Druiden der Clans

Geschichte / Hintergrund

Der Vorläufer der druidischen Magie existiert bereits seit Urzeiten – so zumindest erzählt man sich –, oder genauer gesagt, seit der Zeit, in der Menschen lernen, die magischen Energien zu formen und für ihre Zwecke einzusetzen. Irgendwann jedoch wenden sich die Menschen von der Natur ab, sie verlernen es, den Stimmen der Natur zu lauschen, mit ihr in Einklang zu leben und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Sie missachten ihre Wünsche, indem sie – teils aus Unwissen, teils aus Egoismus und Bequemlichkeit – große Städte bauen und dafür Wälder roden und zerstören und damit Grenzen überschreiten, die sie vormals nie zu überschreiten gewagt hätten. Die Natur wendet sich gegen die Menschen, druideindem sie Pflanzenwesen erschafft, die die Städte angreifen und Krieg gegen die Menschen führen. Diese Situation währt lange … bis König Quendor die Schriften Zûls über die Magie des Dunklen Gottes, der zur damaligen Zeit bereits in Vergessenheit geraten ist, wiederentdeckt und liest. Sein Geist ist zu schwach für die große Macht, die durch ihn freigesetzt wird und er wird verrückt und stürzt sich von der Stadtmauer. Daraufhin werden die Männer aus Patria verbannt – aus Furcht, dass jeder Mann einen Keim des Dunklen Gottes in sich tragen und somit eine Gefahr für sich und andere darstellen könnte. Mit der Verbannung schickten die Patrianerinnen die Männer ungewollt wieder zurück zu ihren Wurzeln, sprich in das Herz der Natur. Einer Legende zufolge werden die Männer zunächst noch von den Pflanzenwesen attackiert. Einer von ihnen wird eines Tages von ihnen durch den Wald gejagt. Am Ende seiner Kräfte sucht er Zuflucht auf einer Lichtung unter den Ästen von sehr sehr hohen und sehr sehr alten Bäumen. Diese gewähren dem Mann Schutz, die Pflanzenwesen greifen ihn nicht an, sondern kehren um und lassen ihn zufrieden. Doch als Gegenleistung für den Schutz, der ihm durch die Natur gegeben worden ist, verlangen die Bäume, dass der Mann wieder den Pfad des Lebens beschreiten soll, den seine Vorfahren vor vielen Jahren gingen. Um dies tun zu können, soll er wieder auf die Stimmen der Natur hören können, wie es in der Vergangenheit Gang und Gebe gewesen war. Doch um zu beweisen, dass das Vertrauen in ihn gerechtfertigt und er selbst stark genug ist, die Bürde und Verantwortung zu tragen, soll er die Monolithen des Waldes finden, die seit langer Zeit als verschollen gelten. Er wandert quer durch Aurorae, ohne jedoch zu finden, was er sucht. Am Ende seiner Kräfte stolpert er schließlich in die Wüste im Süden des Landes und bricht dort zusammen. Doch als er wieder zu sich kommt, sieht er, dass das Schicksal – oder welche leitende Hand auch immer – ihn letztendlich ans Ziel seiner Suche gebracht hat. Er befindet sich an einem seltsam anzuschauenden Ort, bestehend aus zahlreichen Steinsäulen verschiedenster Größe, Form und Machart, sowie zwei einander entgegen gesetzten Kugeln, die eine schwarz, die andere weiß. Dort vernimmt er zum ersten Mal die Melodie, die reine und unverfälschte Stimme der Natur, die seit langem kein menschliches Ohr mehr gehört hat. Mit all seinen Sinnen nimmt er Dinge wahr und erfährt Dinge, die ein tiefes und vollständiges Verstehen um die Geheimnisse des Lebens und des Landes, in dem er sich befindet, in ihm wachruft. Er erfährt auch, dass das Leben der Frauen ganz und gar der natürlichen Ordnung widerspricht, dass selbst die dunkle und zerstörerische Seite des Dunklen Gottes Teil eines Kreislaufs ist. Er erfährt, wie man die Stimmen des Waldes verstehen und ihre Botschaften interpretieren kann. Er lernt, wie man die Kräfte der Natur nutzen kann, um der Natur zu dienen. Schließlich zieht er aus, um andere zu lehren. Seit jener Zeit gibt es die Druiden, die Hüter der Wälder. So zumindest besagt die Legende. Die Monolithen des Waldes jedoch können nur in den Zeiten größter Not gefunden werden … und nur von jenen, die ihrer würdig sind.*

