hatte sie sich die richtige Geschichte ausgedacht!
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ahavan n'a Riu » Mittwoch 6. März 2013, 21:08

Ahavan wusste, dass er eine Grenze überschritten hatte, als er seinen Sklavennamen auf Damons Lippen hörte. Aber Damon hatte das auch. Niemand nannte ihn mehr so. Nicht ungestraft jedenfalls. Ohne es zu wissen, hatte der Streunerprinz soeben ein fürchterliches Monster von der Kette gelassen, dass Ahavan dort selbst gefesselt und geknebelt hatte. Oder wusste er es doch? Unter dem Tisch ballte Ahavan seine Hände so fest zu Fäusten, dass seine Nägel sich tief in die Handflächen gruben. Er spürte den Schmerz kaum, weil sein Herz so laut pochte, das Monster in ihm Damons Blut sehen wollte. Bilder zogen in seinem Kopf vorbei. Bilder, wie er Damon all die Schmach zufügte, die er als Sklavenjunge in den Kerkern der Hexen erlebt hatte. Es kostete sehr, sehr viel Willensstärke nicht hier und jetzt damit anzufangen. Zum Glück war diese bei den Experimenten der Hexen gestählt und getempert worden.

Er war sogar in der Lage ein neutrales Gesicht zu behalten, wenn auch seine Augen seinen brodelnden Hass verrieten. Deshalb wandte er seinen Blick nun auch ganz entschieden der Frau mit dem Namen eines roten Edelsteins zu. Die Kälte, die er nun ausstrahlte, stand im krassen Gegensatz zu seinen Worten. Aber er konnte es nicht ändern. Wenn er sie damit verschreckte, war es vermutlich besser für sie. Abschätzend wollte er sie mustern, als er wider erwarten von ihrer Art in seinen Bann gezogen wurde. Etwas wärmte sein Innerstes, schmolz den Käfig aus Eis, den das eine Wort Damons heraufbeschworen hatte, auch wenn es das Monster in ihm nicht zu zähmen vermochte. Geheimnisvoll? Er? Na da hatte aber jemand den Nagel auf den Kopf getroffen! Spöttisch zuckte es um seine Mundwinkel. “Ist halt eher war für Frauen und weiche Männer. Ich ziehe da andere Genüsse vor.“ Sein Tonfall war in keiner Weise dem von Damon ähnlich. Er war sich nicht einmal selbst sicher, warum er das gerade gesagt hatte.

Ihre Geschichte gab seinem ersten Eindruck dann neue Nahrung. Patrianerin also. Für ihn mehr als offensichtlich. Priesterin allerdings... “Hatte deine Mutter denn keine Augen im Kopf? Das sieht ja ein Blinder, dass du in dem Orden völlig deplatziert warst. Bei den Amazonen dagegen …“ Sein Tonfall hatte etwas Spöttisches angenommen, aber nicht diese ätzende Sorte Spott. Ahavan wollte einfach nur sehen, aus was für einem Holz sie tatsächlich gemacht war. Große Reden schwingen konnte ja jeder. Dabei fiel ihm etwas ein. Hatte ihm das nicht seine ach so liebe Mutter einst gelehrt? Traue niemanden, egal wie charmant oder süß oder weiblich sie daher kommt. “Was hast du denn so drauf als Heilerin?“
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Damon » Mittwoch 6. März 2013, 21:30

Damon registrierte, dass Ahavan nun seine Aufmerksamkeit auf Ruby zu fokussieren schien und erlaubte sich ein kleines triumphierendes Lächeln. So reagierten viele Menschen, wenn man sie in die Schranken wies. Sie ignorierten erst einmal denjenigen, der der Bote dieser unangenehmen Botschaft war. Nicht das Damon leicht zu ignorieren wäre. Das entsprach nicht seinem Naturell. Er beugte sich weiter vor, um Ruby ein verschwörerisches Lächeln zu schenken. Genaugenommen gibt sich Ahavan keinerlei Genüssen hin. Er ist ein Asket durch und durch. Sehr zum Leidwesen vieler Frauen. Und vermutlich auch einiger Männer.“ Sein helles Lachen perlte durch die Taverne als er ihr zuzwinkerte.