Aus den politischen Verflechtungen Auroraes halten die Druiden sich größtenteils heraus. Zumindest treten sie selten offen in Erscheinung, sondern agieren eher aus dem Verborgenen heraus, wenn es gilt, ein Ungleichgewicht der natürlichen Ordnung zu beseitigen. Im Jahr 1018 n.Q. unterstützt der Druide Queston Symphonie bei ihren Friedensbestrebungen mit Patria. Er begleitet die Führerin der Verborgenen zu einem Treffen mit der Stimme Tala. Im selben Jahr sorgt ein seltsames Ereignis dafür, dass viele Druiden sich an einem Ort im Wald der Lichter versammeln: Teile des Waldes sind abgestorben, stattdessen ist nur noch eine riesige tote Fläche zu sehen. Mit der Unterstützung einiger Papilias und Zauberinnen der Verborgenen nehmen sich die Druiden des Problems an. Dem jungen Druiden Tullaris gelingt es, einen Alten zu rufen, der dem Wald wieder neues Leben einhauchen kann. Unter den Druiden kursieren Gerüchte, dass es eine militante Gruppierung unter ihnen geben soll, die Menschen verachten und jegliches, ihrer Meinung nach an der Natur begangenes „Verbrechen“ – wie beispielsweise das Fällen eines Baumes – bestrafen. Allerdings ist dies nicht sicher, da diese Gruppe bisher in keinster Form tatsächlich in Erscheinung getreten ist.

Struktur/Charakterisierung

Druiden sind (noch) nicht wirklich strukturiert. Es gibt keine tatsächlichen Treffen unter ihnen, kein Austausch an Gedankengut oder gar eine organisierte Gruppierung. Die Druiden zeigen so viele unterschiedliche Gesichter wie die Natur, der zu dienen sie sich verschrieben haben. Viele von ihnen sind Eigenbrötler, die der Gesellschaft von Pflanzen mehr abgewinnen können als der von Menschen. Oft leben sie allein oder allenfalls in der Gesellschaft eines anderen Druiden (meist handelt es sich hierbei um Lehrmeister und Schüler) im Wald, um sich ganz dem zu widmen, wovon sie ihrer Meinung nach am meisten verstehen. Doch nicht alle Druiden wählen ein Einsiedlerdasein. In den Clans sind Druiden respektierte Mitglieder, deren magische Fähigkeiten und Verständnis für die Natur geschätzt werden. Die Clans, die sich ohnehin nie weit von der traditionellen Lebensweise im Einklang mit der Natur entfernt haben, hatten schon immer Druiden in ihren Reihen, und die Druiden fühlen sich in der nomadischen und wenig abgehobenen Kultur der Clans auch am Wohlsten. Ein Clan hat oft mehr als einen Druiden, wobei die älteren die jüngeren unterweisen. Sie helfen sich auch gegenseitig, allerdings bilden sie trotzdem keine verschworene Gemeinschaft oder ziehen gar aus, um sich mit anderen Druiden zu treffen. Es ist auch nicht selten, dass Druiden für eine Weile ihren Clan verlassen und vollständig im Einklang mit Natur leben. Meist kehren sie nach einer gewissen Zeit – das können nur wenige Tage, aber stellenweise auch einige Jahre sein; je nachdem, wann der Druide meint, das gelernt zu haben, das er lernen wollte – wieder zu ihrem Clan zurück. Ihr Wissen geben Druiden an junge Männer weiter, in denen sie die „Gabe“, mit der Pflanzenwelt zu kommunizieren, erkennen. Allein lebende Druiden nehmen meist nur einen Schüler an, die Druiden der Clans organisieren sich stellenweise anders … zum Beispiel, indem derjenige mit der meisten Erfahrung oder den ausgeprägtesten didaktischen Fähigkeiten die Jüngeren unterrichtet. In der Regel haben Clandruiden es auch ein bisschen leichter, da ihre Fähigkeiten früh erkannt und schneller gefördert werden. Seit neustem gibt es in der neu aufgebauten Stadt Maryenhain einen Tempel der Druiden, den Tempel des Waldes, der als Sammelstelle von Wissen über und von Druiden sowie als Treffpunkt genutzt werden kann. Dies ist die erste Einrichtung dieser Art für die Druiden. Seit dem Ausbau der Stadt Maryenhain leben relativ viele Druiden bei den Verborgenen.

Der Druide beherrscht die Pflanzenkunde und kennt je nach Rang die Anwendung der verschiedenen Pflanzen (siehe auch Pflanzen-Lexikon).

 

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