Er wandte sich nun scheinbar heiter und ohne tiefere Absicht seiner Laute zu,befreite sie beinahe zärtlich aus ihrer Verpackung und begann sie zu stimmen, während er in Wirklichkeit sehr genau lauschte, was Ruby zu sagen hatte. “Ach was du nicht sagst? Tänzerin bist du. Wir würden ein segensreiches Duo abgeben wir zwei. Schade das die alten Zeiten vorbei sind, wo man noch singend und spielend von Clanlager zu Clanlager ziehen konnte.“ Er seufzte theatralisch und klimperte scheinbar versonnen vor sich hin, während er doch ganz genau den Austausch von Ruby und Ahavan beobachtete. Das schmeckte ihm aber gar nicht. Das scheinbar wachsende Interesse des anderen Mannes an der rothaarigen Schönheit. Fast fühlte er sich schon wie das fünfte Rad am Wagen. Immerhin hatte sie ihn zuvor abgewiesen und war jetzt so nett. Ganz klar. Damon wollte sie für sich, wollte mit ihr spielen, bevor ein anderer von ihr kosten durfte. Da war er eigen. Und er wäre nicht Damon, wenn er diesem Umstand nicht auf seine Weise Luft machen würde.

“Über Geschäfte könnt ihr zwei auch später reden und euch einig werden. Das läuft sicher nicht weg. Aber wann treffen in diesen finsteren Zeiten schon mal ein Musikant und eine Tänzerin zusammen. Das muss einfach entsprechend gefeiert werden.“ Er schenkte Ruby eines seiner berüchtigten Lächeln, dass schon mehr als ein Frauenherz erobert hatte. Ein bisschen verwegen, ein bisschen jungenhaft. Eben all das, was Frauen in einem Mann suchten.
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Re: Das Wirtshaus, Stadt der Streuner - Ebene 2

Beitragvon Ruby » Donnerstag 7. März 2013, 08:12

Die Luft schien zu knistern und das nicht wegen ihrer weiblichen erotischen Ausstrahlung. Es waren die beiden Männer. Irgendetwas ging zwischen ihnen vor, dass Ruby nicht überblicken konnte. Ruby fühlte sich von Ahavan angezogen und gleichzeitig wieder abgestoßen, er war wie Eis und Feuer zugleich und das "geheimnisvoll" gewann noch an Bedeutung, als sie in seinen Augen kurz etwas zu sehen glaubte. Aber was war es? Sie konnte es nicht sagen. Doch dann im nächsten Moment war da wieder dieser spöttische Ausdruck. Ruby hätte am liebsten tief durchgeatmet, langsam wurde ihr hier alles zu viel. Sie gewann mehr und mehr den Eindruck, dass vieles von dem was er zu ihr sagte, eigentlich an Damon ging. Für Ruby war das hier ein dämliches Spiel zweier erwachsener Männer, aber was sollte es, es ging hier um das Geschäft, um ihren Vorteil und wieder bestätigte sich ihr zuvor schon geahntes Wissen, dass Ahavan die Fäden in der Hand hielt was das geschäftliche anging. Für Damon waren wohl die Künste des Vergnügens wichtiger. Eigentlich half ihr Damon sogar noch, indem er nicht übers Geschäft reden wollte. Es verschaffte ihr wertvolle Zeit, die sie unbedingt benötigte, denn was hatte sie schon Ahnung von Priesterinnen! Ruby ließ es sich jedoch nicht nehmen Ahavan kurz zu antworten.

"Eine Amazone?" Ruby ließ ihr glockenähnliches Lachen hören. "Ich wüsste noch nicht mal wie rum man ein Schwert hält. Ich hätte mich eher selbst verletzt als andere. Nein nein, so war ich schon ganz zufrieden. Ich konnte Menschen helfen anstatt sie zu verletzen und hatte meine Ruhe um das Tanzen zu trainieren. Aber wie Damon schon sagt, vertagen wir die Geschäfte auf später und bereden das in Ruhe." Ruby schenkte Ahavan einen sehr intensiven Blick, der auch etwas hilfesuchendes hatte. Hoffentlich stand er nun nicht auf und ging einfach. Ruby wäre es sehr unangenehm, wenn sie plötzlich mit dem Streunerprinzen alleine wäre. Sie konnte sich seiner Zudringlichkeiten bestimmt erwehren, aber sie wollte die Situation nicht eskalieren lassen.
Und Ahavan ein Asket? Es würde in das Bild passen, dass sie von ihm bis jetzt hatte, aber wenn sie ihn so ansah konnte sie es nicht glauben. Ruby lächelte Damon an, streifte Ahavan mit einem kurzen Blick und stand auf. "Ich denke manche Frauen wissen einen Asketen zu schätzen. Aber nun genug geredet! Zeig mir was du so mit deiner Laute so kannst."
Das Lächeln von Damon ging Ruby unter die Haut und sie lachte innerlich auf. Dieser Damon hatte es faustdick hinter den Ohren! Kein Wunder, dass er Streunerprinz war. Dieses verwegene Grinsen stand im krassen Gegensatz seiner äußeren Erscheinung. Eine sehr reizvolle Mischung.
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